Henryk M. Broder / 29.03.2018 / 14:47 / Foto: Tim Maxeiner / 61 / Seite ausdrucken

Erklärung 2018: Deutschland dreht durch

Ich zögerte eine Weile, bevor ich die "Gemeinsame Erklärung 2018" unterschrieb. Sie schien mir zu allgemein, zu freundlich, zu unverbindlich. Ich dachte, die Diskussion wäre schon weiter. Da gab es immerhin ein Gutachten des wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages, in dem die Frage nach der Rechtsgrundlage der Grenzöffnung vom September 2015 unbeantwortet blieb; zuvor schon hatte Horst Seehofer bundesweit für Aufregung gesorgt, als er in einem Interview mit der Passauer Neuen Presse von einer "Herrschaft des Unrechts" sprach, wobei er sich auf ein Gutachten des Verfassungsrechtlers Udo Di Fabio bezog, der die Ansicht vertrat, die Bundesregierung wäre verpflichtet gewesen, die deutsche Grenze zu schützen: "Eine völkerrechtliche Verpflichtung zur unbegrenzten Aufnahme von Opfern eines Bürgerkriegs oder bei Staatenzerfall besteht nicht", der Bund sei vielmehr "verpflichtet, wirksame Kontrollen der Bundesgrenzen wieder einzuführen, wenn das gemeinsame europäische Grenzsicherungs- und Einwanderungssystem vorübergehend oder dauerhaft gestört ist". Jedem, der sich für die rechtliche Problematik interessierte, war auch ein Beschluss des OLG Koblenz vom Februar 2017 bekannt, in dem mit aller Klarheit festgestellt wurde, "die illegale Einreise ins Bundesgebiet" werde "momentan de facto nicht mehr strafrechtlich verfolgt“, in diesem Bereich sei „die rechtsstaatliche Ordnung in der Bundesrepublik... seit rund eineinhalb Jahren außer Kraft gesetzt“.

Vor diesem Hintergrund war und ist die "Gemeinsame Erklärung 2018" von einer geradezu rührenden Harmlosigkeit. Wie der erste Satz im Art. 1 des GG oder die Goldene Regel "Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu." Okay, dachte ich, das Gelbe vom Ei ist es nicht, auch keine Anleitung zur Auflösung des Gordischen Knotens, aber vielleicht doch der kleinste gemeinsame Nenner, auf den sich ein paar Leute verständigen können, die sich Sorgen wegen der Erosion rechtsstaatlicher Regeln machen. Und setzte meinen Namen drunter.

Ich hätte mit allem Möglichen gerechnet, nur nicht mit dem Sturm der Entrüstung, der daraufhin losbrach. Als hätten ein paar Irre den Wiederaufbau der innerdeutschen Mauer oder die Einführung der Scharia in Bayern gefordert. Angefangen von einem meiner fleißigen Biografen, der mich auf dem linken Fuß erwischte, bis hin zu dem Flaggschiff der political correctness in der Bundesrepublik, wo man sich darüber wunderte, "Wer die Erklärung 2018 so alles unterschreibt", nämlich "Ministerialräte und Gesichtschirurgen", also genau die Leute, welche DIE ZEIT als Abonnenten und Leser schätzt.

Es war, könnte man in aller Bescheidenheit sagen, ein Sturm in einem Fingerhut. Positiv ausgedrückt war es ein Fest der Meinungsfreiheit, auch wenn sich die Durchsagen so anhörten, als ginge es den Teilnehmern darum, eben diese abzuschaffen. Hier eine unvollständige aber durchaus repräsentative Auswahl der Stimmen:

Die Augsburger Allgemeine meint, die "Erklärung 2018" zeige u.a. auch, dass Deutschlands Gesellschaft "gleich doppelt gespalten" ist.

Telepolis schreibt, die Ostdeutschen hätten "die westliche Demokratie noch nie verstanden" und nennt als Beleg dafür u.a. Monika Maron, die es gewagt hat, "Tellkamp im Deutschlandfunk beiseite" zu springen.

Im NDR staunt "der hochdekorierte Dresdner Autor Ingo Schulze... über die intellektuelle Schlichtheit der Erklärung", während der Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller bekannt gibt, „Migranten zu Sündenböcken zu machen, löse kein Problem“. 

Der Tagesspiegel wundert sich, dass Rüdiger Safranski die Erklärung "nicht unterschrieben, aber dem Spiegel ein Interview" gegeben (hat), in dem er sich gegen eine "Pflicht zur Fremdenfreundlichkeit" ausspricht.

Im Deutschlandfunk plaudert Ulrich Greiner aus dem Nähkästchen der Zeit: "Es ist übrigens auch heute in der Konferenz darüber kontrovers diskutiert worden. Einige Kollegen sagten, warum zeigt ihr denn diese Leute, ihr macht sie ja dadurch nur hoffähig. Und andere sagten, nein, warum sollen wir die Leute nicht zeigen, das ist sozusagen ein privater Kreis von interessanten Zeitgenossen..."

Die jungle world räsoniert über den "deutschen Geist", der derzeit "zur Hochform" aufläuft. Derweil die junge welt sich Gedanken über Matthias Matussek macht.

Die Berliner Zeitung stellt fest, bei "diesem Thema" gehe "ein Riss durch Partnerschaften" und fragt, warum "zum Beispiel Caroline Sommerfeld-Lethen die Erklärung unterschrieben (hat), nicht aber ihr Mann Helmut Lethen oder Krisztina Koenen, nicht aber ihr Mann Gerd Koenen".

Das neue deutschland neidet Thilo Sarrazin seinen Erfolg als Buchautor und fragt: "Warum sitzt der Mann noch nicht im Gulag? Oder warum hat man ihm nicht wenigstens die linke Gesichtshälfte am Kinn festgetackert?"

Dem Freitag fällt auf, dass zwei Köpfe "nicht auf der Liste stehen", was die Riege derer, "die rechts geworden sind", ein wenig unvollständig macht.

Auf SPON "laufen die üblichen Verdächtigen – Sarrazin, Broder, Lengsfeld" durch das Bild, ihnen folgen „AfD-Sympathisanten und andere braune Socken", die "genau (wissen), was sie tun: sie wollen das muslimreine Deutschland".

Die Deutsche Welle stört sich daran, dass auf der Achse "zwischen Islam und Islamismus kaum unterschieden" und "der Klimawandel abgestritten" wird. Die "Erklärung 2018" sei "wahrscheinlich nicht zufällig mit Beginn der Leipziger Buchmesse (erschienen), auf der die Kontroverse um Meinungsfreiheit und der Umgang mit rechten Publizisten prägende Themen waren.

Das neue deutschland warnt vor einem "Schulterschluss auch mit jenen hin, die Anschläge auf Geflüchtete als verzweifelten Aufstand des ‚deutschen Volkes‘ interpretieren". In einem anderen Beitrag heißt es: "Zwar fanden sich bis zum Sonntag unter den Unterstützern der Erklärung keine prominenten AfD-Vertreter, die Liste umfasst allerdings einige bekannte Namen, die in der Vergangenheit direkt oder indirekt Sympathien für die Programmatik der Rechtsaußenpartei zeigten", darunter "Publizisten wie Tellkamp und Broder", die einen "Aufruf gegen offene Grenzen" unterstützen.

Die taz bringt es auf den Punkt. "Mit Nazis reden bringt nichts... Man muss ihnen das Leben schwer machen, wo es nur geht.... Man muss sie deshalb sozial ächten. Bis sie sich nicht mehr trauen, auch nur zum Bäcker zu gehen.“

Der Tagesspiegel spricht von "Migrationsbewegungen im Herbst 2015" und widerlegt ein Gerücht: "Dass Politiker Gesetze gebrochen hätten, um Flüchtlinge ins Land zu holen, ist ein Vorwurf, der von AfD und Pegida rituell wiederholt wird. Wahr macht ihn das nicht."

Auch die Berliner Zeitung dementert "die vermeintliche Tatsachenbehauptung, es fände eine ‚illegale Masseneinwanderung' statt" und fragt: "Wo, bitte, ist das der Fall? Die Zahlen der eingereisten Geflüchteten sprechen eine andere Sprache."

Den gleichen, nein: denselben Artikel finden wir auch in der Mitteldeutschen Zeitung, dessen Verfasser lange um dem kalten Brei herumschleicht ("Man ist gut beraten, sich den knappen Text und auch die Liste der Unterzeichner anzusehen, damit man weiß, woran man ist..."), bevor er endlich zur Sache kommt: "Interessant an der ‚Gemeinsamen Erklärung' ist aber neben der raunenden Unterstellung, nichts als Kriminelle überschwemmten unser Land, auch die Tatsachenbehauptung, es fände eine ‚illegale Masseneinwanderung' statt."

Was es mit der "illegalen Masseneinwanderung" auf sich hat, erklärte Liane Bednarz, "Publizistin und Juristin, Autorin von Büchern über die AfD und die neue Rechte", in einem Interview mit dem Deutschlandfunk Kultur. Das sei "ein Terminus, den man sehr oft hört". Allerdings werde er "nicht begründet". Und sei zudem "umstritten": Denn: "Es gibt auch Menschen, die sagen, dass die Flüchtlingspolitik zumindest in Teilen rechtswidrig sei. Aber es gibt eben keine bindende Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts darüber. Und so lange kann man das auch nicht per se als illegal bezeichnen."

Die Hannoversche Allgemeine Zeitung, die Wolfsburger Allgemeine, die Dresdner Neuesten Nachrichten, die Leipziger Volkszeitung, die Schaumburger Nachrichten, die Oberhessische Presse und etwa zwei Dutzend weitere Zeitungen, die vom RND (Redaktionsnetzwerk Deutschland) beliefert werden, bringen zwei Berichte über die "Erklärung 2018". In dem einen geht es darum, was in der Erklärung nicht drinsteht. "Was bedeutet der Kampfbegriff der ‚illegalen Masseneinwanderung' konkret – die Welle des Jahres 2015 oder jeden Asylsuchenden, der je in unser Land kam, kommt und kommen wird? Was ist gegen die Beschädigung zu tun? Hat man Vorschläge zur Integration, zur Vermeidung von Parallelgesellschaften und Abkapselung? Nichts ist davon zu lesen." In dem anderen auch: "Spannend am knappen Aufruf ist vor allem, was er nicht enthält: keinerlei Distanzierung von rechtsradikalen bis rechtsextremen Gruppen, die in Cottbus, Berlin, Hamburg und anderswo die Demonstrationen nutzen und zum Teil prägen."

Allem vorausgegangen war ein Interview, das Monika Maron dem Deutschlandfunk  gegeben hat. Darin sagt sie unter anderem: "Ich sage, was ich denke. Ich komme zu meinen Überzeugungen oder Meinungen, indem ich mir die Welt angucke oder darüber lese oder eine Meinung gegen die andere abwäge und mich da irgendwie orientiere. Ob das rechts ist, ist mir am Ende vollkommen egal, weil, ich muss es richtig finden."

Noch nie, nie! sind zwei Sätze aus insgesamt 33 Wörtern und 273 Zeichen, einschließlich der Leerzeichen, so aufgeregt und so umfänglich kommentiert worden. Die "Erklärung" muss also einen Nerv getroffen haben, der bereits blank da lag. Wäre es in der "Erklärung" darum gegangen, dass die Erde eine flache Scheibe oder ein in einer Salzlake schwimmendes Toastbrot ist, wäre sie unbeachtet geblieben. Aber: Was trifft, trifft auch zu. 

Hinzu kommt: In keinem anderen Gewerbe ist der Herdentrieb so ausgeprägt wie im Journalismus, der Wunsch nach Konsensualität so sinnstiftend. Ich kenne Kollegen, die nur deswegen Journalisten geworden sind, weil sie gedacht haben, das wäre eine Stufe auf der Karriereleiter, die in die Pressestelle des Bundeskanzleramtes führt. Oder wenigstens in den Frachtraum einer Maschine, mit der der Außenminister nach Kuala Lumpur fliegt. Wer es nicht in die Entourage eines Ministers schafft, freut sich immer noch über zwei Freikarten für ein Helene-Fischer-Konzert. 

Es gibt keine Gleichschaltung von oben. Was es aber gibt, das ist der unbändige Wunsch, mitzumachen und mitzuschwimmen, am liebsten dort, wo der Strom am flachsten ist. Dass man aber auch im Planschbecken ersaufen kann, davon zeugen einige der hier angeführten Stellungnahmen.

Weil ich mich grade auf den Auszug aus Ägypten vorbereite, der heute Abend beginnt, will ich nur kurz zu drei Texten etwas bemerken.

Jakob Augstein zitiert die "Erklärung" im Wortlaut und stellt fest, "diese Leute", gemeint sind die Unterzeichner, "wissen genau, was sie tun: sie wollen das muslimreine Deutschland". Eine Anspielung mit viel Geschichte im Gepäck, die nur zeigt, wie kontaminiert Augsteins Denken ist. Ich wünsche mir ein "muslimreines" Deutschland ebenso, wie ich mir ein islamisiertes Deutschland wünsche. Aber über einen von Augstein befreiten Spiegel ließe ich schon mit mir reden.

Arno Widmann witzelt in der Berliner Zeitung über die "vereinigte politische und schriftstellerische Intelligenz" der Republik, die sich "zu zwei Sätzen des Protestes aufgerafft" habe, die Arno mit 4371 Zeichen in 660 Worten, also im Verhältnis 1 zu 20, widerlegt. Eine mehr als erstaunliche Leistung, die in der Erkenntnis gipfelt: "Die Zuwanderung hat das Deutschland, in dem ich nach dem Krieg aufwuchs, nicht beschädigt – sie half, es zu zerstören. Zu unser aller Glück." – Was würde Alfred Tetzlaff dazu sagen? Der Arno ist nicht grundsätzlich dumm, er hat nur sehr viel Pech beim Nachdenken.

Liane Bednarz, hat sich, laut DLF Kultur, als "Publizistin und Juristin, Autorin von Büchern über die AfD und die neue Rechte" einen Namen gemacht. Wie die mit dem Feuilletonpreis „Goldener Maulwurf“ ausgezeichnete Fachfrau für den "Erwerb eigener Aktien" das geschafft hat, darüber gehen die Meinungen freilich weit auseinander. Die einen sagen so, die anderen so. Wie es auch sein mag, für ein Interview mit DLF Kultur reicht es allemal, siehe weiter oben. Darin "verrät" sie nicht nur, "welche Unterzeichnerinnen nicht mehr auf der Liste stehen", sondern auch, warum von "illegaler Masseneinwanderung" keine Rede sein kann. Der Begriff sei "unter Rechtswissenschaftlern umstritten". Allerdings: "Es gibt auch Menschen, die sagen, dass die Flüchtlingspolitik zumindest in Teilen rechtswidrig sei. Aber es gibt eben keine bindende Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts darüber. Und so lange kann man das auch nicht per se als illegal bezeichnen."

Atemberaubend. Wie ist diese naturtrübe Untertasse durch das Erste und Zweite Staatsexamen gekommen? Indem sie behauptet hat, ein Tatbestand, den das BVG nicht explizit als illegal bezeichnet hat, könne nicht illegal sein? Worauf die Prüfer in ein Koma gefallen sind? So betrachtet wäre auch der Drogenhandel am Görlitzer Park legal, denn das BVG hat ihn noch nicht als "illegal" qualifiziert.

Also gibt es auch keine "illegale Einwanderung". Wenn es aber keine "illegale Einwanderung" gibt, so muss man sich fragen, warum legal Eingewanderte abgeschoben werden? Hat sich auch Anis Amri legal in Deutschland aufgehalten? Waren seine 14 Identitäten nur Ausdruck seiner ganz persönlichen Diversität?

Eines der zwei Bücher, die Liane Bednarz verfasst haben will, heisst: "Deutschland dreht durch. Die Wahrheit über die AfD". 

Im Falle einer Neuauflage müsste der Titel ein wenig angepasst werden. "Deutschland dreht durch. Die Wahrheit über Liane Bednarz, Arno Widmann. Jakob Augstein und die ganze Gang".

Foto: Tim Maxeiner

Sie lesen gern Achgut.com?
Zeigen Sie Ihre Wertschätzung!

via Direktüberweisung
Leserpost

netiquette:

Jochen Lindt / 29.03.2018

100% staatliche Einheitspresse.  Keine Abweichler vom Regierungskurs. Das kann alles weg.

Andreas Ludwig / 29.03.2018

Ich weiss gar nicht mehr was ich dazu noch sagen soll Herr Broder. Ich hab schon weit über 10 Jahre den Eindruck, das es die völlig Durchgedrehten und Bekloppten nach oben gespült hat. Ganz nach dem Motto: Den Nagel haut man nicht mehr mit dem Hammer rein, man benutzt jetzt die Nagelfeile. Gendergerecht.

Wolfgang Richter / 29.03.2018

Es ist schon erstaunlich, wer sich alles ertappt fühlt durch Bekanntgabe von 2 Sätzen in verständlicher deutscher Sprache, die nichts anderes ausdrücken als die Forderung nach Wiederherstellung des Gleichen Rechts für alle, des Rechtsstaates, so wie ihn das Grundgesetz mit der darauf aufbauenden Gesetzgebung für dieses Land allgemein gültig regelt.

Günter Springer / 29.03.2018

Es ist für mich und sicher für viele,viele Mitbürger doch arg schlimm, festzustellen wie die Luft in Deutschland schon vergiftet ist. Das läßt für den Normalbürger nichts Gutes für die Zukunft erhoffen, nur die Großverdiener profitieren auch davon noch. Warum ist es nicht möglich, den ganzen Widersinn in unserem Land, der in diesem Artikel von Henryk M. Broder so drastisch aufgezeigt wird und der doch, wie in vielen Publikationen nachgewiesen wurde, gegen unsere Gesetze verstossen hat und wird,auf den Richtertisch zur Entscheidung zu legen. Leben wir noch in einem Rechtstsaat oder sind wir schon soweit, daß jeder auf Grund seiner Wassersuppe, machen kann was er will? So z.B. abstechen, krankenhaus reif verprügeln. bestellen und vieles mehr. Wozu werden in Deutschland noch Eide geschworen : “Dem Land zu dienen und die Bürger vor Schaden zu bewahren”? Meine Hochachtung und Dank an Sie Herr Henryk M. Broder

Jürgen Schnerr / 29.03.2018

Werter Herr Broder, auch ich möchte es manchmal schneller und direkter haben, weil die Zeit vergeht und der Schaden damit immer größer wird. Doch gut Ding will Weile haben; das habe ich erst gerade anderweitig vor Ort erlebt. Genau die schlichten und an sich harmlosen 33 Worte machen es am Ende. Da steht nämlich nichts drin, woran sich die Meute abarbeiten kann, außer dem Fakt an sich . Kein Naziinhalt und auch kein Nazisprech. All das müssen diese Narren in den Medien jetzt selber hineininterpretieren, was dann zu den abenteuerlichsten Volten in deren Texten führt, wo sich ein normaler Mensch nur kaputtlachen kann. Man kann nur hoffen, das in 5 oder 10 Jahren diese 33 Worte und die Kommentare der Medien dazu als Paradebeispiel in den Germanistik- und Journalistikseminaren unseres Landes dient, wie man es auf keinen Fall machen sollte. Vielleicht haben wegen der 33 Worte auch viele unterschrieben, die sonst abseits geblieben wären. Und das ist dann das nächste Problem. Bei so vielen Namen und Karrieren fällt es schwerer alle einfach als Nazis abzuqualifizieren. Normale Menschen lachen sich da ja ebenfalls kaputt. Insofern ein großer Wurf, der des Nobelpreises für Literatur würdig wäre. Und Sie haben mit Ihrem Beitrag den ganzen hanebüchenen Unsinn wieder einmal wunderbar allen Achselesern zur Kenntnis gegeben. Danke!

Brigitte Mittelsdorf / 29.03.2018

Danke, Herr Broder, für das Zusammenklauben dieser journalistischen Perlen. Wie immer, wenn die Presse sich in übler und unterstellender Form artikuliert, sitzt der Schreck bei den Schreibern tief.  Bisher war es einfach - man hatte fix die „Abgehängten“ erfunden oder etwas milder den „besorgten Bürger“.  Bin neugierig, welche Kategorie nun für die Unterzeichner der „ Erklärung“ gefunden wird.

Julian Schneider / 29.03.2018

Zitat taz: „Mit Nazis reden bringt nichts… Man muss ihnen das Leben schwer machen, wo es nur geht…. Man muss sie deshalb sozial ächten. Bis sie sich nicht mehr trauen, auch nur zum Bäcker zu gehen.“  Wer so schreibt, für den sind im Gedankengut Lager nicht mehr weit.

Thomas Gruber / 29.03.2018

Die Überschrift ist falsch. Nicht “Deutschland” dreht durch, sondern allenfalls ein großer Teil der deutschen Medienlandschaft - um nicht zu sagen, der “deutschen Journaille”.

H. Scheel / 29.03.2018

Vielen Dank, Herr Broder: Wer Zweifel am Ernst der Lage in Deutschland hat, muss nur das hyperventilierende politische und journalistische Establishment beobachten. Wie groß muss die argumentative Not sein, wenn man all diese Peinlichkeiten betrachtet: Wie diese Alchemisten verkünden, aus Flüchtlingen und Wirtschaftsmigranten mit niedrigster Qualifikation eine goldene Zukunft für Deutschland zu schaffen. Wie diese Gutmenschen in fremden Ländern Meinungsfreiheit, Versammlungsfreiheit und Gleichbehandlung politischer Parteien einfordern und hierzulande mit Beschimpfungen, Boykottaufrufen, Unterstützung von Gewalttätern (Antifa) u.ä. nichts unversucht lassen, um den politischen Gegner an der Wahrnehmung genau dieser Freiheitsrechte zu hindern. Solche Peinlichkeiten leistet sich nur ein Establishment, dem nichts mehr peinlich ist. Unsere politische, mediale und akademische Elite spielt “all in”. Auf dem Spiel stehen nicht nur Eur 1 Bio. Targetsalden, hunderte von Milliarden weiterer Verbindlichkeiten in Rettungsschirmen für Euro und Banken und damit verbunden die soziale Stabilität. Die Pseudo-Demokraten, die nichts mehr scheuen als das Volk - weshalb sie auch Volkes Stimme als “Populismus” schmähen - zerstören durch die unkontrollierte Migration auch die gesellschaftliche und kulturelle Stabilität Deutschlands und damit den Stützpfleiler, der Deutschland in all den Katastrophen des 20. Jahrhunderts Halt gab. Das Establishment spielt “all in” und hat nicht einmal den Ansatz eines Plans, wie es dieses Spiel gewinnen will.

dieter kief / 29.03.2018

“Der Arno ist nicht grundsätzlich dumm, er hat nur sehr viel Pech beim Nachdenken.” Ich stimme zu - der Perlentaucher und Berliner-Zeitung und FR und ex-ZEIT-Mann “Arno” hat sehr viel Pech beim Nachdenken - und das, wie ich aus näherer Kenntnis heraus noch ergänze, leider ziemlich oft. Seltsam - ein einzigartiger Befürworter des freien, unregulierten, Zuzugs, dieser Arno Widmann, und soviel Pech, ausgerechnet beim Nachdenken. Hm, Hm. - Die Welt ist ungerecht (aber lustig, Herr Broder! Und das finde ich einen immerhin ziemlich fairen Ausgleich!)

Weitere anzeigen Leserbrief schreiben:

Leserbrief schreiben

Leserbriefe können nur am Erscheinungstag des Artikel eingereicht werden. Die Zahl der veröffentlichten Leserzuschriften ist auf 50 pro Artikel begrenzt. An Wochenenden kann es zu Verzögerungen beim Erscheinen von Leserbriefen kommen. Wir bitten um Ihr Verständnis.

Verwandte Themen
Henryk M. Broder / 14.09.2021 / 06:13 / 159

Juden gegen die AfD

Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat zusammen mit 60 weiteren jüdischen Massenorganisationen dazu aufgerufen, bei der anstehenden Bundestagswahl die AfD zu boykottieren. Die Partei…/ mehr

Henryk M. Broder / 11.09.2021 / 06:00 / 93

9/11 – 20 Jahre später

Ein Rückblick aus gegebenem Anlass. Vor 20 Jahren war es ein bekannter Moraltheologe, der Terror als "Ersatzsprache der Gewalt" verharmloste, heute ist von den "neuen…/ mehr

Henryk M. Broder / 06.09.2021 / 12:00 / 46

Merkel, Israel und die Juden

Während ihrer 16 Jahre währenden Regentschaft als Kanzlerin hat Angela Merkel Dutzende von Ehrendoktorhüten, Orden und Medaillen verliehen bekommen, darunter auffallend viele von jüdischen bzw.…/ mehr

Henryk M. Broder / 05.09.2021 / 10:00 / 28

Der Humor, so finster wie die Nacht schwarz…

... schreibt TV Spielfilm über Kill Me Today, Tomorrow I'm Sick, der heute um 23.35 im ARD-Programm gezeigt wird. Da ich bei den Dreharbeiten zeitweise dabei…/ mehr

Henryk M. Broder / 03.09.2021 / 09:51 / 7

Kill me today, tomorrow I’m sick!

Es ist ja nicht alles schlecht bei den Öffentlich-Rechtlichen. Am Sonnntag gibt es sogar etwas ausgesprochen Gutes im Abendprogramm der ARD, den vielfach preisgekrönten Spielfilm…/ mehr

Henryk M. Broder / 31.08.2021 / 12:00 / 126

Tom Buhrow, Gabi Ludwig und Frau Kellermann privat

Der WDR, die größte Anstalt innerhalb der ARD, ist ein Bollwerk des Pluralismus, der Toleranz und des Frohsinns. Nebenbei auch des real existierenden Antifaschismus. Vorneweg…/ mehr

Henryk M. Broder / 31.08.2021 / 10:45 / 67

Bedeutende Denkerinnen und Denker des 21. Jahrhunderts: J.A.

Der Außenminister des Zwergstaates Luxemburg, Jean Asselborn, in einem Interview mit der WELT: Jean Asselborn: Ich erwarte keine Wunder. Ich wäre schon zufrieden, beim Verlassen der Sitzung…/ mehr

Henryk M. Broder / 24.08.2021 / 09:00 / 35

Bedeutende Denkerinnen und Denker des 21. Jahrhunderts: J.S.

"Wir impfen Deutschland zurück in die Freiheit." Gesundheitsminister Jens Spahn in den "Tagesthemen" am 23.8.21 - Siehe auch: „Wir impfen Deutschland zurück in die Freiheit.“ / mehr

Unsere Liste der Guten

Ob als Klimaleugner, Klugscheißer oder Betonköpfe tituliert, die Autoren der Achse des Guten lassen sich nicht darin beirren, mit unabhängigem Denken dem Mainstream der Angepassten etwas entgegenzusetzen. Wer macht mit? Hier
Autoren

Unerhört!

Warum senken so viele Menschen die Stimme, wenn sie ihre Meinung sagen? Wo darf in unserer bunten Republik noch bunt gedacht werden? Hier
Achgut.com