Die dahingehenden Zeichen sind jedenfalls kaum noch zu übersehen. Im Kabinett herrscht Klimakrise. Drohende Megainflation, die kaum noch gedeckte Kriegslüsternheit und die weltweit spürbare Herabstufung der deutschen Kleindarsteller auf diplomatischem Parkett bilden ein toxisches Gemisch. Dank der Orientierung gebenden Brandmauer schießt nun die Ein-Parteien-Opposition durch die Decke. Und schon bekommt der gelernte Ostdeutsche im Staatsfunk die ersten „Aber-ich-liebe-doch-alle-Menschen-Momente“ zu sehen. Mit der Abschiebung des öffentlich-rechtlichen Nazikeulenschwingers Restle nach Nairobi („neue Herausforderung!“) fing es an. Dann stotterten sich Bas, Buyx, Brosius und Blome durch ihre Rückzugsgefechte. Inzwischen jammert ganz oben schon der Kanzler im zentralen linken Kampfblatt, dass seine dreisten Wahlbetrügereien und der listige Umbau des Grundgesetzes zu einer Art Hausordnung des Brandmauerkollektivs jetzt doch sehr viel weniger nachsichtig bewertet werden als die fiskalische Volksverarsche, die sich seine Vorgänger noch leisten konnten.
Auf intellektuellen Grund gelaufene Regierungssäuglinge
Sogar der rote Kardinal Klingbeil stimmt ein: Er selbst könne für das 20 Jahre währende „Kaputtsparen“ (unter fast durchgängiger Führung seiner Genossen) nun wirklich nichts. Unwissentlich macht der bisher freizügig verteilende Kassenwart damit natürlich deutlich, dass er so anstrengende Sachen wie Wirtschaft, Steuerreformen oder Haushaltsdisziplin bisher nicht wirklich auf dem Zettel hatte. Klar, die implizite Staatsverschuldung von derzeit drei Billionen war für ihn eher der bescheidene Anfang der großen sozialdemokratischen Schuldensause. Eine Orgie, die nun – verdammte Axt – plötzlich eine Mehrheit im Land offensichtlich nicht mehr widerstandslos zu bezahlen bereit ist. Seine Splitterpartei, die Grünen und die zur Gänze gesichert kommunistischen Linken geben deshalb schon mal vorsorglich bekannt, sich ihre politischen Wunden künftig lieber gegenseitig und dann in moderierten Exklusiv-Blasen lecken zu wollen. In einer digitalen Klarnamen-Welt der endgültigen Wahrheiten, der Faktenchecks und regelmäßig durchgeführten Desinfektionen. Fernab des zornigen Pöbels jedenfalls, der in den schrecklichen sozialen Netzwerken und vor allem im Nachrichtendienst X nun die Deutungshoheit übernommen hat.
Man kann davon ausgehen, dass Merz liebend gern dazukäme. Zum Eierlecken. Aber der „Außenkanzler“ hat sich inzwischen als Außenseiter so gekonnt zwischen alle Stühle gesetzt, dass er wohl selbst als Frühstücksdirektor kaum noch irgendwo unterkäme. Inzwischen schwant es sogar den ersten stoischen Tagesschaurentnern, dass da im Staate Deutschland etwas ganz gewaltig schiefläuft. Die endgültig auf intellektuellen Grund gelaufenen Regierungssäuglinge von Berlin kannst du jedenfalls nur noch auf eine Barge laden und nach möglichst langer Fahrt irgendwo mit Peilsendern aussetzen. Vor dem Einsetzen der Sintflut wäre eine solche Arche auch nichts anderes als ein Gebot der Menschlichkeit. Und wahrscheinlich wäre eine hierzu ins Leben gerufene Crowdfunding-Aktion auch die erfolgreichste aller Zeiten.
Dipl.-Ing. arch Rocco Burggraf, Jahrgang 1963, ist freier Architekt und Stadtplaner. Er lebt und arbeitet in Dresden. Diesen Beitrag veröffentlichte er zuerst auf seinem Facebook-Account.
Der Autor hat in vielem recht. Auch wenn Deutschland sich nicht an allen Kriegen beteiligt. Für die Aufrechterhaltung des Krieges zwischen Russland und der Ukraine gibt es von Deutschland und Europa jedenfalls bedingungslos Geld. Man hat doch den Eindruck, dass Selenskyj über keinen einzigen Punkt der russischen Forderungen, die vielschichtig sind, verhandeln will. Es geht ja nicht bloß um Landgewinne, sondern auch um viele andere Dinge. Selenskyj meint wohl, Verhandlungen nicht nötig zu haben, da der Krieg vom Ausland bezahlt wird. Ob das klug ist, und ob das gut für Deutschland und Europa ist, kann bezweifelt werden. Aber Deutschland zahlt treuherzig. Obwohl wir selbst genug finanzielle Probleme haben. Wo doch Selenskyj so eifrig und unnachgiebig immer mehr Geld fordert. Ja, ja, bloß Kredite. Diese sogenannten Kredite können wir schon jetzt abschreiben. Die kriegen wir nie zurück, wetten? Und für den Aufbau der Ukraine soll Deutschland ja auch noch zahlen. Aber Selenskyj ist der Freund unserer Regierung. Der kann anscheinend haben, was er will. Und unsere Regierung braucht sich auch nicht um das Wohl und Wehe des eigenen Volkes zu kümmern. Das ist einfach zu viel verlangt.
Wer glaubt es sind Regierungssäuglinge ist ihnen auf den Leim gegangen. Die verkündeten Ziele entsprechen lediglich nicht den verfolgten Zielen. Nach Jahrzehnten muss man doch mal merken, dass Versagen und Unfähigkeit keine hinreichende Erklärung ist.
@Robert Schleif: Dass die AfD nicht von mehr Menschen gewählt wird, liegt einfach am Personal und an Teilen des Programms. Selbst schuld also. Es fehlt eine echte Alternative, die ist leider nicht in Sicht. Das BSW hat sich leider selbst verzwergt. Ich habe mir kürzlich die Twitter-Postings von mehreren AfD-Landtags- und einigen Bundestagsabgeordneten aus verschiedenen Bundesländern angeschaut, und war ziemlich befremdet. Es war, als hätte ich mich in ein seltsames 1950er Jahre Paralleluniversum verirrt, mit einigen schmierigen und/oder stramm deutschnationalen Gestalten. Ich bin dennoch gegen die ‚Brandmauer‘ in der jetzigen Form – wenn die AfD gute Vorschläge hat (und die hat sie manchmal), sollte man das nicht abwürgen, nur weil es von der AfD kommt (z.B. die Einsetzung eines Corona-Untersuchungsausschusses statt einer Enquete-Kommission, was nicht zustande kam, weil Die Linke nicht gemeinsam mit der AfD stimmen wollte). Man sollte sich viel intensiver mit den Details der AfD-Programme und -vorstellungen auseinandersetzen in der breiteren Öffentlichkeit. So wie kürzlich John Rudat, der in einer Reportage für NIUS Beatrix von Storch auf den Zahn fühlte, wie sie denn die Remigration von 200.000 Syrern finanzieren wolle – da kam dann nicht viel Substantielles als Antwort. Und es gibt dann auch noch befremdliche Positionen wie die von Maximilian Krah, der sich gegen Integration ausspricht und Parallelgesellschaften befürwortet. Selbst beim Kernthema „Migration“ kann man also nicht darauf setzen, dass die AfD alles so umsetzt, was sie jetzt lautstark fordert.
Ich frage mich, wie man Merz heute immer noch so freundlich mit einem „Frühstücksdirektor“ und ähnlichem vergleichen kann. Aus meiner Sicht ist er ein Psychopath und hat dies am Wochenende sehr deutlich in der Diskussion mit einer todkranken Frau in Salzwedel gezeigt, als er sie mit einer Brutalität anlog und dann auch noch mental herunterputzte. Wie bei Psychopathen üblich, er hat weder Empathie noch ein Gewissen. Dies drückt sich auch in seinen sehr reichhaltigen dreisten Behauptungen gegenüber dem Wahlvolk aus, welche er selbst dann nach wenigen Augenblicken immer wieder für die Öffentlichkeit als Lügen enttarnt.
Merz fehlt der Führungsinstinkt, weswegen schon Merkel ihn problemlos abservieren konnte. Aber als er neulich sagte, für eine Bilanz sei es nich zu früh, muss man ihn ausnahmsweise beim Wort nehmen. Denn ich fürchte, er hat noch den Spannungsfall als Trumpf im Ärmel.
@ Wilfried Cremer: „Seitdem nach WK II die Sprache (“fuck„ z.B.) … zur Weltmacht durchgebrochen sind, erblüht der Irrsinn auf der Erde.“ Dass bei vielen Angelsachsen seit etlichen Jahrzehnten das Wort „Fuck“ ungefähr jedes fünfte bis zehnte Wort ausmacht, muss Folgen für die Konsistenz ihrer Gehirnstrukturen haben, und dürfte eine spezifische „Neurodiversität“ hervorbringen. Bei den deutschen Synchronisationen englischsprachiger Filme passt man sich allmählich an, und übersetzt „Fuck“ mit „Fuck“, während in früheren Jahrzehnten mit einer gewissen Kreativität jeweils verschiedene Wörter ausgesucht wurden, wie „verflucht“ oder „beschissen“ usw., die traditionell etwas Widerwärtiges bedeuten. Vermutlich ist auch in anderen Sprachen „Fuck“ der Anglizismus des Jahrhunderts. Aus dem Wörterbuch des verfuckten Unmenschen. Als ich einmal einen intelligenten Amerikaner fragte, warum sie für Widerwärtiges ein Wort aus dem Erotikbereich verwenden, wobei Erotik doch – nicht pervertiert – etwas Lustvolles und Schönes wäre, kam ein eher betretenes Schweigen.
Die besten 10 Jahre im Leben von BK Fr. Merz?
Das sind die Jahre vom Ende der Kanzlerschaft bis 10 Jahre nach Ende der Kanzlerschaft.