Woke-Befehl im Kunstmuseum: Nach Kinderbüchern und Straßennamen geht es jetzt den Gemälden mit dem altbekannten Vorwurf von Nationalismus und Rassismus an den Kragen.
Eine zunächst surreal wirkende Meldung einer britischen Tageszeitung erwischte mich vorgestern Nacht, nachdem ich gerade während mehrerer Stunden meine Fotografien der letzten fünf Jahre am Rechner geordnet hatte. Dass es sich in erster Linie um Landschaftsfotografien handelte, verleiht hier der Koinzidenz noch eine besondere Würze. Zunächst glaubte ich an Übermüdung, kombiniert mit pathologischen Spätfolgen der enervierenden Überdosis an Groteskem aus dem medialen Alltag der vergangenen Wochen. Jedoch holte mich die schlagartig einsetzende Wachheit als Resultat schierer Erkenntnis umgehend in die Realität zurück.
Das renommierte Fitzwilliam Museum, das der Universität Cambridge angehört und sich selbst als „Hauptpartner der spektakulären Sammlungen der Universität von Cambridge“ bezeichnet, hat – laut eigener Aussage auf dessen Homepage – das hehre Ziel, „aktiv antirassistisch zu sein – nicht nur mit Worten“ Um diese Agenda nun erlebbar in die Tat umzusetzen, warnt das englische Kunstmuseum ab sofort seine Besucher, dass Gemälde britischer Landschaften etwas hervorrufen können, was – laut neuem Hinweisschild – als „dunkle, nationalistische Gefühle“ bezeichnet wird. Museumsdirektor Luke Syson hat deshalb jetzt beschlossen, einige seiner Präsentationen komplett zu überarbeiten. Dazu teilte er seine ihm anvertrauten Gemälde nun in Kategorien ein, um, wie er in einem Interview mit dem britischen „Telegraph“ sagt, das Museum in Zukunft „inklusiv“ und „bereichernd“ zu gestalten.
Warnungen wie auf Zigarettenschachteln?
Auf einem der Schilder in der Natur-Abteilung, welche unter anderem Gemälde englischer Hügel des Künstlers John Constable (1776–1837) zeigt, wird nun darauf hingewiesen, dass die Kunstwerke „Gefühle von Loyalität sowie Stolz auf ein Heimatland“ wecken können. Weiter muss sich der fassungslose Kunstfreund textlich belehren lassen, dass „Landschaftsbilder immer mit nationaler Identität verbunden waren und die Landschaft als direkte Verbindung zur Vergangenheit und daher als wahre Widerspiegelung des Wesens einer Nation angesehen wurde“.
Zu guter Letzt erfährt der vom Zeitgeist sträflich unbeleckte, vermeintliche Heimat- und Kunstliebhaber per direktorischer Aufklärungskeule, dass „die dunklere Seite der Hervorrufung dieses nationalistischen Gefühls die Implikation ist, dass nur diejenigen mit einer historischen Bindung zum Land ein Recht auf Zugehörigkeit zu jenem haben“.
Doch nicht nur vor den scheußlich nationalistischen Landschaftsgemälden möchte das Museum warnen. In der Portrait-Galerie lernt der sich seiner latent rassistischen Ader bisher gänzlich unbewusste Ästhet, dass „Portraits wohlhabender und uniformierter Personen zu wichtigen Instrumenten der Stärkung der sozialen Ordnung einer weißen, herrschenden Klasse geworden sind und nur sehr wenig Raum für die Darstellung farbiger Menschen, der Arbeiterklasse oder andere marginalisierter Menschen gelassen haben.“ Außerdem seien „Portraits oft auf komplexe Weise mit dem britischen Imperialismus und der Institution der transatlantischen Sklaverei verwoben.“ Aha.
Kein Aufschrei der Ästheten
Kein Witz, keine Ente, kein Fake. Ich hab‘s nachgeprüft – jeder kann die Meldungen per www finden. Es muss inzwischen längst ein allumfassender Gewöhnungsprozess eingesetzt haben – denn statt eines Aufschreis aller Gebildeten, aller Schöngeister, Rationalisten, Ästheten und Demokraten geschieht: nichts. Vermutlich sind wir inzwischen einfach nur müde geworden. Müde, überdrüssig und aufgebraucht – angesichts dieses Wahns, dieser geradezu religiös-woken Feuerwalze.
War da nicht erst vor kurzem jener entfesselte und tobende „BLM“ Volks- und Massensturm, angeheizt von regenbogenbunter, medialer Dauerpropaganda, der die Denkmäler von unser aller (noch vorgestern hoch verehrten) Gründerväter von deren Sockeln riss und zerschlug?
Jener Mob, der selbst das bronzene Ebenbild von Christoph Columbus stürzte, dessen unverzeihlicher Fehler es war, vor 530 Jahren, als alter, weißer, europäischer Mann mittels überlegener Schiffsbau- und Navigationstechnologie einen noch unentdeckten Kontinent zu erreichen, wo einige verfeindete Eingeborenenstämme in Zelten und Höhlen wohnten und ihr Essen sowie einander mit Pfeil und Bogen jagten?
Kulturrevolution der Haltungs-Stasi
Gefühlt sind die Meldungen kaum Monate her, und es gab wenig Zeit, sich mental davon zu erholen. Seither wird faktisch im Wochentakt eine neue, nicht für möglich gehaltene Grenze überschritten. Es geht bei diesem grotesken Eingangsthema – selbst wenn es zunächst den Anschein haben mag – beileibe nicht nur um Großbritannien. Die Briten liefern hier vorpreschend nur Persilschein und perfekte Vorlage für unsere hiesige Haltungs-Stasi a la Faeser & Co. Es ist quasi nur ein Vorgeschmack auf das, was uns im eigenen Land sowie im restlichen EU-Europa in Kürze bevorsteht.
Seit hier längst Kinderbücher korrigiert und umgeschrieben, seit unsere Sprache verhunzt, unsere Straßenschilder ausgetauscht, antike Statuen bei moslemischen Staatsbesuchen verhängt und etablierte Begriffe zensiert werden – seitdem scheint alles möglich und nichts mehr sicher. Inzwischen ist es schon so weit, dass unsere kühnsten Vorhersagen durch die woke Realität längst übertroffen wurden. Hier findet mittlerweile ein Rundumschlag gegen alles Traditionelle, Etablierte, Solide, Althergebrachte statt. Es ist, als ob unsere Herkunft, unsere Identität, all unsere Spuren getilgt und ausgelöscht werden sollen. Stück für Stück – aber endgültig.
Vor achtzig Jahren versuchten sich die Nationalsozialisten an ihrem wahnhaften Tabula rasa in kaum mehr als nur einem Jahrzehnt – historisch gesehen also quasi über Nacht. Ihre Radikalzäsur war letztlich zum Scheitern verurteilt, auch wenn sie dauerhafte Narben hinterließ. Fünfundvierzig Jahre lang versuchten sich danach die Internationalsozialististen, ebenfalls mit ernsten Teilerfolgen, an ihrer Kulturrevolution. Heute gehen die globalsozialistischen Terminatoren weit akribischer, flächendeckender und effizienter vor – mit längerem Atem, mit effektiveren Medien, mit KI-Unterstützung und maximaler, 24/7 stattfindender, psychologischer Kriegführung im Alltag.
Orwell hatte doch recht
Offenbar sind die Auslöscher und Umgestalter hier, um zu bleiben. Sie haben jetzt Mittel zur Verfügung, von denen selbst ein George Orwell noch nichts ahnte. Dennoch schrieb er prophetisch:
„Jede Aufzeichnung wurde vernichtet oder verfälscht, jedes Buch überholt, jedes Bild übermalt, jedes Denkmal, jede Straße und jedes Gebäude umbenannt, jedes Datum geändert. Und dieses Verfahren geht von Tag zu Tag und von Minute zu Minute weiter. Die geschichtliche Entwicklung hat aufgehört. Es gibt nur noch eine unansehbare Gegenwart, in der die Partei immer recht behält. (…) Wer die Vergangenheit kontrolliert, kontrolliert die Zukunft. Der effektivste Weg, Menschen zu zerstören, besteht darin, ihr eigenes Verständnis ihrer Geschichte zu leugnen und auszulöschen.“
Inzwischen wird selbst Orwell bereits an einigen britischen Universitäten zensiert, und man geht auf der Insel davon aus, dass seine Bücher schon bald aus den Bibliotheken verschwinden werden. Wie es scheint, werden wir sie noch erleben, die „Fegefeuer der Eitelkeiten“ der neuen Savonarolas; die Bücherverbrennungen der neuen Globalsozialisten; die totale Zensur durch eine niemals müde, immer wachsame KI im Dienste einiger weniger Fanatiker. Wir werden sie erleben – wenn wir nichts unternehmen, gegen diesen krankhaften Wahn, den diese wenigen beschlossen haben, wie ein Gift über uns auszuschütten.
Wenn wir also Bilder betrachten, dann betrachten wir auch unser Gegenwartsbild genau. Schauen wir gut hin, lesen wir den Begleittext – und gehen wir nicht leer und müde weiter. Wir haben nicht nur viel zu verlieren, sondern bald schon alles.
Jörg Schneidereit, geb. 1968 in Jena, ist seit rund 25 Jahren freiberuflich als Schmuckdesigner, Fotograf sowie Restaurator ehrwürdiger, historischer Gebäude in Irland und Deutschland tätig. Nach 15 Jahren auf der grünen Insel lebt er nun auf einem 600 Jahre alten, selbst restaurierten Hof nahe Jena.
Beitragsbild: Pixabay

Hier geht es , wie fast immer , um GELD . – D.h. der Museumsbesuch wird ein exklusives Vergnügen :
Voranmeldung , ideologisch „einwandfreie“ Pflicht -Führung und dadurch höherer Eintrittspreis fürs Programm . Sozusagen die Fortsetzung der Coronaregeln in der kunsthistorischen Anwendung ,
Der spontane Museumsbesuch gegen Barzahlung an der Kasse ist … Geschichte . Gemäldegalerie nur noch auf Termin . Könnte Vorreiter werden für viele Bereiche . Kirchen , Nationalparks , Badestrände …
Die Regulierung ganzer Bevölkerungsgruppen . „ Sie werden platziert “ . Kommt Ihnen das bekannt vor ?
Auch im Nationalsozialismus gab’s eine Bücherverbrennung. Die en Vogue Politik von heute ist im Prinzip nichts Anderes.
Ich glaube das Aufarbeitung der dunklen Zeiten nur dann funktioniert, wenn man das Böse ehrlich darstellt und nicht als steife Kunstfiguren.
Vor Allem wenn man auch zugibt, dass diese Ideologie zu gut 50% sozialistisch war und von den Geldleuten der USA immens gefördert wurde. Denn nur so konnte man etwa 30% der Wählerinnen fusionieren.
Eine Herde grunzender Schweine verirrt sich ins Kunstmuseum, grunzt verächtlich und fordert ihren kollektivistischen Schweinetrog. Für diese treffende, anschauliche Charakterisierung wurde ich auf Facebook gesperrt. Heute sitzen die grunzenden Schweine in den Direktionen der Museen und suhlen sich genüsslich in ihrer eigenen Dummheit. Andere grunzende Schweine behaupten keine deutsche oder westliche Kultur erkennen zu können, wobei sie subjektiv nicht ganz Unrecht haben, denn grunzende Schweine erkennen prinzipiell keine Kultur. ♦ Meine Formulierung ist nicht beleidigend sondern beschreibend, „grunzender Schwein“ beschreibt nur ein anti-rationales, pur-emotionales, de facto tierisches Niveau, welches heute von Linken & linken Kulturschaffenden aktiv propagiert wird. Als Beispiel sei erwähnt die Entfernung eines Gemäldes des 17 Jahrhunderts aus der Mensa einer englischen Universität, weil sich irgendwelche geistig minderwertigen Veganer dadurch emotional angegriffen fühlten. Hysterische Emotionalität als höchster moralische Wert! Ich Kunstexpertise grunzender Schweine interessiert mich nicht!
Wir haben alle aufgehört, uns gegen die Idioten zu wehren, weil man uns zu der Erkenntnis gezwungen hat, das hätte keinen Sinn. Doch, das hat einen Sinn. Es verhindert, dass alles im Schlamm versinkt. Wer uns erzählen will, das wäre doch gar nicht so schlimm, oder wir wären rechtsextreme, antisemitische und rassistische Feinde des Fortschrittes, ist ein Feind. Man muss das endlich begreifen, auch wenn man dadurch plötzlich erkennen sollte, dass bestimmte „Autoritäten“ feindlich sind. Feindliche Autoritäten darf man nicht anerkennen, bei Strafe des Unterganges. Das ist eine Binse.
Ein Land, dass sich seiner Kultur und Vergangenheit nicht stellt ist verloren.
Ich hatte vor Jahren mal einen Kollegen gefragt, ob er sich vorstellen könnte, wie das von innen her aussieht, wenn ein Staat zusammenbricht. Ich hatte ihn deshalb danach gefragt, weil ich wusste, dass er das, im Gegensatz zu mir, noch nicht erlebt hatte. Damals hatte ich den Eindruck, dass er es nicht wusste und sogar den Sinn der Frage nicht verstehen konnte. Doch dann hat er seinen Lebensmittelpunkt in ein entferntes Land verlegt. Nachträglich meine ich nun, er hat es schon verstanden. Die Zynik der Geschichte ist nun, dass kurz darauf sein neues Land in einen noch schrecklicheren Corona-Wahn verfallen ist, als es Deutschland geschehen konnte, eben weil es 30% der Bevölkerung in Deutschland schon erlebt haben. Wir haben eine Teil-Immunität. Man merkt das immer wieder, wie hilfreich das ist, wenn man es mit den anderen europäischen Ländern vergleicht. Da gibt es solche und solche, je nach Himmelsrichtung. Ich glaube, die Franzosen sind überhaupt nicht geschützt. Die haben noch nicht mal ihrem Napoleon, dem Verwüster Europas, abgeschworen. Das wird ein wirklich tiefer Fall. Aber die Unterdrückung des Denkens haben sich die Franzosen auch etwas kosten lassen. Die Bestrafung der bretonischen Sprache in der Bretagne und die Bestrafung der deutschen Sprache im Elsass auf den Schulhöfen ist eine Gemeinsamkeit, die man vielleicht im Elsass noch etwas erklären kann, aber nicht in der Bretagne. Auch die Stis an der belgischen Grenze werden ja diskriminiert. Interessant, dass man den Einwohnern von Guadeloupe nicht ihr Kreolisch austreiben will. Kommt vielleicht noch, wenn der Weg auf der Linie nach unten noch weiter beschritten ist. Was wir den Franzosen als Hochmut auslegen, ist in Wahrheit die aktive Unterordnung unter eine pariser Elite. In der DDR gab es diese Versuche, den Bealina Slang als Ostdeutsch zu etablieren auch. Nur im bunten Deutschland kann Berlin wirklich nicht mehr als Elite durchgehen. Und in UK ist es auch schwer. Ich z.B. verstehe Cockney nicht.
Dass die Irren Gefühle (z.B. was ist schön oder hässlich) gleichschalten wollen, wird finstere, solidarische Landschaft.