Werter Autor, wenn Sie einerseits ausführen Putin sei ein Autokrat, Russland eine Autokratie, jedoch etwas später im Text zu der Erkenntnis kommen, Putin müsste die Folgen seines Handelns später vor der Bevölkerung legitimieren, ergibt das wenig Sinn. Welcher Autokrat ist auf Legitimation durch die Bevölkerung angewiesen? Einerseits stellen Sie eine geopolitische Schwäche Russlands dar, andererseits erkennen Sie Russland als ein rohstoffreiches Land. Auch wenn BIP und Wirtschaftskraft vergleichsweise gering erscheinen, sind Rohstoffe ein immens wichtiger, immer weiter an Bedeutung gewinnender, geopolitischer Faktor. Gerade gegenüber Westeuropa. Denn dieses ist, wie Sie ausführen, militärisch schwach, die eigene Position ist hier nur den USA geschuldet. Westeuropa ist wirtschaftlich stark, arm an Rohstoffen, welche jedoch die unabdingbare Grundlage dieser wirtschaftlichen Stärke bilden. Das Ziel der westlichen Länder, sich in den nächsten Jahren von russischem Gas, Kohle- und Ölimporten unabhängiger zu machen, wird zwar Russland ökonomisch zurückfallen lassen, im Endeffekt jedoch die westlichen Länder selbst viel härter treffen. Denken Sie wirklich, diese Importe kann man einfach so ersetzen? Hier wirkt die gleiche Ideolologie wie bei der Energiewende. Erst der Kampf gegen das CO², nun der Kampf um Demokratie in der Ukraine. Jedes Mal, hehre Ziele, jedoch stets unter der Abschaffung der eigenen Wirtschaftskraft, der einzig verbliebenen Kraft und unabdingbaren Basis für alles andere. Mein Vater pflegte in solchen Fällen zu sagen: “Was nützt uns das schöne Wetter, wenn wir nichts auf Stulle haben”.
Mal einer der besseren Artikel der letzten Tage, hier auf der Achse. In der Tat macht es wenig Sinn über die Ziele Putins zu spekulieren. Putin ist Psychopath, getragen alleine von seiner Kontrolle über Militär, Polizei und Geheimdienste, da hat er die Fäden noch in der Hand. Um ihn zu verstehen, müsste man allerdings selbst Psychopath sein. Und ja @ Wilfried Cremer, er ist Breyvik und genau wie letzterer, nachdem er auf unschuldige Kinder schoss, plädiert auch Putin auf „Notwehr“. Aber eines eher nahen, als fernen Tages, wird einer oder mehrere der oben genannten Fäden für den Vlad reissen. Dann ist er so tot wie Stalin und Müllhaufen der Geschichte, an den sich auch die Russen nur noch mit Scham erinnern werden.
Wie man Millionen Menschen ihr letztes Hab und Gut nimmt? Man pusht die Börsen, macht ein wenig Propaganda, wie z.B. mit der T-Aktie, dann wird irgendwo ein Krieg angezettelt, und zack, löst sich das Ersparte in Luft auf. “Ihr werdet nichts mehr besitzen und glücklich sein.” “Es ist ein Kampf Arm gegen Reich. Und wir, die Reichen, werden diesen Kampf gewinnen.” Alles genau so angekündigt…
Es ist komisch, wenn ein Österreichischer Psychologe wie Alexander Meschnig über die mentale Kriegs-Schwäche Deutschlands schreibt. Der Part ist der “Abkapselung von der Realiät” wird von dem US-Politologen John Mearsheimer übrigens anders beurteilt als von Meschnig. John Mearsheimer sagt u. a. in ienem mittlerwiele berühmten Interview im Ne Yorker, der Ukraine-Krieg hätte von einer defensiveren US-Politik verhindert werden sollen. Man hätte besser daran getan, sagt John Mearsheimer weiter, von Seiten der USA die Neutralität der Ukraine nicht anzuzweifeln - und schon gar nicht anzugreifen. Dies sei aber leider geschehen.
Also wenn Putin verspricht die Armee zurückzuziehen, sich zu entschuldigen, weiter sich zu benehmen und Berlin ohne Widerstand aufzunehmen dann, denke werden alle zufrieden sein.
Alle Sesselgeneräle an die Front oder als ” RUSSEXPERTEN” in die nächste Talkrunde . Mit wehenden Fahnen bewaffnete Gutmenschen rufen zum Frieden auf und zur RUSSOPHOBIE ! Schuss noch gehört?
Ist diese Sicht nicht etwas zu einseitig? Die reichen Oligarchen des Westens verdoppeln ihr Vermögen, die Bürger in den Völkern werden immer ärmer und Herr Lindner will noch mehr aus uns herauspressen. Vor unserer Haustür mit unseren Politnieten haben wir genug zu kehren und wer hat denn Interesse an der Völkerwanderung und Umvolkung?
@ B. Dietrich. Genau. ++ Ich finde den Artikel ganz gut, eine nüchterne Einschätzung. Der Autor gibt sich nicht allwissend und vermeidet Schuldzuweisungen.
Es wird dieser Tage mit Schrecken von mir vernommen, wie stark westliche Intellektuelle von der Realität entkoppelt sind. Das „Ende der Geschichte“ scheint lediglich ein Ende der geistigen Anstrengung gewesen zu sein, denn die Geschichte ist spät. mit Russlands Einmarsch wieder da. Die Menge an Framings die von (meist an ThinkTanks angeschlossenen) „Experten“ gestreut werden lässt es kaum zu, auf jedes Detail einzugehen. Aussagen wie „Autokratien […] neigen zur Abkapselung von der Realität.“ sind genau die Art von westlicher Wunsch-Projektion, wie sie durch „Das Ende der Geschichte“ zu erwarten sind: 1. Es waren gerade die KGB-Kader mit Auslandserfahrung (wie Putin), die ein besonders guten Realitätssinn entwickelten. Ohne ihr Feedback wäre ein Gorbatschow nie auch nur als Nachfolger diskutiert worden. 2. Ist es geradezu lächerlich Autokratien Realitätsabkapselung vorzuwerfen, während der Westen in dieser Dimension seit Jahrzehnten zusehends degeneriert: Der LGBTQ-Wahn, der Sprachwahn, die Wahndemie, Weapons of Mass Destruction, Atomausstieg, Brexit als unverständlicher Unfall, die diversen Trump Hoaxes oder ein aktueller US-Präsident der mit 99,99%-iger Wahrscheinlich Rentnerwindeln trägt. Der Westen ist ganz offiziell nicht mehr in der Lage, Realität auch nur zu benennen. Tut es einer doch, wird er aussortiert wie irgendein beliebiger deutscher Marineadmiral. Oder Krankenkassen-Vorstand. Oder Verfassungsschutzpräsident. Wenn ein Wort wie Putinversteher als Schimpfwort akzeptiert ist, ist jeder damit Geschmähte, vogelfrei - selbst wenn es wie im Fall des Admirals sein verdämmter Job ist, Putins Absichten antizipieren zu können. So kriegt es der Westen auch jetzt nicht hin die Lage hinreichend zu analysieren. Und das ist das eigentlich Gefährliche: Der Atomare Erstschlag dürfte nicht aufgrund des vermeintlichen Größenwahn Putins erfolgen, sondern aufgrund der zusehenden Inkompetenz westlicher Eliten.
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