Henryk M. Broder / 03.11.2013 / 18:00 / 1 / Seite ausdrucken

Ein Hund, der Schwein gehabt hat

Als Chico sieben Jahre alt war, wurde er von der Familie, bei der er bis dahin gelebt hatte, ausgesetzt. Oder er lief davon. Jedenfalls fand er sich bald darauf in einem Tel Aviver Tierheim wieder. Weil man ihm einen Chip implantiert hatte, konnten die Besitzer ermittelt werden. „Sie können den Hund behalten“, sagten sie.
Chico blieb nicht lange im Tierheim. Tal wollte schon lange einen Hund haben, sah eines Tages Chico und adoptierte ihn. Als Tal und Hanna nach Washington zogen, nahmen sie Chico mit. Tal arbeitet und Hanna studiert. Chico war oft allein. Jetzt ist er es nicht mehr.  Wir fahren zusammen durch Virginia, ich zeige ihm das Anwesen, in dem George Washington geboren wurde, und Stratford Hall, den Sitz der Familie von General Robert E. Lee, der die Armee der Südstaaten im Bürgerkrieg kommandierte. Gestern waren wir in Fredericksburg bei „Dog Krazy“, wo Chico getrimmt, gewaschen und geföhnt wurde, alles zusammen für 35.- Dollar. Wenn ich zum Friseur gehe, zahle ich 12.- Dollar. Chico ist extrem gutmütig und versteht sowohl Hebräisch als auch Englisch. Jetzt bringe ich ihm Deutsch bei. Danach wird er Polnisch lernen, der erste polyglotte Hund, der „Wurst“ in vier Sprachen sagen, pardon: verstehen kann. Chico hat Schwein gehabt, dass er von Tal adoptiert wurde. Und er weiß das.



Chico hat Schwein gehabt. Foto: Henryk M. Broder

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Reimund Weismar / 04.11.2013

Eine wunderschöne kleine Geschichte, ganz frei von den Sorgen dieser Welt. Ich freue mich für den glücklichen Chico, möge er ein langes, sonniges Leben führen und immer den Napf randvoll ! Nur auf irdische Dankbarkeit Ihres Chico werden Sie verzichten müssen, Herr Broder. Meine griechischen Straßenköter jedenfalls, die jahrelang in winzigen Zellen eines verlausten Tierasyls hausten, waren schon nach kurzer Zeit so verwöhnt, dass sie heute schwer beleidigt sind, wenn ich mir in der Früh einen zweiten Capuccino gönne und sich deshalb ihr Gassigehen um einige Minuten verzögert. Vielleicht ist es aber auch einfach nur das griechische Temperament gepaart mit deutschem Jammerlappentum, welches mir ein schlechtes Gewissen bereitet und den Hunden dadurch einen zusätzlichen Kauknochen bringt. So wie eben die Rettungsschirm-Mechanismen dieser Welt funktionieren - im Großen wie im Kleinen.

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