Deutsche Medien verkünden den bevorstehenden Rückzug der Kanzlerin aus der Politik, und zwar für Herbst 2021. Sie werde nicht noch einmal für politische Ämter kandidieren, verspricht Spiegel Online, nicht mal für den Bundestag. Dann wären wir tatsächlich am Ende ihrer endlos scheinenden Kanzlerschaft angekommen. „Dieses Jahr war hart“, schreibt Spiegel Online, „es hat unendlich viel Kraft gekostet, das ist der Kanzlerin bei ihren letzten Auftritten deutlich anzusehen. Und das will bei Angela Merkel etwas heißen. Ihr Nimbus speist sich auch aus der Annahme beinahe übermenschlicher Reserven“.
Solche Sätze sind ein Vorgeschmack auf den neuen, vom Staat mit Millionenzuschüssen geförderten Qualitätsjournalismus: Er scheut die großen Worte nicht mehr, wenn es um Vertreter der Geld gebenden Regierung geht, weder „Nimbus“, die lateinische Übersetzung des griechischen halos, Heiligenschein, noch die Zuerkennung von Prädikaten wie „übermenschlich“.
Schmeicheleien dieser Art sind auch weiterhin reichlich in den Text eingestreut. Er erweist sich als neue Form von Heldengesang. Dass er statt in Versen in Spiegel-Prosa abgefasst ist, mindert nicht das in der Tiefe mitschwingende Pathos. Viel Heroisches hat die Kanzlerin vollbracht, doch „Der Kampf gegen das Virus stellt alles in den Schatten – und Krisen hat Merkel zur Genüge zu bewältigen gehabt: Finanzkrise, Eurokrise, Flüchtlingskrise. Die laufende EU-Ratspräsidentschaft, geplant als eine Art Höhepunkt ihrer Kanzlerschaft, die Anstrengungen für eine neue Politik gegenüber China? Verblasst hinter Corona. Zum ersten Mal wandte sich Merkel 2020 jenseits ihrer Neujahrsansprache per TV-Ansprache ans Volk, mit einer 'Blut-Schweiß-und-Trost-Rede', wie es die Spiegel-Kollegin Christiane Hoffmann formuliert.“
Corona als Cover für gescheiterte Ambitionen
Das hat Frau Hoffmann wahrhaft anrührend gesagt. Die Kanzlerin und „das Volk“. Und ihre „Blut-Schweiß-und-Trost-Rede“ erinnert an „Blut und Boden“ oder „Gut und Blut fürs Vaterland“ – frühere Auslöser großer Gefühle, die ins Desaster führten. Merkel hätte viele Krisen „zu bewältigen gehabt“, schreibt der Spiegel-Autor in einem aus übergroßer Vorsicht stolpernden Deutsch, er schreibt keineswegs, Angela Merkel hätte die „Finanzkrise“, „Eurokrise“ oder „Flüchtlingskrise“ tatsächlich „bewältigt“. Woran ihn offenbar eine – immer noch rudimentär vorhandene – Scheu vor der offenen Lüge im letzten Augenblick gehindert hat.
Alles in allem entwirft er die Biographie einer Heldin mit tragischer Note. Daran, dass Angela Merkel nicht den verdienten Triumph in der „EU-Ratspräsidentschaft, geplant als eine Art Höhepunkt ihrer Kanzlerschaft“ feiern konnte, ist das Corona-Virus schuld. Corona als Cover für gescheiterte Ambitionen. Wie viel politisches Scheitern – sei es in der „Finanzkrise“, „Eurokrise“ oder „Flüchtlingskrise“ – kann dieses Virus zudecken? Und wie viel schleichenden Totalitarismus? Für den Spiegel-Schreiber ist dennoch am Ende des desaströsen Jahres 2020 die Idylle erreicht: „Ihr Ansehen bei den Wählern ist zum Ende des Corona-Jahres ungebrochen hoch, das zeigen aktuelle Umfragen. Die große Mehrheit der Bürger vertraut der Kanzlerin (...)“
Das hätte das Neue Deutschland, als es noch Zentralorgan der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands war, kaum schöner ausdrücken können. Ich erlebe derzeit einen unheimlichen Prozess der Verjüngung. Weil vieles wieder so ist wie in meiner Jugend in Ost-Berlin. Und auch ich meine alten Positionen wiederfinde: wachsendes Misstrauen gegenüber einer selbstgerechten Staatsmacht, Solidarität mit den von ihr Betrogenen und Bekämpften, das Vergnügen, ein Außenseiter zu sein. Ich kann nicht, wie viele alte Leute, sagen: In meiner Jugend war alles anders. Im Gegenteil: Die alte Ordnung ist unbarmherzig zurück.

Hat es überhaupt noch einen Sinn über die A.M. zu schreiben, sich Gedanken zu machen, was in unserer Gesellschaft los ist? Hat es überhaupt noch einen Sinn, nachzudenken was die Schreiberlinge, die sich Journalisten nennen, an schwülstigen Lobeshymnen über A.M. ausschütten? Hat es noch Sinn, diese Journalisten zu fragen für wieviel Euro sie Ihre Seelen, ihren Verstand verkauft haben? Ich glaube nein, es hat keinen Sinn. A.M. hat, außer Corona, alle Krisen selbst verursacht und nicht gelöst! Ihre Sprüche, sie wolle Deutschland dienen und vor Schaden bewahren War und ist in meinen Augen Heuchelei. Ihr halte ich ihre eigenen Worte : "Versprochen, gebrochen" vor, die sie oft gegen ihre politischen Gegner im Bundestag geschleudert hat und die nun auf sie zutreffen. Ich hoffe nur, dass dieser Kelch mit Namen A.M. bald an uns vorbeigeht. Danke Herr Noll für Ihre waren Worte!
@T. Schneegaß Beschreien Sie es nicht! Die Koboldine ist Young Global Leader unter Klaus Schwab, den ich nicht für einen Linken und nicht für einen Grünen halte, sondern für einen besonders schamlos demagogischen Vertreter des globalisierten Finanzkapitalismus. Die Koboldine ist da in einer Liste mit Sebasianus Kurz. Ich könnte mir durchaus vorstellen dass da noch mal ein qualitativer und quantitativer Unterschied zu unserer Gottkanzlerin ist, die ihre Legitimation ja noch aus Wahlen erhalten hat, damals einmal.
Ich fasse zusammen: Angela, die Übermenschliche unter den Scheinheiligen. Ja, sie stellt sich über alle und alles, das stimmt. Ihre eigentliche Fähigkeit ist es, es immer so alternativlos aussehen zu lassen, dass die meisten daran glauben. Die sehen dann tatsächlich einen Heiligenschein statt dem Umgekehrten. Ein Gutes Neues noch den Achse-Autoren, dem Team und den Lesern.
Susanne @antalic. Top!
@George Samsonis: Sie gehen tatsächlich davon aus, dass die Union der von mir Unaussprechlichen NICHT zum linksgrünen Lager gehört und keine linksgrüne Politik betreibt? Auf welchen Gebieten befürchten Sie eine Verschlechterung der Lage z.B. unter der Koboldine? Na, okay, vielleicht käme Maskenzwang unter der Dusche und Alkoholverbot an der TV-Fernbedienung.
Am schlimmsten finde ich unterirdische Niveau der Schreiberlinge, die Merkel in den Himmel loben. Viele Worte, aber nichts zu sagen. Wirklicher Inhalt? Fehlanzeige! Es riecht alles meilenweit nach Propaganda. Gestern hatten wir nach langer Abstinenz mal wieder die Glotze an. Die Impfreklame ist so flach, flacher geht's nicht. Die meisten Menschen merken es nicht, wie wir komplett für dumm verkauft werden. Ich weiß beim besten Willen nicht mehr, wie ich diesen Menschen noch auf Augenhöhe begegnen soll. Es brechen gerade viele Freundschaften weg, was absolut auf Gegenseitigkeit beruht. Schließlich erkennt man mich ja gar nicht wieder. Es ist so traurig!
Ist das eeeeeeeeeeeeeekelhaft! Ob hätte diese Person (m/w/d) die meisten Krisen nicht erst selbst herbeigeführt und selbst von einer ansatzweisen "Bewältigung" kann ebensowenig die Rede sein, sei es aus Unvermögen, sei es aus vollster Absicht! Aber was kümmert es die Merkel-Apologeten (m/w/d) vom Spiegel... - Jetzt sind die Trümmer halt da. Wieso fällt eigentlich keinem der "Kanzler*in-Fans" (m/w/d) auf, dass eine Kanzler*in (m/w/d) der "CDU" (also ehedem "konservativ") permanent aus dem linken bis extrem linken Spektrum belobhudelt wird? Selbst von der "ANTIFA"? Das müsste doch langsam auch mal dem dümmsten CDU Anhänger (m/w/d) und Wähler (m/w/d) (- "die können Wirtschaft"-) endlich mal auffallen!!! (Sollte diese Person (m/w/d) endlich weg sein, was ich erst glaube, wenn es soweit ist, besteht meine Hoffnung darin, dass ihr installiertes System in sich zusammenbricht, weil niemand ihrer Nachfolger (m/w/d) es so versteht, wie sie (m/w/d), ihren Dilettantismus derart positiv zu verkaufen. Da dürfte so mancher (m/w/d) endlich aus seinem (m/w/d) Wolkenkuckucksheim erwachen und die rosa Brille Sprünge bekommen...)