Zu einem Teil lassen sich die barbarischen Akte aus der Kriegssituation erklären. In dieser sind die Gesetze, die im zivilen Leben gelten, ausser Kraft gesetzt. Die Tötung des Feindes ist die Voraussetzung des eigenen Überlebens, dessen Vernichtung und Einverleibung ist der ultimative Triumph. Aber die Scheusslichkeiten auf den Killing Fields verdanken sich nicht nur der schnellen Verrohung von unter Hochstress agierenden Kriegern. Der kannibalistische Auftritt des syrischen Kommandanten, das Aufspiessen von abgeschnittenen Köpfen auf Stangen mitten in Kabul durch afghanische Mujahedin, das Häuten von lebenden Gefangenen durch Taliban, die auf Video aufgenommenen und via Youtube über die Welt verbreiteten Enthauptungen von «Ungläubigen» durch Al-Qaida-Männer – die ganze demonstrative Präsentation von verunstalteten Körpern und Grausamkeiten gehorcht noch einem weiteren Zweck. Sie folgt einer rationalen Politik des Entsetzens. Der Feind soll eingeschüchtert und gelähmt werden. http://bazonline.ch/ausland/naher-osten-und-afrika/Politik-des-Entsetzens/story/17821876