Henryk M. Broder / 27.01.2016 / 20:31 / 4 / Seite ausdrucken

Ein Lied für Polen

Es ist noch nicht lange her, dass der deutschstämmige EU-Kommissar für die digitale Agenda, Günther Oettinger, angekündigt hat, man werde die Polen "unter Aufsicht" stellen, wenn sie sich nicht EU-konform verhalten. In Polen kam diese Drohung extrem gut an, können sich doch einige ältere Bürger der Republik noch an die Zeit erinnern, als das Generalgouvernement von einem gemütlichen Deutschen namens Hans Frank regiert wurde. In Deutschland, wo das kollektive Gedächtnis allenfalls bis zu der "Schmach von Cordoba" im Jahre 1978 reicht, hat man den Mann dagegen längst vergessen, was wiederum die Heiterkeit erklärt, mit der er wiederbelebt wird. Zum Beispiel in dem Satire-Magazin "extra 3".

Schon möglich, dass das eine Satire ist. Dann ist es aber eine Satire, die wenig über die Polen, dafür aber alles über die vekorksten, verkommenen und versauten Leute aussagt, die sich bei der Pointe "Po-Po-Po-Polen" vor Vergnügen einscheißen. So lacht der ewige Analcharakter, der sich nie trauen würde, etwas Ähnliches über "die Araber" oder "die Moslems" zu sagen, weil er nicht mt dem Kopf im Arsch aufwachen möchte. Die Polen mögen ja ein wenig deppert sein, aber sie schicken einem keine Mordkommandos auf den Hals, sie sprengen weder Busse noch Züge in die Luft und sie richten keine Blutbäder in Konzertsälen an.

Selber schuld, wenn sie nicht ernstgenommen werden.

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Wolfgang Richter / 29.01.2016

Daß sog. Satiriker in Dld. anders als z.B. in Dänemark oder Frankreich sehr wohl unterscheiden, über wen sie sich “auslassen” oder “lustig machen”, läßt sich jedes Jahr neu z. B. beim rheinischen Fest des Karnevals beobachten. So wird bei der allseits beliebten Stunksitzung nahezu regelmäßig die vor allem kath. Kirche u. Jesus als Person zum Ziel teilweise geschmackloser Verslein u. optischer Verunstaltungen, während man den Islam ausspart. So zu verfahren, ist halt für die eigene Gesundheit und dem Erhalt des eigenen Kopfes auf dem angestammten Platz eher förderlich als anders herum.

rolf rattay / 29.01.2016

Nachtrag Was hier in Polen passiert, hat zu grosse politische Dimensionen, als das man dieses Thema instrumentalisieren sollte. Hier wird jegliche Demokratie geschasst!!! Die Partei PIS herrscht nach Gutsherrenart,  begreift den Staat als Selbstbedienungsladen und geht ruecksichtlos mit den Staatsressourcen nach ihrem Gutdünken vor. Bedient sich dabei den willfaehrigen Staatsdienern aus Judikative und Exekutive!!! Denn das Pflaenzchen Demokratie, hat intellektuell bei den meisten Polen noch keine Spuren hinterlassen. mfg  

Raphael Münster / 28.01.2016

Wenn es in einer Satiresendung kommt, ja dann muss es wohl Satire sein. Eines der zentralen Konzepte der Satire ist die Überspitzung von Aussagen. Meiner Ansicht nach, die selbstverständlich auch falsch sein kann, wurde hier aber gar nicht überspitzt, sondern die meinten es zu 100% wörtlich.

Thomas Vollmer / 28.01.2016

Ich habe das Video nur angespielt. Das hat mir schon gereicht. Kommt es mir eigentlich nur so vor, oder ist Satire seit Charlie Hebdo nun irgendwie “cool” geworden? Jetzt ist das Wort plötzlich in aller Munde. Mir scheint, Sendungen wie “extra3” profitieren davon. Egal wie schlecht der Beitrag - nenn ihn “Satire” und die Leute werden ihn lieben.

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