Gastautor / 03.10.2016 / 12:27 / 6 / Seite ausdrucken

Eine Lehrerlaubnis im Namen Gottes, des Barmherzigen, des Gnädigen

Von Thomas Spahn.

Nun wird sie also mit sogenannten „Hassmails“ bedroht, die Erziehungswissenschaftlerin Lamya Kaddor. Das ist bedauerlich, aber leider in unserer digital vernetzten Trash-Gesellschaft nicht unüblich. Jeder, der sich in irgendeiner Form öffentlich positioniert, kennt das. Wildfremde Leute schicken unangefordert Nachrichten und erklären, sie würden einem „die Fresse polieren“, wüssten, wo man wohnt und man werde sich demnächst bei Nacht begegnen. Oder sie lassen einen wissen, dass ihr liebenswerter Allah bereits seine Strafinstrumente gegen den Gotteslästerer auf den Weg geschickt habe.

Man kann mit solchem geistigen Trash auf verschiedene Art und Weise umgehen. Man kann ihn ignorieren. Denn in aller Regel kommt er von frustrierten, zu kurz gekommenen Totalversagern, die noch einmal in ihrer traurigen Existenz zu kurzen Hochformen auflaufen möchten. Man kann – wenn es zu arg wird – auch die Staatsanwaltschaft einschalten. Dann hat der Rechtsstaat seine Aufgabe zu erfüllen und den Versuch zu unternehmen, den Urheber dingfest zu machen. Oder man kann – wie dieses vor allem psychisch nicht gefestigte Personen aus linken Politikkreisen gern tun, wenn sie angeblich Patronen im Briefkasten finden oder einfach nur mit dem gewaltsamen Ableben bedroht werden – sich daraus eine Opferrolle stricken und diese eigenwerbungswirksam in die Öffentlichkeit tragen.

Kaddor als Opferrollenträgerin

Kaddor ist so eine dieser Opferrollenträgerinnen. Nachdem Henryk M. Broder der „genuin dummen“ Kaddor an die Karre gefahren war und bei „Tichys Einblick“ ihre von ihr selbst publizierte Vita beleuchtet sowie Kritik an ihr aus muslimischen wie Wissenschaftlerkreisen dargelegt wurde, steigerte Kaddor die Umdrehungszahl  ihres Opferrollen-Mimimi um einige heftige Umdrehungen, trug ihr Gejammer via ZDF-MoMa, Deutschlandfunk, Taz und einem vor Urzeiten dem aufklärerischen Journalismus verpflichtetem Unterhaltungsmagazin namens Die ZEIT werbewirksam in die Öffentlichkeit.

Überall in diesen Propagandaorganen wurde sie weiterhin als „Islamwissenschaftlerin“ ausgewiesen. Bei Anne Will wird sie heute abend als “Islamische Religionslehrerin” angekündigt. In Wills Sendung am 8. Mai war Kaddor noch “Islamwissenschaftlerin”. Wird sie das nächste mal nur noch Verbandsfunktionärin genannt, was dann endlich der Wahrheit entspräche?

Die Universität hüllt sich in Schweigen

Deshalb gleich vorweg der Hinweis, dass Kaddor meine Anfrage vom 22. September, in der ich um Mitteilung des Titels ihrer Magisterarbeit und ihrer Dissertation bat, nach wie vor unbeantwortet ließ. Auch die Universität Münster, an die diesbezügliche Fragen gerichtet worden waren, hüllt sich in Schweigen. Vielleicht, weil man befürchtet, nachträglich dafür ihn Haftung genommen zu werden, seinerzeit für die neu eingerichtete Islam-Professur unqualifiziertes Personal eingestellt zu haben?

Da es für Kaddor zumindest auf ihrer eigenen Website oder ihrem Facebook-Mimimi ein leichtes wäre, eine Kopie ihres Islamwissenschaftlichen Universitätsabschlusses zu präsentieren, bleibt angesichts der Sachlage immer noch nur die Feststellung, dass Kaddor Erziehungswissenschaftlerin mit Magisterabschluss und ohne Befähigung zum Lehramt ist. Da auch die von ihr publizierten Bücher keinerlei wissenschaftlichen Anspruch erheben und den Islam bestenfalls peripher streifen – eigentlich sind es mehr literarisch mäßig gelungen verfasste Eigendarstellungen – kann die Bezeichnung „Islamwissenschaftler“ auch hieraus nicht hergeleitet werden. Nicht einmal das noch schwammigere „Islamexperte“ hat eine wirkliche Grundlage – weshalb sich dann von ZDF bis ZEIT all diese Verbreiter einer vorgeblich islamwissenschaftlichen Akademikerlaufbahn die böse Beschimpfung als „Lügenpresse“ hier nun bis zum Beweis des Gegenteils wohl werden gefallen lassen müssen.

Die Islamische Lehrerlaubnis

Selbstverständlich soll bei dieser Betrachtung der Hinweis nicht versäumt werden, dass Kaddor sich auf ihrer Website damit rühmt, „nach Erteilung der Islamischen Lehrerlaubnis (Idschaza) durch den Islamischen Beirat NRW Islamische Religion als ordentliches Unterrichtsfach an einer Sekundarschule in Dinslaken“ zu unterrichten. Das allerdings hat mit Lehramtsbefähigung nun überhaupt nichts zu tun, sondern ist eine spezifische Sonderregelung für das Land Nordrhein-Westfalen, die mit der wegweisenden in Arabisch und Deutsch dargebrachten Zeile  „Im Namen Gottes, des Barmherzigen, des Gnädigen“ beginnt und als „Ordnung für die Lehrerlaubnis für den islamischen Religionsunterricht“ (Idschaza) ausgewiesen wird.

Der Beirat für den Islamischen Religionsunterricht in Nordrhein-Westfalen basiert auf einem „Gesetz zur Einführung von islamischem Religionsunterricht als ordentliches Lehrfach“, das angesichts des Säkularitätsgebots des Grundgesetzes insofern verfassungsrechtlich bedenklich ist, weil es originäre Aufgaben des Staates faktisch an Teilgruppenvertreter einer nicht konkret definierten, vorgeblichen Glaubensgemeinschaft ohne Rechtsstatus auslagert. Eigentlich selbst zuständig für die Gestaltung und Besetzung dieses sogenannten „Religionsunterrichts“, kann das Ministerium laut Artikel 1 für den Fall, dass „aber noch keine entsprechende Religionsgemeinschaft im Sinne von Artikel 14 und 19 Landesverfassung und Artikel 7 Absatz 3 Grundgesetz existiert, übergangsweise bei der Einführung und Durchführung mit einer Organisation oder mehreren Organisationen zusammenarbeiten, die Aufgaben wahrnehmen, die für die religiöse Identität ihrer Mitglieder oder Unterorganisationen wesentlich sind oder die von diesen für die Durchführung des Religionsunterrichts bestimmt worden sind.“ Hier geht es weiter

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Leserpost

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peter luetgendorf / 04.10.2016

Sehr geehrter Herr Spahn, sollte man nicht “Monty Pythons´s life of Brian” hin und wieder in allen Religionsklassen zeigen? Bevorzugt in Englisch mit deutschen und arabischen Untertiteln. Alle Verirrungen und Verwirrungen politischer und religiöser Art werden präsentiert. Sehr prophetisch. Gruß Peter Luetgendorf

Werner Liebisch / 04.10.2016

Hätte ich nicht vorher den Artikel von Vince Ebert gelesen, dann wäre mein absoluter Tiefpunkt heute schon erreicht, vorallem wenn ich daran denke dass ich mit meiner TV Zwangsgebühr diese Dame unterstütze.

Wolfgang Richter / 03.10.2016

Je nachdrücklicher die selbst in die Öffentlichkeit getragene Opferrolle, am besten mittels der MSM, desto wichtig, zumindest in der Selbstwahrnehmung. Den Steigbügelhaltern sei Dank.

Marc Jenal / 03.10.2016

Man stelle sich vor Vertreter von Scientology oder Verkäufer/Anhänger von Magnetdecken mit Heilkräften/Horoskopen usw. würden in ähnlicher Häufigkeit in öffentlich-rechtliche Sendungen zu prominenter Sendezeit eingeladen, um ihre “Ideologie/Ideen/Wünsche/Forderungen” zu vertreten, würden an öffentlich-rechtlichen Schulen zum “Unterricht” zugelassen, sich in Verbänden organisieren und sich gegenseitig entsprechende scheinoffizielle/-wissenschaftliche Titel geben. Gäbe es dann vielleicht endlich jemanden, der aufsteht und sagt “Halt, so was brauchen wir hier nicht mehr!” oder was ist dafür denn noch nötig? Den meisten Menschen fehlt es eindeutig an Bildung, Aufklärung, Stolz und Selbstbewusstsein! Anstatt dass in Schulen über Religionen aufgeklärt und gewarnt wird, wird im Gegenteil sogar indoktriniert und Denkweisen zu Zeiten vor der Aufklärung verstärkt oder darüber gelächelt/verharmlost! Befinden wir uns bereits in einem neuen europäischen Mittelalter oder ist dies das mittelfristige Ziel? Die Akzeptanz von religiösen Einflüssen und entsprechenden Werbeleuten/Funktionären/Predigern/Schönredner im 2016 erscheint eher wie ein Irrwitz, ein surreales Szenario für ein absurdes Science-fiction-Spektakel, aber es passiert täglich, vor unseren Augen.

Sabine Schubert / 03.10.2016

Ob diese Person nun die nötigen Abschlüsse hat oder nicht, ist doch nur ein Nebenkriegsschauplatz. Auch die Tatsache, dass sie berechtigte Kritik an ihrer Person grundsätzlich als Hass bezeichnet, ist nicht das Entscheidende. Nicht hinzunehmen ist allerdings ihr (durch Steuergelder und Stiftungsaufträge finanzierter)  gefährlicher Einfluß auf Millionen junger Muslime. Wohin ihre Lehren über den “liberalen Islam” hinführen, ist hinlänglich bekannt.

Karla Kuhn / 03.10.2016

Oh Gott, schon wieder diese Frau. Ich habe ein Buch “Die Macht Ihrer Gedanken"da steht u. a. auch ein Artikel über die “Opferrolle” darin. Ich habe das Buch verliehen aber in etwa klingt das so: “Ich bin gerne Opfer. Als Opfer werde ich beachtetet und bekomme Zuwendungen, ich werde bedauert:” Es geht noch weiter aber diese Aussage habe ich mir gemerkt, seit dem sage ich auch nicht mehr, ich bin ein “Stasi-Opfer”, sonder ich bin eine “Verfolgte der Stasi”  Nun muß ich dazu sagen, daß ich mich auch nie als Opfer gefühlt habe, ich mache mich nicht noch klein für dieses Denunzianten-Verbrecherpack. Vielleicht gefällt sich Frau Kaddor in ihrer Opferrolle? Was hat sie denn für eine Befähigung um junge Menschen zu unterrichten? Es kann ja sein, daß ihr Selbstbewußtsein recht schwach entwickelt ist, da kommt so eine Opferrolle gerade recht.  Ich finde es den wirklichen Opfern gegenüber unfair.

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