Galerie von Bernhard Lassahn / 12.12.2021 / 06:10 / 15 / Seite ausdrucken

Einladung in das Café con Amore

Die Sehnsucht nach dem Leben wie es vorher war, ist die Sehnsucht nach dem Leben selber. Willkommen im Café con Amore, Ihrem virtuellen Sonntags-Café-Besuch mit prominenten Gästen!

Ein Schnelltest vorweg

Ein kleiner Test vorweg, ein Gedankenspiel: Erstellen Sie im Geiste eine Liste von 10 bis 20 Begriffen oder Abkürzungen, mit denen sie in der letzten Zeit zugemüllt worden sind und die Sie inzwischen nicht mehr hören können – mehr noch: kaum noch ertragen können. Ich glaube, da muss ich keine Beispiele nennen. Ich bin sicher, dass Ihnen da schnell was eingefallen ist. Schon das Wort „Schnelltest“ gehört mit dazu. Tut mir Leid, dass ich es erwähnt habe.

Café con Amore

Alle diese Worte und Abkürzungen kommen NICHT in dem Buch vom Café con Amore vor. Absichtlich nicht. Eben. Das ist die untergründige Aussage des Textes über ein zauberhaftes Café, in dem womöglich eine Verwandlung stattfindet. So ist das gemeint. Das ist die Beiladung.

Da wollen wir hin. Wir wollen einen „utopischen Vorschein“ erhaschen, uns soll ein hoffnungsvoller – oder zumindest noch nicht restlos entmutigter – Blick auf das ermöglicht werden, was Ernst Bloch die „Zukunft in der Vergangenheit“ genannt hat. Wahrscheinlich muss man Philosoph sein, um auf solche Formulierungen zu kommen. Aber auch Kinder können manchmal recht gut um die Ecke denken.

Sagt es nicht und singt es nicht!

Deshalb habe ich getan, was ich konnte, um auf die Musiker einzuwirken, die das Lied Wann dürfen wir mal wieder ins Café? eingespielt haben. Ich habe sie angefleht: Tut es nicht, sprecht dieses Wort nicht aus (ihr wisst schon, welches, es ist nicht das Wort „Voldemort“ …), sagt es nicht, singt es nicht. Auch Künstler sollten manchmal um die Ecke dichten.

Draußen tanzen

Sich frei bewegen können, überall hingehen, auf der Straße tanzen, sich spontan in den Arm nehmen … das ist die Sehnsucht, die in danser encore ihren Ausdruck findet. Es ist die Sehnsucht nach dem Leben selber.

Schon im April hatte es Felix Perrefort entdeckt als Hymne des Widerstandes. Für Archi W. Bechlenberg war es ein Hoffnungsschimmer der guten Laune in einer ansonsten tristen Zeit. Das unbeschwerte Tanzen und Singen war nämlich immer auch Teil einer Haltung, die damit gleichzeitig sagen wollte: Ich mach da nicht mehr mit.

Ich selber habe zweimal davon berichtet: Einmal habe ich die freie Bewegung von Danser Encore auf den öffentlichen Plätzen den automatisierten Bewegungen bei Jerusalema Challenge aus den Intensivstationen am Rande der Auslastungsgrenze gegenübergestellt (Das Tübingen-Video ist inzwischen nicht mehr verfügbar). Einmal habe ich mich erinnert, dass die Grünen in ihren Anfängen noch von den Musen geküsst waren und Danser Encore heute eigentlich ihre heimliche Lieblings-Hymne sein müsste, dass sie inzwischen aber – leider, leider – von allen guten Geistern verlassen sind.

Inzwischen gibt es eine Zusammenstellung mit ausführlichem Interview (mit Untertitel) mit demjenigen, der das alles losgetreten hat, mit Kaddour Hadadi & Les Saltimbanks (in der Sammlung, die ich zusammengestellt hatte, finden sich noch weitere Beispiele).

Drinnen sitzen

Es ist kalt geworden. Wir tanzen nicht mehr auf der Straße, wir wollen in ein Café und wollen uns hinsetzen. Ein Besuch in einem Café ist immer auch eine kleine Modenschau. Da treffen sich Prominente und Anonyme – womöglich falsche Prominente und echte Anonyme. Aber man trifft sich.

Wenn das im Moment nur eingeschränkt möglich ist und uns vielleicht sogar nachhaltig vergällt wird, dann zeigen die Gäste dennoch den guten Willen, sich wieder bedingungslos zu treffen – als Erinnerung an Zeiten, in denen das noch möglich war, als Vorfreude auf Zeiten, in denen es wieder so sein wird.

Besucher wollen und dürfen gerne ein wenig glänzen. Manche wollen lieber unerkannt bleiben und vertrauen darauf, dass die persönlichen Angaben nicht überprüft und nicht gespeichert werden und dass alle in Erinnerung behalten haben, dass es sowieso stets ein offizielles und privates Leben gibt. Das wusste schon Niccolò Machiavelli: „Jeder sieht, was du zu sein scheinst, wenige erfahren, was du wirklich bist.“

Manche kennt man nur mit Vornamen. Manche gar nicht. Bei manchen ist der Name nur vorläufig. Die Gesichter der Gäste sind nicht immer – oder wenn, dann nicht vollständig – zu sehen. Schade eigentlich. Gerade auf das Lächeln verzichtet ein Betrachter nur ungern. Doch gerade darum geht es in dem Buch vom Café con Amore: um die Kunst des Lächelns. Und gerade das bleibt – wie die berühmte Leerstelle in der Literatur – in der Vorstellungswelt des Betrachters, Lesers und Träumers.

WELCOME!!!

 

„Café con Amore“ von Bernhard Lassahn, 2021, Verlag Expeditionen. Hier bestellbar.

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Stanley Milgram / 12.12.2021

Es war nicht immer so, aber jetzt schon seit Jahren: Am liebsten bin ich alleine, höre gute Musik, sauf mir einen und lese Achse. Schmiere meine Gedanken ungefiltert ins Netz. Allerdings etwas vorsichtiger als früher, da 180 Tagessätze wegen “Beleidigung und Bedrohung unserer Kanzlerin” monatlich per Dauerauftrag von meiner kleinen Rente abgehen. Kurzfristig sowie kurzzeitig ist manchmal Stress, wie heute morgen das schier endlose Klingeln der Sanitäter. Irgendwann habe ich dann geöffnet, es nervte, da die Klingel widerliche Schnarrgeräusche erzeugte. Mein Vermieter hatte sie gerufen. Schnellstmöglich überredet, ihn doch mitzunehmen, was mir auch gelang. Ich berief mich auf ein imaginäres Telefonat mit einer Ärztin auf der Inneren, die gestern definitiv zusagte. Des weiteren hatte ich in weiser Voraussicht bereits eine Liste mit dem Gesamtbild des Patienten zur Hand. Schwarz auf weiß, sozusagen, eigentlich blau auf weiß, da ich die Patronen im Drucker verwechselte. Die interessantesten Gespräche meines Lebens führte ich übrigens mit Mördern in Knast oder Klapse, auf einer Ebene der Offenheit und Ehrlichkeit. Was ich dort hörte, das erzählen die keinem anderen. Das wissen nur sie und ich… und das bleibt auch so. Verbrecher-Ehrenwort.

E. Franke / 12.12.2021

@ S.Niemeyer “Anderthalb Stunden Wohlbefinden mit vergnügten Gesichtern.” Sehr schön…... Genau das ist der Weg. Wieder mehr ins private und raus aus den mittlerweile total Ideologie verkommenen, gekauften “Brot und Spiele” Tempeln. Ich als Bayer sage mit einem tiefen Seufzer nur noch folgendes: Sche war’s, sche war’s scho, ganz sche war’s. Wemma denkt, dass dann auf amoi ois vorbei is. Ja mei, so is des im Leb’n. Zuerst is sche…. dann is auf amoi is vorbei. Heid is Samsdag, moing is Sonndag und Übermoing is Mondog. (Helmut Dietl, Münchner G’schichtn)

Dr. med. Jesko Matthes / 12.12.2021

Ich will die Flasche dazu!!!

Frances Johnson / 12.12.2021

Ein Buch von einem warmherzigen, gebildeten Menschen. Werde ich kaufen. Danke.

S.Niemeyer / 12.12.2021

Die Berliner Philharmonie verstrahlt in großen Lettern:“Impfen schützt Kultur”. Das sah ich gestern, als ich an dem einstigen Musiktempel europäischer Hochkultur vorbeifuhr, wo ich bis Ende 2019 wunderbare Konzerte erlebte. Jetzt also Propagandatempel mit Musik. Gottserbärmlich. Seit der neuen Agitationswelle (Hütet euch vor der afrikanischen Variante!) ist wieder mehr und mehr FFP2 Maskierung zerrütteter Gesichter im offenen weiträumig Straßenbild auf breiten Geh- und Radwegen zu sehen. Wird die Epigenetik künftig maskierte Neugeborene generieren?  Als ein Antidot gegen Trübsinn arrangierte ich in der vergangenen Woche für vertrauten kleinen Freundeskreis ein Mini-Event im Hof am Abend: Leierkastenmann und Glühwein. Der engagierte Drehorgelspieler ließ stilecht die Alt-Berliner Ohrwürmer aufleben, Glühwein aus Thermoskannen und Grissini gegen die Süßnote gingen weg wie nichts, dazu lag etwas Schnee auf dem Hofgrün. Anderthalb Stunden Wohlbefinden mit vergnügten Gesichtern.

C.u.G. Raum / 12.12.2021

@D.Weingardt. Volle Zustimmung und Wette gewonnen. Warum? Die Stadt Nürnberg u. ihr OB, hat ab 14.12.2021 ihre Friedhofsordnung dahingehend geändert, dass zu Trauerfeiern nur noch Trauergäste (auch Angehörige) mit Status 3G zugelassen werden (siehe Merkblatt zu Einschränkungen bei Trauerfeiern und Bestattungen). Das Ganze wird vom Städtischen Ordnungsdienst und privatem Sicherheitsdienst überwacht und kontrolliert. Zutritt nur mit entsprechenden Zertifikaten und „Lichtbildausweis“. Eine Schande für unsere Heimatstadt, die große Künstler, Dichter und Denker (M.Behaim, A.Dürer, H.Sachs, V.Stoß u. P.Henlein) hervorgebracht hat. Mehr Menschenverachtung geht nicht mehr. Wir fordern daher die Stadtspitze auf, ihren Titel, Nürnberg „Stadt der Menschenrecht” und ihre „Straße der Menschenrechte” umgehend abzulegen. Als nächste Stufe wäre noch möglich, „ Mischehen zwischen Geimpften und Ungeimpften“ zu verbieten. Nürnberg, „back to the roots” 33‘/45‘. Wir schämen uns für unsere Heimatstadt. C.u.G. Raum

HaJo Wolf / 12.12.2021

Dieses Cafe wird es niemals geben, genau so wenig wie es jemals wieder ein Leben wie vor Corona-Wahn geben wird. Nur eine Revolution, die alles hinweg fegt, was diese “Pandemie” erzeugt hat, könnte ein schönes, alt-neues Leben wiederbringen. Aber, auch das wir nicht geschehen. Auch die nächsten Generationen werden alle halbe Jahre (mindestens!) geimpft mit schädlichem, aber wirkungslosen Zeug, an dem Leute wie der Türke Sahin Millionen verdienen, wohl wissend, welch schädlich-unwirksamen Dreck sie den Menschen spritzen lassen. Sie werden maskiert und komplett gegängelt durch die Straßen schleichen, jeden anderen misstrauisch beäugend (könnte ja eine Virenschleuder sein!). Ich mache nichts mehr, ich habe ein wunderschönes Leben gehabt. Ich helfe gerne, wenn andere aufstehen wollen, aber ich stehe nicht mehr in der ersten Reihe, das müssen Die tun, deren Zukunft nur schwarz, nicht mal grau, ist.

Rico Martin / 12.12.2021

Ich verrate euch ein Geheimnis. Dieses Café con Amore ist bei mir zu Hause und jeder von euch kann es bei sich zuhause eröffnen.

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