Vom Quallenangriff auf ein französisches Atomkraftwerk, fleischfressenden Bakterien vor Italiens Küste, der Blaukrabben-Invasion im Mittelmeer (aus denen die Kroaten kurzerhand eine Delikatesse machen), einem Tintenfischboom in der Nordsee, südamerikanischen Ochsenfröschen als Feind der heimischen Amphibien, Weißen Haien im Mittelmeer, invasiven Quagga-Muscheln im Bodensee, winzigen Cachena-Kühen in Galizien, zukünftigem Weinanbau an der Nordseeküste, einem Gedenkgottesdienst für statistisch errechnete Hitzetote bis hin zu der Nachricht, dass wir in Deutschland – um genug Trinkwasser zu haben – bald Meerwasser werden entsalzen müssen, reichen die Meldungen.
Messdaten zeigen: Niederschlagsmengen global leicht gestiegen
In den Mainstream-Medien wird suggeriert, dass die globale Erwärmung automatisch dazu führt, dass es weniger regnet. Jedoch haben – ganz im Gegenteil – in manchen Teilen der Welt die Niederschläge zugenommen, beispielsweise in höheren Breiten Nordeuropas, in Kanada und Teilen Asiens. Eine Studie aus dem Jahr 2022 konnte von 1950 bis 2020 keine Abnahme der globalen Niederschlagssummen feststellen. Im Gegenteil (siehe im verlinkten Artikel Abb. 2 und Abb. 4 a: SPI der GPCC-Datenbank) zeigt sich ein Rückgang der von extremer Trockenheit betroffenen Landfläche, betrachtet man die meteorologische Dürre (Standardized Precipitation Index, SPI), die schlicht die gemessenen Regen- und Schneemengen berücksichtigt.
Belegt ist das mit echten Messdaten aus zwei weltweiten völlig voneinander unabhängigen Datenbanken: die des GPCC (Global Precipitation Climatology Centre) – sie wird vom Deutschen Wetterdienst (DWD) und der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) betrieben – mit dem weltgrößten Archiv von über 85.000 Bodenmessstationen weltweit und die des CRU TS (Climatic Research Unit Time-Series) von der University of East Anglia in Großbritannien, die seit 1901 bis heute kontinuierlich geführt wird. Es handelt sich also um reale Messwerte von echten Wetterstationen am Boden: Die Studie gibt an, was in der Vergangenheit tatsächlich passiert ist.
Und: Die Dürre nimmt nicht zu
Im Jahr 2025 erschien bei Nature eine Studie, mit der die Autoren nachzuweisen versuchten, dass der globale Klimawandel zu einer dramatischen Zunahme von Dürren führt. Als Berechnungsgrundlage diente der Standardized Precipitation Evapotranspiration Index (SPEI). Die Autoren zogen die in der Theorie maximal mögliche Verdunstung (potenzielle Evapotranspiration, PET) einfach vom gefallenen Niederschlag ab – ausgehend von der Annahme, dass der Boden überall nass genug sei, um den Durst der erhitzten Luft immer vollständig zu decken. Der Denkfehler: Ist ein Boden bereits völlig trocken, kann in der Realität kein weiteres Wasser verdunsten. Die Arbeit wandte die potenzielle Evapotranspiration (PET) auch auf globale aride und semiaride Räume an und überschätzte den globalen Dürretrend mindestens um das Sechsfache. So errechneten die Autoren eine gigantische Phantom-Dürre und kamen zu dem Schluss, dass steigende Temperaturen die Dürreintensität weltweit um 40 Prozent erhöht und sich die Dürreflächen zwischen 2018 und 2022 um 74 Prozent ausgeweitet hätten.
Wie nicht anders zu erwarten, wurden diese Zahlen intensiv und dankbar von den Medien aufgegriffen. Die 74 Prozent und 40 Prozent wanderten innerhalb weniger Tage durch die internationalen und deutschsprachigen Schlagzeilen der Nachrichtenagenturen, öffentlich-rechtlichen Medien und großen Tageszeitungen. Sie dienten in Talkshows und Hintergrundberichten als unumstößlicher Beweis für eine sich rasant beschleunigende globale Austrocknung.
Die physikalisch korrekte Betrachtung – unter Berücksichtigung der tatsächlichen Bodenfeuchte und der echten Land-Atmosphären-Kopplung – zeigt jedoch, dass es auf über 99 Prozent der globalen Landfläche keinen statistisch signifikanten Beschleunigungstrend bei Dürren gibt. Die behauptete Dürrebeschleunigung war somit ein rein mathematisches Artefakt. Aufgrund dieser fundamentalen Mängel zog Nature den Artikel schließlich offiziell zurück (Retraction).
Auch eine brandneue Untersuchung aus dem Jahr 2026 zeigt, dass sich das globale Ausmaß oder die Intensität von Dürren auf den Landflächen in den letzten Jahrzehnten nicht beschleunigt hat. Dürre-Indikatoren wie der SPEI blähen die tatsächliche Austrocknung künstlich auf. Die Sonnenenergie, die sonst Wasser verdampfen würde – wäre es denn vorhanden – erwärmt stattdessen direkt die Luft. Die reale Austrocknung in ariden und semiariden Gebieten wird so massiv überschätzt. Zudem werden die Pflanzenreaktionen ignoriert: Wenn die Temperatur steigt, schließen Pflanzen ihre Spaltöffnungen teilweise, um Wasser zu sparen. Durch diesen biologischen Schutzmechanismus verbrauchen sie bei höheren Temperaturen weitaus weniger Wasser, als die mathematischen Modelle annehmen. Das bedeutet: Die theoretische Annahme einer atmosphärischen Nachfrage (AED) und einer potenziellen Gesamtverdunstung (PET) ist nicht gleichbedeutend mit einem echten Wasserverlust im wirklichen Leben.
Als die wissenschaftliche Kritik laut wurde und Nature die Publikation nach der formalen Überprüfung zurückzog, schrumpfte das mediale Interesse gegen Null. Während die ursprüngliche Katastrophenmeldung maximale Reichweite erzielte, wurde die komplexere wissenschaftliche Richtigstellung bestenfalls in kleinen Randnotizen oder Fachblogs erwähnt.
Tatsächlich: Höhere Temperaturen über Europa
Die Generalsekretärin der World Meteorological Organization (WMO), Celeste Saulo, verkündete im April 2026: „Europa ist der sich am schnellsten erwärmende Kontinent der Erde: Seit den 1980er-Jahren steigt die Temperatur der bodennahen Luft doppelt so schnell im globalen Durchschnitt.“ Anlass war die Vorstellung des Klimazustandsberichts für Europa – deren gemeinsame Herausgeber der WMO und der EU-Klimadienst Copernicus sind. Demnach wurde in Europa im Jahr 2025 eine Zunahme von Dürren, Hitzewellen und Meereserwärmung verzeichnet.
Der europäische Klimadienst Copernicus nutzt ebenfalls Daten zum tatsächlichen gefallenen Niederschlag, verwendet aber zusätzlich die physikalisch im Boden gemessene Feuchtigkeit und setzt für die Analysen den von den Sentinel-2-Satelliten ermöglichten Blick von oben ein: Diese Satelliten messen die Lichtreflexion von Wäldern und Feldern. Gesunde, pralle Blätter reflektieren das Sonnen- und Infrarotlicht anders als vertrocknete Vegetation, und die Satelliten erkennen den Wasser- und Chlorophyll-Gehalt im Blattwerk. Die Daten zeigen also, wo Pflanzen tatsächlich unter Trockenstress leiden.
Auf diese Weise zeigte sich, dass der Jahresniederschlag in Europa über die letzten Jahrzehnte stabil geblieben ist und in Nordeuropa sogar leicht zugenommen hat. Es gibt allerdings einen saisonalen Wandel: Selbst wenn im Winter mehr Regen fällt, verdunstet im Frühjahr und Sommer mehr Wasser aus den Böden. Es kommt also zu Sommertrockenheit, und die Phasen mit niedriger Bodenfeuchte im Sommer werden länger und intensiver. Ein lokaler Fokus liegt hier in Süd- und Zentraleuropa: Copernicus weist für das Mittelmeergebiet sowie Teile Süd- und Zentraleuropas eine signifikante Häufung von landwirtschaftlichen und ökologischen Dürren nach. Weil Copernicus die Pflanzengesundheit (Vegetation Stress) mit einbezieht, zeigt sich, dass der Wald- und Ernte-Stress in Europa tatsächlich messbar ist. Und gerade weil Europa reich an Wasser ist, kann im Sommer tatsächlich mehr Wasser aus dem Boden verdunsten, als insgesamt durch Niederschlag nachgefüllt wird, denn (siehe umgekehrt weiter oben) wenn der Boden nicht völlig ausgetrocknet ist, führen höhere Temperaturen auch zu mehr Verdunstung.
Die Frage ist also: Wodurch kommt es – beschränkt auf Zentraleuropa – zu höheren Temperaturen?
Europa bekommt immer mehr Sonne ab. Der Grund: Luftreinhaltung
Europa bekommt immer mehr Sonne ab. Der Grund dafür ist die Luftreinhaltung für den Umweltschutz. In den 1960er bis 1980er Jahren war die Atmosphäre über West- und Mitteleuropa durch Industrieabgase mit Ruß und Schwefel belastet. Durch den Rückgang der Luftverschmutzung gibt es weniger Kondensationskeime, an denen sich Wolken bilden können. Sowohl Wolken als auch Aerosole wirken wie ein Schutzschild für die Erdoberfläche – sie reflektieren das Sonnenlicht zurück in den Weltraum.
Aerosole, mikroskopisch kleine Schwebeteilchen in der Luft – wie Ruß, Staub oder Sulfate – kommen unter anderem durch die Verbrennung von Kohle, Öl und Diesel in die Atmosphäre. Treffen Sonnenstrahlen auf diese Teilchen, wird ein großer Teil davon zurück in den Weltraum reflektiert, und weniger Sonnenenergie erreicht den Boden.
Auch Wolken besitzen ein hohes Rückstrahlvermögen (Albedo): Sie reflektieren bis zu 80 Prozent der einfallenden Sonnenstrahlung zurück ins All. Durch die sauberere Luft wird Wolkenbildung verhindert, denn die Aerosole sind „Wolkenkeime“. Wassertropfen in der Atmosphäre bilden sich nicht einfach aus dem Nichts: Sie brauchen mikroskopisch kleine Oberflächen, an denen der Wasserdampf kondensieren kann – sogenannte Kondensationskeime – und die Ruß- und Schwefelpartikel sind dafür perfekt geeignet. Die Luftverschmutzung sorgte dafür, dass Wolken aus vielen kleineren Tröpfchen bestanden. Dadurch waren sie dichter, feuchter, langlebiger und strahlender weiß. Seitdem Katalysatoren, Rauchgasentschwefelung und Kohleausstieg die europäischen Abgase drastisch reduziert haben, fehlen der Atmosphäre diese Kondensationskeime. Die Bewölkung wurde weniger, und mehr der Sonnenenergie trifft auf den Boden.
Durch diese beiden Effekte – Rückgang von Luftverschmutzung und dadurch bedingt geringere Wolkenbildung – erreicht jetzt mehr direkte Sonnenstrahlung die Erdoberfläche, was Boden und die Luft in und über Zentraleuropa aufheizt. Der Effekt der sauberen Luft trifft vor allem Zentraleuropa mit seiner früheren Schwerindustrie. In einem Band von Nordostfrankreich über die Benelux-Staaten bis nach West- und Mitteldeutschland stieg die Sonneneinstrahlung seit den 1990er Jahren mit fast elf Prozent mehr als doppelt so stark an wie im Rest Europas.
Die großräumigen Strömungsmuster in der Atmosphäre haben sich zusätzlich verändert. Dadurch kommt es häufiger zu stabilen Hochdrucklagen (Omega-Wetterlagen), die – nicht nur über Europa – warme Luft auf den Kontinent lenken und sich dort vor Ort für einige Tage festsetzen. Das kann uns dann Temperaturen über 40 Grad Celsius bescheren.
Fazit: Die Sommerwärme und Trockenheit der Böden in Zentraleuropa wird paradoxerweise vor allem von der Luftreinhaltung verursacht: Es kommt durch geringere Wolkenbildung mehr Sonnenstrahlung auf dem Boden an. Die Trockenheit in den Böden entsteht also nicht durch fehlenden Regen, sondern durch eine vermehrte Verdunstung, verursacht durch saubere Luft und höhere Temperaturen. Während der größte Teil der Erde stabil blieb oder sogar feuchter wurde, lässt sich in Zentraleuropa vor allem in den Sommermonaten ein Trend zu trockeneren Böden und höherer Lufttrockenheit feststellen.
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„Die Hitze in Deutschland ist mittlerweile so unerträglich“
Nein, die Freibäder und das Stadtbild sind unerträglich.
@Johannes Schuster : >>Macht bei 20km/h und 55%RH und ca. 10 Tonnen Wasser/km³ Luft: ca 50 000 Tonnen Wasser pro Stunde (250km²*20km/h*10m³(Wasser)/km³), die in Luft gelöst verbremst werden.<<
## Was macht Wasser? Oder war es der Imperativ? Isch habe Ihrren Täkst nischt verrschtandän. Isch brauche deutsche Bedienungsanleitung!!
Sorry, ihr habt doch alle in Rad ab. Die Mehrheit empfindet die einfachen Fakten als Angriff auf ihre Großartigkeit. Solche Leute sind zu nichts fähig und zu nichts nützlich. Die kühlen nur das ganze Jahr ihre Geschwüre und schwören Rache. Und die einfache Wahrheit würde sie töten.
@Ilona Grimm „Die Fläche beträgt 520 Mio. Quadratmeter (5.200 km² = fast 2 x Saarland / 1/3 SH) “
Nochmals Ilona Grimm: „Aber “aufgeklärte„ mega-intelligente Atheisten/Anti-Theisten werfen Christen und ihrem Gott Wissenschaftsfeindlichkeit vor!“
Atheist bin ich nicht, sondern Vertreter eines aufgeklärten Theismus, der über die kindischen Gottesvorstellungen einer Ilona Grimm nur lachen kann. Wissenschaftsfeindlich bin ich auch nicht, mega intelligent ebenfalls nicht, aber über die Umrechnung von 520 Mio qm in angeblich 5200 Qkm kann ich noch herzlicher lachen. Liebe Ilona, 1 Qkm sind 1000 mal 1000 Meter, also 1 Mio qm. 520 Mio durch 1 Mio ist genau wieviel? Steck deine Nase weiter in deine Märchenbücher, und erlöse uns von dem Übel deiner Pseudoreligion. PS: Den Platz in deiner Hölle hab ich auch schon gebucht, wird jedenfalls nicht kühl im Winter.
Da fehlt doch was im Artikel! Da die Erwärmung durch die zurückgehende Wolkendecke passiert, passiert sie logischerweise nicht durch einen zunehmenden „Treibhauseffekt“ dessen Ursache die CO2-Emissionen sein sollen!
Es stimmt also nicht, dass so gut wie die gesamte globale Erwärmung seit 1750 durch die CO2-Emissionen verursacht wurde und wird! Das haben zwar inzwischen auch schon einige Studien festgestellt, die die CERES-Messungen ausgewertet haben, doch in den Medien steht das „natürlich“ nicht, denn es widerspricht ja dem Glauben an den menschengemachten Klimawandel, denn der IPCC hochhält und auch im letzten Bericht den Wolkenrückgang trotz vorliegender eindeutiger Messungen völlig außer acht lästt.
@Ilona Grimm Vielen Dank für Ihren Hinweis. Gerade vorhin hörte ich im „Kontrafunk“ einen Bericht über das größte Windrad der Welt und das zweithöchste Gebäude in Deutschland. In dem kurzen Bericht wurde auch das Thema „Windklau“ bei Offshore-Anlagen erwähnt und wenigstens in einem Nebensatz auf die Folgen für das Küstenklima hingewiesen. Tatsächlich sollte es doch für jeden Laien (wie mir ebenfalls) ersichtlich sein, dass immer mehr Propeller auch Auswirkungen auf die Wolkenbildung bzw. deren Verhalten haben.
Das allein auf die bessere Luftreinhaltung zu schieben scheint im Angesicht der globalen Dürre zu einfach, als das man es darauf schieben kann, schließlich tauen Permafrostböden nicht einfach mal so auf und liegen auch nicht in Europa, sondern eher in polaren Regionen.
Wenn man an die Kindheit denkt, so gab es immer mal Hitzewellen, allerdings nicht so lang anhaltend und nicht bei 40 Grad, schulfrei gab es bereits bei 33 Grad.
Die Erde war immer im Wandel, allerdings nicht so schnell und nicht global auf einmal. Sicherlich ist unser aller Dasein mit unserem Lebensstil mit ein Grund dafür, auch wenn es uns nicht in den Kram passt, schließlich ist es unbequem das zugeben zu müssen.
Neue Tierarten, die von selbst gekommen sind als invasiv zu bezeichnen ist verwegen, da doch der Mensch die invasivste Art ist in Anbetracht seines Vordringens überall auf der Welt. Und wenn er dann noch Moskitos im Reisegepäck mitbringt, dann sind nicht die Moskitos schuld.