Marcus Ermler / 21.02.2019 / 06:11 / Foto: Bildarchiv Pieterman / 56 / Seite ausdrucken

Erinnerungskultur als deutscher Fetisch

Der World Jewish Congress rief in diesem Jahr – in Deutschland dabei begleitet von der BILD – zum dritten Mal nach 2017 und 2018 zur weltweiten Internet-Kampage #WeRemember auf, mit der eine Bewegung initiiert werden soll, die die Welt über den Holocaust und die Gefahren von Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit unterrichten will. Denn, so der WJC weiter: „Zusammen müssen wir an die Vergangenheit erinnern, um unsere Zukunft zu schützen.“

Das Wirtschaftsmagazin Forbes berichtet, dass diese virale Internet-Aktion, die 2018 über 650 Millionen Menschen in 155 Ländern erreichte, heute unter anderem von der NATO, der UNESCO, Schulen in der ganzen Welt, muslimischen Organisationen sowie Zeitungen begleitet wurde. Ein Koordinator der WJC wird wie folgt zitiert: 

Wir versuchen so viele Menschen wie möglich zu erreichen, ohne zwischen Ländern zu unterscheiden. Wir hatten Teilnahmen aus Usbekistan, der Mongolei oder Grönland – aus Ländern, bei denen man keine Verbindung erwarten würde.“

In Deutschland haben sich viele Spitzenpolitiker, Kirchenobere und Prominente mit einem #WeRemember-Zettel ablichten lassen. Die BILD liefert hier eine Bilderschau für 2018, unter anderem mit Sigmar Gabriel, Cem Özdemir, Heinrich Bedford-Strohm, Horst Seehofer, Hugo Egon Balder und Spielern des VfL Wolfsburg. Der Blogger Hadmut Danisch gibt uns hier einen Überblick über prominente Unterstützer im Jahr 2019.

Die Deutschen wollen es allen zeigen

Man könnte die Teilnahme deutscher Politiker an dieser Kampagne als realpolitische Manifestation eines der Gründungsmythen der Bundesrepublik interpretieren, die ich auch in meinem Artikel Der Sirenengesang der deutschen Volksgemeinschaft reflektiert habe. So sprach nämlich das Bundesverfassungsgericht im Lüth-Urteil von 1958 (nachzulesen hier) als unmittelbare Folge des industriellen Massenmords an den Juden und somit zentrale Aufgabe für die deutsche Nachkriegsgesellschaft – und zeitlich gesehen darüber hinaus – von Folgendem:

Dem deutschen Ansehen hat nichts so geschadet wie die grausame Verfolgung der Juden durch den Nationalsozialismus. Es besteht also ein entscheidendes Interesse daran, daß die Welt gewiß sein kann, das deutsche Volk habe sich von dieser Geisteshaltung abgewandt und verurteile sie nicht nur aus politischen Opportunitätsgründen, sondern aus der durch die eigene innere Umkehr gewonnenen Einsicht in die Verwerflichkeit.“

Der Welt muss also deutlich gemacht werden, dass das „Nie wieder Auschwitz“ keine hohle Phrase einer den Nazismus nie aufarbeitenden deutschen Gesellschaft sei, sondern vielmehr die Einsicht der eigenen inneren Umkehr von dieser Geisteshaltung der Weltöffentlichkeit allgemein gewahr werde. Dieser Kampf gegen Nazismus und seinen wesentlichen Wesenskern des staatlich sanktionierten Holocaust, der die BRD als Gegenstück zum Hitler-Regime implementieren sollte, formulierte wiederum das Bundesverfassungsgericht in seiner Wunsiedel-Entscheidung von 2009 (zu finden hier):

Das menschenverachtende Regime dieser Zeit, das über Europa und die Welt in unermesslichem Ausmaß Leid, Tod und Unterdrückung gebracht hat, hat für die verfassungsrechtliche Ordnung der Bundesrepublik Deutschland eine gegenbildlich identitätsprägende Bedeutung […] Das bewusste Absetzen von der Unrechtsherrschaft des Nationalsozialismus war historisch zentrales Anliegen […] und bildet ein inneres Gerüst der grundgesetzlichen Ordnung […] Das Grundgesetz kann weiterhin geradezu als Gegenentwurf zu dem Totalitarismus des nationalsozialistischen Regimes gedeutet werden […] [um] eine Wiederholung solchen Unrechts ein für alle Mal auszuschließen.“

Die bestialische Unkultur des Nationalsozialismus, die sich in ihrer massenmörderischen Intention im Holocaust artikuliert, wird nicht nur in der Rückschau von den politischen Analysten der Nachkriegszeit beschrieben und vom Bundesverfassungsgericht als Kontrapunkt zur BRD festgesetzt, sondern fand bereits Eingang in polit-ideologische Reflexionen direkt nach Machtergreifung des Hitler-Faschismus. Die Auswüchse dieses „menschenverachtenden Regimes“, dessen „Unrechtsherrschaft“ in der „grausamen Verfolgung der Juden“ gipfelte, fielen nicht einfach vom Himmel. 

Antisemitismus ist vor allem kleinbürgerlich

Bereits im Juni 1933, also nur ein halbes Jahr nach Hitlers Machtergreifung, dokumentierte Leo Trotzki in seinem „Portrait des Nationalsozialismus“ den zutiefst (klein-)bürgerlichen und ökonomischen Hintergrund des deutschen Antisemitismus. Er beschrieb, dass das Rassenprinzip der deutschen Faschisten, an dem „sich das Kleinbürgertum [besäuft wie] am Märchen von den besonderen Vorzügen seiner Rasse“ als Implikation „in der Wirtschaft auf ohnmächtige Ausbrüche des Antisemitismus hinaus[läuft]“. 

Die „Zweckmäßigkeit [des Antisemitismus] für die Herrschaft“ liegt, um es mit Horkheimers und Adornos Dialektik der Aufklärung zu sagen, begründet in seiner Verwendung als „Ablenkung, billiges Korruptionsmittel, [und] terroristisches Exempel“, indem „dem Juden“ als „Sündenbock […] das ökonomische Unrecht der ganzen Klasse aufgebürdet wird“. Demnach hat der „bürgerliche Antisemitismus […] einen spezifischen ökonomischen Grund: die Verkleidung der Herrschaft in Produktion.“ 

Den rassischen Wahn des Hitler-Regimes als Gegenbild zum oben beschriebenen Gründungsmythos der BRD drückt Trotzki als einen „zoologischen Materialismus“ aus, der dem nationalistischen Besäufnis einen biologistischen und pseudowissenschaftlichen Anstrich deutscher Rassenkunde verpasste:

Die Nation Hitlers ist ein mythologischer Schatten des Kleinbürgertums selbst, sein pathetischer Wahn vom tausendjährigen Reich auf Erden. Um die Nation über die Geschichte zu erheben, gab man ihr als Stütze die Rasse. Den geschichtlichen Ablauf betrachtet man als Emanation der Rasse. Die Eigenschaften der Rasse werden ohne Bezug auf die veränderlichen gesellschaftlichen Bedingungen konstruiert. Das niedrige ‚ökonomische Denken‘ ablehnend, steigt der Nationalsozialismus ein Stockwerk tiefer, gegen den wirtschaftlichen Materialismus beruft er sich auf den zoologischen […] Wie herabgekommener Adel Trost findet in der alten Abkunft seines Bluts, so besäuft sich das Kleinbürgertum am Märchen von den besonderen Vorzügen seiner Rasse.“

Wie in der marxistischen Lesart der Welt üblich, projiziert Trotzki alle gesellschaftlichen wie politischen Entwicklungen auf eine rein ökonomische Ausprägung, kulturelle wie religiöse Überlieferungen werden aus dieser Analytik ausgespart. So erwächst in Trotzkis Deutung eben aus dieser wirtschaftlichen Interpretation auch der spezifische Charakter des ökonomischen Nationalsozialismus:

Die Persönlichkeit und die Klasse – der Liberalismus und der Marxismus – sind das Böse. Die Nation ist das Gute. Doch an der Schwelle des Eigentums verkehrt sich diese Philosophie ins Gegenteil. Nur im persönlichen Eigentum liegt das Heil […] Im Reich des Geistes wird Rasseneinheit durch den Paß bescheinigt, im Reich der Wirtschaft aber muß sie sich durch Geschäftstüchtigkeit ausweisen“

Erinnerungskultur als Gegenbewegung?

Aus diesen Bedingungen der „Konkurrenzfähigkeit […] kehrt der Rassismus durch die Hintertür zum ökonomischen Liberalismus – ohne politische Freiheiten – zurück“, in dem – in Stephan Grigats Akzentuierung – diese „spezifische Form kapitalistischer Vergesellschaftung“ einer typisch deutschen „polit-ökonomischen Konstellation“ vom staatlich sanktionierten Antisemitismus direkt in die Shoa führte. Oder in Trotzkis Worten:

Praktisch beschränkt sich der Nationalismus in der Wirtschaft auf – trotz aller Brutalität – ohnmächtige Ausbrüche von Antisemitismus. Vom heutigen Wirtschaftssystem sondern die Nazis das raffende oder Bankkapital als den bösen Geist ab; gerade in dieser Sphäre nimmt ja die jüdische Bourgeoisie einen bedeutenden Platz ein. Während er sich vor dem kapitalistischen System verbeugt, bekriegt der Kleinbürger den bösen Geist des Profits in Gestalt des polnischen Juden im langschößigen Kaftan, der oft keinen Groschen in der Tasche hat. Der Pogrom wird zum Beweis rassischer Überlegenheit.“

Angesichts dieser zeitgenössischen Darstellung Trotzkis, die bereits vor Beginn des Holocaust den nazistischen „Pogrom […] zum Beweis rassischer Überlegenheit“ als Offenbarung von Hitlers „pathetische(m) Wahn vom tausendjährigen Reich auf Erden“ postuliert, ist es da nicht naheliegend, dass wir heute als verspätete Erkenntnis der Rezeption Trotzkis und umso mehr als Lehre aus Auschwitz der Nation Hitlers als „mythologischem Schatten des Kleinbürgertums“ eine deutsche Erinnerungskultur entgegensetzen? 

Eine deutsche Erinnerungskultur also, die eine adäquate bürgerliche Antwort auf den Holocaust ist? Demnach eine Reaktion auf die völkermörderische Ignoranz des deutschen Bürgertums der Weimarer Republik und des tausendjährigen Reichs, deren heutige Repräsentanz die deutsche bürgerliche Mehrheitsgesellschaft ist? Eine Erinnerungskultur also, die wiederholt und jedes Jahr aufs Neue ein bundesweites #WeRemember dem kleinbürgerlichen Vergessen, dem nationalistischen Begehren und einer protofaschistischen Wiedererweckung entgegenstellt? Und das deutsche Bürgertum so den oben beschriebenen Gründungsmythos der BRD von der Theorie zu dessen antifaschistischer Praxis erhebt?

Zwei Seiten desselben Wahns

Zur Beantwortung dieser Fragen drängt sich ein Blick in Horkheimers und Adornos „Elemente des Antisemitismus“ geradezu auf. Man könnte die Ritualisierung deutscher Erinnerungskultur als Kontrapunkt zum Antisemitismus als Ritual bürgerlicher Zivilisation betrachten. Einer Dialektik deutscher Erinnerungskultur mit „den Juden“ als zentralem Gestirn, um die Antisemiten wie Philosemiten fortwährend kreisen.

Nach Horkheimer und Adorno sieht der Faschismus „die Juden“ nicht als bloße gesellschaftliche Minderheit, sondern vielmehr als „Gegenrasse, das negative Prinzip als solches; von ihrer Ausrottung soll das Glück der Welt abhängen.“ So geistert in dieser faschistischen Weltdeutung in einer Phraseologie „um Reinheit von Rasse und Nation“ als Gegenbild dieses „Glücks der Welt“ nunmehr „das Hirngespinst von der Verschwörung lüsterner jüdischer Bankiers [herum], die den Bolschewismus finanzieren.“ 

So sind die „Juden“ als „Kolonisatoren des Fortschritts“ und als Träger „kapitalistischer Existenzformen“ berechtigte Rezipienten des Hasses; des Hasses derer, die „unter jenen [den Juden, Anm. des Autors] zu leiden hatten“. Horkheimer und Adorno schreiben Trotzkis Festlegung des „Pogroms zum Beweis rassischer Überlegenheit“ des Kleinbürgertums zu einem „Ritual“ einer aufgeklärten bürgerlichen Zivilisation fort:

Der Antisemitismus ist ein eingeschliffenes Schema, ja ein Ritual der Zivilisation, und die Pogrome sind die wahren Ritualmorde […] Im läppischen Zeitvertreib des Totschlags wird das sture Leben bestätigt, in das man sich schickt […] Es [ist] in der Tat eine Art dynamischer Idealismus, der die organisierten Raubmörder beseelt. Sie ziehen aus, um zu plündern, und machen eine großartige Ideologie dazu, faseln von der Rettung der Familie, des Vaterlandes, der Menschheit.“

Die Juden und ihr Gegengott

Der quasi-religiöse Charakter dieser Ritualisierung des Antisemitismus hat auch weitere faschistische Ausdrucksformen, deren Ziel die kleinbürgerliche Nachahmung beziehungsweise Imitation religiöser Praktiken ist:

Der Sinn des faschistischen Formelwesens, der ritualen Disziplin, der Uniformen und der gesamten vorgeblich irrationalen Apparatur ist es, mimetisches Verhalten zu ermöglichen. Die ausgeklügelten Symbole […], die Totenköpfe und Vermummungen, der barbarische Trommelschlag, das monotone Wiederholen von Worten und Gesten sind ebensoviel organisierte Nachahmung magischer Praktiken […] Der Führer mit dem Schmierengesicht und dem Charisma der andrehbaren Hysterie führt den Reigen.“

Die Juden nehmen in diesem religiösen Reigen der Nazis eine zentrale Position ein, als Anhänger eines Gegengottes, in der Funktion eines Gegenfetisch, dem man nicht Opfer darbringt, sondern der dem Kleinbürger versichert, Anhänger der wahren Religion zu sein, wohingegen „der Jude“ in dieser Erzählung mehr dem Gläubigen des alttestamentarischen philistischen Gottes Baal gleicht, der blutrünstig nach Menschenopfern gierte:

Dieser Mechanismus bedarf der Juden. Ihre künstlich gesteigerte Sichtbarkeit wirkt auf den legitimen Sohn der gentilen Zivilisation gleichsam als magnetisches Feld. Indem der Verwurzelte an seiner Differenz vom Juden die Gleichheit, das Menschliche gewahrt, wird in ihm das Gefühl des Gegensatzes, der Fremdheit induziert […] Den Juden insgesamt wird der Vorwurf der verbotenen Magie, den blutigen Rituals gemacht […] Die völkischen Phantasien jüdischer Verbrechen, der Kindermorde und sadistischen Exzesse, der Volksvergiftung und internationalen Verschwörung definieren genau den antisemitischen Wunschtraum […] das bloße Wort Jude als die blutige Grimasse, deren Abbild die Hakenkreuzfahne […] entrollt.“

Wahn bleibt Wahn

Im meinem Artikel „Der Flüchtling als Fetisch der Linken“ habe ich bereits den deutschen Politikwissenschaftler Hans Maier zitiert, der in seiner wissenschaftlichen Publikation „‚Totalitarismus‘ und ‚Politische Religionen‘: Konzepte des Diktaturvergleichs“ für totalitäre Bewegungen wie den Faschismus konstatiert, dass sie sich „nicht an der Realität, sondern an einer selbsterfundenen Scheinordnung“ orientieren, dabei werden „aus der erfahrbaren Welt […] geeignete Elemente für eine Fiktion herausgenommen und so verwendet, daß sie fortan von aller überprüfbaren Erfahrung getrennt bleiben.“ 

Der „Totalitarismus liebt das Ritual“, ist „dezidiert esoterisch“, verkündet eine „Verheißung des Heils“ und offenbart „die Gestalt des Heilsbringers“. Im Fall des Nationalsozialismus sind dies die Formeln des „heiligen Blutes“, der „Reinheit der Rasse“ oder das „Heil Hitler!“. Das Resultat ist so aber „nicht Herrschaft über das Sein, sondern eine Phantasiebefriedigung“. Horkheimer und Adorno geben dieser pseudoreligiösen „selbsterfundenen Scheinordnung“ beziehungsweise „Phantasiebefriedigung“ noch eine erweiterte Deutung, indem sie Glaubenssysteme psychoanalytisch klassifizieren:

Die Glaubenssysteme halten etwas von jener Kollektivität fest, welche die Individuen vor der Erkrankung bewahrt. Diese wird sozialisiert: im Rausch vereinter Ekstase, ja als Gemeinde überhaupt, wird Blindheit zur Beziehung und der paranoische Mechanismus beherrschbar gemacht, ohne die Möglichkeit des Schreckens zu verlieren […] Die paranoiden Bewußtseinsformen streben zur Bildung von Bünden […] Die Mitglieder haben Angst davor, ihren Wahnsinn alleine zu glauben. Projizierend sehen sie überall Verschwörung und Proselytenmacherei […] Der horror vacui, mit dem sie sich ihren Bünden verschreiben, schweißt sie zusammen und verleiht ihnen die fast unwiderstehliche Gewalt.“

Bezogen auf das „Glaubenssystem“ des Faschismus konstatieren sie dann ein psychotisches „Wahnsystem“, welches Mord legitimiert und Widerstand dagegen pathologisiert:

Im Faschismus wird […] das Wahnsystem zur vernünftigen Norm in der Welt, die Abweichung zur Neurose gemacht […] Stets hat der blind Mordlustige im Opfer den Verfolger gesehen, von dem er verzweifelt sich zur Notwehr treiben ließ […] In der totalitären Phase der Herrschaft ruft diese die provinzielle Scharlatane der Politik und mit ihnen das Wahnsystem als ultima ratio zurück und zwingt es der durch die große und die Kulturindustrie ohnehin schon mürbe gemachten Mehrheiten der Verwalteten auf.“

Gegenritual des Faschismus

Wenn man sich die rechtliche wie exekutive Formalisierung des Antisemitismus durch die Nationalsozialisten vergegenwärtigt, die ein Ritual bürgerlicher Zivilisation in einen Kult industriellen Massenmords transformiert, indem das Hitler-Regime in einem paranoiden Wahnsystem alles Jüdische als „blutiges Ritual“ einer Antireligion einer Gegenrasse qualifizierte und die so aufkommende Mordlust in einem zur Norm erhobenen Wahnsystem legitimierte, stellt sich die Frage und mehr noch der implizite Auftrag, wie die heutige bürgerliche deutsche Mehrheitsgesellschaft, die sich vordringlich philosemitisch sozialisiert definiert, hierauf angemessen reagieren soll.

Muss es nicht ihre Aufgabe sein, diesem menschenverachtenden Kult des wahrhaft Bösen einen menschenwürdigen Gegenritus der guten Deutschen entgegenzustellen? Mit Ritualen, die der Welt draußen kundtun, dass „das deutsche Volk […] sich von dieser Geisteshaltung abgewandt [habe] und […] sie nicht nur aus politischen Opportunitätsgründen [verurteile], sondern aus der durch die eigene innere Umkehr gewonnenen Einsicht in die Verwerflichkeit“? Um sich so eindringlich und öffentlichkeitswirksam von der „Unrechtsherrschaft des Nationalsozialismus“ bewusst abzusetzen und folglich – dem Geiste des Grundgesetzes Folge leistend – einen „Gegenentwurf zu dem Totalitarismus des nationalsozialistischen Regimes“ sichtbar wie kontinuierlich zu implementieren?

Und hätte man so nicht als Ergebnis zwei Formen von Riten, die der historischen Tradition deutschen Antisemitismus zweierlei Antwort zukommen lassen würden? Erstens: Ein zum nazistischen Wahnsystem fortgeschriebenes Ritual des bürgerlichen Antisemitismus. Und zweitens: Eine ritualisierte Erinnerungskultur, die den guten Deutschen gleichermaßen wie der Weltöffentlichkeit die offensichtliche innere Abkehr vom Ungeist des Nationalsozialismus offenbar macht? Ein #WeRemember, ein Holocaust-Denkmal oder KZ-Gedenkstätten als realer Ausdruck des Rituals der guten Deutschen, deren unabänderlich scheinender Judenhass im Nazismus doch seinen kultischen Kulminationspunkt fand und die nunmehr einen philosemitischen Gegenritus beschwören?

Die Juden als deutscher Fetisch

Erscheint es angesichts dieser Ritualisierung eines staatlich gelenkten Antifaschismus mit explizit philosemitischer Prägung nicht geradezu als Hohn, mehr noch als Kontrapunkt zum #WeRemember der guten Deutschen, wenn Henryk M. Broder in einem fünf Jahre alten Artikel bei der WELT davon spricht, dass „Auschwitz […] heute ein Disneyland des Todes“ sei? Und negiert er nicht mehr noch das Alleinstellungsmerkmal, die Singularität des Holocaust, wenn er davon spricht, dass „der Holocaust […] auf seine Weise so singulär [ist] wie jeder andere Völkermord auch“?

Und verhöhnt ein Chaim Noll in seinem Artikel „Durfte Broder sich umarmen lassen?“, der Broders Rede vor der AfD-Fraktion im Bundestag reflektiert, nicht die jüdischen Opfer des Holocaust und macht sich zum Steigbügelhalter des ritualisierten bürgerlichen Antisemitismus, wenn er in Bezug auf die deutsche Politik von Folgendem spricht:

„‚Nie wieder!‘, rufen sie, sitzen mit betroffenen Mienen in Feierstunden, haben ein Showbusiness von Gedenkstätten und Jüdischen Museen geschaffen, von Mahnmalen und früheren Folterkammern, an denen Foto-Ops gegeben werden.“

Um diese Fragen zu beantworten, muss man sich der heutigen Deutung des realexistierenden Faschismus und des Antisemitismus als ihm Sinn verleihendem Wesenselement widmen. In Kreisen der etablierten Parteien um CDU, SPD, Grüne und Linkspartei sowie Organisationen, Vereinen und Kirchen, die sich mit diesen verbrüdern, ist es antifaschistischer Usus, die AfD als Inkarnation der NSDAP und hiermit einer systemischen Fortsetzung des nazistischen Antisemitismus zu charakterisieren. Dem entgegen steht die Lesart des Chefredakteurs der Jüdischen Rundschau, der konstatiert:

soweit man erinnern kann, hat es vor dem Einzug der AfD ins Parlament niemals derartige proisraelischen und Antisemitismus-kritischen von der ganzen Fraktion zugestimmten Reden im Deutschen Bundestag gegeben, schon gar nicht von den Parteien des Israel-feindlichen Blocks des Linksbündnisses inklusive CDU/CSU […] die AfD ist zur Zeit die einzige [sic!] mit Israel solidarische und wirklich Antisemitismus-kritische Partei im Parlament.“

Broder und Noll folgen in ihrer Analyse und Zuschreibung der modernen Träger des Antisemitismus eben nicht der tradierten Erzählung. Vielmehr gleichen sie die historische Überlieferung des deutschen Antisemitismus mit seinen heutigen realexistierenden Ausprägungen ab. Und stellen sich so nicht einem imaginierten Wahnsystem vermeintlicher deutscher Antisemiten entgegen, sondern identifizieren ihn dort, wo er tatsächlich heute seine Wurzeln hat. Sie verweigern sich einer Erinnerungskultur, die „den Juden“ zum Fetisch einer Religion der guten Deutschen macht, die ihre Bewältigungskur darin verstehen, den nazistischen Antisemitismus der Vergangenheit zu ritualisieren und dessen neofaschistische Ausprägungen der Gegenwart schlicht zu ignorieren.

Deutsche Gründlichkeit. So oder so

So verdeutlicht Broder diesen Charakter der typisch deutschen Ritualisierung der Holocaust-Erinnerung an anderer Stelle im FOCUS:

Die sogenannte Erinnerungskultur besteht größtenteils aus Wohlfühlritualen für die Nachkommen der Täter, die sich selbst darin bestätigen, wie vorbildlich sie mit der Geschichte umgehen […] Es wäre sinnvoll, wenn es zum Nachdenken anregen würde, wie man Menschen helfen kann, die heute verfolgt werden. Aber das ist nicht der Fall […] Aber heute steht Auschwitz eben auch für Selbstabsolution, eine Wellness-Oase für Vergangenheitsbewältigung.“

Das nazistische Ritual des Antisemitismus mit einem Ritual des Philosemitismus zu beantworten, ist im Kern eine typisch deutsche Form der Vergangenheitsbewältigung. In ihrer Form so totalitär und kollektiv, wie es offenkundig nur der Deutsche kann. Verstand sich der Deutsche früher darin, die nazistische Endlösung ultimativ voranzutreiben, so verlangt er heute die allumfassende gesellschaftliche Perfektion im Andenken an seine Opfer. Wobei das Opfer in diesem Fall wiederum zum Objekt einer Ersatzreligion wird: der Jude als Fetisch einer Phantasiebefriedigung der Nachfahren der Tätergeneration. Ihr Ritus soll die bösen Geister der Ahnen vertreiben und sie im Einklang mit sich und dem Hier und Jetzt bringen. 

Das hehre Vorhaben des WJC, dem Gedenken an den Holocaust und der Ermahnung modernen Antisemitismus mit #WeRemember eine virale Komponente zukommen zu lassen, die gerade jüngere Generationen, die fernab von Auschwitz und Treblinka sozialisiert sind, ansprechen und zur Reflexion bewegen soll, wird in Deutschland in einem Ritual der orchestralen Selbstheiligsprechung und fetischen Selbstbefriedigung pervertiert.

Islamischer Antisemitismus – Faschismus 2.0

Dass dabei die realen Manifestationen des Antisemitismus, gerade und insbesondere der islamischen und islamfreundlichen Communitites, in Deutschland ausgeblendet werden, ist bezeichnend und ein Hohn auf Horkheimers und Adornos Dialektik der Aufklärung. Auch Noll schlägt in diese Kerbe, indem er der kultischen Vergangenheitsbewältigung eines „Nie wieder“ der deutschen Politik ihren realpolitischen Spiegel vorhält, der der Ritualisierung des islamischen Antisemitismus dient – dem faschistischen Wahnsystem der Neuzeit:

Die Gefahr droht heute weniger von ‚rechts-populistischen‘ Parteien in Europa, als von islamistischen im Nahen Osten. Hamas und Hisbullah bedrohen jüdisches Leben real, nicht nur durch Erinnerung an eine böse Vergangenheit. Um es klar zu sagen: Heute bedroht uns nicht die SS, sondern die Hamas. Und ob jemand als Freund der Juden gilt, wird weniger daran gemessen, ob er unablässig schwört, die Wiederauferstehung der SS zu verhindern, sondern ob er die Stärkung der Hamas und der Hisbollah verhindert. Oder das Gegenteil tut. Und dabei unablässig schwört: Nie wieder! […] Die gleichen Politiker sorgen dafür, dass unablässig Gelder fließen an die Mullahs, an Terroristen im Nahen Osten, an Organisationen, die Israel boykottieren.“

So können wir festhalten, dass sich in Deutschland eine Dialektik der Holocaust-Erinnerung präserviert, die zweierlei Riten des Antisemitismus einerseits bewahrt und andererseits etabliert. Erstens. Den faschistischen Antisemitismus als Ritual des Kleinbürgers, heute sich nicht nur in den kümmerlichen Resten deutscher Herrenmenschen zeitigend, sondern überwiegend in den eingewanderten Islamofaschisten und deren willfährigen linksgrünen Entourage des Wohlstandsbürgertums. 

Und Zweitens. Eine spezifisch deutsche Holocaust-Erinnerungskultur, die einen Popanz von „Wohlfühlritualen“ als Phantasiebefriedigung etabliert. Und wieder ist auch dies vorwiegend die Domäne linksgrüner Wohlstandsbürger, denen ihr philosemitischer Ritus ein Ablass für die antisemitischen Verbrechen ihrer Vorfahren ist, ihnen ihre Selbstvergewisserung als gute Deutsche verabsolutiert und zugleich der Reinwaschung ihres geflüchteten Fetisch von dessen spezifisch antisemitischem Reflex muslimischer Natur dient.

Doch eines bleibt bestehen. In beiden Interpretationen ist „der Jude“ nicht Subjekt eigener Geschichte und Handlung, sondern ein entmenschlichtes Objekt, dem von Seiten des bürgerlichen Antisemitismus fortwährender Hass zukommt und von Seiten der wohlstandsbürgerlichen Erinnerungskultur kontinuierliche Anbetung. Ein syntaktischer Unterschied mag gegeben sein, ein semantischer jedoch nicht. Der Jude bleibt „der Jude“. Ein Fetisch zweier Phantasiebefriedigungen. Und der Holocaust ist, in seiner massenmörderischen Ausführung wie in seiner erinnerungskulturellen Selbstabsolution, sein typisch deutsches Ritual.

Foto: Bildarchiv Pieterman

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S. Marek / 21.02.2019

Nein, es ist Falsch den islamischen Antisemitismus als Faschismus 2.0 zu deklarieren!                                    . Der Islamo-faschismus entstand bereits vor ca. 1.400 Jahren mit der Grundung der islamischer Ideologie unter dem Mantel von “Religion”.                                                                                                                      . Wer sich im Koran und Sunna auskennt, der findet dort die gleichen Muster die der Faschismus später übernomen hat. Deswegen die Liebe der Linksgrüneen Gutsmenschen mit dem Islam im 20 und 21 Jahrhundert.                          . Einzig der dem Islamo-faschismus verbundene Mensch keinerlei Erinerungskultur an seinen genozidielen Aktionen seit dem 7 Jahrhundert braucht da er doch noch nicht am Ende seines Traums ist, daß die ganze Welt vom Islamo-Faschismus beherscht wird.                                                                                                                  . Wir sind aber mächtig auf dem Weg es diesen “Gläubigern” zu helfen deren Traum zu verfolständigen.

Gudrun Meyer / 21.02.2019

Trotzki hat den zitierten Sätzen später eine aus der Praxis stammende Feststellung entgegengehalten: “Der an die Macht gelangte Faschismus ist alles andere als kleinbürgerlich.” Im übrigen ist der Begriff “Anbetung” für die Art, in der sich dt. Linksgrüne dem Judentum gegenüber verhalten, total falsch. Angebetet wird der vergaste Jude, der tot ist und niemanden mehr stören kann. Lebende Juden, besonders Israelis, können praktisch nichts richtig machen. Wenn Islamofaschisten “Juden ins Gas!” brüllen, halten die Deutschen mit dem Volkserziehungsauftrag (richtig, die vom Staatsfunk und der supi unabhängigen Presse) das für eine legitime Israelkritik, die zugegeben etwas hilflos ausgedrückt wird. Wenn das allzu deutlich nicht mehr geht, wird aus dem “Juden ins Gas!” ein noch hilfloserer, unbewusster Protest gegen den deutschen “Rassismus”, der den armen, entfremdeten Muslimen sogar die Worte raubt, in denen sie ihn kritisieren könnten. Es stimmt schon, dass die grünwählenden Bewohner der Mittelschichtsviertel etwas Kleinbürgerliches an sich haben. Es stimmt aber auch, dass die einmal an der Macht befindliche politische Korrektheit eben nicht kleinbürgerlich ist. Obwohl die Folgen sich bisher keineswegs mit denen des Faschismus /Nationalsozialismus messen können, sind sie schon nicht mehr harmlos. Gesinnungsdiktaturen, deren Herrscher wahnhaft denken, sind auch in mäßigeren Fällen nie harmlos.

Gilbert Brands / 21.02.2019

Ausgerechnet Trotzkis Analyse breittreten hat ein gewisses Geschmäckle, hatte der doch auch keine Skrupel, größere Menschenmengen aus ziemlich niedrigen Beweggründen zu entsorgen, um mal beim Jargon zu bleiben. Meiner Ansicht nach geht es den jüdischen Organisationen weniger darum, dass sich so etwas nicht wiederholt, denn weltweit werden alle möglichen Völkerschaften umgebracht ohne dass es jemanden juckt, während um einen angepinkelte Synagoge ein Heidentheater gemacht wird. Es geht wohl eher darum, den Umschwung von Untermenschen zum Übermenschen nach dem Ende des Faschismus weiter aufrecht zu erhalten, weil sich dass allerorten gewinnbringend einsetzen lässt. “Ich bitte, meine .... zu berücksichtigen, OBWOHL ich Jude bin” ist nicht gerade ein seltener Spruch, und dem Ansinnen wird aus gutem Grund in der Regel nachgegeben. Auf die Dauer schürt so etwas aber eher den Hass.

S. Marek / 21.02.2019

Militärrabbiners bei der Bundeswehr (?!) wenn das jetzt nur noch die einzige Sorge des Zentralrats der Juden in Deutchland ist, anstatt den Juden zu empfählen wieder die Koffer langsam zu packen, dann leben diese im La La Land !   ,  ,  ,  . Herrn Schuster zitierend. „Junge Juden betrachten Deutschland selbstverständlich als ihr Zuhause.“  .  .  .  .  Es gebe derzeit ungefähr 250 bis 300 jüdische Soldaten in der Bundeswehr.   .  .  .  .  Das Deutsche Vaterland (ist es nicht eine “Nationalistische” Übertreibung, wird es in 20 Jahren als solches existieren?!) wird es diesen jungen Menschen richtig dankbar sein, falls auch Ihnen eine Gedenkstätte endlich errichtet werden kann.

Zeller Hermann / 21.02.2019

Ich bin getauft und von der Erbsünde befreit. Außerdem ist Sippenhaft schon im alten Testament als Unrecht gebranntmarkt. Der Vater soll nicht für den Sohn und der Sohn nicht für den Vater büßen.

Johanna walraven / 21.02.2019

Die Deutschen mussen sich auch daran erinnerten dass SSer im Ausland noch immer eine gute Rente empfangen

Helmut Driesel / 21.02.2019

“Erinnerungskultur als Gegenbewegung…” animiert mich zu der Frage, welche Gegenbewegung gegen was dieser mit Sorgfalt ausschweifende Beitrag sein will oder ob bloß Glied in einem Ringelreihen… Das Wesentliche nämlich bei all den Betrachtungen und Mutmaßungen wäre: In einer freien offenen Gesellschaft darf jeder soviel Antisemit, Islamhasser, Kommunistenfresser oder Misanthrop sein, wie er denkt, sich dabei wohl fühlen zu können. Entscheidend ist, ob er aus seinen Überzeugungen und Gefühlen heraus zu dem Vorsatz kommt, die Gemeinschaft schädigende oder kriminelle Aktivitäten beginnen zu müssen. Insofern halte ich es z.B. für inkonsequent im libertären Sinne, dass unser Strafgesetz es erlaubt, Delinquenten für die bloße Leugnung des Holocaust für 12 Jahre und mehr zu inhaftieren. Vergessen wird auch, dass Wahnsysteme vielfältiger sein können, auch positivistisch. Der “Faschismus als Wahnsystem” ist mitnichten eine pathologische Angelegenheit sondern eine Ausprägung extremer Egoismen. Das ist in der belebten Natur eigentlich völlig normal, nur in einer Gesellschaft, die sich für zivilisiert hält und in der 2000 Jahre ein verlogenes Dogma der Nächstenliebe gepredigt wurde, kann man das Normale ganz selbstverständlich als Wahn diskreditieren. Besser wäre es, die zivilisatorischen Aspekte direkt als Determination des Menschseins und menschlich seins zu betrachten und jeglichen Faschismus als Gegenentwicklung hierzu. Ganz beiläufig möchte ich an dieser Stelle darauf hinweisen, dass die gestrige Welle der Verachtung für zu viel produzierte und verderbende Lebensmittel direkt einer Forderung nach Verstaatlichung von Produzenten und Lebensmittelhandel gleichkommt. Dem Grad an Überfluss, den diese Art Marktwirtschaft zulässt oder auch verlangt, kann man nur durch Planwirtschaft begegnen. Ich bin nicht sicher, ob jeder mit mehr Verstand als ein Birnenstiel das im Thema versteckte, gestern hundertfach in den Nachrichten replizierte Dogma so gründlich begriffen hat.

Anders Dairie / 21.02.2019

Wenn man das nazistische Motiv des Raubs an materiellem Eigentum der Juden ins Zenrum stellt,  läßt sich das Verhalten vieler Völker viel leichter erklären. Sie wollen die Ergebnisse jüdischen Strebens an sich bringen.  Was soll der Palästinenser denken in seiner trostlosen, hoffnungsarmen Umgebung, die gekenn-zeichnet ist von Chaos,  Unvermögen und Armut ?  Er braucht für sein Selbstgefühl einen fremden Schuldigen, mit einem eingängigen Namen und einem erlang-baren, nennenswerten Vermögen.  So “verbraucht” die HAMAS die zahlreichen Untertanen für kriegerische Maßnahmen, zwecks geplanter Selbstbereicherung.  Ob Führer und viele Terroristen gottesfürchtig sind,  darf bezweifelt werden.  Saddam Hussein hat den Familien der “Kämpfer” einst Prämien auszahlen lassen. Gestaffelt nach Art und Umfang der Schädigung:  Ein toter Attentäter stand mit 30.000 Dollar zu Buche. Ein kaputter Arm brachte 5.000 Dollars. Täter waren in steigender Zahl verfügbar.  So war das Geschäftsmodell.  Eine alle ernährende Wirtschaft aufzubauen,  gelang ihnen dagegen nicht.  Noch zahlen Fremde.  Die Saudis sind bereits ausgeschert, sie brauchen Israels Potentiale gegen den Iran.

Bernhard Freiling / 21.02.2019

EIN LAND, in dem es möglich ist: ... daß israelische Flaggen verbrannt und Rufe “Juden ins Gas” skandiert werden, ...daß die Regierung Israels der immerwährenden Freundschaft versichert und gleichzeitig deren ärgste Feinde finanziell alimentiert, ....daß deren Presse die Attacke auf einen Politiker mit “mehr oder weniger selbst Schuld” kommentiert, ......daß Politiker tätlich angegriffen werden und die Behörde keinerlei Anstalten macht, die Schuldigen zu finden, ....daß Spitzenpolitiker nicht vorhandene “Hetzjagden” gegen Andersmeinende instrumentalisieren, ... daß SA-ähnliche Truppen seitens eines Ministeriums finanziert werden, ....daß die Regierung die Einschränkung der Meinungsfreiheit outsourct und diese Aufgabe einer ehemaligen Stasi-Mitarbeiterin überträgt,... daß...  so könnte ich jetzt fast endlos weitermachen - BRAUCHT KEINE GEDENKTAGE für lange in der Vergangenheit liegendes, begangenes Unrecht. Da ist jeder neue Tag ein Gedenktag. Ein Gedenktag dafür, daß “wir haben gelernt” nur eine hohle Phrase ist. Ein Gedenktag dafür, daß die ganze deutsche Überheblichkeit nur ein anderes Ventil gesucht und gefunden hat. Ein Gedenktag dafür, daß die deutsche Regierung seit 2005 und die Mainstreammedien und 80% der mitlaufenden Bevölkerung immer noch von einer ähnlichen Intention angetrieben werden, wie ..... Ach, stellen Sie den Vergleich doch selber an.

Sebastian Laubinger / 21.02.2019

Hervorragender Artikel. Mich als Historiker macht ganz besonders sauer, dass von deutschen Volksvertretern staendig auf Auschwitz herumgehackt und die Verantwortung der Deutschen zitiert wird, aber gleichzeitig Israel STAENDIG kritisiert und verleumdet wird—von den Absegnungen der zahlreichen gegen Israel gerichteten Resolutionen der UN, bei denen Deutschland den Loewenanteil brav abnickt, ganz zu schweigen. Solche Leute wie Herr Maas sind fuer mich widerliche Heuchler. Mir draengt sich der Verdacht auf, dass Heinrich Himmler genau solche Leute gemeint hat, als er seine beruechtigte Rede hielt, in der er konstatierte, dass jeder “seinen guten Juden” habe. Denn wer WIRKLICH dafuer sorgen will, dass so etwas wie der Holocaust sich nie wird wiederholen koennen, kann das ganz einfach bewerkstelligen: 1. Israel UNBEDINGT unterstuetzen, damit es weiterhin ein Hort der Freiheit fuer Juden (und dort lebende Araber) bleiben kann. 2. OHNE WENN UND ABER gegen JEDE Form des Antisemitismus eintreten, und das schliesst die VORBEHALTSLOSE Verfolgung ALLER Taeter ein, auch wenn sie nicht Thomas und Heinz, sondern Abdul und Muhammad heissen. Unsere sog. “Qualitaetsmedien”, die mit dem Relotius-Siegel der absoluten Qualitaet, werden nicht muede, uns einzutrichtern, dass Deutsche so judenfeindlich sein, und tun wirklich ALLES, um die Judenfeindlichkeit einer grossen Religion zu verdecken. Ich weiss noch, wie mein Vater—mit echten Freudentraenen in den Augen—sagte, der Brexit haette etwas Gutes: Viele Juden wuerden nun hoffentlich nach Deutschland kommen, wo sie, davon war mein Vater ueberzeugt, herzlichst willkommen waeren. Unvergessen der gewaltige intellektuelle Aderlass, den das Dritte Reich sich selbst zufuegte, in dem es gegen die juedischen Mitbuerger vorging, was Deutschland viele der hellsten Koepfe kostete. In diesem Sinne: Unterstuetzt Israel! Frieden kann es nur geben, wenn das anerkannt und der Hamas u.a. Moerdern das dreckige Handwerk gelegt wird!

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