Wolfgang Röhl / 06.09.2020 / 06:15 / Foto: Pixabay / 135 / Seite ausdrucken

Einen Scheiß müssen wir reden

Im semantischen Sondermüll des Gutmenschen stecken viele Trouvaillen. Manche haben Patina angesetzt („Wut und Trauer“, „Erinnerungsarbeit“, „Der Ehrliche ist der Dumme“). Andere kreisen noch wacker durch den Labertaschenorbit der Diskurskammern. Zum Beispiel „Gerade wir als Deutsche“, „Nicht wegsehen“, „Verkrustete Strukturen aufbrechen“, „Was macht das mit dir?“. 

Eine Blütenlese von „Betroffenheitsjargon und Gesinnungskitsch“ erschien vor knapp einem Vierteljahrhundert im kleinen Tiamat-Verlag unter dem Titel „Das Wörterbuch des Gutmenschen“. Dessen Autoren waren überwiegend Linke, Liberale, Spontis und trinkfreudige, unberechenbare Brachialsatiriker. Im Inhaltsverzeichnis finden sich Namen wie Wiglaf Droste, Eckard Henscheid, Gerhard Henschel, Joseph von Westphalen, Katharina und Michael Rutschky, Peter Schneider, Klaus Bittermann, Roger Willemsen, Matthias Matussek. Das Buch wurde ein Überraschungserfolg, der Piper-Verlag druckte es später nach.

Der Titel spielte respektfrei auf das ehrenwerte Werk „Aus dem Wörterbuch des Unmenschen“ von anno 1957 an, welches Glossen zum Phrasengebrauch der Nazis gesammelt hatte. Ja, kaum zu glauben! Vor 25 Jahren gestatteten sich Publizisten noch Frechheiten, die in unseren Tagen unverzüglich vor den Haltungsgerichtshof des Edelfederfeuilletons kämen, Vorsitzender Richter Nils Minkmar. 

Überhaupt ist ja das Wort vom Gutmenschen keineswegs eine Kreation von Rechtspopulisten oder gar eine der Nazis, wie gelegentlich gewähnt wurde. Ein Fakt, der nicht verhinderte, dass die ahnungslosen Wichtighuber von der „Gesellschaft für deutsche Sprache“ den Gutmenschen vor einigen Jahren auf den zweiten Platz ihres Rankings der „Unwörter des Jahres“ hoben. 

Geprägt hat den Begriff laut Eigenaussage der 2018 verstorbene Kulturjournalist Kurt Scheel. Der langjährige „Merkur“-Herausgeber galt, ganz nebenbei, bei Freunden und Kollegen lebenslang als eine gute, hilfreiche, unermüdlich die Qualität fremder Texte verbessernde Seele. 

Großes Indigenenehrenwort!

Heutzutage wacht die Zivilgesellschaft, eine Art Bundesprüfstelle für die Kontrolle des kursierenden Gesinnungskitsches, über die Einhaltung der Betroffski-Normen. Viel Frisches ist in die Sprachregale eingezogen, auch und gerade aus dem Contentbereich Bunte Vielfalt. Wir bekommen inzwischen Menschen geschenkt, samt und sonders Geflüchtete

Die Geißeln der Gegenwart sind struktureller Rassismus (zum Beispiel gegen People of Color und die Natives in den USA)Ferner Disparität, kulturelle Aneignung und sexistischer Hass auf die LGBTQ-Community. Sowie last not least eine toxische Männlichkeit, die neben diversen anderen Schandtaten auch das Setzen von Gendersternchen hartnäckig verweigert. 

Letztlich kommt es darauf an, das Zusammenleben täglich neu auszuhandeln. Weil sich nämlich nicht nur die Leute, die zu uns kommen, integrieren müssen. Dann fänden wir zu einer weltoffenen Gesellschaft, in der dumpfe Populisten, welche die Festung Europa abschotten wollen, indem sie Schutzsuchende im Mittelmeer ertrinken lassen oder gar Schießbefehle geben, ein für allemal ausgespielt haben. 

Bei den kursiv gesetzten Passagen handelt es sich um Originalzitate. Großes Indigenenehrenwort! Die Urheber kann man im Bedarfsfall googeln.

Beim Hypermoral-Bingo liegen die beiden christlichen Kirchen Kopf an Kopf, obschon Protestanten meist eine Nasenlänge Vorsprung haben. Allein die Sprache von Heinrich Bedford-Strom (…das Narrativ der biblischen Überlieferungen…Tag des Innehaltens…neu durchbuchstabieren, welche Dimensionen der christliche Glaube…die Fluchtursachen bekämpfen…) enthält das Potenzial für ein komplettes neues Gutmenschen-Diktionär.

Das Neo-Dummdeutsch dieser Tage ertönt auf vielen Presswerken, Kanälen, Portalen. Eine der gängigsten Parolen lautet: „Wir müssen reden!“ So heißt der Titel eines sogenanntes Bürgerdialog-Formats auf dem Regierungsverlautbarungssender „Phoenix“. So heißen Bücher, die eine neue „Streitkultur“ stiften möchten (Streitkultur hat sich gut gehalten, war schon im alten Dummdeutsch ein Klassiker). 

Wer diesen Plural benutzt, will andere volltexten

Unter dem Redenmüssenlabel laufen Staatsfunkbeiträge im RBB, die vom „Sturm auf Berlin“ und „drei wehrhaften Polizisten“ fabulieren, welche das Vierte Reich gerade noch zu verhindern vermochten. Reden müssen lassen wollte auch „Bento“, der inzwischen beerdigte Kinderableger des „Spiegel“. Etwa zum Thema „Ich bin wütend auf die AfD – und will, dass ihr es auch seid“. 

Über den „Rassismus bei der Polizei“ müssen wir reden, findet die „Zeit“. Ungezählte Artikel, in denen Schreiber ihren Mitmenschen die Ohren langziehen, beginnen schon im Vorspann mit dem Kommando „Wir müssen reden!“.

Natürlich ein Jux. Von wegen: wir. Wer diesen Plural benutzt, will andere volltexten, zuquatschen, einschwätzen, bis nichts mehr reingeht in den Kopp. Wir müssen reden, das heißt im Klartext: Du, Freund und Leser, Seher, Zuhörer, lebst verkehrt. Du schadest der Umwelt, den Armen, den Minderheiten. Du baust permanent Scheiße und merkst es nicht mal. 

Ich, der schlaue Det mit 10 Semestern Politologie und zwei haltungsverstärkenden Jahren in der Journalistenzurichtungsanstalt auf dem Buckel, ich sage dir jetzt mal, wie es künftig zu laufen hat. Und du hältst gefälligst die Klappe.

Womöglich wirkungsvoller als dieser säkulare Sermon sind Gesprächsangebotsvortäuschungen, wie Dunja Hayali sie souverän zelebriert. Die ZDF-Journalistin wirkt optisch ein bisschen wie Meister Eders Pumuckl, agiert aber eher wie ein Troll, wenn sie mit ihrem Team in militante Szenen eintaucht, um vorgeblich live von Demos zu berichten. Tatsächlich recycelt sie bloß ein paar olle Hüte des linken Kampfmagazinjournalismus vom Schlage „Monitor“ oder „Panorama“. 

Derlei Rosstäuschungen sind seit 50 Jahren dieselben. Irgendwo hingehen, wo man mit Sicherheit auch oder überwiegend auf Idioten stößt, solche Typen idiotisches Zeug in die Kamera brabbeln lassen, gern auch Beschimpfungen. Draufhalten und drehen, drehen, drehen! 

Das Beste – also das Bekloppteste – wird hernach zu einem Medley zusammengeschnitten, mit Kommentar unterlegt und als heroischer Außeneinsatz verkauft. Seht her, unsere furchtlose Lady begab sich an die Front, um mit rechten Dumpfbacken zu diskutieren. Leider keine Chance! Q.e.d.

Warum bloß wollen manche Medien unbedingt einen Dialog simulieren?

Ein bisschen ist Hayalis Masche auch von der des beliebten Fernsehclowns „Alfons“ geküsst. Antworten auf dessen – arglosen Fußgängern gestellten – Gaga-Fragen („Sollen Heterosexuelle heiraten dürfen?“) wurden natürlich nur dann ausgestrahlt, wenn sich die Befragten, wie Wikipedia die Alfons’ Methode beschreibt, „mit ihren Stereotypen und Vorurteilen selbst entlarven.“ Ohne Selbstentlarvung kein Auftritt. 

Ein Rechter, der mit passabel formulierten Sätzen plausibel begründen kann, warum er gegen, sagen wir, unkontrollierte Massenmigration ist, käme bei Hayali kaum in die Tüte. Falls doch mal, würden ihn besorgte Redakteure vor der Sendung rauskämmen. 

Wie formulierte es ein Redakteur der „Zeit“, ideologisch ein siamesischer Zwilling von Hayali, so schön? „Wenn es eine Lehre gibt, die man bisher aus dieser Zeit ziehen kann, dann vielleicht die: Man darf rechte Erzählungen nicht stark machen.“ Auf den Mann kommen wir noch.

Warum bloß wollen manche Medien unbedingt einen Dialog simulieren? Na, weil wir doch die Spaltung der Gesellschaft überwinden müssen! Seit längerem nämlich hat die Spaltung der Gesellschaft schlimme Dinge wie die Ellbogenmentalität oder die Politikverdrossenheit abgelöst, welche im alten Gutmenschen-Kompendium noch hoch im Betroffenheitskurs standen. Trump ist so ein Spalter, Broder auch und Sarrazin sowieso. 

An den Spalter erinnern sich zumal ältere Ossis noch gut; das Wort war aus dem SED-Sprech nicht wegzudenken. Sein zunehmender Gebrauch in Merkeldeutschland erinnert unvermeidlich an Michael Klonovskys Selbstverortung: Ich komme aus der Zukunft, ich komme aus der DDR.

Als hätten sie einen Sechser im Lotto gelandet

Auf dass die Spaltung überwunden werde, startete die „Zeit“ vor drei Jahren die Aktion „Deutschland spricht“. Leser konnten sich darum bewerben, durch das Blatt mit einem politisch anders gepolten Menschen aus der näheren Umgebung zusammengebracht zu werden. Diskutiert wurde über den „Atomausstieg und die Flüchtlingsfrage“ oder über „Russland“. In der Folgezeit schlossen sich noch andere Werbeträger der Aktion an, so die „Süddeutsche Zeitung“, die „Sächsische Zeitung“ und der „Spiegel“. Die ARD war auch im Boot. Insgesamt, so die „Zeit“, hätten rund 60.000 Menschen miteinander geredet, zuletzt über Corona. 

Selfis der Diskutanten erschienen auf „Zeit online“. Einige Paare sahen darauf aus, als hätten sie einen Sechser im Lotto gelandet. Eine professionelle Fotografin setzte bestimmte Duos sogar vor der Leinwand in Szene. Manche umarmten sich, offenbar in seligem Einverständnis. 

Geht doch! So hurtig kann es gehen mit Friede, Freundschaft, Eierkuchen. Man darf freilich annehmen, dass die Einvernehmensübung keine allzu beschwerliche war. Wer die kontemporäre „Zeit“ oder ihren Online-Auftritt liest, muss zu anderen aus der Lesergemeinde wohl nicht über sieben Brücken gehen, gesinnungsethisch betrachtet.

Die Blattlinie ist im Wesentlichen klar. Das letzte wirklich kontroverse Stück stand vor zwei Jahren in der „Zeit“. Dessen Autorin Mariam Lau hatte damals ihre Packung gekriegt und sich die Lektion zu Herzen genommen. 

Egal, die Halluzinierung einer echten Debatte – einer, in der es nicht um Kleckerkram, sondern um Eingemachtes geht –, sie funktionierte prima. Prompt gab es für „Deutschland spricht“ den Grimme Online Award, ein in Medienzirkeln geschätzter Preis von Gutmenschen für Bestmenschen. Das Ulkige: Nobilitiert wurde damit eine Aktion, wie sie ähnlich immer mal wieder auch von bösartigen Feuerwehrleuten unternommen wird. Welche heimlich einen Brand legen, um ihn hernach löschen zu können. 

Ausgerechnet deutsche Medien, welche die bejammerte Gesellschaftsspaltung spätestens seit der Grenzen-Öffnung von 2015 maßgeblich zu verantworten haben, indem sie keine Position mehr fair abbilden, die rechts von der nach links gekippten CDU/CSU steht, ausgerechnet diese Journaille möchte den Makler der Versöhnung mimen. 

In eine farbenprächtige Geisterbahn gebeamt

Es handelt sich um Medien, die jeden zum Kryptonazi erklären, der Merkel nicht für eine weise, grundgütige Staatsmännin hält und Drosten für keinen Halbgott in Weiß. Medien, auf deren Lohnlisten auch verdiente Hetzkräfte stehen („Antifa ist Handarbeit“). Medien, die mit dem Kerosin ins Feuer schütten kaum nachkommen, aber so tun, als handele es sich um Wasser. Das ist großartig, das schreit nach dem Deutschen Comedypreis.

Hinter jeder politischen Travestie stehen reale Personen. Einer von denen, die für das Konzept des endlich sprechenden Deutschlands verantwortlich zeichnet, heißt Christian Bangel, er wurde oben im Text bereits gewürdigt. Der „Zeit“-Redakteur erhielt schon einmal einen Grimme-Preis, und zwar für „das Anti-Nazi-Blog Störungsmelder“. Das ist eines der linken Verdächtigungs- und Denunzianten-Portale, an denen in Deutschland kein Mangel herrscht. Allerdings gibt Bangel sich Mühe, Konkurrenten abzuhängen. 

Wer den Störungsmelder (erscheint ebenfalls auf ZON) aufruft, findet sich ruckartig in eine farbenprächtige Geisterbahn gebeamt. Dort tappern bannerschwenkende Neonazis, Covid-19-Leugner, Reichsbürger, AfDler und Ku-Klux-Klan-Maskenträger herum und geben gruselige Laute von sich. Der Zombie dort am Glockenseil, das muss Lutz Bachmann sein! Und der Typ da ohne Kopf ist Alexander Gauland, sieh nur die Hundekrawatte! 

Toll, was eine gute Demokratie so aushält“, freute sich der Talkmaster Frank Plasberg unlängst. Er sprach nicht vom publizistischen Treiben der „Zeit“, aber recht hat er allemal.

Nachdem also der dringende Gesprächsbedarf durch staatstragende Info-Organe festgestellt worden war, sprang auch ein ansonsten eher quengeliges Nischenprojekt auf den Zug. Und zwar in einer Form, die jedenfalls mir viel sympathischer ist als Fraternisieren unter medialer Betreuung. 

Die „Nachdenkseiten“, eine Art digitaler Volksfrontgenerator, riefen ihre Leser zur Gründung „regionaler Gesprächskreise“ auf. Um sich dort hart die Meinung zu geigen? Njet! Kein schwiemeliges Versönlertum soll da gepflegt werden. Vorgesehen ist einzig und allein der „Gedankenaustausch unter Gleichgesinnten.“ 

Das ist wenigstens ehrlich. So ehrlich, wie Rosa Luxemburg war. Deren berühmtes, immerfort fehlinterpretiertes Wort von der „Freiheit der Andersdenkenden“ sich in Wahrheit allein auf die Freiheit innerhalb ihrer eigenen Genossenblase bezog, auf nichts und niemanden sonst.

PS: Übrigens, denkende Zeitgenossen haben für Redebefehle eine Antwort – selbstredend. Bitte hier klicken.                                                           

Foto: Pixabay

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Kurt Müller / 06.09.2020

Mir fällt gerade noch ein, es gab schon mal ein weltoffenes Europa, auch in der Zeit 0-1600, also bis nach dem Dreißigjährigen Krieg. Insteressant ist dabei, man kann in praktisch allen Museen bestaunen, wohin das irgendwann geführt hat, nachdem sich die Menschen anfingen, die Köpfe einzuschlagen, weil verschiedene Leute anfingen, im christlich-katholischen Gotteststaat Mitteleuropas, in dem noch bis ins neunzehnte Jahrhundert Menschen bei lebendigen Laibe verbrannt wurden, bestimmte Lehrsätze zu hinterfagen und anders beten wollten, warum auch immer. Auf allen älteren Karten aus dieser Zeit kann man solche Zick-Zack-Linien um die größeren Städte bestaunen. Ich frage mich bis heute, warum haben Bürger Europas damals solche großen Mauern um ihre Städte gebaut? Was hatten sie bloß, waren sie etwa fremdenfeindlich? Wovor hatten sie Angst? Ich komme wirklich nicht drauf, egal wie lange ich darüber nachdenke, es ist und bleibt mir en Rätsel. Und das die Menschen damals weltoffen waren, sieht man zum Beispiel an dem schönen Liedtext von Oswald von Wolkenstein, den ich hier mal in Erinnerung rufen möchte, und dessen Lied “Es fuegt sich” aus dem Jahre 1200 oder so über sein Leben, in dem er “mit einem Stüklin Brodth” durch Europa und den nahen Osten zog (Surien, Turkeyen, Arabien ...), komischerweise wie von heute klingt, einschließlich allem, was so schief laufen kann im eigenen Leben ... gibt es bei Youtube ... hochinteressant, das weltoffene Leben damals ... was also soll neu sein heutzutage? Jede Erfahrung, die heute gesammelt wurde und für allerneueste Welterkenntnis gehalten wird, gab es vermutlich schon mal, nur ist ihre Überlieferung verloren gegangen - und mit ihr auch alle Ratschläge, der Dummheiten Vielfalt nicht unbedingt noch mal zu machen ...

Kurt Müller / 06.09.2020

Das ist ja mal wieder ganz große Klasse! Jetzt bin ich also nicht nur ein alter, weißer Mann (43), der darüberhinaus auch noch technisch-naturwissenschaftlich gebildet (akademischer Abschluß) und alleinstehend ist, und versucht, die Vernunft und das Humboldt’sche Bildungsideal hochzuhalten, und klassisches Klavier als Opposition zur vulgärpopulistischen Kommerzkultur spielt, und dann auch noch unverbesserlich ostdeutsch, mit Wendeerfahrung und einem Hang zur Ostalgie, mit echt einfach nur völlig normaler Frisur und Kleidung ohne Getue und ohne Tuschebilder und ohne Blech im Gesicht und ohne Kabel im Ohr, und immer noch den verlorenen Geboten der Jung- und Thälmannpiniere nachtrauert (1. ich tue was für mein Volk, 2. ich ehre meine Eltern, 3. ich liebe meine Heimat, 4. ich bin in fleißig, 5. ich gehe gerne in die Schule und lerne was, 6. ich treibe Sport, 7. ich kümmer mich um die Alten, 8. ich trinke keinen Alkohol ... usw.) ... also das Hassabjekt des Zeitgeistes schlechthin ... sondern nun bin ich auch noch toxisch-männlich, weil ich mich tatsächlich weigere, diesen Genderkram mitzumachen und auch keine Sterne in der Schriftsprache haben will. Ich habe mich auch geweigert, das “ß” abzuschaffen, weil mich das “ss” immer an die Abkürzung der nationalsizialistischen Schutzstaffel erinnert. Denn jedenfalls bei mir hat die antifaschistische Erziehung der DDR sehr gewirkt und sich bis heute verfangen - ich habe seit der Wende noch nie rechts von der SPD gewählt. Aber es hat auch seine Grenzen, und Sterne kommen mir nicht zwischen die Wörter. Das sich ein Land so sehr wandelt, und man als männlich Geborener nun nicht mal mehr Mann sein sollen soll - du liebe Güte, es wird immer absurder. Dabei ist es erwiesen, daß die Gendertheorien gar keine Wissenschaften sind, denn sie postulieren die strukturelle Diskrminierung, und dann “beweisen” sie es. Es ist einfach nur Dogmatik - ein großer Schwindel, sonst nichts.

Stephan Bender / 06.09.2020

“Wir müssen reden? ... Tut mir echt leid, Süße! ... Aber in Zeiten weiblicher Emanzipation muss jeder sehen, wo er bleibt: Ich stelle ich meine Intelligenz und meinen Intellekt nur noch gegen finanzielle oder sexuelle Dienstleistungen zur Verfügung. ... Nimm’s bitte nicht persönlich und suche Dir für Dein Anliegen eine Beratungsstelle oder eine dieser Talkshows!”

Leo Hohensee / 06.09.2020

@Volker Kleinophorst , Ihre Antwort, - hallo Herr Kleinophorst, Ihre besonnene Antwort erinnert mich daran, dass es nicht wirklich möglich ist, aktuelle politische Vorgänge richtig einzuschätzen, ohne die Kenntnis der Abläufe in der Vergangenheit. Sicher bin ich in meiner Einstellung zu “Geschwätzwissenschaften” auch ungerecht und ich liege teilweise sicher auch falsch. Sicher richtig liege ich in meiner Beobachtung, dass die etablierten “Geschwätzwissenschaftler” ständig Unterabteilungen einrichten, sich selbst und ihre Bereiche völlig unbescheiden ausdehnen so wie sich Geschwülste ausdehnen und gesunde Entwicklungen bedrängen und verhindern. Um sich dann nicht das Wohlwollen politischer Macht zu verscherzen, werden sie zu Speichelleckern. Widerspruch gegen selbst die größten politischen Idiotien werden fleißig bemäntelt. beste Grüße

Gert Köppe / 06.09.2020

@Wolfgang Richter: Das Wort “Vielleicht” in ihrem Kommentar wird bei mir immer mehr zum “Vielleicht auch nicht”. Seit dem vergangenen Demo-Wochenende in Berlin hat bei mir die Sympathie für die Polizei starke Auflösungserscheinungen bekommen. Die taktische Vorgehensweise ist mir noch sehr gut bekannt. Sie erinnern mich an eine mir einschlägig bekannte Polizei, deren Hauptbeschäftigung darin lag gegen das eigene Volk vorzugehen. Sinnigerweise nannte die sich dann auch treffend “Volkspolizei”. Bei denen musste ich zwangsweise damals leider meinen 18 monatigen Grundwehrdienst ableisten. Freiwillig wäre ich nicht zur Polizei gegangen. Jetzt gehen sie wieder gegen die eigenen Bürger vor und machen sich zum Diener von ausgetickten Politikern. Bei den linken Connewitzer Chaoten musste ich lesen, “Es wurden Personalien festgestellt, Festnahmen gab es aber erst mal keine”. Das ist schon selbstredend, es wird wieder Nachsicht geübt und “deeskalierend” aufgetreten. Samthandschuhe für linke Extremisten und Randalierer, sicher wieder nach Anweisung von “Oben”. Leipzig geht den Bach runter. Die Stadt wird überwiegend von “roten Bürgermeistern” regiert. Die Antifa-Zecken und Hausbesetzer gibt es dort, im Stadtteil Connewitz, schon seit kurz nach der Wende. Wenn man wirklich wollte, hätte man schon Anfang der 90er den “Kammerjäger” schicken können und die Stadt Zeckenfrei gemacht. Offensichtlich wollte man nicht und will es heute immer noch nicht. Sie werden lieber als “Aktivisten” verniedlicht, den “Brechwurz-Medien” sei Dank.

Leopold Hrdlitschka / 06.09.2020

Stimmt genau: Der Hieb auf die Nachdenkseiten ist völlig daneben. Das Problem ist wohl, dass man die Herren Albrecht Müller und Henryk M. Broder nicht zusammen in einen Rsum sperren könnte, ohne mit dem Schlimmsten rechnen zu müssen. Eventuell noch Herrn Tichy dazu, als Anstands-Wauwau. Alle drei Herren mit deren Websites sind bitter nötig, damit man nicht gleich alle Hoffnung verliert. Alle drei Herren sind klug und lassen sich nicht für dumm verkaufen. Schade dass es wohl nie zu einer Diskussion des Triumvirats des klaren Denken kommen wird. Dieser Kommentar wird es wohl auch nicht schaffen.

Thomas Bonin / 06.09.2020

Superduper! Der Autor (wie immer) in Höchstform. Danke für Ihren saustarken :-) Text, Herr Röhl!

Harald Unger / 06.09.2020

Der Erfolg des Regimes kann hier in den Artikeln der Achse Autoren, sozusagen ‘reziprok’ verstanden werden. Die Autoren sind der Auffassung, es handele sich um politische Probleme unterschiedlicher, demokratischer Standpunkte, die mit den Mitteln von tradierter Politik überwunden werden können. Schön wär’s. - - - Während sich die Autoren in milder Wohltemperiertheit zu übertreffen suchen, ohne je auf die offen liegenden Schlünde der Ursachen, Vernetzungen und Motivationen des Unrechts zu sprechen zu kommen - schaffen die haltlosen Schreibtischtäter auf Seiten des Regimes und ihre entfesselten Mitläufer, vollendete Tatsachen der Zerstörung und Zurichtung. - - - Wir aber, Achse Autoren und Leser, bleiben immer schön brav in der Etappe von tagespolitischer Empörung stecken. Ohne die Epizentren, deren Drahtzieher und Absichten aufzudecken. - - - Dieses totale Tabu, dieser absolute Bann, ist kein intellektuelles Problem oder fehlender Courage.  Sondern ein Psychologisches. Die Autoren können sich nicht eingestehen, daß es innerhalb ihrer Lebenspanne zu einem weiteren Ausbruch des Undenkbaren kam, den sie nicht verhindern konnten. Sie können sich nicht eingestehen, daß alle ihre Arbeit nicht abzuwenden vermochte, das Verhängnis abermals aufs Gleis zu setzen.

Thorsten Struhs / 06.09.2020

Herr Hübner…., ja, das wäre doch mal eine schöne Idee für “Die Höhle der Löwen”: Eine Fernbedienung welche die Frau Hayali und noch etwa fuffzisch andere der üblichen Verdächtigen automatisch wegzappt ohne den roten Knopf drücken zu müssen…..

Kim Loewe / 06.09.2020

Ein sehr treffender Artikel, dem kaum etwas hinzuzufügen ist. “Wir müssen das ausdiskutieren” und “Man darf Menschen nicht in Schubladen packen”, “wir sind gegen das Schubladendenken” waren auch Gutmenschenphrasen in den 1980ern. Heute sind deren Nachfolger die größten Diskussionsverweigerer und packen ihre Gegner ohne mit der Wimper zu zucken sofort in die rechte Schublade. Wenn sie nicht, wie im Artikel beschrieben, ihre Gegner mit Taschenspielertricks versuchen wie Idioten aussehen zu lassen. In den Diskussionsforen der gängigen Medien kann man sich davon ein Bild machen. Migrationskritische Beiträge kommen dort niemals an den Zensoren vorbei, solange sie durchdacht und nachvollziehbar geschrieben sind, sondern nur dann, wenn sie saudämlich, rechtsradikal und voller Schreibfehler sind. Damit dann jeder sieht “wie ausnahmslos dämlich und rechtsradikal diese Migrationskritiker alle sind”. Dies sind plumpe Manipulationen, deren Versuchung wohl in Zeiten des Internets schwer zu widerstehen ist, vermutlich auch nicht von den Medien, die eine andere Meinung vertreten.

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