Markus C. Kerber, Gastautor / 20.12.2022 / 14:00 / Foto: Pixabay / 30 / Seite ausdrucken

Eine kriminelle Vereinigung im Parlament?

Welche Kreise wird der Skandal um die EU Abgeordnete Eva Kaili noch ziehen? Schon jetzt erfüllt die Öffentlichkeit ungläubiges Staunen angesichts der Käuflichkeit von aktuellen und ehemaligen Mitgliedern des „Europäischen Parlaments“ und ihrer Mitarbeiter.

Nach Meldungen hoch angesehener Medien steht nun fest: Der Mitarbeiter der sozialistischen Fraktion im Europäischen Parlament (EP) und Lebensgefährte der Ex-Vizepräsidentin Eva Kaili hat gestanden, im Rahmen einer kriminellen Vereinigung gehandelt zu haben und nicht nur Interessen Qatars, sondern auch solche Marokkos in das Europäische Parlament gegen entsprechende Bezahlung geschleust zu haben. Er hat den ehemaligen sozialistischen EP-Abgeordneten Panzeri belastet und ihn als Kopf dieser kriminellen Vereinigung zur Unterwandung des Europäischen Parlaments bezeichnet. Panzeri hatte sich bestens als führendes Mitglied einer Non-Government Organisation für die Verteidigung von Menschenrechten getarnt. Währenddessen sucht die Ex-Vizepräsidentin nach immer neuen Ausflüchten, um die großen Bargeldmengen in ihrer Wohnung bzw. der gemeinsamen Wohnung mit ihrem Lebensgefährten zu rechtfertigen.

Schon jetzt erfüllt die Öffentlichkeit ungläubiges Staunen angesichts der Käuflichkeit von aktuellen und ehemaligen Mitgliedern des „Europäischen Parlaments“ und ihrer Mitarbeiter durch Mächte außerhalb der Europäischen Union. Die Bestechlichkeit von Abgeordneten und EP-Personal könnten nur die Spitze des Eisbergs sein. Es ist zu hoffen, dass die belgische Justiz mit gebührender Härte die Ermittlungen durchführt und sich auch die italienische Justiz, deren Unabhängigkeit stets ihr Markenzeichen war, einschaltet. Das Sittengemälde, welches der französische Spitzenbeamte Jacques Lovergne einst unter dem Pseudonym Didier Modi zeichnete (Der europäische Albtraum, Edition Europolis, Berlin, Berlin-Paris 2017), wird durch die neuesten Enthüllungen nicht nur bestätigt, sondern übertroffen:

Unbeobachtet von jedweder Öffentlichkeit gehen „Europabgeordnete“ ihren Geschäftsinteressen nach.

Europäische Werte?

Interessant ist die Reaktion des Grünen EP-Abgeordneten Bütikofer. Der einstige Maoist sprach im Deutschlandfunk am 15.12.2022 in einem langen Gespräch von „individuellen Fehlleistungen“ und der Notwendigkeit, „den Laden sauber zu halten.“ Nun werden wahrscheinlich Ethikkommissionen einberufen und neue Transparenzregeln für die Lobbytätigkeit von Abgeordneten eingeführt. An der Interessengemeinschaft aller EP-Abgeordneten wird sich indes nichts ändern.

Dieses gemeinsame Interesse fast aller Fraktionen besteht darin, die unvergleichlich hohen Tantiemen des Europamandats einzustreichen, pro Monat EUR 20.000 für Mitarbeiter einzukassieren, durch die Weltgeschichte zu reisen, sich um die parlamentarische Kontrolle der Europäischen Kommission einen Kehricht zu scheren und sich öffentlich anzumaßen, die Avantgarde der europäischen Integration zu sein. Hans-Herbert von Arnim hat früh hierfür den richtigen Ausdruck gefunden: „Das Europa Komplott“ (Hanser Verlag 2006). Manche Autoren werden dafür bestraft, dass sie zu früh auf Missstände hinweisen. Hatte doch von Arnim seherisch die Organisation europäischen Verfalls auch und gerade im Europäischen Parlament beschrieben.

Leider hat er recht behalten. Doch trotz dieser schockierenden Realität tönt Frau von der Leyen und ihre Kommissionsschar laut von den europäischen Werten, die von anderen Ländern und denen, die Mitglied werden wollen, akzeptiert werden müssen. Sie sollte zunächst einmal vor ihrer eigenen Tür kehren und endlich ihre Beziehungen zum Pharma-Unternehmen Pfizer bei der milliardenschweren Vakzin-Beschaffung offenlegen.

Foto: Pixabay

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Leserpost

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Andreas Elmshorner / 20.12.2022

Aha, laut Bütikofer “Einzelfälle” also und Katar ist ohnehin böse… Lächerlich, zu Korruption gehören immer zwei und um Einzelpersonen geht es wohl kaum. Fast meine ich mich der Meinung anschließen zu müssen, daß die griechische Sozialistin bloß aus Neid hops genommen wurde - weil sie, unüblich für Politikerinnen besonders ihrer Ausrichtung, ausgesprochen nett anzusehen ist. Alten Machos kämen dazu wohl böse Wörter wie “Stutenbissigkeit” in den Sinn.

A. Ostrovsky / 20.12.2022

@Horst Jungsbluth : “Mich hat an der ganzen Angelegenheit eigentlich nur überrascht, dass belgischen Ermittler ...” Ja, das hat mich auch gewundert. Ich hatte eigentlich vermutet, dass die EU-Bürokratie deshalb nach Brüssel gegangen ist, weil dort die Ermittler noch nie wirklich auf den Grund einer Sache gegangen sind. Das hat ihnen vermutlich die NATO verraten. Die waren ja eher zufällig nach Brüssel gegangen, weil sie in Paris rausgewunken worden sind. Vermutlich war es wegen der französischen Sprache und aus Marokko hatten sie kein Angebot, weil damals die Flotte des Freien Frankreichs .... Naja, ganz frei ist halt niemand. Ja, das ist schon ein Mysterium, wieso der Nato die Sprache so wichtig war, die sie gar nicht verstehen. Oder war das gerade das Angebot aus Marokko?

Johannes Hoffmann / 20.12.2022

Es gibt keine kriminelle Vereinigung innerhab des EU-Parlaments. Der ganze Laden ist eine kriminelle Vereinigung mit Donna Uschi an der Spitze.

Dietrich Herrmann / 20.12.2022

Und wer hatte den Juncker gekauft?

Rainer Niersberger / 20.12.2022

Man kann es nur wiederholen : Ein System wie dieses, uebrigens auch genau wegen dieser Selbstbereicherungsoptionen so geschaffen, wird immer bis zum Oprimung weiterentwickelt. Natuerlich geht es hier nicht nur um Einzelfälle, die lediglich wegen gewisser Ungeschicklichkeiten oder interner Streitereien ans Tageslicht kommen, sondern um die gesamte, mafiose Organisation. In dieser halten uebrigens auch alle zusammen, was darauf hindeutet, dass die Belohnung “ausreichend “ist, zumal angesichts der maessigen Qualitaet, und bereits bei der Auswahl auf die charakterliche Passform geachtet wird. Leicht unfair waere es, sich nun ausschließlich auf diesen Haufen zu stürzen, der uebrigens auch einen entsprechenden Unterbau hat.  Das Prinzip gilt immer und ueberall, auch in deutschen Gefilden. Natuerlich sind die Abgeordneten des BT nur unfaehig und zu hoch alimentiert. Ansonsten verfolgen die fast 1000 allein die Interessen ihrer Wähler.  Und natuerlich sind derartige Organisationen, den ÖR nicht vergessen, nicht reformierbar. Von wem auch. Dass sie zugleich auch Symptome der allgemeinen Dekadenz sind, ueber die sich interessanterweise auch kaum jemand der Zahler aufregt, zeigt lediglich den allgemeinen, spengler ‘schen Verfall. Das “alte Rom” laesst gruessen.  Widerstand, geschweige denn Aufstand, ist von den “westlichen Zivilisationen” nicht zu erwarten, was die Taeter auch nur zu gut wissen. Zumal vor allem der Deutsche glaubt, linksgruene Funktionaere, die immerhin Welt und Menschheit retten wollen, seien quasi Heilige. Diese Art Mimikri ueber edle Narrative bei ängstlichen Neurotikern hat schon immer gut funktioniert. Es geht darum, am Ende herauszuholen, was noch drin ist oder locker gemacht werden kann.  Die Hoffnung auf die Justiz ist aufschlussreich, obwohl die mir nicht bekannte belgische natuerlich immer noch besser sein (wird) kann als die deutsche, je nachdem, wer Herr der Verfolgungsbehoerde ist. Hierzulande wird nichts verfolgt, ausser den “Rechten’.

S. E. L. Mueffler / 20.12.2022

Vorschlag für eine andere Überschrift und eine Serie: Die EU - eine kriminelle Vereinigung, Kapitel 1: Das Parlament, Kapitel 2: Die EU-Kommission, Kapitel 3: Konzerne, Großkapital und Lobbyisten, Kapitel 4: Der gemeine Filz, Abschluß: Die EU - von der Verleugnung des Christlichen zur gottlosen Sekte

Thomas Szabó / 20.12.2022

Die “EU-Integration” ist heute ein Euphemismus für die Zentralisierung in den Händen nicht gewählter Bürokraten & unsichtbarer Machtstrukturen, die Dekonstruktion der Nationalstaaten, die Entmündigung der Bürger, die “Transformation” - sprich die Abschaffung Europas als unsere natürlich, historisch, kulturell, organisch, ethnisch gewachsene Heimat. Hitlers & Stalins feuchter Traum Europa in einen diktatorisch geführten, rot-braunen Einheitsbrei einzustampfen wird heute euphemistisch als “bunt & vielfältig” verniedlicht & verwirklicht. Wir sollten die EU rückabwickeln, auf eine lose Zusammenarbeit unabhängiger Nationalstaaten.

Horst Jungsbluth / 20.12.2022

Mich hat an der ganzen Angelegenheit eigentlich nur überrascht, dass belgischen Ermittler die Vizepräsidentin des EU-Parlaments Kaili mit diesem “Zaster” in der Wohnung erwischt haben, was dafür spricht, dass es Hinweisgeber gab, die sie und die ganze Bande auffliegen ließen. Interessant wäre es schon, die gesamten Hintergründe zu erfahren, aber wenn man alles erfährt, was sich da bei diesem korrupten Sauhaufen EU abspielt, dann müssten die wohl den Laden schließen.  Interessant in diesem Zusammen hang ist auch die Tatsache, dass der ehemalige französische Staatspräsident Sarkozy damals ein großes Interesse hatte, dass Katar die Fußball WM 2022 ausrichtet.

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