Erich von Däniken ist tot (1935–2026). Er starb kürzlich mit 90 Jahren im Spital von Interlaken BE, wie seine Tochter Cornelia am Sonntag bekanntgab. Letztes Jahr erschien sein 49. Buch, „Notizen“. Als ich ihn Ende 2024 in seinem schlichten Büro in Interlaken zum Interview traf, sagte er, dies sei sein persönlichstes Buch – und sein letztes. Leider hat er damit recht behalten. Erich von Däniken war mehr als der Karl May der Prä-Astronautik. 1935 in Zofingen AG geboren, wuchs er in Schaffhausen auf und war schon früh fasziniert von Mythologien, biblischen Texten, Archäologie und Raumfahrt. Er wurde ein Besessener, der mit unglaublicher Leidenschaft und Entdeckungsfreude den Planeten bereiste, auf der Suche nach immer neuen Spuren von Außerirdischen.
Als 1968 von Dänikens erstes Buch „Erinnerungen an die Zukunft“ erschien, hielten ihn viele für einen liebenswerten Ufo-Spinner. Doch die Art und Weise, wie er historische Fakten deutete, faszinierte viele und machte seine Bücher und Filme zu Bestsellern. Die Kernthese blieb über all die Jahre gleich: Außerirdische haben vor langer Zeit die Erde besucht und werden eines Tages wiederkommen. „Wir werden nicht nur beobachtet, sondern Außerirdische sind unter uns.“
In zahlreichen Kulturen sind solche Geschichten überliefert, und wenn man „Engel“ und „geflügelte Götterboten“ durch „außerirdische Briefträger“ ersetzt, liest sich sogar die Bibel wie spannende Science-Fiction. Auch wer seine Theorien nicht teilt, muss anerkennen, dass ihm Großes gelungen ist. Von Däniken hat bei Millionen von Menschen die Faszination für alte Kulturen geweckt und Dutzende Autoren und Filmemacher zu neuen Werken inspiriert. Sein Name wurde zur Marke: EvD, ein Synonym für Außerirdisches.
Weltstar der Prä-Astronautik
Papst Franziskus (1936–2025) erteilte ihm mit einer Urkunde den apostolischen Segen zum Geburtstag. Zahlreich sind die weltweiten Auszeichnungen, die Preise, die Ehrendoktorwürden, die Ehrenbürgerschaften. Als Weltstar der Prä-Astronautik gehörte EvD neben Roger Federer (44) zu den berühmtesten lebenden Schweizern, und mit über 67 Millionen verkaufter Bücher in 32 Sprachen wurde er der erfolgreichste Schweizer Schriftsteller aller Zeiten.
Etliche Autoren haben sich in den letzten 200 Jahren mit dem Thema Prä-Astronautik beschäftigt, aber die meisten dümpelten zwischen Mystik und Esoterik. EvD hätte in den 1970er Jahren locker eine lukrative New-Age-Religion gründen können, so wie der französische Sportjournalist Claude Vorilhon (79), Gründer der Ufo-Religion Raelismus, der sich Sohn der außerirdischen Zivilisation Elohim nannte und Uriella-mäßig durch Europa tingelte.
EvD war aus anderem Holz geschnitzt. In seinem letzten Interview sagte er, er habe kein Vermögen, er habe all seine Honorare laufend in neue Expeditionen gesteckt und sich weitergebildet. Wissen war ihm stets wichtiger als Besitz. Er wurde zu einer wandelnden Enzyklopädie für antike Kulturen. Auch mit 90 konnte er fließend alle möglichen Zahlen und Fakten verständlich erläutern, als lese er sie von einem Teleprompter ab. Sein Gedächtnis war phänomenal. Wenn er sprach, war jede Antwort druckreif.
Im Alter wurde er nachsichtiger mit seinen Kritikern, zeigte sogar Verständnis, auch wenn er bis zuletzt mit großer Begeisterung seine Thesen vertrat. Er mochte Menschen und ihre Gesellschaft und hatte auch den nötigen Humor, um eigene Fehlinterpretationen einzugestehen. Er war fürwahr eine beeindruckende Persönlichkeit mit großem Herzen und Sinn für Ironie.
Er schwurbelte nie herum, sprach Klartext ohne Rücksicht auf negative Reaktionen. Political Correctness war ihm fremd. Auch dafür liebten ihn seine Fans. David gegen Goliath, Autodidakt gegen Wissenschaft. Glaubte Erich von Däniken an einen Gott? Auf diese Frage antwortete er bei meinem Besuch: „Ich sehe Gott nicht als Wesen, das boshaft oder gut ist. Gott ist der grandiose Geist des Universums. Ich bin ein tiefgläubiger Mensch, und ich bete jeden Tag zum grandiosen Geist der Schöpfung. Die anderen nennen es Gott, es kommt alles auf dasselbe raus. Ich bitte diesen Schöpfungsgeist: Ich möchte weiterleben, ich möchte gesund bleiben, ich möchte aktiv bleiben. Zumindest bilde ich mir ein, das ist der Grund dafür, dass ich so alt wurde.“
Dieser Beitrag erschien zuerst im Schweizer Blick und auf Claude Cuenis Blog.
@Ilona Grimm @Ekki Schneider … ich hätte, wie bereits von der Redaktion veröffentlicht, Herrn EvD geraten eine Kirche aufzumachen, weil das EvD Debatten mit Wissenschaftlern erspart hätte & der Glaube an die Außerirdischen plausibler ist, als der an die rot-grün antiken Kindermärchenautoren, Marcus, Matthäus, Johannes & Lucas & die vielen anderen in diesem orientalischen Habeck-Business, die von Konstantin aber nicht zertifiziert wurden. Andererseits schützten EvDs Reiseerzählungen & SciFi-Veröffentlichungen EvD vor den Musels, die gar nicht verstanden, was Er uns sagen wollte. EvD wurde in der Schweiz auch schon mal eingeknastet, weil Ihn Seine Leidenschaft die Rote Linie der Legalität überschreiten ließ. Aber auch damit ist er nicht schlechter, als die Räuber- & Revoluzzerbande des Jesus von Nazareth, siehe die Speisung der 5k.
Ich befürchte die Ausserirdischen sind nicht nur unter uns, sondern sie regieren uns bereits. Spass bei Seite, eine schöne Würdigung für einen, der noch seinen eigenen Kopf hatte, egal ob er am Ende nun richtig oder falsch lag. Auch ihr Kommentar zur Jahresrückschau 25 im „Blick“ war auf den Punkt gebracht, Herr Cueni.
Ich bin geradezu geschockt vom Versterben EvDs, obwohl es bei vernünftiger Betrachtung vielleicht doch nicht unerwartet ist. Ich bin kein Guru, kein Anhänger, EvD war für mich Türöffner für Astronomie, Astrophysik, interessante eher im Hintergrund bestehende Zusammenhänge, die es so vielleicht gar nicht gab/gibt, die aber doch den Blick für zuvor weniger beachtete Phänomene öffneten, und natürlich war er Zeitzeuge und Dokumentator für Gegebenheiten die die Geschichte bzw. ungünstige Entwicklungen inzwischen weggewischt haben. Jemanden der seine Rolle einnehmen kann sehe ich nicht. Im Wertewesten wäre eine solche Figur wahrscheinlich auch nicht (mehr) zu erwarten. Wir müssen auf neue überraschende Erkenntnisse aus dem Woke- und Gendergedönsbereich „hoffen“, vielleicht das 1-Mio-ste Geschlecht. Dafür einen Nobelpreis für Germoneystan!
ich finde das interessant, daß er seine Ideen tatsächlich selbst ernst nahm. Ich war eigentlich immer davon ausgegangen, daß er das mehr als unternehmerisches Angebot an frühere Verschwörungstheoretiker sah.
Symphatisch auch, dass EvD auf dem Foto in einem Cadillac Seville zu sehen ist, wahrscheinlich 1978/9 Jahrgang, also erste Serie (1975-1979). In der Schweiz fuhren früher viel mehr Amis herum.
EvD ist von uns gegangen, aber nicht tot. Er wurde von seinen Alien-Freunden abgeholt.
Ich konnte Anfang der 80er Jahre mal einen Vortrag von Erich von Däniken live erleben. Er wirkte auf mich sehr selbstbewusst und war auch rhetorisch sehr überzeugend und er hat viele Bilder und Dokumentationen zu seinen Behauptungen gezeigt. /// Allein die Tatsachen die er so darstellte waren mir etwas suspekt und in allerletzter Überzeugung doch nicht so recht wahr – oder ? ? ? Ich wurde kein Follower von ihm. Aber sein Auftritt damals war schon phänomenal !