Ein Mann wie Issa Remmo hat als Pate des Remmo-Clans einen wahrscheinlich kaum noch nennenswert zu ändernden Ruf in der deutschen Öffentlichkeit. Seit 40 Jahren gilt er als „polizeibekannt“, hat es aber geschafft, noch nie rechtskräftig verurteilt zu werden. Vor Gericht saßen dafür andere Männer aus der Verwandtschaft. Doch zurück zu Issa: Es ist wahrscheinlich nicht leicht, in seiner Biographie Taten zu finden, mit denen er sich um das Wohl des deutschen oder auch nur des Berliner Gemeinwesens verdient gemacht hätte. Aber jetzt gilt es einmal innezuhalten und seinen Dienst an der Gemeinschaft hinreichend zu würdigen.
Mit seinem Auftritt auf Wahlpartys der Linken und der Veröffentlichung von Chats eines seiner Söhne mit den Genossen hat Familie Remmo ein gutes Werk getan. Die Öffentlichkeit wurde nur durch seinen Auftritt wachgerüttelt, als sie erfuhr – leider erst nach der Wahl –, wer sich alles durch Berlins derzeit stärkste Partei vertreten sieht. Und das ist jetzt vor allem für Funktionäre aus SPD und Grünen ein veritables Problem.
Etliche von ihnen wären wahrscheinlich ganz gern in eine rotrotgrüne Regierung unter Führung der dunkelroten Genossen eingetreten. In Teilen der heutigen Mitgliedschaft von SPD und Grünen soll ein solches Bündnis ohnehin ziemlich populär sein. Das aber dürfte auf große Teile der Wählerschaft nicht zutreffen, vor allem, wenn sie dank der Remmo-Transparenzinitiative nun weiß, dass sich augenscheinlich nicht nur islamistische Antisemiten, sondern auch schwerkriminelle arabische Clans für die SED-Erben stark machen.
Die bereits bekannten Antisemitismus-Vorwürfe gegen die Linke mit gekonnter Verbalakrobatik auszubügeln, hätten rotgrüne Schönredner und Meinungsbildner sicherlich noch irgendwie hinbekommen. Aber dazu noch die Nähe zu kriminellen Clans – das ist kaum zu schaffen, wenn diese ausgerechnet vom Chef selbst aus dem klandestinen Nebel geholt wurde. Issa Remmo hat einer rotrotgrünen Regierungsbildung mit seinem transparenten Auftritt ein schwer überwindliches Hindernis in den Weg gelegt. Für Berlin kann das nur gut sein.
Freiwilliger Gang in die Opposition?
Aber warum hat der Clan-Chef das getan? Ganz simpel würde man eine Machtdemonstration vermuten. Oder Eitelkeit. Aber vielleicht steckt auch ein ganz anderer Plan dahinter, der allerdings zu schwer auszudeuten ist. Leichter zu erkennen ist, was das für die politische Landschaft Berlins heißen kann. SPD und Grüne scheuen nun vielleicht doch den Eintritt in eine Landesregierung unter Linken-Führung. Ein farbloser Regierender Bürgermeister von der CDU würde hingegen nach ihrer Pfeife tanzen. Das sorgt sicher nicht für großen Jubel an der jeweiligen Parteibasis, dürfte aber für die Funktionäre leichter zu händeln sein. Doch was hieße das für die schwächelnde CDU?
Ihrer Popularität wäre dieses Bündnis kaum zuträglich, zumal die Koalitionspartner ihr noch mehr Zugeständnisse abpressen würden als bisher, schließlich könnten sie ja auch anders. Es würde der CDU auch kaum helfen, wenn sie ihren Wählern erklärt, dass dies alles nur der Rettung Berlins vor einer Linksaußen-Regierung dient. Nach außen den Regierungsvorsitz innezuhaben, aber innerhalb der Regierung nicht die Führung – wie das sein würde –, ist beinahe eine Garantie dafür, die nächsten Wahlen zu verlieren. Insbesondere, wenn man es bei AfD und Linken mit erstarkenden Oppositionsparteien zu tun hätte.
Anzuraten wäre CDU und SPD vielleicht, es mit dem freiwilligen Gang in die Opposition zu versuchen und inhaltlich einmal konsequent zu bleiben. Wobei nicht ganz sicher ist, ob sich in der CDU noch jemand erinnern kann, für welche Inhalte die Partei eigentlich stehen sollte. Aber eine Verweigerung der Unterwerfung – also der SPD unter die Linke oder der CDU unter SPD und Grüne – könnte ein paar Wähler vielleicht beeindrucken. CDU und SPD könnten einen solchen Kurs auch gut begründen: Die Berliner haben sie schließlich klar abgewählt. Dann kann sich Linksgrün gern in einer Minderheitsregierung versuchen und scheitern. Oder aber es gibt nach dem Scheitern aller denkbaren Koalitionsgespräche gleich Neuwahlen. Beim letzten Mal gab es eine Wiederholungswahl, und diesmal gäbe es halt eine Neuwahl. Für Berliner ist eine Landesregierung zweiter Wahl eigentlich nichts Neues.
Besuch auch bei der CDU
Issa Remmo hat durch seine gelebte Transparenz großen Anteil daran, dass es jetzt in der Berliner Politik noch ein klein wenig spannender geworden ist. Sollte es zu baldigen Neuwahlen kommen, werden die Berichterstatter am Wahltag sicher gespannt darauf warten, welche Wahlparty Issa Remmo dann beehren wird. Der Mann ist nämlich parteipolitisch flexibel. Daran erinnert auch Wikipedia:
„Im Januar 2025 war der Clan-Chef Issa Remmo gemeinsam mit Mitgliedern einer syrischen Gemeinde auf Einladung des CDU-Abgeordneten Christian Zander zu einer Gruppenführung im Berliner Abgeordnetenhaus zu Besuch. Zander erklärte im Anschluss, im Vorfeld ‚keine Kenntnis über die Identität Remmos als Teilnehmer der Gruppe gehabt zu haben.‘“
Bis die Regierungsbildung in Berlin geklärt ist, kann noch viel Zeit vergehen, in der dann immer noch Kai Wegner als Regierender Bürgermeister amtiert. Es gibt keine gesetzliche Frist innerhalb derer in der Hautstadt ein neuer Regierender gewählt werden muss. Wenn es länger dauert, ist er vielleicht noch zum ersten Jahrestag des Rekord-Stromausfalls im Amt. Rücksicht muss er dann keine mehr auf Befindlichkeiten der Bürger nehmen und kann ganz offen und entspannt Tennis spielen gehen.
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Warum eigentlich wird die Berliner Wahl nicht rückgängig gemacht? Das ging doch schon mal.
Meine Prognose: Rotgrün wird mit der Linken koaliieren mit dem Ziel, die extreme Linke zu „zähmen“ bzw. zu „mäßigen“. Denn sie waren alle beim Geschichtsunterricht unaufmerksam und wissen nicht, wie diese Zähmungsversuche enden.
Nichts gegen Issa Remmo. Als Bundeskanzler wäre er beliebter als unser Fritze Merz.
@TobiasMeier: Das mag sein daß der Remmo- Chef in seinem Siegestaumel eine Machtdemonstration vor hatte. Ich denke er hat etwas zu früh und zu Siegessicher gehandelt. Manchmal ist es eben besser seinen Sieg leise zu feiern. Jetzt wissen alle bescheid und es gibt erst mal ein paar Ärgernisse. Aber das wird wie immer, in ein paar Wochen ist Gras drüber gewachsen.
Ach die werden sich schon einig. Es wird doch schon beschwichtigt und außerdem steht mit Ferad schon das geeignete Bauernopfer bereit. Jetzt noch ein paar „heilige“ Schwüre und die unangenehme Sache ist ausgebügelt.
Fritz D.: So was von einverstanden – Hauptsach‚ keine Preißn. Was ist mit Tschechen und Slowaken? Und die Itacker? Die sind doch auch recht, oder? Schwaben? Die aber erst nach gründlicher Läuterung. Passt scho’.
Am Rande: erstaunlich, wie (vermeintlich) harmlos solch ein Mensch medial „rüberkommen“ kann, oder?