Die Zeit: Herr Pollmer, ihrer Ansicht nach sind die drei folgenden Aussagen kompletter Unfug: Vitamin C hilft bei Erkältungen, Salz ist ungesund und der Verzehr von Obst und Gemüse beugt Krebserkrankungen vor. Ist das Verhältnis zu Ihrem Hausarzt soweit okay?
Udo Pollmer: Zu welchem Hausarzt? (muss kräftig lachen) Mein Haus braucht keinen Arzt und mir geht’s gut.
Die Zeit: Sie sind der Meinung, dass wir glücklicher, gesünder und genussvoller leben könnten, wenn wir uns von der Vorstellung verabschieden würden, es gäbe die gesunde Ernährung für alle, und Sie rufen zum Boykott der meisten Statistiken auf ...
Pollmer: ... nicht zum Boykott, ich will ja nur, dass die Statistiken richtig gemacht werden. Statistik ist eigentlich ein wunderbares Instrument, um Zusammenhänge sichtbar zu machen, um dann mit den Mitteln der Forschung den Ursachen
auf den Grund zu gehen. In der Ernährungswissenschaft wird in einem kaum vorstellbaren Maße getürkt. Gerade hat John Ioannidis, ein namhafter Biostatistiker aus Harvard, mal Hunderte von Studien zum Thema Krebsgefahr beziehungsweise Krebsschutz durch Nahrungsmittel analysiert. Ergebnis:
so wertvoll wie ein gebrauchtes Kondom. Wir brauchen im Grunde nichts von dem zu glauben, was uns erzählt wird.
Die Zeit: Demnach könnte ich jetzt theoretisch im Dorf anrufen und eine Schlachtplatte plus eine Kiste Bier kommen lassen, ohne mir eine Rüge von Ihnen einzuhandeln?
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