Henryk M. Broder / 23.09.2014 / 11:49 / 7 / Seite ausdrucken

Enthauptungen sind eine Scheiss-PR

“Glauben Sie mir, die Terroristen sind keine Muslime”, sagte ein junger Mann am Rande einer der Kundgebungen vergangenen Freitag. Woher will er das wissen? Beten sie nicht fünf Mal am Tag? Verneigen sie sich nicht in Richtung Mekka? Essen sie vielleicht Schweinefleisch und spülen den üblen Nachgeschmack mit einer Flasche Jack Daniels runter? Und könnte es sein, dass die Kämpfer des IS sich für die “wahren Muslime” halten und alle anderen, die nicht in der Lage sind, einem “Ungläubigen” den Kopf abzuschlagen, für Weicheier, die dasselbe Schicksal verdienen? Hat irgendjemand einen Lackmustest oder eine Urinprobe entwickelt, um “wahre” von “unwahren” Muslimen zu unterscheiden?

Wenn der IS nicht islamisch ist, dann war die Inquisition nicht christlich. Dann ließ Tomás de Torquemada nur “im Namen des Christentums” foltern, während die “wahren Christen” sich schon auf den nächsten ökumenischen Kirchentag vorbereiteten. Und die Kreuzritter? Das waren die ersten Abenteuerurlauber. All inclusive, sozusagen. http://www.welt.de/debatte/henryk-m-broder/article132498528/Liebe-muslimische-Mitbuerger-und-Mitbuergerinnen.html

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Karl Mallinger / 25.09.2014

Ich glaube nicht an Gott, ich weiß nicht, ob es Jesus überhaupt je gegeben hat, aber: Jesus - sei er nun historisch fiktiv oder historisch real, so wie ihn die Bibel beschreibt, hat nie Menschen ermorden lassen oder gar selbst Menschen ermordet. Deshalb steht jemand, der im Namen des Christentums Menschen ermordet, klar im Widerspruch zu jener Figur Jesus, wie sie in der Bibel beschrieben wird. Bei Muslimen, die im Namen des Islams morden, ist das nun einmal NICHT unbedingt so, dass diese im Widerspruch zum Verhalten des Propheten Mohammed stehen, wie sie in Quran und Hadithen beschrieben wird. Ein Stichwort von vielen: “Banu Quraiza”. Deshalb ist das mit dem “IS hat mit dem wahren Islam nichts zu tun” so eine Sache…

Werner Reichel / 25.09.2014

Es ist ein Schrecken ohne Ende, uns immer wieder schaudernd und hilflos die IS Gräueltaten ansehen zu müssen. Fragen wir doch besser nach dem WOHER und WARUM? - Offen und selbstkritisch! – Wie wir wissen, kommen Kinder nicht mit Sprenggürteln als brutale IS Kämpfer auf die Welt. Sie werden auch nicht nur allein von einer hasserfüllten, psychopatischen Minderheit eines Systems so gemacht. Bei aller Abscheu vor der IS , man kann ihr leider psychologische Kenntnisse und propagandistische Cleverness nicht absprechen. Sie schafft es - immer erfolgreicher - unsere allein gelassenen Jugendlichen und Erwachsenen gegen unsere Gesellschaft aufzuhetzen und sie mit geschicktem Psychoterror zu mörderischen Kämpfern um zu funktionieren! – Herr Broder schreibt: „” Es gibt keine perfekte Religion und kein perfektes System. Jeder Demokrat weiß, dass Demokratie kein finaler Zustand ist, sondern sich ständig in Weiterentwicklung befindet.“ – Richtig! – Darum sei die Frage erlaubt: „Sollte man nicht auch Ursachenforschung in den Problemen und Schwächen einer kränkelnden, unfertigen Demokratie und eines ausufernden Kapitalismus betreiben?- Ist es nicht doch ein Teil der 30% psychisch Kranken und Leistungsschwachen (Tendenz steigend) unserer Gesellschaft, die wir gerne verleugnen, weil sie mit einigen Werten unserer Gesellschaft nicht mehr konform gehen können und weil sie die „ansteckenden Krankheiten“ Armut und Depression in sich tragen. Von der Wirtschaft aussortiert und dem Staat übergeben, flüchten ein Drittel dieser ungeliebten jungen Menschen In Langzeitarbeitslosigkeit, Psychiatrie, Drogensucht, Bandenkriminalität, Suizide, Amokläufe…und manche sogar in Terrorkommandos wie die IS! - Meist stammen sie aus Doppelverdienerehen, zerstrittenen Familien, Migrationskinder …! Keiner hat sie nach der Schule liebevoll empfangen, sich um sie gesorgt. Rot-Kreuz und Diakonie mahnen seit langem, dass ein Viertel unserer Familien so irreparabel zerstritten sind, dass man sich nicht einmal am Sterbebett voneinander verabschiedet. Ohne Erfahrungen im Umgang mit solch menschlichen Tragödien büßen die Kinder schon seit Jahren für die Fehler der Großen. Sind das nicht auch Brutnester für Terrorkommandos a‘ la IS?. Und die Zahl wächst und wächst und die Schere Arm und Reicht klafft immer weiter auseinander… national und global!? – Auch die Wut des Volkes wächst. „Ackermänner“ können sich nur noch in gepanzerten Autos und von Bodyguards umgeben unter die Leute wagen. Wie kann man, als verantwortungsvoller Politiker, damit leben? Zudem auch noch 20 Billionen Dollar „gestohlenes Volksvermögen“ in Steueroasen liegen und diese sich jährlich um 1 Billion Euro – nur aus dem EU Raum – vermehren! Für die Politik ist diese Psychosituation äußerst unangenehm. Weil es wie eine Eiterbeule wächst. Diese zu beseitigen aber Geld kostet und Null Stimmen bringt. Notwendige, langfristige Präventivmaßnahmen sind schon gar nicht interessant, weil es fraglich ist, wer den Erfolg in der nächsten Legislaturperiode erntet. Also totschweigen, und sich lukrativeren Stimmenfang zuwenden. Man suhlt sich lieber im Licht der top ten, buhlt um deren Stimmen und unterstützt die Förderung illusorischer Zuwachsprogramme. Oder rettet Investoren und Banken mit Milliardenschweren Rettungsfonds. Vielleicht denken die Politiker bei der Themenwahl für den nächsten „Stimmenfang“ einmal darüber nach: Nur 10 % aus dem gestohlenen EU Volksvermögen von 1 Billion (jährlich!) das wären 100 Milliarden EURO. Statt in Steueroasen in unsere (vielleicht auch globale) Kinder- und Elternprogramme investiert. Damit könnte man 2 Millionen junge Menschen jährlich mit 50.000 Euro/pro Mensch unterstützen. Für Betreuungs- und Bildungsmaßnahmen, für Eingliederungsbeihilfen in Firmen, Reha Programme, Vereinszuschüsse, Spez. Förder- und Nachhilfeprogramme, für die Bezahlung von Sozialarbeitern und Pädagogen, für bezahlbare Wohnungen, für Familien Jung-/Alt Begegnungssätten und, und, und…! Könnte das nicht langfristig eine unblutigere Alternative sein, als 30.000 IS Kämpfer in den nächsten Jahren abzuschießen. Wobei uns die Blutrache gewiss ist! Und nebenbei wäre dies auch noch ein unschätzbarer Stimmenzuwachs! Salam und Shalom

Nils Knospe / 24.09.2014

Der Islam ist eine Gefahr für unsere Gesellschaft. Wer 1930 in die NSDAP eingetreten ist, wollte vielleicht auch nicht unbedingt Holocaust und Weltkrieg - vielleicht .. Ist dann aber irgendwie doch passiert. Was mir jedoch Angst macht, sind Leute wie ein gewisser Journalist Kienzle, der in der letzten “Hart Aber Fair” Show fordert, es müssten “mehr Imame nach Deutschland” kommen um “gefährdete” Moslems zu bändigen. Der Mann hat seine besten Zeiten natürlich hinter sich. Trotzdem - es bleibt brenzlig.

Dieter Stolpe / 24.09.2014

Egal, ob Religion, Ersatzreligion oder Ideologie - Täglich grüßt das Murmeltier Ludwig, mit Nachnamen Feuerbach Religionen sind in der Welt genauso das Problem wie Ideologien: Der Mensch verdaut den alltäglichen Wahnsin mehr schlecht als recht, dann stellt er fest, dass es doch etwas “Höheres” und “Größeres” geben müsse, was weit über seinen Verstand hinausgehen würde. Das ist dann das höhere Prinzip oder Wesen, also entweder ein Gott oder eine Ideologie. So weit, so schlecht! Dann kommt der nächste, fatale Schritt. Anstatt, dass er sich damit zufrieden gibt, dass dieser Gott oder diese Ideologie über seinen Verstand hinausgeht, und er wenigstens bescheiden bleibt, ordnet er Gott oder dieser Ideologie Attribute zu, die seinem eigenen Wunschbild entsprechen. So weit, so noch schlechter! So erhebt er sich über alle anderen Menschen und macht sich gottgleich oder eben zum Oberideologien. Er hat dann die beste und unmittelbarste Verbindung nach oben und steht ganz klar über allen, die etwas Anderes glauben. Gibt es dann wesentliche gesellschaftliche Probleme ordnet er diesen Andersgläubigen oder Mindererleuchteten die Schuld daran zu, und macht diese zum Sündenbock für alles. Das ist dann der Stoff, aus dem Kreuzzüge, die ISIS aber auch der Stalinismus oder der Faschismus sind. Gut, der Faschsismus ist untergegangen, weil die USA und die ehemalige Sowjetunion ihn glücklicherweise besiegt und die Deutschen völlig zu Recht zur Demokratie gezwungen haben. Geblieben ist allerdings ein latenter Antisemitismus, der sich sowohl aus der bürgerlichen Mitte, aber auch von links oder rechts speist. Im Namen des Christentum werden keine Hexen mehr verbrannt, weil der Geruch nach verbrannten Leichen den Tourismus stören würde. Er hat sich also mit Demokratie und Kapitalismus arrangiert. Der Stalinismus ist durch die von ihm drangsalierten Menschen glücklicherweise abgeschafft worden. Diejenigen Menschen, die einen “demokratischen Sozialismus” wollen, werden sich selbst früher oder später ad Absurdum führen, wenn sie die Geschichte des Stalinismus nicht aufarbeiten, und sich von ihm und seinen staatszentristischen und totalitären Denkweisen ein- für allemal verabschieden. Das Judentum stellt offensichtlich für die tapferen und durch einen antisemitischen Mob im In-und Ausland bedrohten Israelis eine lebensnotwendige Klammer des Zusammenhaltes dar. Aber was leistet der Islam für seine Gläubigen und die übrige Welt? Islamische Stimmen gegen die Gewalt gibt es - sie sind aber erheblich leiser als diejenigen Stimmen, die zum Massenmord oder auch zur Ermordung Einzelner aufrufen. Auch im Iran mehren sich die Stimmen der Vernunft, aber reichen die aus? Für Demokratie zu kämpfen lohnt sich, egal ob man das von einem konservativen, liberalen oder einem linken Standpunkt aus tut. Wichtig ist, dass man dabei Demokratie lebt und sich in Acht davor nimmt, Ideologien oder Religionen mit dem Anspruch auf die alleinige Wahrheit zu betreiben. (Also bitte auch keine Atheisten, die ihr Weltbild als Ersatzreligion betreiben!) Noch besser wäre die dringend notwendige Debatte über die Zukunft der Demokratie (z.B. in Deutschland), wenn Teile der Rechten ihren Nationalismus und Teile der Linken ihr Gutmenschentum zu Hause lassen würden.

Eckhardt Kiwitt, Freising / 23.09.2014

Islam hinterlässt, mehr noch als manch andere Religionen, Menschen in Unmündigkeit, macht sie zu Seelenkrüppeln, zu Unterworfenen, und insbesondere erzieht Islam zu Unaufrichtigkeit. Dies gepaart mit der Unfähigkeit, Kritik zu ertragen und mit der Unfähigkeit zur Selbstkritik. Dabei ließe sich mit Aufrichtigkeit mehr erreichen. Aber damit wäre “der” Islam - nein jeder Islam - am Ende.

Reiner Schöne / 23.09.2014

Um ein Übel auszumerzen muss man es kennen und vorallem beim Namen nennen. Leugnen ist der falsche Weg. Es sind Moslems, es sind Islamisten also die extremen Fälle des Glaubens. Totschweigen, wie der Zentralrat der Muslime es bis vor kurzem versucht hat, und erst Monate später etwas dazu sagt, funktioniert nicht. Ein einfacher Weg das heraus zu finden, wer die IS ist und das ohne Menschenleben auf allen Seiten zu beklagen wäre, sorry, aber ein Sprühflügzeug und eine Schweineschlachterei mehr braucht man nicht. Allein die Reaktion würde die Wahrheit ans Licht bringen. Ich kenne viele Moslems persönlich und keiner möchte diese Fanatiker haben.

Martin Schott / 23.09.2014

“Der Islam ist perfekt. Nur manche Muslime sind es nicht.” - Und genau das ist das Problem. Wenn “der Islam” (hier darf mal wieder pauschalisiert werden…) perfekt sein soll, wie kann man sich dann glaubhaft von Auswüchsen wie Scharia, Dschihad etc. distanzieren? Und noch ein zweites Mantra erschallt derzeit allüberall: das vom Islam als “missbrauchter” Religion. Wenn das stimmt, bleibt immer noch die Frage, weshalb sich der Islam für den Missbrauch durch den IS eignet und nicht etwa der Buddhismus, der Jainismus oder der zeitgenössische Katholizismus? Selbst McGyver könnte einen Kugelschreiber nicht zum Marschflugkörper umfunktionieren.

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