Ein Expertenkreis fordert die CDU auf, der zerstörerischen Energiewende umgehend Einhalt zu gebieten. Die ungebremste Fortsetzung der Energiepolitik münde in einem beispiellosen Niedergang.
Mit einem offenen Brief hat sich ein Netzwerk von Energieexperten vom „Aktionskreis Energie und Naturschutz“ sowie vom „Deutschen Arbeitgeberverband“ an die CDU/CSU-Führung gewandt und gefordert, die deutsche Energiepolitik wieder vom Kopf auf die Füße zu stellen. Die Briefautoren machen sich große Sorgen, dass eine ungebremste Fortsetzung der Energiepolitik in einem beispiellosen Niedergang mündet und appellieren an die CDU/CSU-Führung, der zerstörerischen Energiewende umgehend Einhalt zu gebieten. Die Achse des Guten dokumentiert das Anschreiben und den offenen Brief:
Sehr geehrter Herr Dr. Merz, sehr geehrter Herr Dr. Söder,
sehr geehrter Herr Dr. Linnemann, sehr geehrter Herr Huber,
sehr geehrter Herr Spahn, sehr geehrter Herr Dr. Lenz,
im Anhang darf ich Ihnen den Offenen Brief des Aktionskreis Energie und Naturschutz AKEN e.V. sowie des Deutscher Arbeitgeberverband e.V. zuleiten. Wir machen uns große Sorgen, ob die Union bis zur Bundestagswahl die Größe der Herausforderung begreift, die Energiepolitik so weit umzugestalten, dass die deutsche Wirtschaft wieder überlebensfähig wird.
Im Kern geht es darum, dass die Politik ein Design-to-cost-Programm für die Energiepolitik gestaltet. Nach unserer Auffassung ist die Union die einzige Kraft, der dies derzeit zuzutrauen ist.
Wir schreiben Sie an (Kopie an die MIT-Bundesvorsitzende), weil Sie als Vorsitzende, Generalsekretäre und energiepolitisch Zuständige in besonderem Maße die Verantwortung für die grundsätzlichen Weichenstellungen in der Energiepolitik tragen.
Den Brief werden wir ab Montag auch öffentlich breit bekanntmachen, um Ihnen den notwendigen Rückenwind für politische Veränderungen zu erzeugen.
Gerne tragen wir auch weiterhin dazu bei, volkswirtschaftlich und umweltpolitisch sinnvolle Regelungen in der Energiepolitik zu gestalten.
Mit freundlichen Grüßen
Björn Peters
Der Text des offenen Briefes lautet:
Offener Brief an Dr. Friedrich Merz, Dr. Markus Söder, Dr. Carsten Linnemann, Markus Blume, Jens Spahn und Dr. Andreas Lenz
Sehr geehrte Damen und Herren,
als Experten für Energie- und Volkswirtschaft sowie als besorgte Bürger und Unternehmer nehmen wir wahr, dass mit der derzeitigen Energiepolitik, die auch seitens der Union auf eine systematische und systembedingte Verteuerung von Energie gesetzt hat, die deutsche Wirtschaft in die Bedeutungslosigkeit katapultiert wird. Jetzt ist die Zeit des Handelns und nur die Union kann hier politisch wirklich etwas bewegen. Es drohen schwerste politische Verwerfungen, wenn der Wohlstand weiter leichtfertig verspielt und die grüne Degrowth-Politik weiterverfolgt wird.
Wir sehen die Union in einer historischen Verantwortung. Wird sie dieser nicht gerecht, droht ein Szenario wie 1930, was Deutschland an den Rand des Abgrunds oder darüber hinaus bringen wird.
Die Union muss sich auf ihren marktwirtschaftlichen Kern besinnen. Wir fordern, dass – sobald sich die machtpolitische Perspektive hierfür bietet – der folgende Maßnahmenkatalog unmittelbar und konsequent umgesetzt wird. Es muss:
- auf dem Verordnungsweg die Erhöhung der EEG-Vergütung für Solar- und Windkraftwerke vom 24.12.2022 (!) um ein Viertel zurückgenommen werden.
- der Vernichtungsfeldzug gegen die Kernkraft gestoppt und ein Rückbaumoratorium für Kernkraftwerke verhängt werden. Jeder Tag kostet Millionen!
- die Stromsteuer auf das europapolitische Mindestmaß abgesenkt, die Ökosteuer auf Benzin ausgesetzt und Brennstoffsteuern, CO2-Abgaben sowie sämtliche Steuern auf Energie gestrichen werden.
- die Anwendung des EEG auf Anlagen, die noch keine Genehmigung der Bundesnetzagentur haben, ausgesetzt werden, die anfangs notwendige Anschubfinanzierung nach über 20 Jahren EEG beendet und die bislang EEG-geförderten Energieformen in den Markt entlassen werden.
- dafür gesorgt werden, dass – um die Netzstabilität weiterhin zu gewährleisten – sämtliche Kraftwerke > 10 kW Leistung von den Netzbetreibern abgeschaltet werden können und in solchen Fällen auch für Bestandsanlagen die EEG-Vergütungen gestrichen werden. Die EEG-Regeln zum Geisterstrom sind zu streichen!
- die Bundesnetzagentur angewiesen werden, neue Anlagen nur dann zu genehmigen, wenn sie netzdienlich sind, also durch Batteriespeicher das lokale Netz stützen, statt es zu belasten.
- das Kohleverstromungsbeendigungsgesetz ersatzlos gestrichen und das Verbot der CCS-Technologie aufgehoben werden.
- als genereller Leitsatz eingeführt werden, dass Energieinfrastruktur erst abgebaut werden darf, wenn funktionierender Ersatz dafür aufgebaut ist – nicht vorher.
Lässt die Union diese letzte Gelegenheit für grundlegende Änderungen in der Energie- und Klimapolitik verstreichen, werden neue Kräfte von der Wut der Bürger über die Unfähigkeit der Politik, das dringend Notwendige umzusetzen, profitieren und das Ruder übernehmen. Die Union wird dann – wie die SPD schon jetzt – in der Bedeutungslosigkeit verschwinden.
Daher unser Appell: Lassen Sie sich nicht länger von interessengesteuerten Wissenschaftlern, Medienschaffenden und Industrielobbyverbänden manipulieren. Korrigieren Sie die falsche Politik der Vergangenheit, wenden Sie Technologien und Methoden des 21. Jahrhunderts an und führen Sie Deutschland in eine neue Phase der Prosperität! Im Ergebnis könnten Sie so ein Konjunkturprogramm in Höhe von mehreren Prozent des BIP für die deutsche Wirtschaft starten.
Aktionskreis Energie & Naturschutz (AKEN) e.V.
Dr. Reinhard Sattler (1. Vorsitzender)
Dipl.-Ing. Michael Saier (Unternehmer und AKEN-Vorstandsmitglied)
Jochen Plate (Unternehmer)
Deutscher Arbeitgeberverband e.V.
Dr. Björn Peters (Physiker, Energieökonom und Unternehmer, Vorstandsvorsitzender)
Mitunterzeichner:
Prof. Dr. Fritz Vahrenholt (Umweltsenator a.D.)
Thomas Mock (Anwalt)
Dr.-Ing. Peter Preusser (Senior Energy Expert, Berater der Energiewirtschaft)
Dipl.-Ing. Stefan Spiegelsberger (Fachjournalist Energietechnik und -wirtschaft, „Outdoor Chiemgau“)
Prof. Dr. Holger Watter (Energiewissenschaftler, Hochschule Flensburg)
Dipl.-Ing. Manfred Haferburg (Kernenergetiker)
Dipl.-Ing. Frank Hennig (Kraftwerksingenieur und freier Autor)
Dr.-Ing. Detlef Ahlborn (Unternehmer)
Rolf Schuster (Maschinenbauer, Energiemarktanalyst)
Dr. habil. Joachim Dengler (Physiker)
Beitragsbild: Tucker M.Yates Navy via Wikimedia Commons
„Offene Briefe“ sind so nutzlos wie „Petitionen“! Das einzige was hilft ist die „AfD stark machen“ und zwar so stark, dass ohne Sie nicht mehr regiert werden kann!
Natürlich hat die CDU und ihr großer Vorsitzender bisher nichts von den Forderungen in ihr Programm übernommen. Aber es ist richtig, das immer wieder auf den Tisch zu bringen. Wäre es da nicht sinnvoll, dass man den Brief als Erklärung nimmt und die Öffentlichkeit auffordert, mit zu unterzeichnen? Vielleicht bringt das Friedrich den Langen und/oder andere Entscheidungsträger der CDU zum Umdenken. Anderenfalls müssen es dann doch die „Anderen“ richten, also die, die das jetzt schon so fordern. Kann dann nur noch dauern und zu spät sein.
Merz redet als Blackrocker lieber von der Ukraine und bastelt an der Brandmauer. Der Rest der Angeschriebenen will sich einfach durchwurschteln…
Naivität ist eben doch bei Kompetenz gut möglich, wie die Schreiber des Briefes der Aktion beweisen.
(Das Gedankengut der geistigen Grüntaliban ist ebenfalls schon zu tief in der Union drin…)
Ob ein netter Brief die irren Ideologen und die charakterlosen Mitläufer überzeugt ihr Zerstörungswerk zu stoppen? Nein, aber die Verfasser des offenen Briefs verstecken sich nicht hinter Anonymität und das könnte andere fachkompetente Persönlichkeiten dazu ermutigen endlich öffentlich & namentlich Stellung zu beziehen. Die feigen Professoren, Doktoren, Ingenieure, Experten, Unternehmer, Fachkräfte, Politiker, Beamte brauchen etwas Ermunterung, um aus dem Gleichschritt der Mitläufer auszuscheren. Bis jetzt lautet ihr Motto: „Führer befiehl! Wir folgen dir bis du endlich tot bist!“
Ziemlich spätes und lächerliches Betteln um Grade. Eine Alternative steht zur Wahl, wird aber ignoriert.
Was kann man von den Mitautoren der Deindustriealisierung, der CDU/CSU, erwarten? Nichts.
Die sind auf Mission, gegen die Unternehmer, sehr unchristlich gegen die eignen Bevölkerung, gegen soziale Marktwirtschaft, gegen Freiheit und Wohlfahrt. Alles für ein bißchen persönliche Macht und persönliche Vorteile, Lügner, Täuscher, Unwählbare, oder?
Die CDU wird gar nichts tun, zumindest nicht für Deutschland. Sie besteht m. E. aus bräsigen Parteisoldaten, deren Hauptziel darin besteht, ihrem Black-Rock-Anführer die Bruchpiloten-Stiefel zu lecken, um diesem den Kanzlertitel und sich selbst einen Platz am Futtertrog zu sichern, solange noch was drin ist. Ich wundere mich schon etwas über die Naivität der ansonsten doch recht intelligenten Unterzeichner.
Die Blockpartei, noch immer Union genannt, wird sich 2025 mit einem linken Partner ins politische Bett begeben. Der Aufruf wird verhallen.
Dank Klimawandel fällt der Winter in Zukunft aus, wenn doch nicht, machen wir uns warme Gedanken, funktioniert bei den Links-Grünen doch auch.