Eine ehemalige Grüne beklagt das große Egal

Einer früher linken Politikerin dämmert, dass der eigene Weg teilweise ein Holzweg war.

Antje Hermenau war über lange Jahre Politikerin der Grünen. Korrekt natürlich: Politikerin von Bündnis 90/Die Grünen. Im sächsischen Landtag, im Bundestag, dann noch einmal im Landtag als Fraktionschefin. 2015 ist sie aus der Partei ausgetreten. Im sächsischen Landtagswahlkampf 2019 unterstützte sie die Freien Wähler, ohne allerdings selbst zu kandidieren. Die Mitgliedschaft bei den Grünen scheint eine recht ferne Vergangenheit zu sein, wenn man ihren unlängst erschienenen Essay „Das große Egal“ vor sich hat.

Es handelt sich um eines der in letzter Zeit erschienenen Unwohlseinsbücher. „Corona“ hat dieser Rubrik zwar noch einmal einen deutlichen Schub gegeben, allerdings ist der Blick nicht auf die sogenannte Pandemie respektive die Maßnahmen und deren Auswirkungen beschränkt, auch gab es diese Art von Buch schon in den Jahren davor. Thema ist stets, dass da nicht nur etwas, sondern ganz schön viel faul ist im Staate, und nicht nur im eigenen (um es mit einem etwas ausgetretenen Shakespeare zu formulieren, die studierte Englischlehrerin Hermenau mag es als Reverenz verstehen). Die Fäulnis wird eher aufgelistet, weniger analysiert, der Zustand beschrieben, zwischendurch und/oder im Nachhinein werden optimistische Zukunftsausblicke gegeben, deren Wirklichkeitsverwandlung ansteht, sofern die ebenfalls zwischendurch und/oder im Nachhinein gegebenen Lösungsvorschläge beherzigt werden.

Eine neue Biedermeier-Epoche

Die Bestandsaufnahme erfolgt unter dem Fokus, der dem Essay den Titel gegeben hat. Hermenau meint, „dass wir uns aktuell in einem gesellschaftlichen Biedermeier befinden, das noch keinen Namen von den Historikern bekommen hat und das ich mit ‚das große Egal‘ beschreiben möchte“. Und sie lädt ein, mitzukommen „auf eine launige Reise durch das große Egal der heutigen moralinsauren Zeit auf der Suche nach der Wiederkehr der Vernunft“. An dieser Stelle hört der eine oder andere Leser vielleicht Marcel Proust husten, den die Autorin nicht nennt, obwohl sonst akribisch (im besten Sinne) darauf bedacht, ihre Ideenspender und Übernahmen kenntlich zu machen.

Das große Egal ist dabei die herrschende Situation, von den Regierenden gewollt, von vielen ge- oder zumindest ertragen, allerdings mit Entladungspotenzial. Angeschrieben wird gegen Grüne, Liberale und Linke, wobei sich die beiden letzteren Bezeichnungen eher auf die politisch-gesellschaftlichen Strömungen als auf die jeweiligen Parteien im engeren Sinne beziehen. Der rote Faden des großen Egal wird zu Anfang etwas konzentrierter verfolgt. In den drei „Diskursen“, die den größten Teil des Essays ausmachen – „Die Krise des Liberalismus erledigt den Konservatismus gleich mit“ (eine These, die nicht so ganz zu überzeugen vermag), „Die Attraktivität des Totalitären und der anmaßende Verwaltungsstaat“ sowie „Der Verlust von Religion und Wissenschaft im parteipolitischen Handgemenge“ –, verliert er sich etwas. Am Ende wird er in Hermenaus Schlussfeststellung aufgegriffen, dass eine Entscheidung getroffen werden müsse zwischen einem – fortgesetzten – großen Egal und einer – von ihr als notwendig betrachteten – konservativen Korrektur.

Krisenstimmungen habe es natürlich schon öfter gegeben, aber „diesmal scheint alles fundamentaler zu sein, nicht mehr änderbar, überwältigend“. Beklagt werden als Erscheinungen des großen Egal, dass der edle Gedanke der Gleichheit (im Sinne von Gerechtigkeit) in Gleichmacherei abgeglitten sei, dass „einem vieles bedeutungs- oder wertlos gemacht“ wurde. Dass in den „Corona-Jahren“ das Volk gemerkt habe, wie „egal“ es den Regierenden war. Bildung und frühere Maßstäbe seien egal. Verwiesen wird auf die „aufgepumpten Lebensläufe“ der Politiker oder deren „Gedächtnislücken bei richterlichen Befragungen“, die doch keinerlei Konsequenzen nach sich zögen. Der Staat sei schwach, über Jahre sei bei den Bürgen der Wunsch gezüchtet worden, der Staat möge alles regeln.

Indes, er vermag es nicht. Der Einzelne achte auf die „weiße Weste“, die res publica hingegen sei ihm egal. Die Meinungsfreiheit sei inzwischen auch egal. Hermenau spricht – mit einem aus der DDR bekannten Begriff – von einer Nationalen Front, „diesmal unter Führung einer links-grünen Ideologie“. Die „falschen Fragen“ dürften nicht gestellt werden. Die Politik habe eine „super Ausrede“, indem sie den Blick auf das „große Ganze“ richte – etwa „Corona“ oder „Klima“. Dies gebe eine hervorragende Rechtfertigung ab, „sich nicht mehr mit den vielen drögen Kleinigkeiten des Alltags“ befassen zu müssen.

Niemand trägt Verantwortung für nichts

Verwiesen wird auf den mehr als schäbigen Umgang mit dem politischen Versagen angesichts der Hochwasserkatastrophe im Sommer 2021. Öffentlich zur Verantwortung gezogen werde niemand, egal. Egal auch, dass eine Mehrheit den Gender-Unsinn ablehnt, allerdings sei dieser hinsichtlich anderer Probleme ein Nebenkriegsschauplatz, auf den sich gut ablenken lasse. Auch die Kirchen seien egal geworden oder besser, haben sich egal gemacht, das eifrig-kritiklose Mittragen der Corona-Maßnahmen unter eklatanter Missachtung ihrer Aufgaben sei ein deutliches Zeichen gewesen. Globalisierungsenthusiasten machten „Nation, Staatsvolk, Staatsgrenzen und nationale Kultur“ egal. Reformverweigerung wirke ansteckend und kontaminiere alle Bereiche des öffentlichen Lebens, keiner übernehme mehr – wirklich – Verantwortung, egal. Auch die Ehe, deren Idee nicht in erster Linie eine romantische Zweisamkeit ist, werde egal. Ebenso die Demokratie insgesamt, Hermenau meint, in der schnelllebigen Zeit seien Wahlen alle vier, fünf Jahre zu wenig, zu „gravierenden Fragen“ müsse es Volksentscheide geben.

Um die Wirkung der „Schlummertaste Merkel“ geht es und einen Liberalismus, dessen Pendel zu weit ausschlage und entsprechend Illiberalismus nach sich ziehe oder um die im Argen liegende Bildung, das „wichtigste Erbe der europäischen Aufklärung“. Um die Spaltung der Gesellschaft, nicht erst seit, aber besonders sichtbar in der unseligen Impffrage. Um Politiker, die aufhetzen, da „wurde seit 1933 nichts gelernt“. Um Vorschläge von oben, die „immer als ausdiskutierte Dogmen dargestellt werden“. Um das „Ausweichen der Führung bezüglich der Zukunft in kollektive Traumwelten“, durch „die anstehende Legalisierung von Cannabis nun auch ganz offiziell“, den deutschen Sonderweg in der Energiefrage und das öffentlich-rechtliche Fernsehen, das sich selbst „zum öko-sozialen Erziehungsfernsehen verzwergt“ habe.

Kritisiert wird die selbstgerechte Sicht, dass die liberale, demokratische Gesellschaft nach westlichen Vorstellungen am – guten – Ende jeder politischen Entwicklung stehen müsse oder die Tatsache, dass das Bewusstsein für die „Leitkultur“, auf die auch Zuwanderer zu verpflichten seien, abhandengekommen ist. Oder konkret: „Es gibt recht viele Muslime, die sich nie integrieren werden“. Die politische Linke sei vom Gedanken beseelt, „Deutschland gehöre nun ihr und sie könne es mit einem finalen Pinselstrich zu dem Land perfektionieren, das sie in Jahrzehnte währenden Träumereien daraus zu machen versuchte“. Denken und Handeln mit Blick auf Vergangenheit sei keine Kategorie, das Ziel bestehe ja ohnehin darin, mit allem zu brechen. Gerade die Grünen „verkörpern die Unbehaustheit einer Generation, die sich von allem emanzipiert hat“. Und wer „hätte gedacht, dass es die Liberalen, die Linken und die Grünen sind, die das Erbe der Aufklärung in den Orkus der Geschichte werfen“?

Hermenau liefert mitunter schöne Formulierungen, etwa die, dass die, die gegenwärtig den Ton angeben, oft „humorlos und in ihre Zielmonstranzen gnadenlos verliebt“ seien. Oder bezüglich des von ihr immer wieder aufgebrachten Bildes vom Boot „Deutschland“, in dem alle sitzen und das man sich auch als großes Schiff vorstellen könne: „Allerdings rauchen die Schornsteine schon lange nicht mehr. Und Segel setzen kann auch keiner – ist zwar naturnah, will aber auch gelernt sein.“

Hoffnungszeichen gibt es allerdings auch. So wurde etwa auf „Spaziergängen“ nach „Friede, Freiheit, Selbstbestimmung“ gerufen. Und „Spaziergänge“ finden nicht erst seit „Corona“ statt, die gab es beispielsweise auch in Dresden, die markierende Jahreszahl ist 2015. Hermenau scheut sich, das Wort „Pegida“ zu schreiben, gibt sich aber sichtlich beeindruckt. Wenn 25.000 Menschen „ohne viel zu sagen kollektiv spazieren gehen“, sei dies eine Meinungsäußerung und kein „kollektives ‚Walking‘ für die Volksgesundheit“. Sie haben „in einer erträglichen Dosis“ ihre Kritik geäußert und den Verantwortlichen die Möglichkeit geben wollen, „ohne Gesichtsverlust eine Korrektur ihrer Politik vornehmen zu können“. Interessant sei, dass es nun viele „Spaziergänge“ in Deutschland gebe. „Der vornehme Protest ist ein innerdeutscher Exportschlager geworden.“

Hermenau bezieht sich bei ihrem Problemaufriss und vor allem bei der Suche nach den Lösungen auf eine Vielzahl von Autoren, die sie, zustimmend, ausführlich referiert. Die illustre Mischung besteht etwa aus Nicolas Baverez, Andreas Reckwitz, John N. Gray, Hans-Olaf Henkel, Egon Flaig und Günter Rohrmoser.

Patriotismus und Religion als einzige Bindemittel

Und wo ist nun der Ausweg? Patriotismus und Religion seien das „Einzige, was Menschen historisch auf Dauer zusammenhielt“. Der Philosoph Karl Jaspers wird angeführt, der als gemeinschaftsbildende Faktoren „Heimat, Geist und Sprache“ ausgemacht hat. Auf die Nation wird der Blick mehrfach gerichtet. Wie eingangs schon gesagt, das Zauberwort heißt für Hermenau „konservative Korrektur“. Es gehe heute „mehr denn je um einen selbstkritischen, modernen, philosophisch erneuerten Konservatismus, der den aktuellen Zuständen gewachsen ist“. Im Unterschied zu den Betrachtungen der Lage bleiben die Lösungsansätze im Nebel, was sich auch in Sätzen zeigt wie: „Starke Kommunikation wird mehr gebraucht als ein starker Mann.“

Konservatismus ist übrigens immer selbstkritisch, da eine seiner Grundfesten das Bewusstsein um die Unvollkommenheit jedes Menschen ist. Etwas im Wege steht Hermenau ihr Bild von der „Mitte der Gesellschaft“ (und bösen Parteien an den Rändern), die sie als den eigentlichen Dreh- und Angelpunkt sieht, auf den alles zurückgeführt werden müsse und in dem sie sich wohl auch selbst verortet. Nein, eine „Mitte“ gibt es nicht, es gibt ein rechts und ein links, oder, um ein älteres, vielleicht angenehmeres Begriffspaar zu verwenden, eine eher liberale oder eher konservative Auffassung der Dinge. Idealerweise halten sich beide Kräfte – das Vorwärtsdrängende und das Beharrende – gegenseitig in Schach und tarieren die Gesellschaft entsprechend aus. Die Gedanken kann man in Georg Quabbes sehr lesenswertem Buch „Tar a Ri“ von 1927 vertiefen.

Außer Frage steht natürlich die derzeitige, in dem vorliegenden Essay farbig geschilderte, drückende Dominanz der Linken. Ein weiteres Manko: Hermenau sieht das konservative Potenzial immer noch bei der Union und stößt kräftig in das allgemein übliche AfD-Verdammungshorn. Noch einmal nein. Parteienhistorisch war die Union immer Nachfolgepartei des Zentrums (trotz aller anderweitiger Eigendarstellung). Den Platz der rechten, konservativen (nicht rechtsextremen, nicht rechtsradikalen, schon gar nicht nationalsozialistischen) Partei innerhalb des deutschen Parteienspektrums, das sich im 19. Jahrhundert ausgeformt hat, hat sie nie eingenommen. Hermenaus Essay regt also durchaus auch zum Widerspruch an. Vielleicht nicht der schlechteste Grund, ihn zur Hand zu nehmen.

Antje Hermenau, Das große Egal. Essay, Dresden, Edition Buchhaus Loschwitz, 2022, kann beispielsweise hier bestellt werden.

Foto: Bidarchiv Pieterman

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Thomas Beier / 27.03.2022

Ach. Diese Charge will einfach nur Kohle machen mit Empörungsbüchern. Und-oder an der Täte bleiben, um existenziell gesichert zu sein. Heute grün, morgen vernünftig. Es nutzt auch nichts, wenn reihenweise Politker auf der Auswechselbank die Spielregeln beklagen, nach denen sie früher gespielt haben und jederzeit auch wieder spielen würden. Solange immer ein warmes Plätzchen bei der Gegenseite winkt, ändert sich nicht viel. Macht ist und bleibt Selbstzweck beim Durchschnittsmenschen.

Gerhard Küster / 27.03.2022

@th.bode: “Ein gemäßigter Patriotismus wäre eher konstruktiv.” [Zitat Ende] Durchaus, aber für Deutsche unmöglich gemacht durch fast 80 Jahre Schuldkultur (nimmt man die Zeit nach dem ersten WK dazu, sogar mehr als 100 Jahre). Wir haben diesen Schuldstolz so verinnerlicht, dass jeder Patriotismus verkümmert ist und der Versuch seiner Wiederbelebung zwangsläufig scheitern muss. Wie soll man stolz sein auf sein Land, wenn man nicht nur Tag für Tag die Sünden der Vergangenheit aufs Brot geschmiert bekommt, sondern das Brot dann auch noch mit Genuss isst? Kein anderes Land der Welt ist so verrückt wie unseres.

Thomas Brox / 27.03.2022

“Thema ist stets, dass da nicht nur etwas, sondern ganz schön viel faul ist im Staate, und nicht nur im eigenen. Die Fäulnis wird eher aufgelistet, weniger analysiert, ... “. Fängt zwar gut an, aber dann über weite Strecken die übliche schöngeistige, akademische Vernebelung, die keinem weh tut. Für einen kurzen Moment blitzt das Hauptproblem auf: “Die Attraktivität des Totalitären und der anmaßende Verwaltungsstaat”. Ebenso wie in der Metapher vom Boot Deutschland: “Allerdings rauchen die Schornsteine schon lange nicht mehr. Und Segel setzen kann auch keiner”. ++ In den bürokratisierten, sozialdemokratischen (eigentlich sozialistischen) Wohlfahrtsstaaten wird der wertschöpfende Privatsektor samt dem bürgerlichen Rechtsstaat von zwei Seiten in die Zange genommen und zerstört: Die eine Greifbacke ist der wuchernde parasitäre Staatsapparat, die andere Greifbacke ist der genauso wuchernde parasitäre Sozial-Asyl Sektor. Konstruktionsbedingt sind beide Sektoren reichlich unproduktiv, und müssen per Zwang unterhalten werden. Beide Sektoren bedingen sich gegenseitig, zur Festigung seiner Macht erzeugt der Staatsapparat den Sozial-Asyl Sektor. Im aufgeblähten Staatsapparat macht sich Polykratie breit: Zersplitterung von Kompetenzen und Verantwortung in zahlreichen redundanten, parallel existierenden (und daher überflüssigen) Behörden. Letztendlich führt es zur Auflösung von Kompetenz, Verantwortung, Haftung und elementarer Leistungsfähigkeit staatlicher Institutionen: “Niemand trägt Verantwortung für nichts”. Wieder nur ein kurzes Aufblitzen eines wichtigen Faktums im Artikel. ++ Der bürokratische Wohlfahrtsstaat - und hier ganz vorne EU/Deutschland - hat eine inhärente Tendenz zum totalen “Staat” bzw. zum totalitären Sozialismus. Im wesentlichen ein simples Feudalsystem, wobei der Staatsapparat der neue Adel ist. Darüber müsste man offen reden - im verengten Meinungskorridor Deutschlands ein heikles Thema für jeden Autor.

Geert Aufderhaydn / 27.03.2022

@ Alois Fuchs   O je, ausgerechnet Wikipedia, ausgerechnet . . .

Geert Aufderhaydn / 27.03.2022

1.)  Die CDU ist weg, inhaltlich gibt es sie aber weiterhin, nur mit anderem Namen: AfD.  Das ist die neue, bürgerliche Mitte.  2.)  der rechte Rand existiert in Deutschland de facto nicht mehr bis auf ein paar versprengte Gruppen. 3.) der (früher) linke Rand ist Staatsmeinung geworden; Protagonisten des ehemaligen linken Randes propagieren Thesen des neuen Jakobinerstaates und unterstützen zur Absicherung der eigenen Macht den extremistischen Rest des verschwundenen linken Randes. 4.) “Die Linke ist eine Kirche” (Oryana Fallaci).  Vor diesem Hintergrund verdient es Anerkennung, wenn sich jemand von schwülstigen, der Realität entwöhnten Weltverbesserungsfantasien lossagt und den Weg zurück zur Vernunft sucht. Ein wahrhaft steiniger Weg aus einem metaphysischen, vor Emotionen tropfenden Biotop. 5.)  Diese Auseinandersetzung zwischen “links” und “rechts” wird spätestens 2029 beendet sein, wenn sich wieder einmal eine demokratiefeindliche Bewegung extensiv demokratischer Rechte bedient haben wird, um sich der verhassten Demokratie zu entledigen. Diese Entwicklung ist nicht mehr abwendbar, s. exponentielle Geburtenentwicklung. Die Demokratie kann man ganz einfach beenden, man muß nur a) seinen Goebbels gut gelesen (und angewendet!)  haben und b) wissen, daß 80% aller Menschen nicht besonders helle sind (80% / 20% - Regel, frei nach Pareto). Nur die gilt es, anzusprechen, für den Rest gilt: die Hunde bellen, doch die Karawane zieht weiter.

Jens Hofmann / 27.03.2022

Wer jetzt erst merkt, daß bei den Grünen etwas schiefläuft, verdient bestenfalls mein Mitleid, falls es auf intellektueller Benachteiligung beruht. Wer jetzt damit noch Geld zu machen versucht, der ist einfach unverfroren.

Rainer Niersberger / 27.03.2022

Frau Hermenau und auch Frau Guerot sind, ungeachtet gewisser Differenzen, typische Vertreterinnen einer gewissen Spezies der mehr oder weniger überraschten Spaeterkenner. Sie erkennen oder erahnen gewisse Probleme, beschränken sich aber auf Symptome, vermeiden somit die Ursachentiefe, verstehen nicht die Zusammenhänge und finden keine Loesung. So versteht Frau Guerot, ihre Konzentration auf “Corona” in Ehren, offensichtlich nicht die Zusammenhänge zwischen dem Transnationalimus und der Wirkung supranationaler Orgas, der Rolle des Kapitals, und der tatsaechlich verfolgten Ziele.  Der Nationalstaat ist nicht das Problem, sondern die Loesung, mit allem, was dazugehört. Man sollte allerdings die demokratische Bedeutung des Nationalstaaten erkennen und zugleich die Folgen der “Bildung” von Imperien fuer Demokratie, Recht und Freiheit. Zugleich sollten die Damen, in diesem Fall vor allem Frau Hermenau, erkennen, dass die idealisierte “Mitte” keine Loesung, sondern Teil des Problems ist, was “rechts” bedeutet, was es an Folgen zeitigt, wenn es politisch nur links gibt und dass “rechts”, von mir aus auch rechtskonservativ, richtig und nicht neurotisch definiert, ein zwingend notwendiger Faktor im politischen Spektrum einer Demokratie ist. Die “Mitte” hilft natuerlich persönlich, denn mit ihr kann man sich zugleich nach allen Seiten distanzieren, vor allem mehr nach rechts, ohne sich festlegen zu muessen. Man haelt sich offen, beliebig und flexibel, um unangreifbar zu bleiben und am Ende immer auf der richtigen Seite gestanden zu haben. Demokratie funktioniert so nicht, wie man sieht, und die massiven Probleme, die von links! geschaffen werden, werden so ganz sicher nicht geloest.  Es gilt offenbar, sich (rein) waschen, ohne nass zu werden.  Beide hier behandelten Damen liefern zwangsläufig keinerlei Ansätze fuer die dringend notwendige, politische Reformation, die uebrigens immer und vor allem politische Macht voraussetzt.  

b. stein / 27.03.2022

zwar nicht ausgetreten, aber vernünfitg, ist auch Eva Quistorp. Empfehle die Phoenix Runde “Zwischen Idealismus und Realität”, in der es um Migration ging.

Rupert Drachtmann / 27.03.2022

Was? Jetzt schon? Der Putz beginnt zu bröckeln sobald die ersten merken, dass man mit diesem Statement Umsätze erzeugen kann. Grundsätzlich ist das gut. Der konkrete Vorhang ist pures Business. Ist ja auch legitim.

Alexander Peter / 27.03.2022

Mit kritischen Argumenten oder Einwänden wird man die gegenwärtige Entwicklung nicht stoppen können, von einer Umkehr nicht zu reden. Allerdings ziehen über Schland derzeit absehbar einige Gewitterwolken auf. Energie verteuert sich gewollt und ungewollt drastisch, damit die Erzeugerpreise, somit der Preis im Laden bei sinkender internationaler Wettbewerbsfähigkeit. Der deutsche Sonderweg der “Energiewende” wird das Land weiter belasten und wir werden Energie zukaufen müssen, zu welchen Preisen auch immer. Das kann und wird die Regierung mit Subventionen an die Unternehmen auszugleichen versuchen, wie auch das “Energiegeld” die Bürger vor allzu großen Schocks bewahren soll. Indes müssen auch diese “Wohltaten” entweder erwirtschaftet oder kreditfinanziert werden. Dazu kommen Ratschläge bestens versorgter Staatsdiener, das Volk solle den Gürtel enger schnallen und die allmähliche Gewöhnung an einen sinkenden Lebensstandard, der offenbar auch gewollt ist. Die Automobilindustrie, als letzte Schlüsselindustrie, steht hierzulande möglicherweise vor einem ebenfalls angestrebten Niedergang. Trotz anhaltend hoher Zuwanderung besteht angeblich oder tatsächlich Arbeitskräftemangel. Die Euro- und Schuldenkrise meldet sich immer lauter. “Corona” und “Klimakrise” haben nicht nur wirtschaftliche, sondern auch erhebliche gesellschaftliche und gesellschaftspolitische Kollateralschäden verursacht. Zwischenfazit: wenn das Geld alle ist (durch Inflation oder was auch immer), werden die derzeit bestimmenden politischen Kräfte die Bühne räumen, nicht vorher.

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