Henryk M. Broder / 25.05.2009 / 03:34 / 0 / Seite ausdrucken

Eten & Genieten

Schnell noch bei Albert Heijn eine Packung “Jodenkoeken” für die Reise gekauft, Teig und Knor zum Abschied gekrault und zwei Bücher eingesteckt (Droste: Im Sparadies der Friseure und Wuliger: Der koschere Knigge), der Flug von Schipol nach Hato International Airport auf Curacao dauert immerhin neun Stunden. Ich wundere mich auf jedem Flug, wie der Pilot es schafft, aus zehn Kilometern Höhe eine lächerlich kurze Landebahn zu finden und die Maschine so aufzusetzen, dass sie nicht auseinanderkracht. Und das auf die Minute genau. Der Flughafen von Willemstad, der Haupstadt der Insel, ist klein und überschaubar, die Einreiseformalitäten sind sehr informell, vor dem Terminal riecht es nach Holland: Patates! Und Heineken bekommt man auch überall. Auf dem Formular, das man bei der Einreise ausfüllen muss, wird man auch nach dem Zweck der Reise gefragt. Business? Vacation? Honeymoon? Das finde ich gut, dass Honeymoon nicht unter Vacation fällt. Honiglecken kann auch schwere Arbeit sein.
In Willemstad gibt es die älteste Synagoge Südamerikas (http://en.wikipedia.org/wiki/Curaçao_synagogue). Und ein Konferenzzentrum, in dem sich ab morgen die Weisen von Zion zu ihrer alljährlichen Konferenz treffen werden, Abgesandte aus allen fünf Kontinenten, dazu von den Aleuten, den Faröern und den Hebriden. Die Konferenz ist natürlich geheim. Wir werden dennoch berichten.

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