Henryk M. Broder / 21.06.2017 / 18:09 / 5 / Seite ausdrucken

Endlich geklärt: Wann Werbung sexistisch, diskriminierend und/oder frauenfeindlich ist

In Berlin klappt nichts. Nicht nur der neue Flughafen, der nie in Betrieb gehen wird, ist eine Katastrophe. Die ÖNVM verkehren nach dem Zufallsprinzip. Wenn im Bezirk Tiergarten eine Straße gesperrt wird, gibt es einen Stau in Reinickendorf. Die Sanierung einer 300 m langen Unterführung an der Grenze von Charlottenburg nach Wilmersdorf dauert länger als der Bau einer nagelneuen sechsspurigen Hängebrücke in der Mongolei. 

Aber: In der Bezirksverordnetenversammlung, dem Parlament des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf, war die Stimmung noch nie besser. Endlich haben die Abgeordneten das Thema ihres Lebens gefunden! Vor allem die der Linken. Es riecht nach Würzfleisch mit Sättigungsbeilage, zumindest in der Phantasie der Delegierten. Sie wollen wieder verbieten, verbieten und verbieten. Vor allem das, was sie selber um den kargen Verstand bringt. Sexistische Werbung! Was das ist, muss allerdings erst einmal definiert werden. Zum Beispiel:

Wenn sich die Frau (kaum bekleidet) in ihrer Position unter dem Mann befindet, z.B. hockt, kniet, sitzt oder liegt, während der Mann (vollständig bekleidet) steht bzw. eine höhere Position in der Szene einnimmt.

Oder wenn die Frau kaum oder sehr körperbetont bekleidet und ohne Anlass lächelnd inszeniert wird. 

So was geht gar nicht, ohne Anlass lächeln, dafür kam man in der DDR gleich in die Pension Normannenstraße. Immerhin, so nah am Sex wie bei der Drucksache 0285/5 sind die Freizeit-Nonnen und Hobby-Mönche der Linken noch nie dran gewesen. Ganz im Sinne von Karl Kraus, der über einen Kongress zur Bekämpfung von käuflichem Sex mal schrieb: "Die Herren berieten, wie sie der Prostitution und den Prostituierten zugleich auf den Leib rücken könnten."

Diesmal sind auch Damen mit von der Partie. 

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Leserpost

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Caroline Neufert / 21.06.2017

sehr gelacht, nett ... trotzdem TXL ist der schönste, na vielleicht der praktischste Flughafen der Welt und vom Augustiner zurück der ÖPNV in B ist besser als in M

mike loewe / 21.06.2017

Eine der ersten Amtshandlungen des neuen islamischen Londoner Bürgermeisters Sadiq Khan war, sexistische Werbung in U-Bahnhöfen zu verbieten. Zuviel Nacktheit passt halt nicht zum prüden Islam.

Hubert Bauer / 21.06.2017

Die Definition von sexistischer Werbung ist denkbar einfach: “Verboten ist Alles, was Männern gefallen könnte”. Gut ist dagegen Werbung mit der “Ceck24-Familie”, wo Mutter und Tochter ständig dem vertrottelten Vater zeigen wo es im Leben lang geht.

Alexander Wallroth / 21.06.2017

Herr Broder. Sie treffen den Nagel wieder einmal mal auf den Kopf.  Zum schmunzeln aber eigentlich doch nicht! Danke dafür.

Werner Arning / 21.06.2017

Das eigentliche Problem der Grünen und Linken ist, dass sie so unheimlich deutsch sind, („unheimlich” im wörtlichen Sinne). Der Vorgang in Berlin passt da ins Bild. Wie keine anderen Parteien verkörpern sie Engstirnigkeit, Prüderie, messianischen Belehrungseifer, „Besserwissertum” und Humorlosigkeit. Darüber täuschen auch keine Bühnen-Tänzchen und zur Schau getragene Lustigkeit der Parteispitze hinweg. Vielleicht möchten sich die Deutschen ja gerade von diesen „Tugenden“ emanzipieren.

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