Roger Letsch / 20.01.2018 / 09:30 / 9 / Seite ausdrucken

Ein Sanitäter gibt auf

Dieses Land bricht nicht plötzlich zusammen, es erodiert langsam aber stetig vor sich hin. Man muss schon an die neuralgischen Punkte schauen, um das zu bemerken. Dorthin, wo die Abwehrschlachten toben, vor Gerichten, bei der Polizei, den freiwilligen Helfern und dem medizinischen Personal. Die Menschen dort melden sich nicht mit Petitionen, organisieren keine Protestmärsche und nageln auch das Grundgesetz nicht an die Tür des Kanzleramtes - diese Menschen brechen einfach still zusammen, geben auf und verschwinden.

Wenn es vorbei ist, werden es deshalb nicht die Allahhuagbar-Rufe sein, die uns auffallen werden. Es wird die Stille sein, die sich über alles legt, die Menschen in ihre Häuser und ihre gated Communities treibt. Unsere Politiker werden diese Stille für Frieden halten, die eigentlich eine Friedhofsruhe sein wird. Rettungssanitäter David R. hat aufgegeben und sich in Stille und Exil verabschiedet. Ich kann's ihm nicht verdenken.

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Michael Birke / 20.01.2018

Berlin ist nur seiner Zeit voraus und zeigt uns, wohin die Reise geht. Ich musste gerade an die Berichte über die Polizeischule denken, noch mehr an die scheinbar nicht vorhandenen Konsequenzen, und mir graut.

Werner Arning / 20.01.2018

Wenn man wirklich wissen will, was in diesem Land vor sich geht, muss man Rettungssanitäter, Polizisten, Richter, Ärzte oder Menschen befragen, die etwa aufgrund von Nachbarschaft häufig in Berührung mit kürzlich zugewanderten kommen. Auch Sprachlehrer für Flüchtlinge und Flüchtlingshelfer sind gute Informationsquellen. Keine Informationsquellen sind Fernsehen und Zeitungen. Hier erfährt man nur, wie sich Journalisten wünschen, wie es sein sollte. Welche Realität sie gerne sähen. Gezielt das Gespräch mit unmittelbar Beteiligten suchen, scheint mir der einzige Weg zu sein, sich Einblick zu verschaffen.

Frank Holdergrün / 20.01.2018

Ich kann diesen Mann gut verstehen, ein unglaublicher Fall. Es sind inzwischen nicht nur Rettungssanitäter oder Polizisten. In Pleidelsheim am Neckar stach vor kurzem eine Mutter auf ihre Tochter (eine Frisörin) ein und auch auf deren (christliche) Freundin, die einen schlechten Einfluss auf sie hatte (im Glauben der Mutter). Das alles lief kurz nach Feierabend in einem ganz normalen Frisörsalon. Die bemitleidenswerte Frau wollte im Namen der Paschas zu Hause die Ehre ihrer Familie retten. Selbst dieses schmutzige Geschäft überlassen die Herren der überlegenen Religion ihren Frauen, die Schuld und die Tat liegt immer beim weiblichen Geschlecht.

Rudolf George / 20.01.2018

Es bestätigt sich jeden Tag von neuem, dass die Abschaffung der äußeren Grenze lediglich zu einer Verlagerung hin zu unzähligen inneren Grenzen führt. Der Rettungssanitäter hat eine solche Grenzziehung im Kleinen vollzogen. Berlin wird im Übrigen immer mehr zu Bagdad vermischt mit Sodom und Gomorrha; eine höchst explosive Mischung, die irgendwann hochgeht.

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