Von Artur Abramovych.
Im Buch „Scharia und Smartphone“ versammelt Chaim Noll seine Texte zum Islam aus den vergangenen 25 Jahren. Sie zeugen von Entfremdung und Enttäuschung.
Anders als bei unseren französischen Nachbarn, wo sie längst Einzug in den Mainstream gehalten hat, gilt die Islamkritik, mithin die Auseinandersetzung mit dem Islam als mit dem europäischen Modell unvereinbarer Herrschaftsform, hierzulande nach wie vor als ungebührlich oder gar unanständig. Während in Frankreich sogar die politische Mitte und manche Linksliberale sich nicht scheuen, die durch den Islam entstehenden Missstände beim Namen zu nennen, werden diese Religion und ihre Vertreter, ungeachtet ihrer zum Linksliberalismus konträren Wertvorstellungen, vonseiten der offiziösen deutschen Politik nach wie vor folkloristisch als sogenannte Bereicherung des hiesigen Diversity-Mosaiks glorifiziert.
Zweifelsohne hängt dieser Umstand damit zusammen, dass die im Westen seit dem 11. September 2001 intensivierte Islamkritik hierzulande lange Zeit von eher randständigen Blogs ausging und sogar vonseiten der politischen Rechten distanziert, zuweilen gar als Spielart plumper Religionsfeindlichkeit behandelt wurde. Die ersten in die Breite wirkenden islamkritischen Bestseller in Deutschland entstanden denn auch allesamt erst im Verlauf der vergangenen zehn oder allenfalls fünfzehn Jahre, zumal nach den ernüchternden Erfahrungen mit den ersten Sitzungen der von Wolfgang Schäuble ins Leben gerufenen Deutschen Islamkonferenz, auf die viele Hoffnungen gesetzt worden waren, die sich allerdings als Selbstbeweihräucherungsplattform für Regierungsparteien und Islamverbände erweisen sollte.
Erst seit wenigen Jahren kann davon die Rede sein, dass die hiesige interessierte Leserschaft über eine gewisse Auswahl an Islamkritikern mit jeweils individuellem Zugang zum Gegenstand verfügt. Neben Orientalisten wie Tilman Nagel haben auch Wissenschaftler aus anderen Disziplinen, etwa die Ethnologin Susanne Schröter, ferner aus vornehmlich sozioökonomischer Perspektive berichtende Politiker wie Thilo Sarrazin sowie schließlich aus eigener Erfahrung sprechende Autoren wie Hamed Abdel-Samad und Ahmad Mansour die auf dem hiesigen Buchmarkt erhältliche Islamkritik tatsächlich bereichert.
Beduinengesänge als Ventil für verbotene Gefühlsäußerungen
Diese Palette wird seit wenigen Monaten ergänzt um das Buch eines Romanciers und Literaturwissenschaftlers, dessen Zugang zum Islam sich grundlegend von dem aller vorgenannten Autoren unterscheidet. Als er die DDR als angehender Schriftsteller verließ, hätte es sich Chaim Noll, Sohn des kommunistischen Staatsdichters Dieter Noll, niemals träumen lassen, dass ihn seine weitgehend verschüttgegangenen jüdischen Wurzeln dereinst verschlagen würden in die Nachbarschaft des Islam. Doch lebt er inzwischen seit mehr als 25 Jahren in der Wüste Negev im Süden Israels.
Der vorliegende Band versammelt Texte Nolls aus ebendieser Zeitspanne. Ihre chronologische Anordnung lässt den Leser nachvollziehen, dass die Auseinandersetzung des Autors mit dem Islam zunächst vornehmlich literarhistorischer Natur war; im Zuge seines Lehrauftrags an der Universität Beer Sheva und der Arbeit an seinem opus magnum, der 2020 erschienenen Literaturgeschichte der Wüste, beschäftigte sich Noll etwa ab der Jahrtausendwende mit den örtlichen Beduinengesängen. Wie es dazu kam, erzählt er in einem Essay von 2003; es war der seinerzeitige Militärgouverneur des israelischen Südens, der arabische Jude Sasson Bar-Zvi, der die mündlich tradierte Lyrik der Beduinenstämme aufzeichnete und die entstandenen Aufnahmen nach seinem Ausscheiden aus dem Militärdienst der Universität Beer Sheva vermachte. Noll war Teil jenes Forschungsteams, das die Gesänge verschriftlichte, kategorisierte und in Übersetzungen zugänglich machte.
Zunächst war Nolls Interesse am Islam weit davon entfernt, politisch motiviert zu sein; allenfalls bestimmte Charakteristika der Beduinengesänge erlaubten ihm eine Annäherung an den Islam als Gesellschaftsmodell und Herrschaftsform, dienen doch diese Gedichte den erst relativ spät islamisierten Beduinen aus Nolls Sicht „als Ventil für gesellschaftlich verbotene Gefühlsäußerung“: „In Form von angeblich Erlebtem wird ausgesprochen, was sonst nicht in Worte gefasst werden darf: erotische Sehnsucht, Verlangen, Hoffnung auf Wechsel“.
Islamisierung der benebelten Spaß-Gesellschaft
Erst mit den Anfeindungen gegen den von Noll geschätzten Papst Benedikt XVI. im Nachgang zu seiner Regensburger Vorlesung von 2006, als Anhänger des Islam weltweit gläubige Christen „mit Geschrei und Feuer einzuschüchtern“ suchten, beginnt Noll zunehmend, den Islam politisch zu betrachten. In diesen Jahren setzt seine Beschäftigung mit dem Koran ein. Dabei folgt die von Noll sukzessive geübte Islamkritik keineswegs einem religionsfeindlichen Impetus, ist er doch schon vor mehreren Jahrzehnten selbst religiös geworden; weit eher als auf Religionskritiker beruft sich Noll auf jüdische Theologen wie Abraham Geiger, den Begründer des Reformjudentums, oder den nationaljüdischen Philosophen Franz Rosenzweig, die den Islam als primitiv und unreflektiert betrachteten.
Hervorzuheben ist unter den Beiträgen ferner ein Interview mit dem jüdischen Schriftsteller Ralph Giordano; Nolls bald darauf verstorbener Freund gehörte zu den ersten Islamkritikern in Deutschland und erlebte in seinen letzten Lebensjahren die weitgehende Verbannung aus dem juste milieu. Dies auch nur aus der Ferne mitbeobachten zu müssen, hat Noll zunehmend pessimistisch gestimmt; ab 2010 benützt er schließlich den (seinerzeit nahezu inkriminierten) Begriff der „Islamisierung“ nicht mehr nur als historischen Terminus, sondern auch in Bezug auf Vorgänge im „benebelten Europa der Spaß-Gesellschaft“.
Die jüngsten hier versammelten Texte sind hauptsächlich Kommentare zum politischen Tagesgeschehen. Anhand dieses Bands lässt sich die Entwicklung der Islamkritik im deutschen Sprachraum eindrücklich nachvollziehen. Bemerkenswert bleibt dabei der Umstand, dass Noll, anfänglich zumindest, dem Islam nicht ohne Sympathie begegnete, sondern sich dieser Religion, wie er selbst in seinem Vorwort ausführt, „immer in der Hoffnung auf inner-islamische Alternativen zu den heute verbreiteten aggressiven Auslegungen des Korans“ widmete. Diese Hoffnung wurde leider zunehmend enttäuscht; und so kommen hier denn auch solche Leser auf ihre Kosten, die sich, zumal angesichts der weitgehenden Abwesenheit einer hiesigen Debattenkultur, eine polemischere Auseinandersetzung mit dem Islam wünschen.
Chaim Noll: Scharia und Smartphone. Texte zum zeitgenössischen Islam, GHV 2023, hier bestellbar.
Rezension erschien zuerst in JUNGE FREIHEIT Nr. 28/24 vom 5. Juli 2024 (Print).
Artur Abramovych, geb. 1996, ist ein deutsch-jüdischer Literaturwissenschaftler ukrainischer Herkunft.
Der größte Feind der Moslems ist der Islam. Und erst der Frauen und Mädchen dort! Unsäglich. Darauf können wir setzen, indem wir das denen sagen, bei jeder Gelegenheit – und nicht in den Westen herein lassen, zu dem es sie so unwiderstehlich hinzieht. Um dann denselben Saustall hier zu errichten, aus dem sie gekommen sind. Kalifat! Dies gilt auch dann, wenn es einzelne Moslems gibt, die akzeptabel sind. Bis zum Beweis des Gegenteils … . Sie WOLLEN uns nicht als Freunde und/oder Helfer – also, warum sollen wir dann? Respektieren wir das: Ich plädiere auf verminderte Schuldfähigkeit für die Täter, denn sie haben doch nur von der Religionsfreiheit Gebrauch gemacht und getan, was ihnen der Koran in Sure 4 (89) nahelegt, ja nachgerade von ihnen verlangt: „Sie wünschen, dass ihr ungläubig werdet, wie sie ungläubig sind, und dass ihr (ihnen) gleich seid. Nehmet aber keinen von ihnen zum Freund, ehe sie nicht auswanderten in Allahs Weg. Und so sie den Rücken kehren, so ergreifet sie und schlagt sie tot, wo immer ihr sie findet; und nehmet keinen von ihnen zum Freund oder Helfer.“ (Zit.nach Der Koran, Stuttgart 1991: Reclam).
Also: Wer ihnen hilft, der beleidigt sie in ihrem Glauben. Und den Koran. Das sollten wir unbedingt vermeiden. Weil sonst droht der Kran. Und ganz nebenbei erspart uns das unendlich viel Geld. Sie haben Rohstoffe, die wir nicht haben, sollen sie damit alles bezahlen, was sie nicht haben und bei uns kaufen – win-win, für alle beteiligten Geschäftspartner, aber keine Freunde. Weil SIE es nicht wollen, weil SIE uns überlegen sind dank Islam und weil sie sich nicht zu uns herab beugen wollen und dürfen. Dann gibt es aber auch kein Kinder- und Bürgergeld, schon klar. Zahlen wir das, dann halten sie uns umso mehr für völlig bescheuert, vom Scheitan ins Hirn ge …en. Und zudem sind sie beleidigt, weil wir ihnen helfen. Allah will es so, Alhamdulliläh. Fernhalten. Wann sie es hier endlich begreifen?
9/11 ist ein interessantes Stichwort. Danach ging Deutschland mit seiner angeblich christlich-abendländischen Grundhaltung dazu über sich an kriegsähnlichen Operationen in Afghanistan zu beteiligen. Die Folgen sind bekannt. Es gibt also durchaus auch Grund nicht nur wegen des Islam enttäuscht zu sein, wobei es i.d.R. um Aufdeckungen von Selbsttäuschungen geht, sondern auch die Fehlleistungen deutscher Politik zu betrauern. Ich empfehle Deutschland eine defensive Grundhaltung mit der Konzentration auf die Eigensicherung. Das bedeutet für mich die Bekämpfung von Straftaten im eignen Land und nicht den Versuch zu machen die Welt als Ganzes nach eigenen Vorstellungen gut machen zu wollen.
Nichtmuslime sind und bleiben für den Islam Ungläubige und fallen damit als Feinde Allahs unwiderruflich der ewigen Verdammnis anheim, mögen sie sich auch noch so islamophil geben und sich für aufopferungsvolle Freunde des Islams halten und entsprechend verhalten. Das ist nicht die extreme Ansicht irgendwelcher radikaler Mohammedaner, sondern der unabänderliche, in Koran und Sunna immer wieder geäußerte Wille Allahs. Logisch, dass kein Rechtgläubiger auch nur mit dem Gedanken spielt, sich in die Gesellschaft der von Allah gehassten Ungläubigen zu integrieren. Integration würde bedeuten, Allah untreu zu werden, von Islam abzufallen, und gilt deshalb als die schlimmste Sünde überhaupt
„… so kommen hier denn auch solche Leser auf ihre Kosten, die sich … eine polemischere Auseinandersetzung mit dem Islam wünschen“ . Wenn das schon die JUNGE FREIHEIT schreibt , sind es sicher ganz wertvolle Texte .
Ich bin überhaupt nicht enttäuscht vom Islam, dessen Anhänger setzen einfach nur um, was die Urschrift ihnen vorgibt. Enttäuscht bin ich nur in meinen Erwartungen im Hinblick auf die Mindestintelligenz und -bildung der deutschen Politik, weil sie offensichtlich mehrheitlich noch immer nicht in der Lage ist, diesen Umstand und seine Bedeutung zu verstehen. Die Islamanhänger handeln genau so, wie es angekündigt wird, die Kultur, das Verhalten, der Krieg gegen Andersdenkende, wie im Koran vorgegeben. Was kann man dann nur nicht verstehen an diesem höchst einfachen Sachverhalt? Eine totalitäre Ideologie, die ihren Anhängern keine Abweichung und kein kritisches Denken erlaubt und die sich dadurch ausbreitet, dass sie Frauen zu reinen Gebärerinnen ohne eigene Rechte degradiert. Natürlich ist das Prinzip so erfolgreich wie böse. Man kann hier keine Erwartungen haben an die Vertreter dieser Ideologie, die Erwartungen wären die an unsere Politik, den entsprechenden Anteil an unserer Bevölkerung endlich zu begrenzen. Remigration von nicht Asylberechtigten wäre ein erster Schritt.
@Charles K. Mayer, die sog. historisch-kritische Analyse und Schule ist kolossaler Müll. ++ Sie sehen doch, daß die gleichen verkommenen unwissenschaftlichen Lügen-Spielchen, die man mit der Bibel trieb, mit dem Koran nicht machbar sind. Und das ärgert die Anhänger der pol. Aufklärung sehr und läßt sie ohnmächtig zurück. ++ Wenn Sie echte Fachleute konsultieren würden, diese um Rat fragen, um wissenschaftlichen, dann würden Sie Ihr Augenmerk auf die Bestätigung der Bibel werfen, durch sehr viele archäologische Funde. Nur werden diese von der pol. aufgeklärten Lügenpresse unterschlagen. Wer nicht aktiv sucht, wird halt belogen. ++ Der Koran hat soviel mit Wissen und Wahrheit zu tun, wie eine Kuh stricken kann. ++ Der Koran ist die Verhöhnung einer pol. aufgeklärten Gesellschaft, die Lügen anhimmelt, die Gott verworfen hat und jetzt eine bösartige Version aufgezwungen bekommt. ++ Diese dumme historisch-kritische Schule hat von Anfang an unwissenschaftlich gedacht und gearbeitet. Alles längst belegt.
Ich suche immer noch eine Erklärung, warum der Islam weltweit zunimmt. Ich klammere mal Europa und Nordamerika aus, da dort die Zunahme von wenigen Ausnahmen abgesehen, der Einwanderung und der höheren Fertilitätsrate der Einwanderer geschuldet ist. Gut die christliche Religion nimmt in Afrika zu. Nur nicht so stark wie der Islam. Ayatolla Khomeinis religiöse Logik, ´Das Judentum und das Christentum gehören zum Islam. Sonst hätte Gott diese nicht geschaffen.´, ´Was Gott geschaffen hat, darf der Gläubige weder religiös noch physisch vernichten` ist schwer zu entzaubern und kann alles begründen. (Bitte keine Diskussion der weltweiten Verbrechen, die unter Herbeizerrung, des Christentum, des Judentum oder des Islam begangen werden.)