Gerd Buurmann, Gastautor / 24.02.2019 / 12:00 / 7 / Seite ausdrucken

„Er trinkt Champagner am Ramadan“

Diese folgenden Worte stammen aus dem Lied „Soldi“ von Mahmood. Er wird das Lied am 18. Mai 2019 für Italien beim Eurovision Song Contest in Tel Aviv präsentieren, allerdings auf italienisch.

"In den Vororten ist es sehr heiß. Mach dir keine Sorgen, Mama, ich komm wieder nach Hause. Du ärgerst dich nur über einen Lügner. Es sah wie Liebe aus, aber es war was anderes. Er trinkt Champagner am Ramadan. Im Fernsehen läuft Jackie Chan. Er raucht Shisha und fragt mich, wie es mir geht, geht, geht. Er weiß, wie es mir geht, geht, geht.

Ich denke schneller, um herauszufinden, ob du mich morgen wieder verarschst. Ich habe keine Zeit, Dinge zu klären, denn ich weiß jetzt, was du bist. Es tut weh, so zu leben, wenn du deinen Stolz verloren hast. Du bist einfach abgehauen. Sag mir ob …

Du hast dich nur ums Geld gesorgt, um Geld, als ob du Geld gehabt hättest, Geld. Sag mir, vermisst du mich oder ist es dir egal? Du hast mich immer gefragt, wie es bei mir läuft. Nun, wie läuft es bei dir?

Was du hättest sagen sollen, hast du nie gesagt. Verrat ist eine Kugel in deiner Brust. Behalte das ganze Mitleid für dich. Zu Hause lügst du weiter, aber du weißt, dass sie es weiß. Dort sitzend fragt sie jedoch mich. Fragt mich, was ich mache, wer ich bin. Du weißt es bereits und ich weiß nun, wer du bist.

ولديولديحبيبيتعالهنا

Mein geliebter Sohn, komm her, du hast mir immer Geschichten erzählt, wenn wir zusammen gespielt haben. Und du sahst so stolz aus dabei. Mein geliebter Sohn, es schien echt zu sein, der Wunsch, die Dinge wieder so hinzubekommen, wie sie einmal waren.

Ich wollte dein Geld nie. Es tut weh zu leben, wenn du deinen Stolz verloren hast. Du bist einfach abgehauen. Sag mir ob …

Du wolltest nur Geld, als ob ich jemals Geld gehabt habe. Du hast die Stadt verlassen, ohne dass es jemand mitbekommen hat. Gestern warst Du noch hier. Wo bist du jetzt, Papa?

Jetzt sind sie schon mal zu zweit

Soweit das Lied "Soldi" von Mahmood. Mahmood ist ein italienischer Sänger und Songwriter. Er ist Sohn einer sardischen Mutter und eines ägyptischen Vaters. Am 18. Mai 2019 wird er sein Lied beim Eurovision Song Contest in Tel Aviv präsentieren, allerdings auf italienisch.

Somit entsendet Italien einen Sänger nach Israel, der über seinen abwesenden muslimischen Vater singt. Nach Frankreich, das durch den Sänger marokkanischer Herkunft, Bilal Hassani, vertreten wird, der in seinem Lied "Roi" über sexuelle und individuelle Selbstbestimmung singt, ist dies das zweite Lied mit einer Thematik, das die muslimische Gemeinschaft bewegt.

Gerade in Israel werden beide Lieder gewiss mit sehr viel Interesse aufgenommen werden, denn Israel hat einen sehr hohen muslimischen Bevölkerungsanteil. Jeder fünfte Israeli ist Moslem und in keinem anderen Land des Nahen Ostens kann so frei über muslimische Angelegenheiten geredet werden wie in Israel, sei es nun über Sexualität oder gar eine Anklage an den muslimischen Vater.

In Israel leben über 1,6 Millionen Muslime friedlich in einem Land von knapp neun Millionen Menschen, davon die meisten Juden. In Israel sind Muslime die Nachbarn von Juden. Sie sind ihre Arbeitskollegen, Lehrerinnen, Anwälte, Richterinnen, Politiker, Polizistinnen, Feuerwehrmänner, Soldatinnen, Köche, Sexualpartner und vieles, vieles mehr. Sie lachen, leben, essen, weinen und streiten zusammen. Sie leben miteinander und teilen sich die selbe Heimat. Sie sind gemeinsam in Treue verbunden mit den Bäumen, Flüssen, Bergen, Meeren, Seen, Städten, Dörfern und Wüsten ihrer Heimat, die sie oft in ihre Gebete einschließen. Sie sind eine Familie! Manche sind entfernte Verwandte, andere wiederum frisch nah Vertraute.

In Israel sind staatliche Einrichtungen selbstverständlich mit Gebetsräumen für alle Religionen ausgestattet. Israel ist das einzige Land im Nahen Osten, in dem Muslime sicher in einer Demokratie leben, die es ihnen erlaubt, schwul oder lesbisch zu sein. Sie haben die gleichen Rechte, wie alle anderen Bürgerinnen und Bürger des Landes, unabhängig von ihrem Geschlecht und ihrer Hautfarbe. Israel ist das einzige Land im ganzen Nahen Osten, in dem das Volk seine Regierung wählen und vor allem abwählen kann. Die israelische Regierung ist somit die einzige auch von Muslimen und Arabern demokratisch gewählte Vertretung eines Landes im Nahes Osten.

Israel ist das einzige Land im Nahen Osten, in dem Frauen und Männer gleichberechtigt sind, Homosexualität staatlich anerkannt ist, die Meinung, Kunst, Religion und Wissenschaft frei sind. Diese Freiheit wird im Mai 2019 beim Eurovision Song Contestgefeiert. Mögen sich die Länder der Region ein Beispiel an Israel nehmen.

Dieser Beitrag erscheint auch auf Gerd Buurmanns "Tapfer im Nirgendwo"

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Karl-Heinz Vonderstein / 24.02.2019

Irgendwie muss man das den Linken hier im Land immer wieder neu verklickern, dass Israel die einzige Demokratie und mit Abstand das freieste und toleranteste Land in der gesamten Region ist und seine militärischen Aktionen immer eine Reaktion bis heute sind, auf die Angriffe der Hamas und Hisbolla auf Israel und früher auf die Vernichtungspläne und Angriffe der arabischen Staaten auf Israel. Hinzu kommt die Rolle und große Gefahr des Irans für Israel, was Israel nuklear am liebsten ausradieren will.

Peter Wachter / 24.02.2019

Alles schön und gut, aber das Wichtigste hat Israel NICHT, offene Grenzen, wo jeder ohne ID reindarf und wenn er das Wort Asyl sagt, sofort alimentiert wird!

S. Marek / 24.02.2019

Lieber Herr Gerd Buurmann, mit Ihrer Behauptung “In Israel leben über 1,6 Millionen Muslime FRIEDLICH in einem Land von knapp neun Millionen Menschen, davon die meisten Juden.” haben Sie ziemlich übertrieben. Es wäre sehr wünschenswert, daß diese in israelischer Gesellschaft lebenden Muslime alle friedlich wären, da sie die gleichen Vorteile bzw. “Nachteile”, die moslemischen Israelis haben z.B. keine Pflicht bei der IDF zu dienen,  haben wie die jüdischen Israelis. Doch bereits die moslemischen Parlamentarier hetzen gegenüber Israel als Staat und unterstützen die PA mit Mahmud Abbas. Durch diese Hetze werden auch die israelischen Muslime zur Attentaten auf die jüdischen Israelis angespornt.

Sabine Schönfelder / 24.02.2019

In den letzten drei Absätzen Ihres Artikels haben Sie wirklich eine Menge Gründe aufgezählt, warum Israel in der muslimischen Welt so verpönt ist. Pluralismus und Toleranz erfordern Empathie, gegenseitiges Verständnis, sind, bewußt gelebt, intellektuelle Denkprozesse des Menschen. Israel mußte, bildlich gesprochen, wie ein Kleinkind ohne Fürsorge schneller geistig reifen, um das eigene Überleben zu sichern und ist deshalb arabischen Völkern kulturell und intellektuell weit überlegen. Israel zeigt der arabischen Welt, daß friedvolles Miteinander geht, innerhalb ihres Landes. Das allein ist ein offener Affront gegen den mittelalterlichen Despotismus, die männlichen Privilegien und atavistische Sozialisation in der arabischen Welt. Angesprochene Korrekturen des abstrusen Weltbildes, die bei unseren Linken gerne mit ’ rechtsradikal’ und ‘Nazi’ deklariert werden, empfindet der Muslim als Angriff auf seine Ehre. Für beide ist es jeweils der Freibrief zur Vernichtung des Gegners. Mein Vorschlag: Die Linken migrieren in den Iran ( ganz im Sinne Ihres heißgeliebten Migrationspakts), wir nehmen dafür alle Muslime deren Leben sich aufgrund ihres Denkens oder ihrer sexuellen Bestimmung nicht mehr mit dem Islam vereinbaren lassen. Diese können dann was und wo sie wollen singen und müssen nicht Ihre Probleme gesangestechnisch in das ohnehin schon genug belastete Israel hineintragen, zu einem Gesangswettbeweb der eigentlich dem Spaß und der Unterhaltung dienen sollte.

Thomas Weidner / 24.02.2019

Und warum ist das in Israel so? Weil Israel Recht und Gesetz relativ (ich bin vorsichtig) stringent durchsetzt. Da gibt es Haftstrafen auch für ex-Ministerpräsidenten. (Gerade stelle ich mir vor, wie Merkel 2022 zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt wird…).

Rolf Lindner / 24.02.2019

Wenn Israel ist das einzige Land im Nahen Osten ist, in dem die Meinung, Kunst, Religion und Wissenschaft frei sind, dann ist mir nur allzu verständlich, warum dieses Land dem Hass der Merkelregierung und all ihrer linksgrünen und pseudosozialistischen Anhängerschaft ausgesetzt ist.

Karla Kuhn / 24.02.2019

  Der Eurovision Song Contest ist für mich generell das schlimmste, was Fernsehen zu bieten hat, fast noch schlimmer als die PC korrekten Filme, z. T. auch Kimis, die seit geraumer Zeit über die Mattscheibe flimmern. Also für mich ist die größte Erfindung aller Zeiten die Fernbedienung. Beim wegzappen bin ich Weltmeister !

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