Die Linkspartei hat zwei Geschichtsstränge: zum einen den der KPD, der bis in die Weimarer Republik zurückreicht, aber auch den des westdeutschen Antiimperialismus der 70er- und 80er-Jahre. Der heutige Antisemitismus geht vor allem von Mitgliedern im Westen aus. Und es gibt auch eine Tradition der Nichtbefassung mit diesem Problem, weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Da dominiert die Haltung: »Wir sind Antifaschisten, wir können keine Antisemiten sein.« http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/10433
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Der SPD-Parlamentarier Christian Lange sagte, Antisemitismus sei auch in der Mitte der deutschen Parteienlandschaft zu finden. Im Unterschied zur Linkspartei werde aber bei allen anderen Parteien “jede Art des Antisemitismus sofort und ohne Wenn und Aber zurückgewiesen”, und zwar “nicht von einigen wenigen, sondern von allen”, insbesondere von allen Bundestagsabgeordneten. “Das ist leider bei Ihnen nicht der Fall”, fügte Lange an die Adresse der Linksfraktion hinzu. Vielmehr kämen aus den Reihen der Linkspartei Äußerungen und Aktivitäten, die man zunächst nur fassungslos zur Kenntnis nehmen könne. Man dürfe nicht länger hinnehmen, dass “unter dem Deckmantel der Israel-Kritik antisemitische Vorurteile oder antisemitische Kampagnen salonfähig werden”. http://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2011/34536798_kw21_de_linke/
Das gab es noch nie im Bundestag. Philipp Missfelder (CDU), immer streitbarer Chef der Jungen Union, erkundigte sich besorgt am Rednerpult, wo den eigentlich der Linke-Fraktionschef Gregor Gysi sei. Und wo Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau?- Mit dieser Frage stand er nicht allein. Denn in einer Aktuellen Stunde wurden antisemitische Tendenzen der Linken debattiert, wie sie in einer Studie kürzlich beschrieben wurden. Die beiden gesuchten Politiker gehören zu jenen in ihrer Partei, die sich stets unmissverständlich für das Existenzrecht Israels - auch sehr öffentlich und auch gestern noch einmal - eingesetzt haben. Ihr Fehlen gestern wurde als demonstrativ wahrgenommen. http://www.tlz.de/startseite/detail/-/specific/Die-Linke-und-der-Antisemitismus-1340456853