Mit einem Festakt von kaum zu überbietendem Trübsinn beging der Zentralrat der Juden in Deutschland gestern sein siebzigjähriges Bestehen. Ich habe mir in Israel den von Rundfunk Berlin-Brandenburg ausgestrahlten Live-Stream angesehen und musste ihn mehrmals verlassen, um im Garten Luft zu schnappen, ein paar Granatäpfel zu ernten oder meinen Augen die Wohltat des blauen Himmels über der Wüste zu gönnen. Mich zu erholen von all dem Schwarz, all den bitteren, biestigen Mienen, dem überalterten, hoffnungslosen Publikum, das vor der Kulisse einer Synagogen-Ruine in Berlin zusammenkam.
Dieses Publikum war homogen, politisch-korrekt, im Mindestabstand auf weiße Plastikstühle platziert und von geradezu hypnotisierender Langeweile. Verehrer des Israel-hassenden Mullah-Regimes in Teheran wie Claudia Roth setzten gewisse Akzente, auch der von Auschwitz inspirierte deutsche Außenminister, zahlreiche ehemalige oder noch amtierende Bundesminister und natürlich die Kanzlerin, der devote Schmeicheleien vonseiten der Zentralrats-Funktionäre galten. Sie wird, trotz ihrer Blindheit gegenüber muslimischem Judenhass und ihrer dubiosen Haltung gegenüber Israel, in diesen Kreisen tatsächlich noch hofiert.
Die Misere des Zentralrats der Juden ist schon in seinem Namen enthalten: Er ist das zentrale, konkurrenzlose, überwiegend von Gnaden der Bundesregierung, von ihren Subventionen abhängige, offizielle Gremium einer niedergehenden, zunehmend marginalisierten Gemeinschaft. In anderen westlichen Ländern werden die offiziellen jüdischen Gremien von den Juden selbst finanziert, sie sind stark und autonom, es gibt ihrer viele, sie spiegeln eine Diversität und Kreativität des Judentums wider, von der in Deutschland fast nichts zu spüren ist. Denn in Deutschland ist der Staat der Geldgeber, und das macht das einzige offizielle jüdische Gremium, den Zentralrat, zu einem Appendix der Bundesregierung, deren Politik er in jedem Fall vertreten muss, selbst wenn sie den deutschen Juden schadet.
Dadurch wird er zu einem peinlichen Verein aufs Gestern fixierter, serviler Funktionäre, von dem sich viele deutsche Juden nicht vertreten fühlen. Vor allem die jüngeren nicht. Hier liegt einer der Gründe für die tragische Überalterung und den rapiden Mitgliederschwund der jüdischen Gemeinden in Deutschland. Die Kinder der eingewanderten russischen Juden treten in großer Zahl aus den Gemeinden aus. Von den in Deutschland lebenden meist jüngeren Israelis ist bekannt, dass sie die staatlich kontrollierten Synagogen meiden und Shabat und Feiertage unter sich, in eigenen „Kulturvereinen“ begehen. Warum sollten sich junge Juden für den Zentralrat engagieren, ihn womöglich unterstützen, da er sich – wie auch bei diesem öden Festakt deutlich wurde – vornehmlich der Vergangenheit verschrieben hat, einem Judentum der Katastrophe und der Gräber?
Daher trug die Veranstaltung, eigentlich als grandiose Selbstbestätigung gedacht, den Charakter einer Trauerfeier. Die Redner betonten mit sorgenvoller Miene die Zunahme des Antisemitismus in Deutschland, der das jüdische Leben erneut prekär und riskant werden lässt. Der Versuch einer Revitalisierung des einst glanzvollen jüdischen Lebens in Deutschland ist gescheitert. Zumindest in dem Sinne, dass man dieses heutige Dasein beim besten Willen nicht vital nennen kann. Sätze wie „Wir dürfen uns über ein blühendes jüdisches Leben freuen“ in der Rede der Kanzlerin entsprechen einfach nicht den Tatsachen. Es schmerzt mich, das schreiben zu müssen,
Ich wünsche den deutschen Juden eine Zukunft und eine ihren Fähigkeiten angemessene Rolle in der deutschen Gesellschaft.
Stattdessen verbarrikadieren sie sich gegen einen Ansturm judenfeindlicher Attacken. Der zunehmende Antisemitismus erklärt sich zum größten Teil daraus, dass man unentwegt muslimischen Judenhass nach Deutschland importiert, und dieser importierte Judenhass den bereits im Land vorhandenen, sei er von rechts oder von links, ermutigt und stärkt. Die Realität der deutschen Schulhöfe, auf denen das Wort „Jude“ erneut zum Epitom des Verächtlichen und Verfolgungswürdigen geworden ist, hat ein selbstbewusstes Dasein der nächsten jüdischen Generation schon jetzt zunichte gemacht.
Josef Schuster, der Präsident des Zentralrats, wagte immerhin, ein muslimisches Attentat der letzten Jahre überhaupt zu erwähnen, Festrednerin Merkel tat jedoch, als hätte sie davon noch nie gehört und beharrte auf dem Narrativ einer überwiegenden, wenn nicht ausschließlichen Bedrohung durch „Rechtsradikale“. Ihre Botschaft war eindeutig: Ihre Regierung ist nicht willens, den muslimischen Judenhass, die von den deutschen Juden nach allen Umfragen als am größten gefühlte Gefahr, überhaupt zur Kenntnis zu nehmen.
Zu spät schwenkte die Kamera ab, um nicht noch das eiskalt-unbeteiligte Gesicht der SPD-Vorsitzenden Saskia Esken zu zeigen, die während der sinnlosen und sentimentalen Rede der Kanzlerin ihr Smartphone checkte und Kurztexte tippte. Wenigstens sie hat die vertane Zeit dieser Feierstunde einigermaßen sinnvoll genutzt.

Wie froh ist doch Frau Merkel, am Sterbebett des Judentums in DL zu stehen und die letzte Ernte des Dritten Reichs einzufahren. Mit dem Patienten geht es zu Ende, denn vor der Tür und teilweise bereits drin stehen die antisemitischen Vollblutjungs, mit denen es die amtierende Bundeskanzlerin keineswegs verderben will und die mit den Resten des verbleibenden Judentums in DL kurzen Prozess machen werden. Frau Esken schreibt das Protokoll und führt die Denunzierungslisten, und Frau Göring-Eckhart freut sich auf die heiligen Krieger im Dienste Allahs, die ihr die saftigen Kirschen an die Lippen legen.
@ Volker Kleinophorst, die eine Seite der Medaille macht Sinn und da kommen wir zusammen: den juedischen Eliten ist Gott und sein Volk egal. Was fuer mich so gar keinen Sinn macht, ist das wir vom juedischen Volk sprechen und die sind ja wohl das aufmuepfigste Volk (ausser dem kleinen gallischen Dorf natuerlich), das es je gegeben hat und widersprechen sogar Gott. Die sollten diese 'Eliten' doch eigentlich aus dem Tempel werfen (koennen). Seiten wie die Achse, Breitbart, Dailywire, FrontpageMag etc sind auch rnicht wirklich kleinlaut. Und bei der Gelegenheit: Ihre Kommentare sind oft genauso gut wie der Artikel unter dem sie stehen! Danke dafuer!
Sehr geehrter Herr Dr. Wolf, Triumpf des Mittelmaß? Da beurteilen Sie aber unsere "ewig Unverantwortlichen" sehr großzügig. Ich sehe es eher als Triumpf von Ideologie gepaart mit bodenloser Dummheit und Dreistigkeit.
Deutsche Juden sind eine Minderheit deutscher Staatsbürger, wie inzwischen wohl auch schon deutsche Christen, deutsche Muslime (:-(( wegen deren massenhafter invasiven , überwiegend mit unserer Kultur inkompatiblen Einwanderung), deutsche Buddhisten, Hinduisten etc. ? Also eine kulturelle , soziale Gegebenheit - oder doch ethnisch-biologisch ?? Bzw : gibt es atheistische Juden ? Wäre ein atheistischer deutscher Jude nicht schlicht - ein Deutscher ?
Ursachen und Wirkung. Lieber Herr Noll, ich teile ihre Einschätzung zu 100%. Erlauben Sie mir bitte das ich zu diesem wichtigen Thema auch einen Link poste, zu einem Kommentar von Björn Strietzel der heute (ausgerechnet) bei Bild-Online erschiehn. Ich halte diesen Kommentar für einen der besten den ich jemals auf diesem Käseblatt lesen durfte. Die Thematik darin richtet sich zwar zentral um eine höchst positive Entwicklung zwischen Israel, Bahrein und den Vereinigten Arabischen Emiraten bei der Trump bzw. sein Schwiegersohn viel beigetragen haben. Der KERN zielt aber genau auf die aktuellen VORSÄTZLICHEN Versäumnisse Deutscher Politik. Eine von der SPD geprägten, zutiefst antisemitischen Politik. Erfreulich, in welcher Offenheit dort auch endlich jene politischen Amtsinhaber namentlich genannt werden, die permanent der deutschen Bevölkerung jenen "unterschwelligen" Antisemitismus vorwerfen, der Ihnen selbst neben ihrer persönlichen Verliebtheit zum Iranischen Mörderregime AUS ALLEN POREN TRIEFT!!! Soviel vorweg, der Artikel wirft BERECHTIGT und in angenehm ehrlicher und transparenter Form die Fragen auf die das Außenministerium und ein selbsternannter Oberbevormunder der Deutschen auf Schloss Bellevue sich stellen müssen. Wer im Glashaus sitzt sollte nicht mit Steinen werfen, stimmt es nicht Herr Maas, Herr Annen und ganz besonders Herr Steinmeier. Letztgenannter ist ganz besonders als ehemaligen Wegbereiter dieser Entwicklungen unbedingt zu erwähnen. Beherrscht doch ausgerechnet er wie kein Zweiter in Deutschland bei Antisemitismus „Haltet den Dieb“ zu blöken! Das ist Politik für die man sich als Deutscher Bürger nach Jahrzehnten wieder einmal schämen muss! Und genau diese politische Geisteshaltung ist ein Hauptgrund für die Zustände die Sie Herr Noll so treffend schildern. Der Fisch in Deutschland stinkt am Kopf und nur da. Und je mehr Personal der heutigen SPD im Kopf ist umso mehr stinkt er!
Ich bin ja nur ein Laie, aber die nun offiziellen Beziehungen zwischen Israel und den Golfstaaten hat mich positiv überrascht. Die rückwärts gewandten Länder des nahen Ostens hat es negativ überrascht. Deutschland ist der Gegenentwurf dazu. Die einen gestalten Zukunft während die Politikerkaste sich in der Vergangenheit sudelt. So wird in der Rede von Hoffnung für die Zukunft gesprochen und die stirbt ja zuletzt, also bald. So, und ob die Politikerkaste in der Parteien-Beliebigkeit den Nazi als Feindbild braucht, wie alle ebenfalls rückwärts gewandten Länder des nahen Ostens zum Nazi stehen und warum die Politikerkaste diesen Ländern so nahe ist und ihre Bevölkerung fast schon keine andere Wahl lässt, als hierhin zu kommen, das lasse ich als Fragen stehen. Zwinker Smiley.
Herrn Dr. Karl Wolf / 16.09.2020: "Mittelmaß"? Dann möchte ich nicht wissen, was bei Ihnen unter diesem Mittelmaß angesiedelt ist.