Henryk M. Broder / 24.09.2017 / 08:02 / 21 / Seite ausdrucken

Es geht alles vorüber, es geht alles vorbei

Auch der dümmste und erbärmlichste Wahlkampf aller Zeiten, bei dem es buchstäblich nur darum ging, dass alle wählen gehen, aber keiner für die AfD stimmt. Die Laienspielschar rund um Alexander Gauland war das zentrale Thema aller Debatten, Talk-Shows und Aufrufe. Besser konnte es für die Alternativen nicht laufen. Es war, als ob lauter Abstinenzler vor dem Besuch einer Bar warnen würden - mit der genauen Adresse des Etablissements, den Öffnungszeiten, den Preisen für die Getränke und den Vornamen der Animierdamen.

Nun haben wir die Placebo-Posse hinter uns. Jetzt wird gewählt, danach ausgezählt und dann geht es mit der GroKo weiter. Wie beim Dinner for One, wo man auch schon am Anfang weiß, wie es enden wird. Mit Angela Merkel und Martin Schulz als May Warden und Freddie Frinton. 

Und weil die Erinnerung das Geheimnis der Erlösung ist (oder umgekehrt, darauf kommt es jetzt auch nicht an), schauen wir uns jetzt zusammen die besten Wahlspots noch einmal an:

Zuerst ein herzliches Hallo und Alaaf aus dem wunderbaren Köln mit der wunderbaren Terry aus der wunderbaren Straßburger Notaufnahme. Jetzt sind Sie auf die Jung-Debilen aus einer deutschen Filmproduktion eingestimmt.

Und danach auch noch dies:

MC Smook ft. Renate Lohse - Wähl' nicht die AfD (Music Video)

AfD dich wähl ich nicht – Benjamin Scholz und Oliver Schubert feat. die Forster-Chöre

Maverick Berlin - Wähl' nicht die AfD

MC Smook ft. Renate Lohse & V.A. – Wähl' nicht die AfD (Remix)

 

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Leserpost (21)
Helge-Rainer Decke / 24.09.2017

Die Mehrheit der Deutschen lebt gut und gern in Deutschland. Deutschland gehört zu den reichen Nationen der Erde. Deutschland ist ein demokratischer Rechtsstaat. Populismus ist postfaktischer kognitiver Dissonanz geschuldet. So auch völkische Sprüche. Wer immer strebend sich bemüht, wer nicht ständig nach dem Staat ruft, ihm gefälligst gefällig zu sein, sondern das Seinige im Rahmen seiner Möglichkeiten einbringt, der partizipiert in einem freien Land an dem, was er von seinen Vätern erbte. Die sogenannten Alternativen mögen ins Plenum einziehen. Sie werden auch wieder ausziehen. Deo volente.☝️

Moritz Schneider / 24.09.2017

Fetten Dank an MC Broder, der uns immer so fleißig mit so mega Artikeln und krassen Fundstücken zuballert. Ist einfach voll cool. Represent.

Patrick Kaufhold / 24.09.2017

Nun, man mag zur AfD stehen wie man will aber aktuell fällt mir keine sinnvollere Opposition ein. Ja, die haben einige Spinner an Bord aber mal ehrlich, wenn man sich überlegt, wer so alles bei SPCDU, Grüne und co. den Ton angibt, da graust es mich schon eher vor Leuten wie Merkel, “Ruft doch mal Martin” Schulz, Maas, Özoguz etc. als vor Björn/Bernd. Man wird sehen ob die AfD sich in der Tagespolitik beweisen kann. Wenn nicht, wird sie als One Hit Wonder in der Versenkung verschwinden. Wobei ich der AfD unter Weidel doch mehr zutrauen würde. Wir werden sehen… Letzten Endes kann ich aber durchaus Herrn Broder zustimmen. Es ist gut, dass dieser “Wahlkrampf” vorbei ist…

Stefan Löbel / 24.09.2017

Ich freue mich schon auf den uncoolen, ungelenken und platzhirschigen Klotz im Bundestag;-) Für die aalglatte Elite die bisher schmerzhafteste Folge, einer desaströsen Politik.

Wilfried Paffendorf / 24.09.2017

Noch nie zuvor in Deutschland haben die etablierten Parteien derart massiv Wahlwerbung für ihren politischen Gegner gemacht. Und diese Werbespots sind an Schwachsinn kaum noch zu überbieten. Wäre ich Erst- oder Jungwähler, würde ich mich persönlich beleidigt fühlen und wegen Schmerzensgeld klagen.

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