Matthias Matussek, Gastautor / 20.09.2010 / 10:59 / 0 / Seite ausdrucken

Ein Freak, ein Störenfried, ein Jahrmarktsereignis

Matthias Matussek

Ich war in der letzten Woche eingeladen, auf einem Podium mit Sarrazin zu diskutieren in der Berliner Urania, und da ich kein “nächstenliebeloser Christ” sein wollte, nahm ich an. Das äußere Bild: vier Polizeiwannen, fürsorgliche Belagerung, vertrauenerweckende atombombensichere Schutz- und Zweck-Architektur der siebziger Jahre. Thilo Sarrazin trifft ein, im Schlepptau vier Bodyguards und ebenso viele Kamerateams, und einer ruft ihm zu mit mutiger Reporterhartnäckigkeit: “Herr Sarrazin, sind Sie ein Volksheld?” Wie ruft man so was sarkastisch und in Anführungszeichen?

Sie lassen Sarrazin auch im Vorbesprechungszimmer nicht aus den Augen: sie stehen draußen in den Blumenrabatten und filmen durchs Fenster, wie Sarrazin ein Brötchen nimmt - “Guck mal, wie komisch der das Brötchen isst”. Es ist ganz klar: Da steht der Mann, der die Republik zum Sieden gebracht hat, der Freak, der Störenfried, ein Typ wie jener legendäre “Kalldewey” aus der Farce von Botho Strauß, der plötzlich uneingeladen im Salon steht und schmutzige Wahrheiten erzählt. Der Saal: pickepackevoll, 600 bis 800 Leute.
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,718332,00.html

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