Henryk M. Broder / 27.04.2015 / 21:16 / 3 / Seite ausdrucken

Ein Fest für Gad Granach - zu seinem 100. Geburtstag

Haben Sie am kommenden Dienstag, 5. Mai, schon etwas vor? Darf ich Ihnen einen Vorschlag machen? Wie wäre es damit?

Sie gehen so gegen 17 Uhr in das Cafe Buchwald in der Bartningallee an der Bärenbrücke, bestellen einen Baumkuchen, für den das Buchwald weltberühmt ist, dazu einen Kaffee oder Tee, und genießen das stillvolle Ambiente des ältesten Berliner Cafes, seit 1852 im Familienbesitz.

So gegen 18 Uhr machen Sie sich dann auf den Weg zur Akademie der Künste im Hanseatenweg, etwa zehn Gehminuten vom Buchwald entfernt. Dort holen Sie erst einmal Ihre Karten ab, die Sie unter ticket@adk.de bestellt haben. Das sollten Sie bald tun, denn Gad Granach hat viele Fans und Freunde in Berlin.

Und ab 19 Uhr geht es dann um “Gadi”, der am 29. März dieses 100 Jahre alt geworden wäre. 1915 in Rheinberg bei Berlin geboren, wanderte er 1936 nach Palästina aus, wo er viele Jahre später das wurde, was er immer werden wollte: Ein Unterhaltungskünstler. Seine Bühne war eine kleine Wohnung in der Rehov Radak, gegenüber dem Sitz des Staatspräsidenten. Dort hielt er Hof, dort unterhielt er seine Gäste mit wahren Geschichten aus seinem Leben. Erst in den 90er Jahren trat er einige Male vor großem Publikum auf, u.a. im Berliner Centrum Judaicum. Es war eine Stunde der Kleinkunst. Wir haben sie festgehalten.

Gad Granach

Also: Am 5. Mai werden Sie einen 60 Minuten langen Dokumentarfilm über Gad Granach sehen, den Joe Schröder für diesen Anlass produziert hat. Annette Postel wird Gad Granachs Lieblingslieder aus den 30er Jahren singen, begleitet von Jo Roloff am Klavier.

Und ich werde die Ehre haben, durch das Programm zu führen.

Freuen Sie sich auf ein Wiedersehen mit Gad Granach.
Ich freu mich auf Sie!

Siehe auch:
http://www.adk.de/de/programm/aktuell/index.htm?we_objectID=38565


Aus aktuellem Anlass noch ein Hinweis:

Falls Sie in der Akademie der Künste angerufen haben, um Karten für unseren Gad-Granach-Abend zu bestellen, und falls man Ihnen gesagt hat, es gebe keine Karten mehr, dann nehmen Sie das bitte weder persönlich noch wörtlich. Die Auskunft hat etwas mit dem Unvermögen einer Verwaltung zu tun, sich auf die reale Nachfrage einzustellen.

Also: Es sind noch Karten da. Und falls man Ihnen keine geben will, dann kommen Sie am 5.5. in die AdK am Hanseatenweg. Wir werden niemand vor der Tür stehen lassen und den Abend mit einer Fürbitte an den deutschen Amtsschimmel anfangen! Wir sehen uns!

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Leserpost

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Thelma Stories / 30.04.2015

Es war ziemlich genial, dass unsere Eltern uns zu einer Veranstaltung mit Gad Granach und Henryk Broder mitnahmen und wir somit erst das Lebendige kennen lernten, das Lachen und ein Leuchten, wie auf dem Photo zu sehen in Gad Granachs Augen. Umso mehr schmerzten später die Bücher und Filme, die mit dem Holocaust zu tun hatte und der Besuch eines KZ’s. Es war, als hätten schwarze Stiefel Schmetterlinge totgetreten, denn Gad Granach war wie ein bunter Schmetterling.

Frances Johnson / 28.04.2015

Es würde Spaß machen, doch leider unabkömmlich. Aber Gad Granach war nur die Hälfte. Ich weiß nicht, was er wäre ohne die Freundschaft und Unterstützung der Familie Broder und des Ölbaum-Verlags, der auch Gad Granachs Vater durch zwei hinreißende Bücher wieder zum Leben erweckt hat. Die Verbindung Broder-Granach hat diese humorvolle Persönlichkeit erst zum Leuchten gebracht. Die Bücher (“Da geht ein Mensch” und die Liebesbriefe), daneben auch “Heimat los” von Gad Granach selbst, sind ein sehr geschätzter Bestandteil meiner kleinen Bibliothek. Ich hätte ihm gegönnt, seinen Hundertsten noch selbst feiern zu dürfen. Dem Trio oder auch Quartett meine Hochachtung. Nicht alle Bücher werden mit so viel Liebe gemacht.

Georg Prasch / 28.04.2015

Das hört sich sehr gut an. Leider bin ich am fünften Mai nicht in Berlin.

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