Von Thilo Thielke.
Endlich wird die Bundeswehr gesäubert. Ich habe lange darauf gewartet. Mir war das immer klar, daß da was schiefläuft. Aber: Wie konnte man es überhaupt so lange dulden, dass der Neonazi Franco A. seinen irren völkisch-rassistischen Traditionen ungehindert nachging?
Das muss doch jemandem aufgefallen sein, dass sich diese Odin-Jünger fünfmal am Tag in einem sogenannten Gebetsraum trafen und riefen: „Odin ist groß, es gibt keinen Gott außer Odin!“ Das brüllten sie doch sogar von ihren Kult-Türmen, zum Teil aus Lautsprechern, ohne dass die Vorgesetzten eingriffen. Und sie glaubten, dass im jenseits 72 Walküren auf sie warteten. Sie machten kein Geheimnis aus ihrem Irrsinn.
Odin-Frauen mußten zum Beispiel blonde Perücken tragen, um ihre echte Haartracht zu verbergen, und wenn sie dagegen verstießen, wurden sie ausgepeitscht und bisweilen auf Thingplätzen gesteinigt. Sie mußten komische Kostüme tragen und sahen danach aus wie diese Mensch-Ärger-Dich-Nicht-Kegel. Wie entwürdigend diese Nazikultur für die Damenwert ist, wie barbarisch. Und wir? Was haben wir dagegen getan?
Schwule wurden von den Odin-Jüngern an Baukränen aufgehängt, und unliebsamen Journalisten schnitten sie die Kehlen durch, Dieben hackten sie die Hände ab. Was für ein verdorbener völkischer Glaube mitten in unserer Gesellschaft, und das unter unseren Augen! Keiner will das gemerkt haben, keiner wollte das sehen.
Gut aber, dass wir Ursel haben. Die hat sich gefönt und das herausbekommen, die geht dagegen vor und will jetzt eine „schnellere und effizientere Meldekette“ einrichten.
Was für ein Abgrund aber auch. Hatte der Neonazi doch tatsächlich eine Pistole im Wiener Flughafen versteckt, nachdem er sich zuvor bei gutgläubigen Beamten mit 22 Identitäten angemeldet hatte, mit dem Laster über den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz gebrettert war, um Odin-Leugner zu massakrieren, und in einer Eisenbahn in Süddeutschland mit der Axt auf asiatische Touristen eingeschlagen hatte. Derzeit wird untersucht, ob völkisch-rassistische Glaubensgenossen von Franco A. eventuell hinter einem Blasphemieurteil gegen den Gouverneur von Jakarta stecken.
Ein internationales Netzwerk wäre das dann. Wundern täte es nicht: In seinem Spind fand man ein fremdsprachiges „Heiliges Buch“, in dem aufgefordert wurde, Abtrünnige zu morden – eine Anleitung, die Demokratie zu zerstören. Zudem hingen überall Devotionalien eines Massenmörders herum, der den Odinkult einst begründete. Und: Mit einer großen Gruppe anderer Odin-Jünger hatte Neonazi Franco A. vor zwei Jahren auf dem Hadsch-Volksfest in der Stadt Mekka massenhaft einheimischen Frauen unter die Burka gegriffen und sie danach vergewaltigt.
Damals hatten wir noch alle gedacht, das bisschen Fickificki müssten die orientalischen Damen aushalten können, hätten sie doch normalerweise mächtig Spass an so etwas – oder wie es Karsten-Uwe Heye in seiner vortrefflichen Art auszudrücken vermochte: „Wenn die drei oder vier tollen Tage oder fünf tollen Tage sind, dann sind sozusagen sexuelle Übergriffe etwas, das irgendwie dazugehört.“ Das klingt jetzt nicht besonders geschliffen, aber wir wollen dem Mann nicht Unrecht tun. Er ist in der SPD und hatte mal einen Posten als Regierungssprecher. Der Odin-Kult gehöre zu Deutschland, hiess es sogar in der anderen größeren Blockpartei.
Aber Schluss jetzt mit dem braunen Sumpf, und zwar mit aller Härte: Denn die Bundeswehr hat nicht nur nichts getan, Odin-Jünger haben es unbemerkt sogar bis in die Bundesregierung geschafft, wo sie, besonders pikant, sogar für sogenannte Migrationsfragen zuständig sind und immer mehr andere Odin-Gläubige ins Land holen. Und das zu einem Zeitpunkt, da Odinjünger im Nahen Osten ein eigenes Reich ausgerufen haben und in nahezu allen Ländern, in denen sie die Mehrheit stellen, Menschen tyrannisieren, die ihnen nicht genehm sind, und überall ihre komischen Odin-Flaggen wehen.
Nur gut, dass unsere Ministerin wachsam ist. Nur gut, daß wir sie haben: Vorwärts, Bolschewik.
Beitragsbild: Bundesarchiv CC BY-SA 3.0 de via Wikimedia
Eine paradoxe Intervention auf dem Boden einer verdeckten Analogie - das ist fürwahr ein interessanter Gedanke! Es wird dem Wahrheitsministerium und seinen in wachsender Zahl tätigen Zweigstellen nicht gefallen, dass eine (eigentlich naheliegende) Beobachtung so subtil vorgetragen wird ...
Jaja, der Islamismus ist ein Problem. Das weiß auch jeder, der die Achse liest. Nichtsdestotrotz sollte man nationalsozialistische Umtriebe bei der Bundeswehr auch nicht kleinreden. Es ist doch gut, dass hier rechtzeigtig ein Anschlag verhindert wurde, denn lt. Presse haben Franco A. und seine Komplizen eine Todesliste verfasst und auch die Mittel dafür gehabt, sie abzuarbeiten. Aber auch wenn ich Heiko Maas für eine Fehlbesetzung halte - den Tod wünsche ich ihm ganz sicher nicht.
Und über all dem Aktionismus kann so hübsch davon abgelenkt werden, dass sich da dieser Oberleutnant ganz einfach als syrischer Flüchtling hat registrieren lassen. Im Tarnen und Nebelkerzenwerfen ist die Frau Verteidigungsministerin ja echt spitze!
Dieser Odin Kult klingt wirklich radikal und gruppenbezogen menschenfeindlich. Gut, dass Ursel so aufmerksam ist und ihn jetzt offenlegt. Echte Verteidigung muss heute gegen solche Kulte gerichtet sein, die mit Internet und Gedankenzersetzung ganze Staaten lahmlegen.
Sie haben meinen Tag gerettet.... Mein Glüclwunsch zu diesem Artikel.
HURRA! Ich könnte schreien vor Vergügen! Schade, dass es im BMVg nicht gelesen, und wenn doch, nicht verstanden und als typische FakeNews abgetan wird!
Wie gut, dass Odin und Co. in der überwiegenden Mehrzahl von aufgeklärten Heiden die Treue gehalten wird, die nur spöttisch den Mundwinkel anheben, wenn einer ihrer Götter (ja, es gibt bekennende und praktizierende Polytheisten in diesem Land) als Platzhalter für einen, einem komplett anderen Kulturkreis entstammenden Gott herhalten muss. Glücklicherweise besitzt der schlichte Ásatrú mehr Gelassenheit und Vertrauen in die Stärke seiner religiösen Überzeugung, dass er solche Vergleiche amüsant finden kann. Und lehrreich. Nicht auszudenken, der eigentlich Gemeinte wäre in diesem Artikel genannt. Das schäumende Wüten der Rechtgläubigen und ihrer Förderer würde die Achse des Guten mit ganzer Kraft treffen.