Alexander Wendt / 07.06.2019 / 13:00 / Foto: achgut.com / 50 / Seite ausdrucken

Eine ganz persönliche SPD-Erzählung

Die SPD zerfällt in zwei Flügel: den ihrer Ex-Vorsitzenden und den ihrer Mitglieder, denen noch eine Chance bleibt auf das schönste Verweseramt neben dem Papst (so etwa F. Müntefering). Es handelt sich um eine Partei, die sich im Streit zerfleischt, was die Bordkapelle spielen soll, während das Vorschiff schon unter der Wasserlinie steht.

Alle Scherze über die SPD sind gemacht. Trost bietet den Sozialdemokraten nur die Gewissheit, dass sie kein Einzelschicksal erleiden. Die französischen Sozialisten pulverisierten sich bei der letzten Parlamentswahl selbst. Die tschechischen Sozialdemokraten schrumpften zu einer Kleinpartei mit einem Stimmenanteil von gut sieben Prozent; Ungarns Sozialisten halbierten ihren Wähleranteil, Israels Arbeiterpartei holte bei der letzten Knesset-Wahl gerade fünf Prozent. Bei all diesen sozialistischen bis sozialdemokratischen Formationen handelte es sich noch vor 20 Jahren um politisch prägende Kräfte ihrer Länder. Vor 21 Jahren überzeugte Gerhard Schröder mehr als 40 Prozent der deutschen Wähler, 21,5 Millionen in absoluten Zahlen.

Da „das Elend der SPD“ (423.000 Google-Treffer per 3. Juni), wie es in Berlin Mitte heißt, abkommentiert ist, und zwar vollumfänglich schon mindestens seit dem vorletzten Vorsitzenden, bleibt dem Chronisten nichts anderes übrig, als eine private Geschichte zu erzählen.

Mein Großvater, Volksbibliotheken und Arbeiterbildungsvereine

Mein Großvater war nie Mitglied der SPD. Aber er gehörte zu dem Milieu, das die Sozialdemokratie vertreten hatte, und das umgekehrt dafür sorgte, dass sie bis 1933 und im Westen nach 1949 eine kritische Größe behielt. Von 1918 bis 1970 arbeitete mein Großvater als Elektriker. Nicht als Handwerker, sondern als Werkselektriker im Agfa-Farbfilmwerk Wolfen. Selbst in den Zeiten der Weltwirtschaftskrise, 1929, als sein Betrieb ihn vorübergehend nicht mehr beschäftigen konnte, fand er eine vorübergehende Anstellung bei Bergmann-Borsig in Berlin, bevor er zu Agfa zurückkehrte.

Facharbeiter wie er kannten ihren Wert. In seinem Dorf, aus dem er zur Arbeit pendelte, gehörte er zu den Aufsteigern. Er verdiente deutlich mehr als die Landarbeiter. Zusammen mit meiner Großmutter, die als Hauswirtschafterin bei wohlhabenden Leuten arbeitete und sich später um ihre eigenen Kinder kümmerte, war er der Büchergilde Gutenberg beigetreten, einem Buchclub, der es sich zum Ziel gesetzt hatte, Literatur durch große Auflagen preisgünstig und damit populär zu machen. In ihrem Bücherschrank standen unter anderem Thomas Manns „Buddenbrooks“, Gottfried Kellers „Grüner Heinrich“ und Jeremias Gotthelfs „Schwarze Spinne“ (ein Buch, das mich als neugierigen Jungen, der sich ausgerechnet diesen Band herausangelte, beim Lesen in eine Art Duldungsstarre aus Grusel und Spannung versetzte).

Über dem Sofa hing ein guter Kunstdruck von Vermeers Briefleserin, dessen Original zur Dresdner Gemäldegalerie gehört. Für meinen Großvater, Jahrgang 1905, Volksschüler, verstand sich das Prinzip des Aufstiegs durch Bildung mehr oder weniger von selbst. Der Grüne Heinrich half ihm nicht beim Verlegen von Elektroleitungen. Aber das beherrschte er sowieso. Die Bücher, die Vermeer-Kopie, der gute Anzug am Sonntag, das alles stellte für ihn einerseits einen Wert für sich dar, anderseits eine Art Aussichtsplattform auf die Gesellschaft. Von dort aus konnte er den Wert eines gebildeten Facharbeiters als Typus taxieren. Er verglich sich mit den Bürgern und sah, dass er dabei nicht schlecht abschnitt. Genau dieses Ziel einer Plattform verfolgten die Sozialdemokraten damals auch mit den Volksbibliotheken und Arbeiterbildungsvereinen.

Den Grundsatz, sich kulturell nach oben zu orientieren, hätte mein Großvater, wenn überhaupt, mit der Gegenfrage kommentiert: Wohin sonst?

Die SPD, die man sich im Osten vorstellte, existierte nicht mehr

Die Farbfilme aus Wolfen markierten damals den weltweit höchsten Standard. Die Sicherheit, etwas für sich erreicht zu haben, verband sich mit dem Stolz auf eine führende Industrie. Beides begründete ein ausgeprägtes Arbeitsethos. Selbst am 20. April 1945, dem Tag, als gegen Mittag amerikanische Panzer in sein Dorf rollten, war er morgens wie immer in den Zug gestiegen und zur Arbeit gefahren. Er verließ gegen sechs Uhr das Großdeutsche Restreich, um am späten Nachmittag in die amerikanische Besatzungszone zurückzukehren. Das Werk, in dem er arbeitete, das vermutete er richtigerweise, würde den Epochenbruch überleben.

Es lässt sich nicht ohne weiteres feststellen, wie weit dieser Aufstiegswille vorhielt. Vielleicht bis in die siebziger Jahre, möglicherweise in einigen Ausläufern noch weiter. Einen solchen Ausläufer bildete das sozialdemokratische Milieu Ostdeutschlands, das sich gewissermaßen in der DDR eingekapselt hatte, um nach dem Mauerfall festzustellen, dass die SPD, die man sich dort vorstellte, nicht mehr existierte. Gerade eingetretene Genossen aus Leipzig und Erfurt lasen das damals ganz frische Parteiprogramm von drüben, in dem nichts mehr von sozialem Aufstieg stand, sondern unter anderem der Satz: „Wer die menschliche Gesellschaft will, muss die männliche überwinden.“

Die meisten Ost-Frauen, auch diejenigen, die in die SPD gegangen waren, hatten gegen männliche Gesellschaft nichts einzuwenden. Sie definierten Emanzipation auch anders als nach dem Ausbreitungsgrad des Binnen-I, der Doppelnamen und der Frauenbeauftragten.

Mein Großvater war schon in den frühen achtziger Jahren gestorben. Ihm musste also niemand erklären, wie zurückgeblieben er mit seinem Aufstiegsdenken und seinem Statusstolz war. Der Leipziger Schriftsteller Erich Loest, Jahrgang 1926, versuchte nach 1990, die SPD wieder an ihre Wurzeln zu erinnern. Von ihm stammte der Satz: „Das Sozialdemokratischste sind die städtischen Bibliotheken, gefolgt von der Fußballmannschaft zweiten Grades.“ Die führenden modernen westdeutschen SPD-Genossen (es gab kaum andere) blickten mitleidig auf den Sonderling.

Es gibt durchaus noch eine ansehnliche Arbeiterschaft

Die Argumentation, warum die Interessenvertretung von Arbeitern, Bauleuten und Handwerkern heute keinen politischen Sinn mehr ergibt, geht innerhalb und außerhalb der SPD ungefähr so:

Erstens soziologisch – eine Arbeiterklasse in diesem Sinn existiere gar nicht mehr, bestenfalls in Restbeständen, ein stolzer Facharbeiteradel erst recht nicht.

Zweitens identitätspolitisch: Bei der Aufstiegsorientierung handle es sich um eine heikle Angelegenheit, zumal, wenn sie von weißen Männern gehegt wird, die auch noch stolz auf ihr Land und dessen Industrie sein wollen. Denn sie begreifen einfach nicht, dass nach der Doktrin der links von der Mitte und darüber hinaus flächendeckend dominanten intersektionellen Linken eine Berliner Staatssekretärin mit fünfstelligem Monatsgehalt, eingewanderten Eltern und muslimischem Selbstmarketing als Opfer der Gesellschaft zu gelten hat, wenn sie auf einem Inlandsflug von der Stewardess „tea or coffee?“ gefragt wird, während ein autochthoner Arbeiter, der bei 1.800 Euro Monatsbrutto 135 Euro Steuern zahlt, tunlichst seine Privilegien als weißer Mann checken sollte.

Drittens: Für eine klassische sozialdemokratische Partei gibt es heute nichts mehr zu tun. Die arbeitende Bevölkerung ist schon ausreichend emanzipiert.

Zum ersten: In der Industrienation Deutschland existiert trotz der mehrfach ausgestellten Totenscheine noch eine ansehnliche Arbeiterschaft. Zusammen mit den Beschäftigten des Bauhauptgewerbes und den Handwerkern machen sie gut 20%, in Bayern und Baden-Württemberg noch mehr als ein Viertel der Bevölkerung aus. Rechnet man die Arbeiter in Rente dazu, die in aller Regel auch im Ruhestand ein positives Verhältnis zu ihrem Stand pflegen, liegt der Anteil dieses Milieus noch deutlich höher. Eine tatsächlich marginale Rolle spielt der produzierende Teil der Gesellschaft nur in der Kevin-Kühnert-Stadt Berlin, dem Standort des Willy-Brandt-Hauses.

Zum zweiten: Aller Propaganda zum Trotz wird ein Arbeiter in Sawsan Chebli niemals ein Opfer sehen. Schon gar nicht eins, das unter ihm zu leiden hätte.

Zum dritten: Die Arbeiterschaft insgesamt ist nicht depraviert. Auf Klassentreffen stellen Politikwissenschaftsdiplominhaber mit Teilzeitbeschäftigung in NGOs immer wieder fest, dass sie, die von Politik, Medien und Kirchen umschwirrte Gesellschaftscreme, oft noch mit knapp 40 in einer Berliner WG hausen, während ihre gewerblich orientierten Schulfreunde trotz der Steuerlast schon ein Eigenheim bewohnen. So kann es gehen.

Als Wichtigstes müsste die Migrationspolitik geändert werden

Trotzdem gäbe es für sozialdemokratische Politik eine Menge zu tun. Der Staat greift schon bei Kleinverdienern zu. Selbst ein Single, der Vollzeit zum Mindestlohn schafft, zahlt Steuern. Ein Handwerksmeister muss für ein Teil seines Einkommens schon den Spitzensteuersatz abliefern. Beides ist ungerecht. Der Geldregen über den erneuerbaren Energien muss enden, damit die Stromkosten nicht noch weiter steigen. Auch Großstadtschulen in weniger guten Wohnvierteln müssen gut sein. Selbst in Berlin. Vor allem: Respekt ist den meisten Arbeitern und Handwerkern sogar wichtiger als materielle Gerechtigkeit. Als Wichtigstes müsste die Migrationspolitik geändert werden: Hilfe für tatsächlich Verfolgte, offene Türen für tatsächlich benötigte Fachleute. Aber keine Einwanderung ins Sozialsystem.

Was die Aufstiegsorientierung von Arbeitern angeht: Die existiert individuell immer noch. Zu meinem Bekanntenkreis gehört ein Schweißer, in dessen Buchregal – im Eigenheim – Bände von Gilles Kepel und James Joyce stehen (gelesen). Außerdem ein Schlosser, zu dessen Haushalt sechs Musiklexika und eine bemerkenswerte Sammlung von Klassik-CDs gehören, und zwar in einer Eigentumswohnung. Ein x-beliebiger Handwerksmeister versteht mehr von Ökonomie als der gesamte SPD-Parteivorstand. Egal, welcher. Egal, ob er es auswendig kennt oder nicht, er weiß jedenfalls um die Aufforderung von Bertolt Brecht: 

„Prüfe die Rechnung / Du musst sie bezahlen / Lege den Finger auf jeden Posten / Frage: wie kommt er hierher“.

Es gibt also durchaus noch das Milieu, zu dem mein Großvater gehörte. Dass es nicht mehr SPD wählt, spricht für seine politische Wachheit. Eine sozialdemokratische Partei könnte also dank dieser Leute leben. Sie müsste nicht dahinsiechen. Stattdessen begeht sie Suizid.

Die Gründe für diesen Suizid sind multipel. Aber bei diesem Text handelt es sich um eine Art Erzählung, die es erlaubt, einen einzelnen Agenten der Geschichte einzuführen.

„Ihr werdet modern sein“

Stellen wir uns also ein Wesen vor, halb Klein Zaches, halb Grinch. Dieser Kleingrinchzack schlich schon vor Jahren zu der SPD-Führung und erzählte ihr, es sei jetzt an der Zeit, zu erkennen, dass ihre fleischessenden autofahrenden gewerblich tätigen Wähler für die Vergangenheit stehen. „Vergangenheit“, sagte er grinchend, „ist schlecht. Ihr solltet daran mitwirken, ein paar Milliarden Euro über den Betreibern von Windrädern und Solaranlagen auszuschütten, also über Leuten, die sowie schon zu den Privilegierten gehören. Davon wird der Strom teurer, auch für die Supermarktkassiererin. Es wäre auch eine famose Idee, mit den Steuern unter anderem dieser Kassiererin den Käufern von 40.000 Euro teuren Elektrowagen noch eine Anschaffungsprämie zu zahlen. Und überhaupt solltet ihr Minderheiten in den Mittelpunkt eurer Politik stellen. Und Frauen! Frauen müssen in Aufsichtsräte. Das ist entschieden wichtiger, als der Kassiererin mehr Netto zu verschaffen. Und denkt ansonsten an das Klima!“

Altgediente Genossen fragten: „Werden wir damit Erfolg haben?“

„Papperlapapp, Erfolg“, erwiderte Kleingrinchzack. „Ihr werdet modern sein.“

Der CDU riet er praktisch das Gleiche wie der SPD. Im Jahr 2015 schaute er bei der Kanzlerin vorbei und unterbreitete ihr den Plan, die Grenzen für alle und jeden zu öffnen, und nicht groß nach Ausweisen und tatsächlicher Verfolgung zu fragen.

„Was soll ich den Bürgern sagen?“ fragte Merkel, die wir uns – es ist ja eine Erzählung – einmal skrupulös denken wollen.

„Sagen Sie einfach: Wir schaffen das.“

„Das reicht aus?“

„Für diesen Satz werden Sie 2019 sogar die Ehrendoktorwürde in Harvard bekommen.“

„Mein kleiner grüner Freund, waren Sie es nicht, der mir 2011 geraten hatte, aus der Atomkraft auszusteigen?“

„Haargenau. Und? Hat es Ihnen geschadet, Frau Doktor?”

Zu den Medien hüpfte unser Topberater auch, um ihnen einzuschärfen, künftig vor allem Haltung zu zeigen, Haltung, Haltung, ihren Lesern die Regierungspolitik zu erklären und vor jeder Recherche zu fragen, ob sie den Falschen nützen könnte.
Den Kirchen rief er noch zu, vor allem von Klima und Migranten zu predigen und das Kreuz ruhig mal unterm Beffchen zu verstecken, falls es zu provozierend wirken sollte.

„Für Liebhaber von religiösem Klimbim“, kicherte er, “sagt Ihr einfach, wie faszinierend Ihr den Islam findet.“

Und allen zusammen zischte er ins Ohr: „Deutschlands größtes Problem ist seine Automobilindustrie. Und weiße Männer. Besonders die älteren.“

Das Unwahrscheinliche wurde Ereignis. Alle taten, wie ihnen Kleingrinchzack geraten hatte. Alle bis auf die Zurückgebliebenen.

Synchron und irreversibel nach unten

Bald zeigten die Wahlergebniskurven der SPD wie die der CDU, die Mitgliederkurven der Kirchen und die Auflagenkurven der meisten Medien synchron und irreversibel nach unten. Und nur die Kurve von zwei Parteien nach oben: die der Grünen, außerdem die einer neuen Truppe, die praktisch in allem das Gegenteil der Grünen verkörperte.

Über die Frage, in welche Einzelagenten Kleingrinchzack in Wirklichkeit zerfällt, ließen sich viele Seiten füllen. Aber niemand hätte seinem Rat folgen müssen. Es gab nie einen objektiven Zwang. Denkbar wäre das alles nicht ohne die Bereitschaft von großen, ehemals einflussreichen Institutionen, sich selbst zu zerstören. Um noch einmal Bertolt Brecht zu  zitieren: „Vielleicht müssen sie so sein. Aber sie müssen nicht sein.“

So selten kommt das in der Geschichte nicht vor. Der alte französische Adel vor 1789 schaffte das bekanntlich auch. Die SPD marschiert nur an der Spitze einer Bewegung, der viele folgen. Abstieg und Selbstzerstörung ist jedenfalls, anders als der Aufstieg, fast immer eine kollektive Angelegenheit.

Maliziöse Stimmen behaupten, Kleingrinchzack besitze die Fähigkeit, auch in verschiedenen Gestalten aufzutreten. Mal als vielfach preisgekrönter Spiegel-Autor, mal als bezopftes schwedisches Mädchen. Und mal als Kevin Kühnert.
Kühnert sollte sich einen Ruck geben und die SPD übernehmen. Denn er verkörpert exakt das Gegenteil des alten sozialdemokratischen Aufstiegsmodells: kein Studium beendet, keinen normalen Beruf ergriffen, ein aufgeblasener Medienkasper. Der SPD-Vorsitz ist heute eine Art Dschungelcamp. Wer würde besser dorthin passen als er?

In dem Moment, in dem er die Partei endgültig in den Boden rammt, hätte er zum ersten Mal in seinem Leben etwas zu Ende gebracht.

In der Zwischenzeit könnten Andere eine sozialdemokratische Partei in Deutschland gründen. Sie würde gebraucht.

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Sandra Richter / 08.06.2019

Die andere sozialdemokratische Partei ist doch schon gegründet, es ist die nach links gerückte CDU/CSU. Die hat zwar auch mit dem Kleingrinchzack seine Probleme, aber faktisch ist sie mit knapp 30 Prozent immer noch da, wo die alte SPD in guten Tagen mal war. Und für die Arbeiter und Angestellten gibt es die AfD, die für deren Interessen kämpft. Für eine neue SPD gibt es also kaum Platz, ausser die alte SPD würde sich tatsächlich erneuern, wie z.B. die Sozialdemokraten in Dänemark.

herbert binder / 08.06.2019

Diesen akademischen Titel “Dr. a.M.” [aufgebl. Medienkasper/-kasperine] würde ich nicht allein diesem Youngstar verleihen. Nein, den tät’ ich Sackweise unter das politische Volk bringen. Aber daß sich uns Kevin in die Pflicht nehmen ließe, lieber Herr Wendt, das müssen wir sowieso nicht befürchten. Einen richtigen Job, bei dem zudem auch noch die Gefahr droht, daß dort der Erfolg sichtbar und gemessen werden könnte - um der Barmherzigkeit Willen, das muß nicht sein. Lieber weiter rumeiern.

Margit Broetz / 07.06.2019

Danke Herr Wendt! In Dänemark setzt die Sozialdemokratie andere Schwerpunkte und wird stärkste Kraft, die die Rechtspopulisten zurückschrumpfen läßt. Heute höre ich im Islamisierungsfunk (DLF) einen hiesigen Vertreter, das komme für die SPD nicht in Frage. Die SPD wird sterben. Inzwischen ist sie ja auch völlig islamisch unterwandert, Özoguz und Chebli sind ja nur die bekanntesten, peinlichsten Vertreter. Wenn das Schiff sinkt, werden die rechtzeitig in ihre eigene Moslempartei wechseln, wie man in aktuell Duisburg sehen konnte (die dortige BIG hat die Altparteien in einem Stadtbezirk zu völlig unbedeutenden Splittern reduziert). Nun, die SPD wird sterben. Reisende soll man nicht aufhalten!

Fritz Fuchs / 07.06.2019

Der Urgroßvater meines Vaters, geboren 1797,  hätte Gelegenheit gehabt, sich für die Ideen eines Karl Marx oder Ferdinad Lassalle zu deren Lebzeiten zu engagieren, aber er, Hugenottensproß - folglich Preuße - und selbständiger Landwirt, konnte deren Vorstellungen ebenso wenig abgewinnen wie alle auf ihn folgenden Generationen meiner Familie. Auch meine Kinder und Enkel haben die Sozialdemokratie jederzeit für entbehrlich gehalten, wenngleich sie dem ländlichen Milieu alle weit entrückt sind und es, anders als ich umständebedingt, nicht einmal ansatzweise kennenlernen konnten. Mein Großvater hat seine Leute und Pferde nicht nur korrekt, sondern sehr gut behandelt, verlangte ihnen aber auch das Zumutbare ab. Das gleiche galt für meinen Vater, der freiwillig ein Jahr lang in der Reichswehr gedient hatte, und für seinen Umgang mit den ihm im Kriege unterstellten Soldaten.  Von mir zu reden, wäre ungehörig. Was der Verfasser den Mitgliedern einer idealisierten SPD zuschreibt - Berufsstolz, Wissbegierde, Pflichtbewusstsein - war zu jener Zeit Merkmal aller vernünftigen Leute. Damals (als gerade dem Volksschüler noch großes Wissen angeboten und Lebenstüchtigkeit vermittelt wurde) bemühte man sich, unabhängig von politischen Präferenzen, soweit ich das beurteilen kann, auch bei Anwendung der Muttersprache um Orientierung am gepflegten Sprachgebrauch der “höheren Kreise” - auch davon ist heute nichts mehr zu bemerken - man orientiert sich nach unten und der Sprachmächtige geniert sich, durch den Sprachgebrauch seine Zugehörigkeit zu den “gebildeten Ständen” zu verraten. Und was den Bildungshunger (aller gesellschaftlichen Schichten) betrifft: den gibt es nicht mehr. Man fühlt sich grundlos saturiert und ist völlig außerstande, eigene Defizite zu identifizieren - von deren Beseitigung ganz zu schweigen. Auch eine Renaissance einer an Haupt und Gliedern reformierten SPD würde daran nichts ändern. Sozialismus ist die Apotheose des Neides. Per aspera ad astra, das war einmal.

Silas Loy / 07.06.2019

Kleingrinchzack?  Die “moderne” SPD, die Generation 68, war im Bürgertum angekommen, sie wollte die vermoderten Kohlchristdemokraten beerben und sie wollte “da rein”, nämlich in’s Kanzleramt, also an die Macht, und in die “Neue Mitte”. Die Morgengabe für diesen Coup zur Besetzung der Mitte war der Verrat an ihren Wählern, gemeinsam mit den Grünen, die so eine alte solide Basis nie hatten und sie also auch nicht verlieren konnten. Die SPD hat rechtsliberale Politik exekutiert, um im Bürgertum anschlussfähig zu sein, es war eine Wette um Sein oder Nichtsein. Die Agenda 2010 wäre gegen eine SPD in der Opposition niemals möglich gewesen, sie war es nur mit ihr als Regierung im Wege des Verrats. Und das Gender-, Klima- und Sonstwasgedöns dient nur der Ablenkung und der Aufwiegelung von Dumpfback*innen jeden Alters zur Zementierung des erreichten Einflusses in den Institutionen der Gesellschaft. Sie wenden dafür Propaganda (Medienbeteiligungen) und Gewalt (Antifa) an. Und ab und zu kräht es aus Bellevue: Haltet den Dieb!

Robert Jankowski / 07.06.2019

Selten einen so treffenden Artikel zu meiner Ex-Partei gelesen. Ein Satz hat mir gefehlt, der allerdings schon einen langen Bart hat. “Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten!” Ein Herbert Wehner ist bei Problemen zwischen Betriebsrat und Firmenleitung von Phoenix mal kurz von Bonn nach Hamburg gedüst und hat sich der Sache angenommen und seine Leute vertreten. Heutzutage kennen die führenden SPD Bonzen ihre Klientel schlichtweg nicht. Beispiel 1: Andrea Nahles schwafelte mal davon, dass sie ja Tochter eine Handwerksmeisters sei und deswegen die Probleme der arbeitenden Bevölkerung verstehen würde. Das erinnerte mich sofort an die “Zahnarztfrau” aus der Colgate Werbung. Von Nix ne Ahnung, aber dumm rumsabbeln! Beispiel 2: Martin Schulz der mit einem Jahreseinkommen von über 400.000€ davon erzählte, dass er die Arbeiter verstehen und für sie kämpfen würde. Damals war das Femdschämen pur für mich! Zur Migrationspolitik der SPD: die ist fest in islamistischer Hand und daran wird sich auch nicht mehr viel ändern. “Kulturlos” Ösoguz und Rolex Chebli vertreten nur Eines: den Islam, aber keine sozialdemokratischen Standpunkte! Selbst, wenn die SPDbei der Migration jetzt eine 180° Wendung hinlegen würde, wie es die dänischen Sozen schon vor Jahren getan haben, würde es sie trotzdem nicht mehr retten, denn die SPD hat jegliche Glaubwürdigkeit verloren. Sie besteht nur noch aus intriganten Apparatschiks, die in ihrem Leben nie auch nur einen Finger krum gemacht haben. Die SPD hat fertig!

Reiner Hoefer / 07.06.2019

Meine Theorie ist: Wenn eine Entwicklung eine kritische Stufe erreicht hat, dann ist sie unumkehrbar (und das trifft auf die SPD zu). Und zweitens: Es liegt nicht an Personen, sondern am System. Im System gibt es einen permanenten Wettbewerb, den anderen in ideologischem Eifer zu übertreffen, man will ja hoch kommen und man hat nichts weiteres gelernt, man lebt vom System, und zwar ausschließlich. Und dann: Jeder Abweichler ist zu vernichten. Und wer will schon vernichtet werden. Deshalb gilt: Was der einzelne innerhalb eines solchen Systems wirklich denkt, weiß niemand. Aber das versteht offenbar nur jemand, der in der DDR aufgewachsen ist. Ich bin es.

Karla Kuhn / 07.06.2019

. “Der Geldregen über den erneuerbaren Energien muss enden….”  das würde ich mir auch wünschen aber im Bundeshaushalt wird ja für die “Energiewende” so richtig tief in die Tasche gegriffen. Gretchen, die “Expertin” hat der Regierung doch gründlich eingeheizt. SO einer “Expertin”  sollte doch nach möglichkeit keiner widersprechen. Tun aber leider viele, na ja die werden schon noch von den, mit Merkels und dem BP Segen Schule schwänzenden Kindern überzeugt werden. “und das Kreuz ruhig mal unterm Beffchen zu verstecken, ...” KÖSTLICH ! “Kleingrinchzack” seine “Wandlung” paßt haargenau zu bestimmten Politikern !!  Ein richtig guter Artikel ! Bin froh, daß ich ihn so spät gelesen habe, er bringt mein “Blut” wieder außer Wallung.

Sanne Weisner / 07.06.2019

Der Bericht ist eine runde Sache.

Marie-Jeanne Decourroux / 07.06.2019

Trefflich analysiert und wunderbar illustriert!!!

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