Wolfgang Röhl / 30.12.2013 / 17:06 / 6 / Seite ausdrucken

Ein Fall in zwei Versionen

Aus „Hamburger Morgenpost online”: “Messerstecherei auf St. Georg. 17-Jähriger durch Beinstich verletzt. Ein Unbekannter hat am Freitagabend einen 17-Jährigen durch einen Messerstich ins Bein verletzt. Der Junge war in einer Spielhalle an der Brennerstraße im Hamburger Stadtteil St. Georg. Als er den Laden verließ, kam plötzlich ein Unbekannter zu ihm und forderte 20 Euro Bargeld. Der 17-Jährige gab dem Mann das Geld nicht. Darauf zückte der Unbekannte ein Messer und stach ihm in den Oberschenkel. Der Täter flüchtete anschließend in Richtung Hansaplatz. Zeugen sahen ihn verletzt auf dem Gehweg sitzen und alarmierten die Polizei.“
Die Hamburger Polizeipressestelle war in ihrer Mitteilung an die Medien etwas konkreter gewesen: „POL-HH: Zeugenaufruf nach gefährlicher Körperverletzung.Tatzeit: 27.12.2013, 21:00 Uhr, Tatort: Hamburg-St.Georg, Brennerstraße. Die Polizei Hamburg fahndet nach einem unbekannten jungen Mann, der am Freitagabend einen 17-jährigen Algerier durch einen Messerstich ins Bein verletzt hat. Der Verletzte wurde von Zeugen auf dem Gehweg sitzend vorgefunden. Den alarmierten Polizeibeamten erklärte der 17-Jährige, dass er sich vor Ort in einer Spielhalle aufgehalten hätte. Als er diese verließ, sei plötzlich der unbekannte Täter an ihn herangetreten und habe 20 Euro Bargeld gefordert. Als der 17-Jährige die Herausgabe ablehnte, habe der Täter mit einem Messer in seinen Oberschenkel gestochen und sei anschließend in Richtung Hansaplatz geflüchtet. Der Geschädigte wurde einem Krankenhaus zugeführt, konnte dieses aber nach ambulanter Behandlung wieder verlassen.
Der unbekannte Täter kann wie folgt beschrieben werden:
  - Marokkaner - 16 bis 17 Jahre alt - 165 bis 170 cm groß -
Irokesenhaarschnitt - schwarze Bekleidung.“

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Leserpost

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Karsten Koop / 31.12.2013

In der ersten Meldung hört es sich außerdem so an, als wäre der Täter verletzt liegengeblieben.

Ralf Meerpohl / 31.12.2013

Wenn das Opfer “Algerier” ist, traut sich die Polizei sogar mal anzufügen, daß der Täter “Marokkaner” sei. Echt zivilcouragiert! Was bleibt ihr auch anderes übrig (außer Verschweigen), wenn sie über das Wissen nun mal “leider” verfügt… Aus der “Täterbeschreibung” der MoPo ist immerhin noch ersichtlich, daß es sich um zwei Menschen (jung, männlich) gehandelt haben muß. Eklatanter kann man Leser, Opfer und Bürger nun wirklich nicht verhöhnen. Dafür müßte es doch einen Preis in der Kategorie “Zivilfeigheit” geben?

Sebastian Denkmal / 31.12.2013

Auf der Internetseite des Ministeriums für Inneres und Kommunales des Landes Nordrhein-Westfalen werden wir “bestens informiert” darüber, dass wir in NRW laut Innenministerkonferenz aus ideologischen Gründen nur eingeschränkt informiert werden dürfen: “(...) 2.    Die Polizei des Landes Nordrhein-Westfalen richtet ihr Handeln und Auftreten entsprechend eines angemessenen Minderheitenschutzes aus. Unbeschadet ihrer rechtlichen Verpflichtung zur authentischen Dokumentation von Angaben Dritter bei Anzeigen, Vernehmungen oder Berichten verwendet die Polizei des Landes Nordrhein-Westfalen keine Stigmatisierungen, Kategorisierungen oder pauschalen Bezeichnungen für Menschen oder dafür gewählte Ersatzbezeichnungen. 3.    Auf die Zugehörigkeit zu einer Minderheit wird in der internen und externen Berichterstattung nur hingewiesen, wenn sie für das Verständnis eines Sachverhaltes oder für die Herstellung eines sachlichen Bezuges zwingend erforderlich ist. 4.    Form und Inhalt des polizeilichen Sprachgebrauchs im Innen- und Außenverhältnis sind so zu halten, dass sie nicht diskriminieren oder Vorurteile schüren. 5.    Die Polizei des Landes Nordrhein-Westfalen vermeidet beim internen sowie externen Gebrauch jede Begrifflichkeit, die von Dritten zur Abwertung von Menschen missbraucht bzw. umfunktioniert oder in deren Sinne interpretiert werden kann. 6.    Medienauskünfte enthalten nur dann Hinweise auf eine Beteiligung nationaler Minderheiten, wenn im Einzelfall ein überwiegendes Informationsinteresse oder ein Fahndungsinteresse dazu besteht.” Dass sowas irgendein Problem löst, glaube ich nicht - eher im Gegenteil. Trotzdem einen guten Rutsch!

Werner Scholz / 31.12.2013

Vor vielen Jahren stand ich vor der Frage, ob ich nicht nach Hamburg ziehen sollte. Ich habe mich seinerzeit dagegen entschieden. Was bin ich froh, nicht in einer solchen Stadt leben zu müssen! Dort herrschen inzwischen Verhältnisse, angesichts derer man sich fragt, wie lange das noch so weitergehen soll ...

Heiner Hecht / 30.12.2013

Ist zuerst eigentlich doch keine Sache. Der übliche Nachrichtenschmonzes. Ausser, dass dem aufmerksamen Leser eventuell auffällt, dass der Täter zwar flüchtet, später jedoch verletzt auf dem Gehsteig in Richtung Hansaplatz sitzt. Nun fragt man sich möglicherweise auch, von was waren die Meldenden (der Polizei) denn Zeuge ? Von der Untat ? Oder nur vom Sitzen ?  Naja, ist ja weiter nicht so wichtig und sind nur die üblichen Nachrichten. Abgesehen davon, dass solchen News kaum einer wirkliche Aufmerksamkeit mehr zollt. Interessanter würde es da schon, wenn eine Variation aus den beiden oben beschriebenen News die übliche Verbreitung auf allen Kanälen erführe. Unreflektiert und blank, direkt von der gewohnten Agentur übernommen, würde es aus gut geschminktem Munde über die deutschen Bildschirme flakkern. Dazu gäbe es in deutschen Wohnzimmern unterschiedliche Kommentare: Variation a) die erste oben- im gutbürgerlichen Wohnzimmer: “Na und ? ist doch im Sündenpfuhl von St.Pauli nichts Ungewöhnliches. Da sollte mal die Davitswache richtig aufräumen” Variation b) Teilinfo der zweiten “der unbekannte Täter ist wahrscheinlich nordafrikanischer Herkunft” - kommentiert vom bildungsresistenten Sofa : “Na super ! Da flüchten die aus ihrem Armenviertel hierhin zu uns und wat machen se? Mitm Messer unsere Jugend erstechen. Und für sowat soll ich noch spenden ? Sollen die doch bei die Italiener bleiben, die können auch gut mit de Messer.” Variation c)  die zweite komplett -  auf braun eingefärbter Couch: ” Dat darf doch nich wahr sein ? Da kloppen die sich jetzt hier bei uns aufe Strasse ? Un noch mitm Messer ? Da müssn wer wohl mal wieder mitm Basballhölzchen auf Streife gehn ? Naja, auch nich weiter so wild. Solln se sich doch gegenseitig platt machen. Dat erspart uns doch die Sozialknete für die Kanaken” Ich möchte ausdrücklichst betonen, dass ich keiner der hier erwähnten Zuschauer- oder Zuhörergruppen angehöre und ebenfalls keine ihrer Ansichten teile. Es wäre aber jedenfalls eine Sache von gestandenem Journalismus, vernünftige Recherche zu betreiben, bevor man solchen Stuss (wie die erste) auch noch öffentlich verbreitet. Da sich aber niemand direkt Benannter verunglimpft, zu unrecht beschuldigt oder gar geschmäht fühlen kann, wird eine einstweilige Verfügung oder andere justiziablen Mittel für den Schreiberling nicht zu erwarten sein. Somit dürfte auch klar sein, welchen geistigen Nährwert man solch schwammigen News zurechnen kann. Bis zur nächsten Sau, die durchs Dorf getrieben wird….  

Volker Dirk Hiller / 30.12.2013

Ich bringe es mittlerweile gar nicht mehr fertig, mich über solche Medienzensur zu ärgern. Es weiß doch sowieso jeder halbwegs clevere Mensch mittlerweile, daß regelmäßig “Südländer” beteiligt sind, wenn es um solche Ereignisse geht. Den meisten dürfte es wie mir ergehen, stumme Resignation. Es ändert sich ja sowieso nichts.

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