Gastautor / 12.07.2023 / 06:00 / Foto: Pixabay / 167 / Seite ausdrucken

Ende eines Flüchtlingsdramas – Ein persönlicher Bericht

Von Yehudit de Toledo Gruber.

Eine jüdische Seniorin in München erlebte hautnah, welche Begleiterscheinungen die deutsche Asyl-Politik für die Einheimischen und Zugewanderten mit sich bringen kann. Das sich über sieben Jahre hinziehende Drama endete tragisch.

Unser bayerischer Innenminister, Herr Joachim Herrmann, sei – so schrieb er es mir soeben – zutiefst erschüttert über das Ende des hier geduldeten somalischen Flüchtlings, der jahrelang über mir in einer ausgebauten Dachkammer hauste und für Angst und Schrecken sorgte, wie ich 2018 und 2020 in der Jüdischen Rundschau (hier, hier und hier) schilderte. Denn als „wohnen“ konnte man beim besten Willen nicht die Art und Weise seines verpfuschten, kriminellen Lebens hier in München bezeichnen. Unzählige Schlägereien, Drogendelikte, Psychiatrie-Aufenthalte und immer wiederkehrende, notwendige Polizeieinsätze gingen auf sein Konto. Nichts funktionierte, und schon gar nicht die Bereitschaft seitens irgendeines überforderten Mitarbeiters der Ausländerämter und Sozialbehörden.

Meine anfänglichen, umfangreichen Unterstützungsaktivitäten betrachtete ich als Mitzva (Pflicht) und den Versuch, diesem jungen Mann ein bisschen Halt zu geben. Doch nach und nach musste ich leider erkennen, dass ich mich selbst in Gefahr brachte, da der Somali immer öfter vor meiner Wohnungstür lagerte, klingelte – und nicht selten noch seine bekifften aggressiven afrikanischen „Kumpels“ mitbrachte, die unser Treppenhaus bevölkerten. Über mir, in seiner Klause, spielten sich unsägliche Zustände ab, als er später einfach noch eine wesentlich ältere und vollkommen überforderte somalische Freundin (die er hier „auf somalische Art“ geheiratet hätte) miteinquartierte, die nicht nur ein geistig behindertes Kleinkind mitbrachte, sondern mit ihm auch noch zügig einen Sohn zeugte. Wüstes Geschrei, Schlägereien, Möbelwerfen, Drogenqualm – und mittendrin die beiden Kinder. Ich informierte nicht nur die Polizei, sondern auch sämtliche Sozialbehörden, die Pingpong mit mir spielten und sich für gar nichts zuständig fühlten. Jede zweite Ausrede waren der „Datenschutz“ und ihr Paragraphen-Nebel.

Immer wieder „ermahnt“, ansonsten passierte wenig

Erst nach mehrjährigem Briefe- und Mahnschreiben meinerseits sowie einer Anzeige bei der Kinderschutzbehörde (diesen Tipp gab mir die Polizei), wurde diese Somalin mitsamt ihren Kindern endlich aus der Dachkammer geholt und ihr mitsamt den Kindern eine andere Wohnung zugeteilt. Als ich während ihres extrem „lauten Auszuges“ zufällig aus meinem Fenster schaute, drohte sie in meine Richtung noch mit ihrer geballten Faust.

Ich habe nie wieder von ihr gehört, sondern wurde nun erneut von ihrem Ex-Partner belagert, der in regelmäßigen Abständen entweder von der Polizei abgeholt und „ermahnt“ oder gleich in die Psychiatrische Suchtklinik eingewiesen wurde. „Mehr geben unsere Gesetze leider nicht her ...“ antwortete mir die Polizei, wenn ich sie – am Ende meiner Nerven – fragte, weshalb denn dieser drogen- und alkoholabhängige Somali immer nur „ermahnt“ und damit uns überforderten Bürgern überlassen wurde.

Jedes Mal, wenn er völlig unbeeindruckt zurückkam in seine Dachkammer über mir, lebte ich in Angst und Schrecken und traute mich kaum noch aus meiner Wohnung. Ständig bettelte dieser Flüchtling um Geld, um Lebensmittel, nie hatte er Fahrscheine, und die vielen Mahn- und Inkasso-Bescheide konnte er weder verstehen noch nachvollziehen. Eine große Penny-Einkaufstüte quoll fast über vor lauter dort gesammelten und zusammengeknüllten, ungeöffneten Behördenschreiben, die er mir vor die Tür stellte. Nein, meine Rat- und Hilflosigkeit lässt sich nicht beschreiben. Am Ende verwechselte ich die Herzmedikamente, fiel mir der Teller aus der Hand, und ich schreckte zusammen bei jedem Geräusch vor meiner Tür. So vergingen die Monate – bis zum Herbst im vergangenen Jahr.

Der zweite Selbstmordversuch gelang

In Erwartung des Postboten, der mir ein Buch liefern sollte, öffnete ich unüberlegt meine Wohnungstür. Doch leider stand nicht der Postbote davor, sondern der halbnackte, verwahrloste, schwankende Somali. In der Hand eine am Flaschenhals abgeschlagene Bierflasche, mit der er sich vor meiner Tür und vor meinen Augen – so schnell konnte ich das Ganze gar nicht realisieren – aufschlitzte! Der Anblick war entsetzlich. Der von mir herbeigerufene Rettungsdienst sowie auch die Polizei kamen sofort und brachten den sichtlich verstörten und blutüberströmten Somali in die Klinik. Und es versteht sich fast von selbst, dass sich unser städtischer Vermieter GEWOFAG (oberster Dienstherr OB Dieter Reiter) erst nach mehreren Telefonaten, Schreiben und Bitten meinerseits bequemte, mittels eines Sonderreinigungteams die Blutlache vor meiner Wohnungstür und im Treppenhaus zu entfernen.

Erst im Frühjahr sah ich den Flüchtling wieder. Schon als ich ihn nur von weitem erkannte, machte ich einen großen Bogen, um ihm nirgendwo begegnen zu müssen. Und dann wurde es plötzlich ungewöhnlich still in der Dachkammer über mir, was mir erst gar nicht besonders auffiel, doch später allmählich merkwürdig vorkam. Vor allem auch wegen des eigenartigen Geruchs, der durch unser Treppenhaus waberte. Zwar hatte gerade erst eine größere Rohrbruch-Reparatur im Keller unseres Hauses stattgefunden, doch davon konnte der süßliche Gestank nicht herrühren.

Aus diesem Grund kontaktierte ich (nach langen Überlegungen) den Notruf 110, entschuldigte mich schon im Voraus, dass ich möglicherweise umsonst anrufe, aber dennoch besorgt sei und deshalb bitte, dass die Polizei komme, die Wohnungstür des Somalis öffne und nachschaue. Die junge Frau am Notruf-Telefon reagierte sehr unprofessionell, stellte für mein Dafürhalten viel zu viele Fragen, meine Sorgen, Erklärungen und Vermutungen in Zweifel und ließ mich zudem während meines Anrufs ständig warten, weil ihr Computersystem mal funktionierte und dann wieder nicht.

Das nächste Drama steht schon vor der Tür

Irgendwann war ich überfordert, beendete genervt das Telefonat, verließ meine Wohnung und erledigte einen dringenden Einkauf. Als ich zurückkam, wartete schon die Polizei vor der Tür. Letztendlich war man meiner Bitte nachgekommen und hatte eine Streife vorbei geschickt. Der Somali lag tot in seiner Wohnung, er hatte sich umgebracht.

Die darauffolgenden Routine-Arbeiten durch Kriminaltechniker und Leichenbestatter sind für Profis, die ständig damit zu tun haben, natürlich ganz alltägliche Arbeiten.
Mich aber – ich befinde mich im achten Lebensjahrzehnt – hatte dieser Tag, das Ende dieses somalischen Flüchtlings, sein gesamtes Unvermögen, sich hier zu integrieren mitsamt der Behördengleichgültigkeiten sowie der Ablauf meines Notruf-Telefonats sehr erschüttert. 

Fast zwei Monate belästigte der durch die Sommerhitze noch verstärkt wahrnehmbare Leichengeruch aus der Somali-Wohnung uns Mieter, weil anschließende, hier vorgeschriebene Behördenabläufe nicht in die Gänge kamen und aufgrund des allgegenwärtigen Personalmangels die Wohnung weder desinfiziert noch gereinigt oder ausgeräumt wurde. Daher verfolgte ich nicht nur am 10. Mai mit großem Interesse den Verlauf (und die Null-Ergebnisse) des enttäuschenden Flüchtlingsgipfels in Berlin, denn auch unser kleines Laimer Stadtgebiet von München ist seit einigen Jahren eine verstärkte Anlaufstelle für die BAMF und hat die Wohnqualität – man muss es aussprechen dürfen – für uns übriggebliebenen, letzten „biodeutschen“ Mieter, sehr verschlechtert.

Und klar ist mir schon heute: Sobald die Dachkammerwohnung über mir generalüberholt und saniert ist, wird dort der nächste Flüchtling einquartiert. Und dann erleben wir hier wahrscheinlich das nächste Drama, abgewälzt auf uns Mit-Mieter, weil es ja noch immer heißt: Wir schaffen das!

 

Yehudit de Toledo Gruber, Jahrgang 1944, war in Dresden als Dolmetscherin / Übersetzerin (Spanisch-Deutsch) tätig und eine Ansprechpartnerin für kubanische sowie chilenische Arbeiter und Studenten. Ende der 60er Jahre unterrichtete sie an der Universität zu Havanna (Sektion Deutsch) Deutsche Geschichte und Linguistik (die Sozialistische!) und wurde sehr viel später – in den kritischen DDR-Jahren – wegen Aufmüpfigkeit an eine Bohrmaschine für die „Sozialistische Produktion“ des Vorzeigebetriebes Pentacon strafversetzt. Sie lebt heute in München.

Foto: Pixabay

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Leserpost

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Tobias Schlüter / 12.07.2023

@Roland Engl Ich zumindst denke genau so. Weiterhin denke ich mir: “Dann bin ich eben fremdenfeindlich oder rassistisch. Ist mir schnurzpiepegal.”

Ludwig Luhmann / 12.07.2023

Man sollte sich bei ARCHIVE ORG die Unterlagen zur UN Replacement Migration runterladen. Dort wird man im “Scenario V” erkennen, dass die UN für unser zukünftig allerbestes Dodoland aller Zeiten für das Jahr 2050 299.272.000 Bewohner errechnet hat. Die anderen 4 “Scenarios” für das Jahr 2050: 73.303.000 & 58.812.000 & 81.661.000 & 92.022.000. “United Nations Population Division, Replacement Migration - TABLE IV.11. TOTAL POPULATION IN 1995 AND IN 2050, AND GROWTH RATES BY SCENARIO, BY COUNTRY OR REGION”—- Bei der UN selbst konnte ich diese Unterlagen, die ich dort noch vor einem Jahr abrufen konnte, nicht mehr finden.  Wichtige Unterlagen sollte man kopieren und speichern, denn die Globalisten merken langsam, dass man ihren freiheits- und menschenfeindlichen Dreck liest, versteht und deswegen hasst!—- Ein Tipp: Wenn man in die Suchfunktion der pdf-Unterlagen z.B. die Zahl “299 272” eingibt, dann findet man sehr schnell die relevanten Tabellen.

P. F. Hilker / 12.07.2023

Die Story kommt mir bekannt vor. Fast jeder professionelle Vermieter kann davon ein Lied singen. Ich auch. Bei jeder Debatte im Fernsehen, wenn von den Schwierigkeiten der Wohnungssuche ausländischer Zeitgenossen die Rede ist und dabei die bösen Vermieter thematisiert werden, schalte ich ab. Gewisse Fehler sollte man nicht zu oft wiederholen. Man steht nämlich ziemlich allein da.

Silas Loy / 12.07.2023

Das zeigt exemplarisch und sehr eindrücklich, wie inhuman dieser illegale Migrationsirrsinn auch für die entwurzelten und überforderten Migranten sein kann. Das konnte man und das musste man wissen, gerade als Gutmensch*in.

Karin Wendorff / 12.07.2023

Liebe Frau Gruber, mir wurde regelrecht die Atmung stockend, während ich Ihr Zeitzeugnis las. Eine Frage drängt sich allerdings auf:  Wo waren die Mitbewohner Ihres Wohnhauses? Saßen die feige in ihren Sesseln und haben die Ihnen allein die dauernden Beschwerden bei Behörden und Polizei tätigen lassen? Das Duckmäusertum ist so resistent, dass es selbst dann nicht gebrochen wird, wenn sich so eine unerträgliche Lage schon vor der eigenen Fussmatte abspielt. Danke für Ihren Mut und ich wünsche Ihnen Gottes Segen, damit Sie den Stress metabolisieren können. In Norditalien gibt es ein Sprichwort, das lautet “Wenn der Herrgott dich ärgern will, schickt er dir einen bösen Nachbarn”. Soll er doch die ärgern, die uns die ganze Chose eingebrockt haben. Alles Gute für Sie!

Josefa Pröbsting / 12.07.2023

Eìne Geschichte, wie sie Kafka nicht besser hätte schreiben können. Es gibt Personal; aber das wird teilweise dermassen schlecht geführt, dass es dem Dümmsten auffallen muss, wenn eine Abschiebung droht. Da sucht man lieber mit seinen Siebensachen (inzwischen sind es wohl mehr geworden) das Weite. Abführungen nimmt der Ausreisepflichtige nicht wahr. Genauso wenig wie den Beamten, der den Staat vertritt. Es hat sich eine freche Durchsetzungsmentalität gebildet,  die nur mit konsequenter Härte beseitigt werden kann. Das erfordert aber einen starken Staat, der “sein” unser Recht konsequent vertritt. Danach sieht es leider nicht aus.

Sirius Bellt / 12.07.2023

Es wäre interessant gewesen, was der Somalier zu berichten gehabt hätte. Wie er sein Leben in Deutschland bewertete. Offensichtlich war er sehr verzweifelt, sonst hätte er sich nicht suizidiert.

Michael Hinz / 12.07.2023

In Kafkas Diktion #Ein Bericht für eine Akademie#; am Ende heißt es ‘ich habe nur berichtet’. Oder die Protokolle aus dem #Schloß#, die nie gelesen und nur genau zu diesem <Zweck> verfasst werden. Hier wird seit einiger Zeit an einer #Strafkolonie# gewerkelt, die Kafkas Phantasie bei weitem übertrifft: Spritzen, Energiewenden, Willkommenskulturen und Genderismus etc. kommen dort jedenfalls nicht vor. Nur die Abschaffung des Selbstbestimmungsrechtes, das uns - wie zum Hohn - vorgegaukelt wird.

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