Walter Schmidt / 11.02.2010 / 09:02 / 0 / Seite ausdrucken

Ein Zickenkrieg der anderen Art

“Pornographische Phantasien mit stillenden Müttern” (Alice Schwarzer) vs. “Ey, Fotze! Fick dich ins Knie!” (Bushido)

Mit diesen Worten findet z.Zt. eine Art Wettstreit um den Grammy für die Wahl der beleidigendsten Formulierung zwischen dem Berliner Rapper Bushido, dessen Film “Zeiten ändern Dich” z.Zt. sehr erfolgreich im Kino läuft, und der Herausgeberin der Frauenzeitschrift “Emma”, Alice Schwarzer, statt.

Was ist geschehen?

Bushido, der z.Zt. keine Gelegenheit ausläßt, durch alle möglichen TV-Shows zu tingeln und dabei “seinen” Film zu promoten, hat Alice Schwarzer offenbar tief getroffen, indem er ihr “pornographische Phantasien mit stillenden Müttern”, sprich seiner eigenen, unterstellt hat.

O-Ton Alice Schwarzer an die Adresse von Bushido:

“In deiner Phantasie stellst du dir vor, daß ich zu dir sage:

“Hey, Bushido, wie waren denn die Titten damals von deiner Mutter? Als du als kleiner Junge daran gesaugt hast?”

Und du würdest mir antworten:

“Ey, Fotze! Fick dich ins Knie!”“

(Link: http://www.aliceschwarzer.de/index.php?id=105&type=1)

Wer hat sie denn nun, die berühmten “pornographischen Phantasien mit stillenden Müttern”? Der Möchtegern-“Gangsta-Rapper” aus dem eher piefigen Beamtenmilieu des Berliner Stadtteils Tempelhof oder die Möchtegern-“Intellektuelle” Alice Schwarzer, die augenscheinlich darunter zu leiden hat, daß ihre Art von “Feminismus” heutzutage doch ab und an leicht verstaubt “rüberkommt”, was sich u.a. auch in niedrigeren Auflagenzahlen ihrer Frauenzeitschrift “Emma” niederschlägt?

Ich denke, Bushido derartige Phantasien zu unterstellen, wird weder seinem persönlichen Problem, noch dem seiner muslimischen Glaubensbrüder gerecht. Wenn schon, so handelt es sich hier wohl doch eher um pornographische Phantasien anderer Art oder auch bestimmte Vorstellungen von “Vielweiberei” in der Ehe, statt um die fragwürdige Einsicht: “Tous des putes, sauf maman!” (dt. “Alles Huren, außer Mama!”) und die daraus sich ergebende monogame Zuwendung an die Adresse der eigenen Mutter.

Und der bekennenden Lesbe Alice Schwarzer derartige Phantasien zu unterstellen, nur um sich schützend vor die eigene Mutter zu stellen und der “blöden Emanze” “Fick dich ins Knie!” zuzurufen, dürfte gleichfalls ein wenig weit hergeholt sein.

Jedenfalls ist jene andere Art von “Zickenkrieg”, der z.Zt. um Bushido und Alice Schwarzer in den Feuilletons der deutschen Zeitungen tobt, doch insgesamt recht unterhaltend, nicht nur weil er von dem ständigen Lamentieren über den Niedergang des dt. Sozialstaats ablenkt, sondern auch deshalb, weil er erneut bestätigt, was schon der unvergessene Wolfgang Neuss in den Sechzigern zu sagen pflegte:

“Schaut in den Spiegel und erkennt, wie sehr das Gesicht eures Feindes euch entsetzt, weil ihr erkennen müßt, wie sehr es eurem eigenen ähnelt!”

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