Vor einiger Zeit, zu Anfang des Jahres, hatten die drei Bildungsministerinnen der Bundesländer Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein die Initiative für verbesserte Bildung ergriffen. Mit der Studie „Bessere Bildung 2035“ machten die Politikerinnen parteiübergreifend Zielvorgaben für die Verbesserung von Schülerleistungen. Dabei wird ein Zeitraum von zehn Jahren ins Auge gefasst. Die von der Wübben Stiftung Bildung aus Düsseldorf moderierte Studie stellte fest, die Anforderungen an die Gesellschaft des 21. Jahrhunderts und damit auch an ein Schulsystem, das diese speise, unterschieden sich grundlegend von den Bedarfen des 20. Jahrhunderts. Im 20. Jahrhundert, so die Autoren, habe der Fokus auf ökonomischem Wachstum und individuellem Vorankommen innerhalb der Bevölkerung gelegen. Stattdessen erfordere – so die Studie – die Bildung dieses Jahrhunderts, die Menschen in ihrer Individualität sich so entwickeln zu lassen, dass sie ihr volles Potenzial entfalten und damit der Gesellschaft dienen und den großen globalen Herausforderungen, wie beispielsweise dem Klimawandel, produktiv begegnen könnten. Man erkennt sofort eine politisch linke Agenda, die von harten Fakten ablenkt und kaum Bereitschaft zeigt, sich der harten ökonomischen Wirklichkeit zu stellen, dass Bildung sehr wesentlich mit ökonomischem Erfolg oder Misserfolg zusammenhängt. Wenn man die Frage des Klimawandels stellen will, muss man sich die Frage gefallen lassen, ob man das Problem mit freitäglichem Schulschwänzen lösen oder mit validen Fakten angehen möchte. Bessere Bildung braucht man nur für Letzteres. Sein volles Potenzial entfaltet ein Mensch am besten, der in seiner Schulzeit mit möglichst viel zweckfreier Bildung und möglichst wenig zweckgebundener Ideologie konfrontiert wird.
Die jüngst erschienene ifo-Bildungsstudie, die das Institut im Auftrag der Bertelsmann Stiftung durchführte, sollte bei Bildungs-, Finanz- und Wirtschaftspolitikern gleichzeitig die Ohren klingeln lassen. Es geht bei der Bildung nämlich in der Tat sowohl individuell als auch volkswirtschaftlich um knallharte ökonomische Interessen. Wir sind damit dann näher bei den Vorstellungen des 20. Jahrhunderts, die so falsch nicht gewesen sein können. Die Umsetzung konkreter Bildungsziele, so das ifo-Institut, könne Deutschland langfristig eine zusätzliche Wirtschaftsleistung in Höhe mehrerer Billionen Euro bringen. Mit Hilfe eines Projektionsmodells wurde quantifiziert, wie viel zusätzliche Wirtschaftsleistung im Verlauf der Lebenserwartung eines heute geborenen Kindes entstehen würde, wenn die angepeilten Bildungsziele erreicht würden. Für Deutschland insgesamt wurde ein Wert von rund 21 Billionen Euro an zusätzlichem Bruttoinlandsprodukt (BIP) ermittelt. Das entspricht fast dem Fünffachen des heutigen jährlichen BIP.
„In wenigen Jahrzehnten generiert bessere Bildung messbare ökonomische Erträge, die Staat und Gesellschaft spürbar stärken“, so Ludger Wößmann, Leiter des ifo Zentrums für Bildungsökonomik. Allerdings, so schränkte der Wirtschaftswissenschaftler ein, sei die Wirkung nicht linear. Sie müsse erst investiert werden. Das bedeutet, besser gebildete Schüler müssten dann dauerhaft am Arbeitsmarkt aktiv geworden sein. Die Erträge treten dann über ein ganzes Arbeitsleben hinweg ein und wirken sich natürlich volkswirtschaftlich aus. Nach rund 50 Jahren, so die ifo-Studie, läge der kumulierte Wert der Verbesserungen dann bei etwa 6,7 Billionen Euro, nach 80 Jahren bei 20,9 Billionen Euro. Das wäre etwa das Fünffache des heutigen jährlichen Bruttoinlandsprodukts.
„Milliarden an potenziellem, zusätzlichem Wohlstand“
Bei der Untersuchung bezieht sich das ifo-Institut exakt auf die Anregungen der drei Bildungsministerinnen von Anfang des Jahres. Erstens soll sich die Zahl der Schüler halbieren, die die Mindeststandards in den Fächern Deutsch und Mathematik nicht erreichen. Derzeit sind dies bundesweit in der neunten Klasse – bezogen auf den mittleren Bildungsbereich – im Fach Deutsch 29,7 Prozent und im Fach Mathematik 34,1 Prozent (siehe hier, Seite 11). Mithin erreichen unter den Schülern, die die Mittlere Reife anstreben, rund ein Drittel der Schüler nicht die Mindestanforderungen in Deutsch und Mathematik. Dabei ist zu bedenken, dass diese Standards schon erhebliche Absenkungen erfahren haben. So erfolgte in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts im Fach Mathematik selbst in Hauptschulen in der neunten Klasse eine Einführung in die Trigonometrie. Aufsätze aus der damaligen Zeit mit heutigen Aufsätzen zu vergleichen, wäre vermutlich mehr als nur ernüchternd. Mit der Halbierung der Zahlen der Schüler, die das Mindestniveau nicht erreichen, ließe sich nach Ansicht der Politikerinnen das Bildungsminimum absichern.
Zweitens soll den Vorschlägen zufolge das Bildungsniveau so gesteigert werden, dass 20 Prozent mehr Schüler die Regelstandards erreichen oder übertreffen. Das trifft derzeit, wieder bezogen auf die neunte Klasse im mittleren Bildungssektor auf 46,9 Prozent im Fach Deutsch und 34,1 Prozent im Fach Mathematik zu (siehe hier, Seite 11). Drittens sollte die Leistungsspitze gefördert werden und 30 Prozent mehr Schüler die Optimalstandards erreichen. Den derzeitigen Erhebungen zufolge erreichen 5,2 Prozent der Schüler dieses Ergebnis in Deutsch und zwei Prozent in Mathematik. Da es in der Studie nicht um wissenschaftliche Spitzenleistungen geht, die im Wesentlichen mit dem dritten Ziel zusammenhängen, müssen diese Aspekte hier ausgeklammert werden. Es geht hier um harte Währung. Um das zu untermauern, liefert die Studie Länderbeispiele. Nordrhein‑Westfalen würde rund 4,9 Billionen Euro an zusätzlichem Bruttoinlandsprodukt (BIP) gewinnen, Baden‑Württemberg etwa 3 Billionen und Bayern rund 2,8 Billionen Euro. Das alles sind Werte, die weit über dem heutigen jährlichen BIP liegen und die volkswirtschaftliche Bedeutung von Bildungspolitik unzweifelhaft darlegen. Das Fazit des Direktors Bildung, Dirk Zorn, bei der Bertelsmann Stiftung klingt recht spektakulär: „Unser Land würde jedes Jahr Milliarden an potenziellem, zusätzlichem Wohlstand generieren, wenn mehr junge Menschen besser lesen, schreiben und rechnen könnten.“
Die in der Studie gezeigten volkswirtschaftlichen Renditen zeigen auf, in welchem Ausmaß es sich lohne, wenn politische Entscheidungsträger hier einen Schwerpunkt setzen würden. Voraussetzung dabei wäre allerdings, frei von jeder Bildungsideologie, ohne intersektionelle Fantasien und mit großer Nüchternheit das Ziel zu verfolgen, dass junge Menschen schon am Ende der Grundschulzeit sicher fremde Texte lesen und mit eigenen Worten mündlich und schriftlich wiedergeben könnten. Dazu wäre es wünschenswert, schriftlich und im Kopf die vier Grundrechenarten sicher zu beherrschen. Das sind relativ einfach Bildungsziele, für die man weder genderneutrale Toiletten noch irgendeine Pädagogik der Vielfalt braucht. Klare Ziele und gesunder Hausverstand reichen dafür bequem aus. Machen wir uns nichts vor, die linksgrünen Bildungsfantasien der vergangenen Jahrzehnte haben uns vermutlich die Milliarden gekostet, die sich die Politik heute in Gestalt von Sondervermögen erschleichen zu müssen meint.
Habe nun ach … durchaus studiert – da steh ich nun, ich armer Tor und bin so klug als wie zuvor. Ja, leider auch Theologie. Albert Einstein wurde mal gefragt, als er schon berühmt war: Herr Professor, wie kommt es, dass Sie derart intelligent sind? Der nur: Ich bin gar nicht besonders intelligent, ich habe nur nicht immer gleich alles wieder vergessen, was ich gerade gelernt habe. Vllt. ist alles Geheimnis lediglich ein gutes Gedächtnis – für die wichtigen Dinge. Gut ausgewählt, nicht jeder Mist. Manche sammeln Sprachen und dann? They can say one and the same nonsense in up to five languages. Es gibt eine Bildung, die unglaublich viel Spaß macht – um damit herumzuplaudern, zum Angeben, aber Geld wird mit was anderem verdient. Das muss jede/r für sich bedenken. Mit Orchideenfächern kannst du nur Geld verdienen, wenn du deutlich besser bist als die Konkurrenz, bei Technik&Naturwissewas; zwar auch, aber der Bedarf ist da so groß, dass du gut zurecht kommst. Und mühsam erlernt, weil schwierig. Ich hätte auch lieber Kunstgeschichte oder so stuckadiert – wenn ich das Geld nicht gebraucht hätte … . Ist halt eher was fürn Urlaub. Als Reiseführer.
Bildung ist eine individuelle Holschuld und keine gesellschaftliche Bringschuld. Bei Erwachsenen ja. Gilt das auch bei Kindern?
Und noch so viel Bildung führt zu keinem Pfennig mehr BIP, wenn die Wirtschaft degrowth werden muss.
Das Ifo-Institut, der Bundesrechnungshof und die Wirtschaftsweisen. Wenn es die nicht gäbe, wäre alles auch so wie es ist. Bildung ist eine individuelle Holschuld und keine gesellschaftliche Bringschuld.
Der Satz des Herrn >>Direktors Bildung, Dirk Zorn, bei der Bertelsmann Stiftung : „Unser Land würde jedes Jahr Milliarden an potenziellem, zusätzlichem Wohlstand generieren, wenn mehr junge Menschen besser lesen, schreiben und rechnen könnten.“<< ist eine Wunschvorstellung, eine Schimäre, mehr nicht, die alsbald so weiter gehen wird: Wir müssen nur noch mehr junge Menschen importieren, dann werden wir noch viel wohlhabender! Die Genannten müssten zuvörderst bildungswillig und -fähig sein, und es muß auch eine Wirtschaft geben, die sie als Arbeitnehmer aufnimmt. Luftschlösser bauen erzeugt leider keinen Mehrwert. Der Satz mit den Koranschulen ist schon gefallen, die den Genannten genügend Bildung für ihr angestrebtes Leben vermitteln. Man betrachte Herrn Erdogan, der ist ein solches Produkt, und hat es doch zu was gebracht, stimmt’s Hassan, Achmed, und Mehmet? Warum sich anstrengen, 3 Jahre Ausbildung und womöglich noch die Hände schmutzig machen? Man wird Geschäftsmann, und dann her mit Porsche oder AMG-Benz! Und das Rechenexempel des Herrn Zorn ist ungefähr so sinnvoll wie das: 2 Klempner arbeiten 3 Tage, um in meinem Bad neue Sanitärobjekte einzubauen. Nehmen wir stattdessen zweihundert Klempner, in wie vielen Stunden ist die Arbeit erledigt? Stimmt, superschnell, aber mein Bad hat nur 5 Quadratmeter…..
Gymnasium, Berlin – ein Lehrer ist begeisterter Aktivist bei Fridays for Future. Wer bei den Klassenarbeiten nicht entsprechend seiner politischen Gesinnung argumentiert, bekommt Probleme mit den Noten…
Ähnliche Beispiele hab ich auch schon von Bekannten in Berlin und Brandenburg gehört
Eine Bildungsoffensive kann nur dazu führen, dass noch mehr Menschen den Unsinn mit der Klimaerwärmung und dem CO2 als Hauptschuldigen begreifen. Man stelle sich einen Schüler vor, der zum ersten Mal im Unterricht etwas über die Fotosynthese erfährt und die Grundrechenarten beherrscht. Dann erfährt er, dass der Saurerstoffgehalt in der Atmosphäre von jetzt 21 % einst aus CO2 entstand. Dann muss er den Lehrer fragen, wieso denn wenige ppm CO2 das Klima katastrophal erhitzen sollen, wenn das zig Prozent nicht taten, denn die Sauerstoff produzierenden Lebewesen gedeihen am besten bei subtropische Temperaturen. Jetzt kommt der Lehrer ins Schwimmen und stottert vielleicht noch von Methan als primärem Kohlenstofflieferant. Methan, das noch schlimmere Klimagas? Was soll der Schüler jetzt denken? Kurz gesagt: Mehr Bildung geht nicht, dann sind die CO2-Lügner enttarnt. Die sind aber dieselben Lügner, die die Migrations-, Gender-, Ukraine- und Coronalügen verbreiten. Fragen Eltern überhaupt mal die Lehrer ihrer Kinder, ob da Unsinn in der Schule gelehrt wird?