Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) und seine linksgrün geduldete Minderheitsregierung mit der SPD ist nicht beliebt, in den Umfragen führt die AfD. Da hilft nur Eigenlob. Der Autor war dabei.
Früher sind die Kaiser durch ihre Kurpfalzen gefahren, um sich zu zeigen und zu regieren, im östlichsten deutschen Freistaat nennt sich das heute Sachsengespräch. Zu einem solchen begab sich der Landesherr gestern nach Machern im Leipziger Land. Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) gab sich ein Stelldichein vor dem Schloss Machern, genauer gesagt auf der Terrasse des Kavaliershauses neben dem Schloss. Angereist war auch die gesamte Regierungs-Entourage. Wer als Bürger teilnehmen wollte, musste sich vorher registrieren. Das Gelände war abgeschirmt von der Polizei.
Im Machener Schloss selbst konnte Kretschmer nicht Hof halten, denn das ist im Moment geschlossen, weil es sanierungsbedürftig ist und die Gemeinde erst mal abwarten muss, bis sich wieder irgendwo ein Fördertopf öffnet. Vielleicht hätte der Nach-nach-...-nach-Folger von August dem Starken bei seiner Kabinettskollegin Petra Köpping (SPD) fragen können, ob nicht ihr Genosse Lars Klingbeil, seines Zeichens Bundesfinanzminister – der der Ukraine gerade jährlich neun Milliarden deutsche Steuergelder zugesagt hat – ein paar Euro für das Machener Schloss erübrigen könnte. Und in der Grundschule Machern müssten auch mal dringend alle Klassenzimmer gemalert werden.
Phrase an Phrase, Worthülse an Worthülse und ein Kugelwitz
Seinen Dialog mit Sachsen versucht Michael Kretschmer mit einer witzigen Wortspielerei zu beginnen: Er sei ja jetzt in Machern, so sind wir Sachsen, wir machen eben. Ist das nicht zum Lachen? Dann folgen, der Autor hat nicht genau auf die Uhr geschaut, ungefähr 15 Minunten voller Eigenlob pur. Begleitet wurde das augenscheinlich von einem professionellen Social-Mediateam. Der Bürger hörte jetzt, wie toll die Staatsregierung doch zusammenarbeite, wie toll doch die Minister wären, die auch alle namentlich gewürdigt wurden. Das sei zum Beispiel die Justizministerin Constanze Geiert (CDU), die jetzt einen guten Job mache. Es gehe ja darum, ob die Strafe immer auf dem Fuße folge.
Meinte er damit Verfahren, wie das gegen die sächsische Ärztin Dr. Bianca Witzschel, die wegen angeblich falsch ausgestellten Impfattesten zu 32 Monaten Haft verurteilt wurde? Oder meinte er eher Fälle wie den gerade in Dresden, wo nur einen Tag zuvor ein mutiger US-Bürger, der in einer Straßenbahn Frauen vor übergriffigen syrischen Migranten schützen wollte und deshalb niedergestochen wurde. Da wurde ja bekanntlich ein festgenommener und polizeibekannter syrischer Tatverdächtiger umgehend wieder freigelassen, weil er nicht das Messer führte, sondern "nur" auf das Opfer eingeschlagen hatte. Die störende Wirklichkeit kann Sachsens Regent wahrlich königlich ignorieren.
Voll des Lobes ist Kretschmer auch für seinen Parteikollegen Kultusminister Conrad Clemens. Bezogen auf den aktuten Lehrermangel nach über 34 Jahren CDU-Regierung in Sachsen schwärmt der Ministerpräsdent euphorisch, dass ja Gymnasial-Lehrer auf ihn zugekommen seien, die gern auch an Oberschulen unterrichten würden (im Fachjargon Abordnung genannt, Lehrer müssen in Sachsen künftig mitunter an zwei, manchmal drei Schulen unterrrichten). Über den enormen Unterrichtsausfall berichtete Achgut.com beispielsweise hier.
Alles klingt positiv. Die Atomsphäre ist gelöst. Es wird Wein, Bier und Cola ausgeschenkt, drinnen wartet schon das Buffett mit Bratwurst, gebackenem Feta und Gyros.
Mutig erhob Kretschmer von Machern aus den Zeigefinger in Richtung Berlin und Brüssel. Denen dort werde man, sinngemäß, ordentlich auf die Finger schauen und dabei aber seinen eigenen sächsischen Weg gehen. Hat der sächsische Regent in einer Art kognitiver Dissonanz vergessen, dass es seine CDU auf Bundesebene war, die die Kernkraft mit abgeschafft (und damit den Strom verteuert), die Wiederinbetriebnahme von Kernkraftwerken verhindert, den Kohleausstieg beschlossen und die Verfassung für Monsterschulden mit verändert hat? Auch kein Wort darüber, dass die sächsischen Kommunen und Landkreise im Schuldensumpf versinken. Achgut hat berichtet. Nachzulesen hier.
Die Welt des sächsischen Ministerpräsidenten ist so schön
Ganz wichtig: Aus der Wohlfühloase kommt schnell mal ein Seitenhieb. Man werde sich das Leben von denen, die immer alles schlechtreden, nicht vermiesen lassen, so Kretschmer. Wen könnte er damit bloß gemeint haben?
Deutschland brauche einfach nur wieder auf Wachstumskurs kommen, dann würden, sinngemäß, sich alle Geldprobleme (wie von Geisterhand?) von selbst erledigen. Dazu könne doch jeder beitragen. Ich sag‘s mal so: Frenetischen Beifall gab es nicht wirklich. Der Autor stand in ca. 20 Metern Abstand (gesichert) vom Redner. Vielleicht war der Applaus in unmittelbarer Nähe von Michael Kretschmer ja lauter. Mit seiner Rede wirkte der sächsische Regent wie entrückt von der Wirklichkeit.
Nach einer knappen Viertelstunde ist die Selbstbeweihräucherung vorbei. Das Publikum (geladene Bürger, Bürgermeister und Minister) begab sich an diesem Sommerabend (zum Glück ist kein „Höllensommer“ mehr) zum Buffett. Bezahlt von der sächsischen Staatskanzlei, also von uns Steuerzahlern. Wenn eine Landesregierung – die angeblich sparen – Steuergelder für Selbstdarstellungsorgien des Ministerpräsidenten verpulvert, wie schlimm muss die Lage dann sein?
Ergänzung: Der Autor ist nach einer Stunde gegangen. Das leckere Buffett hat er gemieden. Einige lokale Windkraftkritiker haben wohl noch versucht, Herrn Kretschmer davon zu überzeugen, den geplanten Ausbau mit Mega-Windrädern zu überdenken. Kein Chance.
Stephan Kloss ist freier Journalist. Er lebt bei Leipzig und absolviert nebenberuflich ein Bachelor-Studium im Fach Psychologie.

Der Bürgerwille interessiert in dem Land nicht mehr und dass dies so bleibt werden jetzt AfD Kanditaten einfach von der Wahl ausgeschlossen, wie im Westen Deutschlands, dass nennen sie dann unsere Demokratie, nur noch widerlich.
Wie will eine Partei denn beliebt sein, die bei den Wahlen die eigenen Wähler offen belogen hat? Die sich nicht darum kümmert, dass die Menschen in Sicherheit und Frieden leben können. Die sich nicht um das Florieren der Wirtschaft kümmert, nicht um Bildung, nicht um die maroden Straßen. Nicht um die breite Verarmung, die Obdachlosigkeit, die Altersarmut. Nicht um die wirtschaftlich kaputten Krankenhäuser oder Pflegeheime. Nicht um die Sozialsysteme, die demnächst zusammenbrechen. Sie nehmen Schulden auf für Rüstung. Diese CDU, sie ist nur zu unserem Schaden und sie ist nicht reformierbar. Es ist noch immer die Merkel-Partei, die das Land ins Verderben stürzt. Ich hoffe auf einen Totalabsturz bei den Wahlen 2026, sie sollen das Schicksal der SPD erleiden, sie haben es verdient. Wer so mit dem Land und seinen Bürgern umgeht, hat kein Recht darauf, sie zu vertreten. Am besten für uns wären Neuwahlen – weg mit dieser Regierung!
@Heiko Engel: Volltreffer!
Aber gemach, gemach! An dem von Ihnen genannten Ort ist sicherlich kein Platz mehr frei, weil dort all die traumatisierten psychisch kranken von Frau Dr. Merkel und ihrer Garde ins Land geholten Messermörder sitzen.
War dieser Typ nicht auch so ein C19-Impfpflichtler mit dem „Muss-Lappen vor dem Mund“ oder täusche ich mich da ? NB: Laut Wikipedia „ … schloss es 2002 als Diplom-Wirtschaftsingenieur (FH) ab“.
Margot Honeckers letzter Wille: Resterampe der Polit-MiPo an die Macht und der wurde wahr! Im übrigen bin ich der Meinung, Scharia ist die Lösung für den endgültigen Untergang.
Man sollte ihn nicht unterschätzen. Er hatte den Mut, eine Minderheitsregierung ohne BSW zu bilden. Er hatte den Mut, der zweitstärksten Kraft in Sachsen (AfD) den Zugang zu allen Ämtern und Ausschussposten zu öffnen, selbst zur Parlamentarischen Kontrollkommission, die den Verfassungsschuss kontrolliert. Im Rest der Republik undenkbar und ein Affront. Alles ohne viel Tamtam und alles schön unterm Radar. Die in allen Bundesländern etablierten Sommertouren, die mehr oder weniger die Gute Laune unters Volk bringen sollen und die keiner wirklich ernst nimmt, das ist Geplänkel und nicht ein Gradmesser für gute Politik.
Es wurde ja schon einiges zur Physiognomie des Sachsenkönigs geschrieben, und ich will ihm nicht zu nahe treten. Nein, nicht aus Höflichkeit, aus Selbstschutz, es könnte ja ansteckend sein. Nein, im Ernst, er erinnert mich immer an Tolkiens Zwerge, da hätte er bestimmt sofort eine tragende Rolle bekommen…. Oder in irischen Filmen mit Feen und Gnomen, rothaarigen.