Erinnern Sie sich an Horst Köhler? Das sollten Sie!

Unser neunter Bundespräsident war der Erste und Höchste, der angeblich allein einem shitstorm nachgab. Köhler war das traurige Menetekel der Sprach- und Gedankenregelung im Windschatten der veröffentlichten Meinung.

Ich habe mich an so manches gewöhnt. Selbst die Chronik des Irrsinns lese ich inzwischen mit einer Mischung aus Amusement, Ennui und Achselzucken. Neuerdings bin ich gezwungen, mich an noch ganz Anderslautendes zu gewöhnen. Die Kommentare im hiesigen Diskussionsforum sind offen und frei wie eh und je, aber ihr Ton wird schärfer, kontroverser, unversöhnlicher. Erstmals fallen in ihnen wie in Artikeln der Autoren Begriffe wie „Trolle“, also bezahlte Schreiberlinge oder gar elektronische Schreibmaschinen, die nichts als Ideologien verbreiten sollen. Und auch für so manche Meinung wird der Gegenwind schärfer, Vorwürfe des Mainstreamings gegen diesen Blog, gegen Diskutierende, und sogar latent oder gar offen Antisemitisches macht sich Luft. – Ja, Leute, was habt Ihr denn gedacht? Solche Zeiten polarisieren!

Nun schätze ich als Leser wie als Autor dieses offene Wort und das offene Visier. Das hat nostalgische Gründe. Im Nachhinein erhellend finde ich Talkshows, die lange her sind, wie jene denkwürdige mit dem Wortgefecht zwischen Willy Brandt und Helmut Kohl über Heiner Geißler. Sie waren Aufreger und reinigende Gewitter, die Positionen waren klarer und konturierter als zuvor – und man ging alsbald zur Tagesordnung über. Heute meint ein verhätscheltes Bürgertöchterchen wie Luisa Neubauer schon, der Kanzler ziehe – und verharmlose – Nazi-Vergleiche. Ich gewann nach und nach den Eindruck, dass meine, die alte Bundesrepublik, viel mehr innere Stärke und sogar Zusammenhalt über Parteigrenzen hinweg erlaubte, als die Schärfe der politischen Auseinandersetzung es vermuten ließ – und als es heute möglich ist.

Diese alte Bundesrepublik war imstande, sogar ehemalige Nazis und neue Achtundsechziger zusammenzuführen, zu integrieren und bei ausreichender Ehrlichkeit zu Demokraten werden zu lassen, 20 Jahre RAF-Terror zu überstehen, palästinensischen und rechtsradikalen Terror zu überleben und sogar das unverhoffte, von wenigen aufrechten Dissidenten eröffnete und erst danach zur breiten Bewegung gewordene Geschenk der nationalen Einheit zu meistern, mit allen Verwerfungen, die es auch durch Einigungsvertrag, Treuhand und falsche Milde gegen SED und Stasi gegeben hat. Auf dieses Land, so meinte ich, könne man durchaus schmerzlich stolz sein; dieses Land hatte nicht alles richtig gemacht, vor allem die Dissidenten der DDR mit Plätzen auf den Hinterbänken der Macht abgespeist und dafür die Mitläufer nach oben gespült, aber, sofern das der Preis für die Aussöhnung hätte sein sollen, bei ausreichender Ehrlichkeit und Weitsicht der derart Gewendeten, so war ich bereit, mich auch damit leidlich abzufinden.

1994: Alles war auf Versöhnung aus, nur ich nicht

Vielleicht war das der Fehler. Denn ungefähr zu der Zeit ging auch die Schärfe der Auseinandersetzung verloren. Es sah noch aus nach ihr, als Kohl von Schröder abgelöst wurde, und auf eher peinliche Weise auch, als Merkel Schröder ablöste. In der Quadriga Merkel-Merz-Meier-Müntefering kam mir das Folgende aber noch pragmatisch und hemdsärmelig vor, also irgendwie okay. Nun, auf das Abräumen Helmut Kohls durch sein „Mädchen“ hätte ich persönlich verzichten können; es ersetzte ja nur alte durch neue Seilschaften, mehr nicht. Immer noch zählte ich das zum Preis der Veränderung, obwohl ich auf solche ebenso fossilen wie zweifelhaften Erscheinungen wie Schäuble und Seehofer schon vor mehr als 20 Jahren hätte verzichten können; aber auch Kompromisse sind Teil der Politik, und so lernte ich sogar solche spitzen Gestalten wie Gysi ein klein wenig schätzen, als Belebung nur und Reibungsfläche zur Entzündung echten Streits; Scharfsinn, Chuzpe, Humor und glänzende Rhetorik sind dabei nicht die schlechtesten Eigenschaften, wenn auch noch keine Werte.

Und so bemerkte ich auf einer Wahlveranstaltung der damaligen PDS auch, dass dieser Mann mit einigen wenigen gezielten Zwischenfragen der offen-hinterhältigen Art sehr leicht nervös zu machen war. Ich fragte ihn („Keinem Ex-DDR-Bürger darf seine Vergangenheit vorgeworfen werden… ich stehe auch für die Reinigung und die Erneuerung meiner Partei.“) schlicht, wie er diese beiden Kernaussagen denn unter einen Hut bringen wolle, und nach zwei kurzen Nachfragen geriet er in Rage.

Meine damalige linksgrün-bürgerliche Freundin versuchte von vornherein, mich zurückzuhalten; wir schrieben das Jahr 1994, und alles war auf Versöhnung aus, nur ich nicht. Warum sollte ein so glänzender Rhetoriker den Streit scheuen, und warum gab er sich solche Blößen? Die trockene Nüchternheit eines Lothar Bisky, Gott habe ihn selig, war mir deutlich lieber als Gysis widersprüchliche Salonrhetorik; so Bisky über Wagenknecht: „Sie wird Rosa Luxemburg immer ähnlicher. Demnächst wird sie noch anfangen zu hinken.“

Das Land ohne Eigenschaften

Kurz: Ich hatte immer noch Spaß an der Schärfe der Auseinandersetzung, am Humor und am anschließenden Weiterarbeiten der Akteure in der Politik, doch dann drehte sich die Sache. Sie tat es langsam, atmosphärisch – wie ein Barometer, das langsam fällt. Und dennoch wurde ich misstrauisch, immer dann, wenn die Auseinandersetzung durch den vorschnellen Kompromiss oder die diktierte Lösung ersetzt wurde, und kein Name steht dafür so deutlich und prägnant wie der Name Angela Merkel. Und deshalb bin ich mit meiner alten Lieblingspartei, der CDU/CSU, noch lange nicht fertig.

Solange sie nicht den Bruch mit Merkel so vollzogen hat wie den weniger bedeutsamen mit Helmut Kohl, misstraue ich ihr zutiefst, tiefer als der Linkspartei oder der SPD, bei denen ich halbwegs weiß, woran ich bin. Die Linkspartei ist der bucklige Erbe der SED. Die SPD hat große Kanzler hervorgebracht; und am Ende sind Kanzler immer glücklos, wie wir alle es am Ende sind; ihnen das vorzuwerfen wäre albern. Man kann sich aber auch freiwillig verstricken und dumm dastehen, und in der Disziplin waren und sind auch SPD-Kanzler nicht ohne; vor allem, wenn es um die Interessen des eigenen Landes ging. Geschenkt, Angela Merkel ist mehr des Lobes dieser Torheit wert.

Zu ehrlich fürs Amt?

Doch die Sache drehte sich an anderer Stelle, noch weiter oben, zumindest dem Titel nach, denn es begann mit einem Bundespräsidenten: Horst Köhler. Während der von mir als eine der ehrlichsten Häute der SPD hochgeschätzte Peter Struck, auch so ein Freund der deutlichen Aussprache, ungestraft behaupten konnte, unsere Sicherheit werde nicht nur, aber auch am Hindukusch verteidigt, zog Horst Köhler sich sozusagen im Flug vom höchsten Staatsamt zurück, wohl weil er deutsche Wirtschaftsinteressen ins Spiel gebracht hatte. Das jedenfalls ist die offizielle Lesart; eher eine Spekulation, denn zu den eigentlichen Verwerfungen hinter den Kulissen, die zu Köhlers Rücktritt führten, erfuhr ich nichts. Inzwischen haben wir einen Bundespräsidenten, der auch schon einen Kranz am Grab eines Terroristen niedergelegt und eine linksradikale Band gepusht hat, und es passiert nichts, außer seiner glanzlosen Wiederwahl mit ausdrücklicher Zustimmung der frischgebackenen Opposition von CDU und CSU.

Doch zurück zu Köhler. Merkel schaffte es, ihren damals glanzvollsten Konkurrenten, Christian Wulff, an sich selbst geschickt vorbei ins höchste Staatsamt zu hieven. Der geschickte Schachzug dieser Entmachtung Wulffs wurde am Rande notiert, mehr auch nicht. Zu einer politischen Auseinandersetzung über diese Form der diskussionslosen Hinterzimmereleganz kam es nicht. Und ähnlich danach im Falle seines Nachfolgers Gauck; auch hier schien der Konsens der Notlösung eine hinter den Kulissen ausgemachte Sache mit dem Geschmäckle der Inhaltslosigkeit. Und so färbte Angela Merkel, die Frau ohne Eigenschaften, nach oben durch wie eine langweilige Blaupause. 

Würdelose parlamentarische Spielchen

Zeitgleich entmannte sich nach und nach das Parlament. Alle fragwürdigen Beschlüsse der Kabinette Merkel, von der „Rettung“ Griechenlands und der EU, dem Krieg, der angeblich ausbräche, wenn die EU Schwäche zeige – und der nun auch deshalb ausgebrochen ist, aber nicht wegen ihrer Währung, wie beteuert, sondern wegen ihrer außenpolitischen und militärischen Bedeutungslosigkeit – über die Abschaffung der Wehrpflicht durch einen Parvenú bis hin zu einer rückhaltlosen Energiewende und zur unkontrollierten Einwanderung, es wurde alles kopfnickend durchgewinkt.

Dementsprechend tauchte die AfD auf, erstarkt und schwächelt seither je nach Lage, wie alle Parteien, doch Merkels Kartell der angeblichen Demokraten zog es vor, gegen jegliche Kritik die Nazikeule zu schwingen, um der inhaltlichen Auseinandersetzung mit der Kritik an der Regierungslinie auszuweichen, bis hin zu würdelosen parlamentarischen Spielchen, um einen Alterspräsidenten oder einen stellvertretenden Bundestagspräsidenten der AfD zu verhindern; feine, feige Demokraten!

Im Namen der Energiewende schloss Frau Merkel alsdann sogar ganz gern Bekanntschaft mit Wladimir Putins Hund, und ihr Vorgänger Schröder rutschte die Rentnerleiter empor auf einen seiner oligarchischen, postzaristischen Aufsichtsratsposten; Merkel betonte mit ihrem Freund Obama, dem Friedensnobelpreisträger und eigentlichen Verlierer der Kriege von Syrien und Afghanistan, den Multilateralismus und zuletzt die Rettung des Klimas durch achtzig Millionen Deutsche gegenüber acht Milliarden Planetenbewohnern. 

Die Werte des freien Westens und die Wende Horst Köhlers

Gleichzeitig betonten alle Demokraten die Werte des freien Westens. Nun bin ich Westberliner, von Geburt, ich weiß also, was die Blockade und die Luftbrücke, der Mauerbau, auch, was Bautzen, Hoheneck, der Schießbefehl und die Selbstschussanlagen sind; und durch Freunde in Kleinmachnow, damals DDR, was man hinter vorgehaltener Hand sagte und ansonsten verschwieg, und auch, wie der äußere Druck den Zusammenhalt ebenso stärkt wie die Vorsicht und das Misstrauen, während im freien Westen alles auf sehr kontroverse Art erlaubt war. Es war ja so leicht, damals ein lupenreiner Demokrat zu sein.

Wie seltsam also, dass es sich nach Horst Köhlers schweigsamem Abgang alles so drehte. Für mich ist seine Causa, sein Fall, der eigentliche Wendepunkt; er war der Erste und Höchste, der angeblich allein einem shitstorm nachgab, siehe oben. Köhler war das traurige Menetekel der Sprach- und Gedankenregelung im Windschatten der veröffentlichten Meinung, so sehr, dass eine Kritik am Kurs der Merkeljahre seither gar nicht mehr möglich erschien, ohne ins angebliche Fahrwasser der Rechtsradikalen, gar Rechtsextremen abzudriften, so enorm, dass selbst Sahra Wagenknecht, Biskys Wiedergängerin der Rosa Luxemburg, drohte, in den hufeisigen Verdacht zu geraten, ins Gauland umziehen zu wollen.

Damals dachte ich erstmals: Ich lebe in Absurdistan. Absurdistan ist das Land, in dem die Führung jene Spaltung der Gesellschaft bejammert, die sie selbst am schärfsten betreibt, indem sie sogar die extremen Ränder zusammentreibt. Die luftige Kontroverse der alten Bundesrepublik war endgültig der Treibhausatmosphäre eines muffigen Gewächshauses gewichen, das darauf aus ist, die Blumen des Bösen zu züchten; feuchte, dicke Luft unter künstlichem Hochdruck, jedes politische Gespräch erstickend. Das ist die eigentliche Klimakatastrophe.

Freier Westen oder Tanz um goldene Kälber?

Doch die Sache spitzt sich noch weiter zu. Dieses Land, mein Land, denke ich noch zuweilen im Zustand nostalgischer Umnachtung, macht sich trotz Brexit, importiertem Terror und Antisemitismus, staatlich provozierter Energiekrise, Wirtschaftskrise, Inflation und Bundeswehrkrise zuallererst Gedanken über Gendersternchen und -toiletten, vollzieht feige den neuen Rassismus der angeblich Benachteiligten gegen den alten Rassismus der weißen Männer und rettet nebenbei im Alleingang das Klima, es macht die sachliche Kritik an Corona-„Maßnahmen“ und auf lächerliche Weise pseudowissenschaftlich begleiteten Impfkampagnen durch sich selbst bestätigende, regierungsnahe „Faktenchecker“ mundtot, es betont brav internationale Verflechtungen und Verpflichtungen, nach Belieben heute so und morgen anders.

Es straft die Oligarchen Bezos und Musk ab und hofiert den Oligarchen Gates, es sanktioniert verbal Trump und materiell Putin, den es gestern noch hofierte, und es entfacht und enttäuscht nebenbei in der Ukraine echte Hoffnungen; es übt den Kotau vor den neuen Kaisern von China – und erstarrt vor allen zusammen in durchaus berechtigter Angst. Nach wessen Pfeife wird dieses Land tanzen? Welche Lasten wird es seinen Bürgern noch aufbürden, dieses seltsame 'schland, Meinland, Meineidland, meine Heimat, und wie wird es mich überwachen und auf Linie und zum Schweigen bringen? Was kocht da hoch, auf Seiten der Mächtigen und ihrer Schreiberlinge wie auf Seiten der Regierten?

Die Regierung der woken, globalistischen Schneeflöckchen mit solch – berechtigter wie in ihrer Erstarrung selbsterfüllender – Angst vor der Zukunft ist dabei nicht weniger als ein Albtraum, eine pseudodemokratische, autoritäre Alternative zu noch Schlimmerem, mehr nicht; so denke ich nun auch zuweilen, wenn Politiker mir ohne jede Verteidigung der freiheitlichen westlichen Werte von einer „Zeitenwende" angesichts äußerer Kriege und innerer Kämpfe zur Rettung von irgendwem und irgendwas schwadronieren, an denen ich mich auch noch beteiligen soll, mit meinem Geld, mit meinem Denken, mit „Opfern“, die ich zu bringen habe. Welchen? Wofür?

Ein Land ohne Grenzen, ohne Werte und ohne Interessen

Dagegen die inneren Grundlagen, die Werte des freien Westens hochzuhalten, es wird schwieriger. Ich aber gebe mich nicht gern ab mit Ideologien, Utopien und Visionen, dem Vaudeville des politischen Illusionstheaters; da halte ich es weiter mit Helmut Schmidt, denn ich bin Arzt. Politiker verdienen weder meinen Neid noch meine Bewunderung, denn auch ich muss mich täglich in der Kunst des Möglichen üben, wie auch alle Regierten in ihren Berufen, Ämtern, Familien. Das ist nichts Besonderes.

Aber, Vorsicht: Money's too tight to mention. Gutes Handeln muss am Ende bezahlbar sein, auch das gehört zu den westlichen Werten; und auch da hakt es schon gewaltig. Wer seine Grenzen und seine Werte ebenso leichtfertig aufzugeben bereit ist wie seine Interessen und sein Geld, für den wird es richtig teuer, auf allen Ebenen, bis zum bitteren Ende. Horst Köhler wusste das. Ich vermute, das war der eigentliche Grund für seinen Rücktritt, der für mich alles verändert hat, zum Unguten. Denn ein Land ohne Grenzen, ohne Werte und ohne Interessen ist tot, ohne es zu wissen.

Und so stelle ich es einfach zur Diskussion und bitte Sie: Nehmen Sie diese Frage nicht zu leicht. In ihr allein liegt der Schlüssel zur Lösung der Frage, warum die Kommentare an Schärfe zunehmen (was sie müssen!), denn sie ist zugleich auch der Schlüssel zu unserer Zukunft, nämlich, ob wir noch eine vor uns haben oder nicht. Also: Haben wir noch Interessen als Deutsche und Europäer und Zugehörige zum freien Westen, oder markiert der Abgang Horst Köhlers tatsächlich den Wendepunkt hin zur Interessenlosigkeit Deutschlands? Vielmehr und schlimmer noch und schärfer: Existiert nur noch der „Faktencheck“, der mal trollige, mal maliziöse, mal offizöse shitstorm, vor dem es zu kapitulieren gilt  oder existiert auch er noch, der freie Westen? Und wenn ja, wo?

Foto: International Monetary Fund CC BY 3.0 via Wikimedia Commons

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Leserpost

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Thomas Schmidt / 04.06.2022

Es gab mal eine TV Diskussion Struck gegen Jörg “Rechtspopulist” Haider, der Mann, den die Presse niemals ohne diesen zweiten Vornamen nannte, Anno dazumal. Wenn man nun viel böses über den Rechtspopulisten gelesen hatte, aber ihn nie live gesehen oder erlebt hat, war diese Diskussion höchst erstaunlich. Das renommierte SPD Urgestein hatte nichts als Empörung, Emotionen, ad hominem Attacken zu bieten, der österreichische Belzebub rational, argumentativ, intellektuell haushoch überlegen. Die Saat des heutigen Desasters war damals schon ausgesät, man wusste es nur noch nicht.

Uta Buhr / 04.06.2022

Köhler war das, was man einen ehrlichen Makler” nennt. Dass er mit seiner Aufrichtigkeit und Genauigkeit der Trulla aus der Uckermark ein Dorn im Auge war, ist doch klar. Sie hatte den wackeren Mann für schwach und leicht lenkbar gehalten, sich aber in der Person Köhlers total verschätzt. Das ist ihr seitdem nie wieder passiert. Man sehe sich nur diese Phalanx von Pfeifen und Totalversagern an, die sie während ihrer langjährigen Amtszeit - 16 Jahre zu viel - in hohe Positionen gehievt hat. Ihre letzte Wahl, der nibelungentreue Stefan Harbarth,  war Murkels für uns verhängnisvollste Entscheidung,

Cyril Sneer / 04.06.2022

Er existiert nicht, der freie Westen. Er ist schon lange tot. Und was Kommentare angeht, hier sind gerade mal 40 erlaubt, in der Länge arg begrenzt, und man muss fix sein, denn das Kommentieren muss am selben Tag geschehen. Bei Reitschuster wurde ich wegen “Spam” gesperrt, konkrete Begründung gab es nicht. Rückwirkend die Kommentare eines Monats weg (die älteren sind noch da) und ich bin gesperrt. Tja, wie kann ich den Spam-Vorwurf widerlegen, meine Kommentare sind ja weg. Also kein wesentlicher Unterschied zum Mainstream. Wo also werden die Kommentare schärfer, auf Telegram etwa, wo sich all die Nazis und Verschwörungstheoretiker und Leugner tummeln? Hier und bei Reitschuster und Tichy etc. bestimmt nicht, weil das gar nicht geht. Nein, der Westen ist vorbei, sein Niedergang steht nicht bevor, er ist bereits geschehen. Nur die Folgen werden wir erst noch in ganzer Pracht erleben. Die kommen mit kleiner Verspätung, wie immer. Man wird nicht sofort reich, weil man anfängt zu sparen, und nicht sofort arm, weil man mit Verschwendung beginnt. Man kann völlig überschuldet sein, ohne seinen Lebensstil zu verändern. Eine Zeit lang. Die Frage ist nur noch, was nach dem Zusammenbruch kommt, längst nicht mehr, ob er kommt.

Tina Kaps / 04.06.2022

Ich stand heute auf dem hiesigen Friedhof vor den Kriegsgräbern. Angelegt sowohl für die gestorbenen Kriegsgefangenen als auch für die deutschen Soldaten, die gefallen oder ihren Wunden erlegen sind. Und mir ging nur eine Frage durch den Kopf: Wissen die kriegslüsternen Journalisten und Politiker eigentlich was sie tun? Und nach Lektüre Ihres Artikels die zweite Frage: Weiß die Achse eigentlich was sie an Ihnen hat?

Shlomo Recht / 04.06.2022

Deutschland ist keine Ausnahme. Der gesamte Freie Westen ist auf dem absteigenden Ast. Schade für uns, aber lässt sich wohl nicht ändern.

Horst Jungsbluth / 04.06.2022

Wer Arzt, Rechtsanwalt, Ingenieur, Steuerberater oder Handwerksmeister werden will, der/die benötigt eine langjährige theoretische und praktische Ausbidung und muss entsprechende Prüfungen ablegen. Für Politiker gilt das nicht, die können ohne jegliche Ausbildung und Prüfungen die höchsten Ämter im Staatsapparat erklimmen und das lockt gerade jene magisch an, die dort absolut nichts zu suchen haben. Eigenartig auch, dass zwar nach Artikel 3 (1) GG “vor dem Gesetz alle Menschen gleich sind”, dass aber gerade Staatsanwälte und Richter, die selber eine lange Ausbildung durchmachen und entsprechende Prüfungen ablegen müssen, die Grundrechte oft “vergessen”, wenn es um schwere Verfehlungen von Politikern und um die ihrer eigenen Zunft geht. “Die Parteien wirken bei der politischen Willensbildung des Volkes mit”, so steht es in Artikel 21 (1) GG, aber was erlauben sich “diese” Parteien eigentlich? Es ist leider nicht nur so in unserem Staat, dass Korrupte,  Dumme, Naive und Überkandidelte mehr und mehr die Agenda bestimmen, was schon schlimm genug ist, sondern dass viele genau wissen, was sie erreichen wollen. In Berlin (West) wurde das übrigens bereits mit dem Start des SPD/AL-Senats ab 1989 “geprobt” und nur “der Fall der Mauer zur falschen Seite” verhinderte das Schlimmste.  Von den Medien kann man nichts erwarten, sie standen zu allen Zeiten stramm an der Seite der “Strategen des Untergangs”. Sie haben das nur vergessen!

Christian Feider / 04.06.2022

Horst Köhler war eine “elegante” Lösung von Merkel,um einen ganz und gar “unsichtbaren” ersten Mann des Staates zu haben und GERADE der erdreistete sich doch dann, etwas Realpolitik auszuplaudern…. warum schippern denn unsere “Fregatten” seit bald 2 Jahrzehnten am Horn von Afrika rum? Wegen den “Piraten”? wohl eher,um zu helfen, iranischen Einfluss einzuhegen,den die USA/KSA gar nicht vertragen. tja,bei der “prachtvollen Demokratin” Merkel führt so etwas im Schulterschluss mit Trude Springer und der Bertelmännin dann eben zum medialen Abschuss läuft heute in der ganzen Breite,denn die linken Kader und Brüder im Geiste von Merkel haben das übernommen

Gerd Alois Werz / 04.06.2022

Für mich und meine Frau ist “Schland” nur noch fern. Wir sind ausgewandert, nein wir sind Vertriebene. Was hat man uns beschimpft. Was hat man versucht uns zu kriminalisieren. Sogar in der Familie meiner Frau. Wir sind geflohen. Nur einen Koffer nahmen wir mit. Den Rest ließen wir zurück. Wer sich auch immer daran bereichern mag. Bedroht wurden wir, man wolle uns umbringen haben sie gesagt. Das hätten die Korrupten in Berlin auch fast geschafft. Doch die Drohungen waren auch weit näher. Angefangen hatte es vor langer Zeit. Wenn man die Themen ansprach, wollte zuerst niemand zuhören. Später wurde das Umfeld übergriffiger. Heute muss man Angst haben, dass der neue Stasi-Staat mit seinen Schergen einem die Tür in der Nacht einschlägt. Vielleicht weil man am gentechnischen Experiment nicht teilnehmen will oder die angeblichen Goldstücke der Zuwanderung nur als Messerfachkräfte sieht. Nein, Deutschland hat fertig. Die Deutschen haben keine Zukunft. Sie sind durch wie ein vollgekacktes Scheißhaus. Ihr laufen die gut Ausgebildeten und Wohlhabenden davon. Gut so! Die Armen, Alten, Araber, Afrikaner und die Plünderer bleiben. Sie belegen das Land bleiern mit einer Ignoranz, Intoleranz, Faulheit, Dummheit und Feigheit wahlweise. Sie plündern es aus und finden sich toll dabei. Heute sind wir auch wie Shreck, im Land “Muy, muy lejos”, im Land “Sehr, sehr weit weg” und auch das ist gut so.

Christoph Grimm / 04.06.2022

Ein faszinierendes Thema! Ich kann mich noch gut an die völlig versteinerten Gesichter beider Eheleute Köhler aus Anlaß der offiziellen Amtsentlassung erinnern. Danach zu urteilen, hat ein einmaliges, beide tief empörendes Ereignis zu dem Rücktritt geführt und nicht etwa jahrelanger Frust, wie offiziell verlautet. Nein, sehr wahrscheinlich ist statt dessen, daß Köhler wegen seiner Unterschrift unter das Gesetz mit dem ersten Eurorettungspaket für Griechenland zurückgetreten ist. Die hat man ihm nämlich nach der Rückkehr von einer Auslandsreise ganz offenbar unter großem Zeitdruck abverlangt. Köhler als alter Finanzexperte und ehemaliger IWF-Vorsitzender, wußte nur zu genau, daß damit das Tor zur Hölle geöffnet wird, weil immer neue Euro-Rettungsmaßnahmen folgen würden. Und so ist es ja auch bis heute gekommen. Köhler bleibt für mich gleichwohl irgendwie traurige Gestalt: Ein von Grund auf ehrlicher Mann, sicher. Hätte er aber damals den Füllfederhalter zugeschraubt neben das Gesetz gelegt und seine Unterschrift wegen verfassungsrechtlicher Bedenken standhaft verweigert, so wäre er auf Ewig als einzigartiger Held in die Geschichte eingegangen. Zugegeben: Das hätte aus heutiger Sicht geradezu übermenschliche Kräfte erfordert. So hat er unterschrieben, er hat aber auch seine wirklichen Rücktrittsmotive nicht benannt. Historische Aufklärung deshalb leider unmöglich. Horst Köhler wird darüber nie sprechen.

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