Jüdisches Leben hat in Deutschland Hochkonjunktur. Da trifft es sich vielleicht gut, dass ein ehemaliges Herrenvolk mit Erfahrung in Sachen Völkerkunde für Betreuung und sichere Aufzucht sorgt.
Jetzt muss es wieder geschützt und beschworen, gelobt und bewundert werden: das „jüdische Leben“ in Deutschland, das nach Holocaust und Weltkrieg geradezu als „ein Wunder“ zu betrachten sei und in Sonntagsreden zwischen Buchsbäumen gar nicht oft genug gepriesen werden kann, besonders inbrünstig von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.
Geradezu stolz blickt man auf die „Wiederkehr des jüdischen Lebens“, das auch kulturell eine „phantastische Bereicherung“ ist, nicht zuletzt ein kolossaler „Vertrauensbeweis in die deutsche Demokratie“, deren „Staatsräson“ bekanntlich die „bedingungslose Verteidigung“ Israels ist, wie man zuletzt am mutigen Abstimmungsverhalten Annalena Baerbocks in der UN-Vollversammlung sehen konnte, die sich für eine taktisch konsequente Enthaltung entschied.
So stehen in diesen Tagen, da „jüdisches Leben“, wie schon 1933, mit hohem Rechercheaufwand ausfindig gemacht und mit Davidsternen an Wänden und Haustüren markiert wird, noch mehr deutsche Polizisten vor Schulen und Synagogen. „Es geht schließlich um Menschen!“, hört man Katrin Göring-Eckardt aus dem Hintergrund flehen, und ja, wir erinnern uns noch an ihren Ausruf des Entzückens nach der ersten großen Flüchtlingswelle 2015, nun bekämen wir jede Menge „Menschen geschenkt“ – die meisten damals aus arabisch-muslimischen Ländern, von denen einige nun auf der Neuköllner Sonnenallee Süßigkeiten verteilen und „Yallah Yallah Intifada!“ statt „Nie wieder!“ skandieren. So schließt sich ganz zwanglos der nachhaltige Kreis der Menschlichkeit im „globalen Süden“, von Afghanistan bis Somalia. Inschallah.
Ein Platz für Tiere oder Brehms Tierleben?
Aber geht es hier wirklich um Menschen? Klingt die Rede vom kostbaren, schützenswerten „jüdischen Leben“ nicht eher nach einem vom Aussterben bedrohten Bienenvolk oder einer seltenen Ameisenkolonie, deren zarten Aufwuchs man nachhaltig begleiten, hegen und pflegen muss? Da trifft es sich vielleicht ganz gut, dass ein ehemaliges Herrenvolk mit Erfahrung in Sachen Völkerkunde für Betreuung und sichere Aufzucht sorgt.
Ältere Zeitgenossen erinnern sich bei dieser Formulierung, die inzwischen zum sprachlichen Allgemeingut geworden ist wie „Wärmewende“, „Gelber Sack“ und „Zusammenhalt“, womöglich an „Brehms Tierleben“ oder an Professor Dr. Bernhard Grzimek, den ehemaligen Frankfurter Zoodirektor, dessen Weste zwar nicht ganz frei von braunen Flecken war, der es aber mit seiner legendären Sendung „Ein Platz für Tiere“ ein kleines bisschen wiedergutgemacht hat, als er jahrzehntelang über Zebras und Antilopen („Serengeti darf nicht sterben!“) plauderte und mal ein Äffchen oder einen jungen Leoparden mit ins Fernsehstudio nahm. Der häufig kolportierte Satz „Heute habe ich Ihnen eine Steinlaus mitgebracht“ war allerdings Fake-News von Loriot.
Heute, in den Zeiten von Achtsamkeit und Antidiskriminierungssensibilität („Leave no one behind!“) hat die Bundeszentrale für politische Bildung zusammen mit dem Zentralrat der Juden Grzimeks grandiose Idee in modernes Englisch übersetzt und ihr „Begegnungsprojekt“ in Sachen fremde Wesen in freier Wildbahn auf den Namen „Meet a Jew!“ getauft. Die deutsche Version „Treffe einen Juden!“ hätte nicht nur im Großraum Neukölln zu bedauerlichen Missverständnissen geführt.
Aber wie geht es nun weiter mit dem „jüdischen Leben“ in Deutschland? Offenkundig besteht kein Anlass zur Sorge: Googelt man die Worte „Kein Platz für Antisemitismus in Deutschland!“, so erhält man rund 6 Millionen Ergebnisse.
Wenn das kein klares Zeichen ist!
Reinhard Mohr, geb, 1955, schrieb als Journalist u.a. für den Pflasterstrand, die taz, die FAZ und den stern. Von 1996 bis 2004 war er Kulturredakteur beim Spiegel. „Durchs irre Germanistan. Notizen aus der Ampel-Republik“, das neue Buch von Henryk M. Broder und Reinhard Mohr, können Sie hier im Achgut Shop bestellen.

Wir müssen die Juden in Deutschland selbstverständlich dringend schützen, wir müssen nämlich alle Menschen schützen vor fanatischen Terroristen, die einem Gott bedingungslos dienen, der seiner Urschrift zufolge das Leben von Menschen fordert. Aber trotzdem sollte man bitte nötige Grenzen wahren. Ich bin nicht Teil einer Gemeinschaft „ehemaliger Herrenmenschen“, ich habe nichts zu tun mit geschichtlichen Ereignissen, die ich nicht beeinflussen kann. Oder erfindet endlich die Zeitmaschine. Ich verstehe die Dringlichkeit des Anliegens, aber ich habe es satt, dass jeder ständig mit der längst abgenutzten Geschichtskeule auf uns alle einschlägt, wie wollen wir so je zu der Stärke finden, die wir eurer Meinung nach zeigen sollen? Ohne diese ständige Geschichtskeule wäre es nie soweit gekommen und wir hätten nie eine solche Zuwanderung in dieser Größenordnung erlaubt. Vielleicht wäre es doch einmal an der Zeit, an der eigenen Argumentationsstruktur zu feilen. Es geht um Menschenrechte und Sicherheit an Leib und Leben ist es, das dieser Staat im Grundgesetz verspricht. Und wir warten alle seit Jahren darauf, dass unser Staat diesen Anspruch wieder erfüllt. Silvester 2015 war das ungehörte Fanal. Und die vielen Toten und für immer Versehrten infolge dieser Migration seitdem, deren Andenken man niederhielt.
Sehr nobel erwähnt der Autor nicht das eigene Medium im Meinungskampf : „Die unter anderem von Henryk M. Broder herausgegebene “Achse des Guten„ ist der einflussreichste Autorenblog Deutschlands. Eine Besonderheit ist ihre dezidiert pro-israelische wie antisemitismuskritische Ausrichtung“ ( Joachim Nikolaus Steinhöfel / 11.11.2022 ) . Hier laufen ehemaliges Herrenvolk und barbarische Araber gegen ´ne stahlarmierte Betonwand !
@Thomas Szabo, guter Vorschlag. Dann käme wieder Intelligenz, Verstand, Bildung und Kultur nach Deutschland. Dann würde ich mich endlich wieder wohlfühlen in meinem Land.
Wenn deutsche Politiker skandieren, dass der Islam zu Deutschland gehört, dann gehört auch der damit importierte Judenhass dazu. Im Koran steht es schon drin. Islam und Koran lassen sich nicht voneiander trennen. Die Realität auf deutschen Straßen beweist es jetzt. Was haben die Multi-Kulti-Spinner anders erwartet. Das Kind ist in den Brunnen gefallen, und es sieht nicht danach aus, dass es noch gerettet werden könnte, denn der Zustrom von Judenhassern geht munter weiter. Was soll da etwa eine Erklärung von Migranten bringen, dass sie die Existenz Israels anerkennen. Menschen, die ihre Pässe wegwerfen, und ihre Identität verschleiern unterschreiben alles, nur um ins gelobte Land zu kommen. Islam und Menschenrechte sind nicht mit einander vereinbar. Die Hamas und deren Sympatisanten auf deutschen Straßen pfeifen auf die Menschenrechte der Juden. Es geht nur um deren Vernichtung, wie von Allah befohlen.
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Vielen Dank für diesen bissigen Bericht. Die ganze Heuchelei perfekt auf den Punkt gebracht. Ganz mein „Humor“.
Unser Bundesuhu ist der LETZTE, der solche Phrasen dreschen sollte. Hat er nicht einen Kranz am Grab des Judenmörders Yassir Arafat niedergelegt? Wenn ich was absolut nicht ausstehen kann, dann Heuchler. Noch schlimmer sind dämliche Heuchler, am allerschlimmsten sind dreckige, antisemitische, SAUdämliche Heuchler, die ernsthaft glauben, jeder andere sei mindestens genau so dämlich, wie sie es sind.
Viele Politiker sind, ob sie es sich eingestehen wollen oder nicht, Antisemiten. Bestenfalls sind ihnen Juden VÖLLIG egal. Schlimmstenfalls sehen sie diese als „Verfügungsmasse“, die es gegen gewisse Gruppen auszuspielen gilt.
JEDER Politiker mit Arsch in der Hose MUSS jetzt aufstehen und eindeutig klarstellen, dass JEGLICHE Übergriffe gegen unsere jüdischen Mitbürger auf das HÄRTESTE verfolgt werden. Wer wegen „Andi du bist so 1 Pimmel“ eine Hausdurchsuchung anordnet, sollte ÜBERHAUPT kein Problem haben, bei Leuten, die zum Völkermord aufrufen und feige, dreckige Mörderschweine beklatschen, noch einige Gangarten härter durchzugreifen.
Allein, es wird nicht passieren, denn 1. sind diese Leute ja nicht nur die oben erwähnten Heuchler, es sind 2. verdammte Drecksantisemiten und 3. gewissenlose Sie-wissen-schon, die auf, um mal aus der Achse zu zitieren, „Sprenggläubige“ als riesiges Wählerpotential schielen.
Wie HIRNAMPUTIERT diese Politikdarsteller sind, lässt sich am Beispiel England sehr schön erkennen: Dort hat sich eine islamische Partei etabliert. Meinen diese Traumtänzer ernsthaft, Muslime hier würden SIE und NICHT eine islamische Partei wählen?! Selbst wenn dem so wäre: WARUM lässt man MILLIONEN der ärgsten Feinde unserer jüdischen Mitbürger ins Land, macht NICHTS, und barmt dann plötzlich, wenn die tödliche Saat aufgeht?
NIEMAND ist so blöd. Ich muss daher von Vorsatz und Heimtücke ausgehen, und versuchter Beihilfe zum Völkermord. Lasst uns hoffen, dass der Tag kommen wird, an dem der HERR sie zur Kasse bittet. wenn schon keine irdische Gerechtigkeit!
Wichtiger als jüdisches Leben in Deutschland ist jüdisches Leben in Israel. Jedem Volk sein eigenes Land. Und den Juden, denen es im Orient nicht gefällt, die können dann ja das machen, was überall auch in der westlichen Welt Menschen machen: Sie ziehen irgendwo anders hin. Aber brauchen wir englisches Leben in Frankreich, deutsches Leben in Italien? Nein. Hat man sich für die Ferne entschieden, muss man sich integrieren….