Du, die Angst und das Risiko

Ein Risiko ist die Vorstellung eines Ereignisses, welches uns schaden würde, falls es einträfe. Solche Vorstellungen können durch Erfahrung, Beobachtung oder Phantasie ausgelöst werden. Welche Wurzel das Risiko namens Klimawandel hat, ist nicht ganz klar; in diesem Fall könnte es auch Geschäftssinn gewesen sein.

Es geht in diesem Beitrag um Risikomanagement. Das betreiben wir ganz intuitiv schon von Kindesbeinen an: Wir überlegen uns gut, ob wir dem großen Bruder einen der Schokoriegel klauen und ob wir mit Nachbars Schäferhund fangen spielen.

Das Verhalten gegenüber Risiken bestimmt ganz wesentlich unseren Charakter und den Verlauf unseres Lebens. Manche halten es für zu gefährlich, ein Flugzeug zu besteigen, andere, eine Rede zu halten. 

Ratlosigkeit gegenüber Risiken erzeugt ein Gefühl, dass als Angst bezeichnet wird. Das Schüren dieser Angst durch verzerrte Darstellung von Risiken ist probates Mittel der Politik. Atomausstieg oder Corona-Lockdown wären von der Bevölkerung nicht so willig hingenommen worden, hätten Staatsfunk und Presse nicht durch schreckliche Bilder und falsche Zahlen psychologische Vorarbeit geleistet. 

Dem Bürger wurde ganz dramatisch seine Hilflosigkeit vor Augen geführt. In dieser Situation würde er dann bei „Mutti“ Schutz suchen. Inzwischen sind wir aber erwachsen und sind in der Lage, mit Logik und System an das Thema Risiko heranzugehen. 

Wahrscheinlichkeit und Schaden

Offensichtlich sind es zwei Parameter, die ein Risiko kennzeichnen: zum einen die Wahrscheinlichkeit des Eintreffens und zum anderen das Ausmaß des befürchteten Schadens. Die realistische Einschätzung von Wahrscheinlichkeit und Schaden ist nicht einfach. 

So unterschiedlich diese beiden Aspekte sind, so schwer ist es, sie auseinanderzuhalten. Wir reden von „großem Risiko“, ohne zu wissen, ob wir damit die Wahrscheinlichkeit oder den Schaden meinen. 

Betrachten wir Risiken im täglichen Leben: 

  • Sie wollen weg, aber der Hund hat Ihren Autoschlüssel versteckt
  • Sie werden gekidnappt
  • Eine Puffotter beißt Sie ins Bein

Oder:

  • Eine Möwe lässt einen Klecks auf Ihren Kopf fallen
  • Sie kommen abends nach Hause und es ist eingebrochen worden
  • Sie erleiden einen Sportunfall

Oder:

  • In Ihrem Lieblingsrestaurant ist kein Tisch mehr frei
  • Sie erleiden einen Autounfall
  • Ihr anstrengender Lebensstil verursacht gesundheitlichen Schaden

Versuchen Sie nun, jedes Risiko nach Wahrscheinlichkeit und Schaden zu bewerten. Fragen Sie sich: „Wie schlimm wäre das, wenn es geschähe“ und „wie wahrscheinlich ist es / ist es mir schon passiert / oder anderen?“ Klassifizieren Sie nach „niedrig“, „mittel“ und „hoch“.

Sie haben es sicher gleich gesehen: Die Wahrscheinlichkeit wird von Ansatz zu Absatz größer; der Schaden wächst von Zeile zu Zeile. Das volle Restaurant etwa ist mit hoher Wahrscheinlichkeit zu erwarten, aber der Schaden ist minimal; daher klassifizieren wir dieses Risiko als hoch/niedrig.

Aktiv und passiv

Die Faustregel ist nun,  dass wir die Kandidaten niedrig/niedrig oder mittel/niedrig ignorieren. Wir haben nicht immer eine Million in bar dabei, um die Kidnapper auszuzahlen, wir setzen keinen Tropenhelm gegen „Bird Dropping“ auf, und dem Hund kaufen wir keinen eigenen Wagen, damit er unsere Autoschlüssel liegen lässt.

Gegen die drei Risiken hoch/hoch, hoch/mittel und mittel/hoch schützen wir uns auf jeden Fall; alles andere wäre verantwortungslos. Nehmen wir den Autounfall: Wir fahren auf gut profilierten Reifen, die der Jahreszeit entsprechen, unser Bremssystem ist auf neuestem Entwicklungsstand und das Wageninnere mit Airbags tapeziert. Die Sicherheitsgurte brauche ich hoffentlich gar nicht zu erwähnen. 

Ganz offensichtlich helfen gute Reifen und Bremsen, die Wahrscheinlichkeit eines Unfalls zu mindern, während Airbag und Gurt den Schaden verringern, falls es dann doch kracht. Minderung der Wahrscheinlichkeit ist „aktives Risikomanagement“, Minderung des Schadens „passives“.

Das Risiko Atomkraft ist übrigens vom Typ niedrig/hoch, so wie die Puffotter. Die Wahrscheinlichkeit eines Unfalls ist sehr niedrig, der Schaden wäre hoch. Der deutsche Atomausstieg, der uns als aktives Risikomanagement verkauft wurde, hat die ohnehin geringe Wahrscheinlichkeit nicht wesentlich reduziert, denn es gibt gleich nebenan noch die Reaktoren in Tihange, Fessenheim und Temelin. Der wirtschaftliche Schaden des Atomausstiegs ist allerdings gewaltig.

Die Macht der Angst

Die Krone der Täuschung aber trägt den Namen „Klimawandel“. Wir wollen jetzt nicht in die wissenschaftliche Diskussion des Themas einsteigen, sondern für unsere Zwecke das offizielle Narrativ akzeptieren. Auf Basis dieser – mehr als fragwürdigen – Grundlage lassen Sie uns das globale Risikomanagement der angeblich größten jemals dagewesenen Bedrohung analysieren.

In unserer Systematik wäre der Klimawandel natürlich hoch/hoch. Es ist also absolut geboten, Gegenmaßnahmen zu implementieren, um die Welt zu retten. Die weltweit beschlossene Maßnahme ist die Reduktion des von Menschen verursachten CO2 in Richtung null. Das ist „aktives Risikomanagement“, denn es verringert die Wahrscheinlichkeit des Eintretens.

Das Kyoto-Protokoll von 1992 legte die Rahmenbedingungen für diese Anstrengung fest. Seither sind die CO2-Emissionen um 50% gestiegen, trotz jährlicher Konferenzen mit tausenden von Teilnehmern. Siehe auch "Welt ohne Klimakonferenzen".

Die Senkung der CO2-Konzentration in der Atmosphäre gelingt also offensichtlich nicht, sei es aus technischen, politischen oder wirtschaftlichen Gründen. Es geht einfach nicht – Punkt. Das hat man jetzt 25-mal auf gigantischen Kongressen festgestellt. 

Auch die Zerstörung der Natur in Deutschland durch Windräder hat keinen Beitrag geleistet. Auch diese Medizin namens Energiewende ist wieder einmal schädlicher als die Krankheit.

Wo bleibt unser Airbag?

Warum also setzt man nicht passives Risikomanagement ein? Warum sorgt man nicht dafür, dass die Folgen des unausweichlichen Desasters so gering wie möglich ausfallen? Das wäre doch logisch. Und noch dazu könnten wir es unabhängig vom Rest der Welt machen! Passives Risikomanagement wäre eine lokale Angelegenheit. Aktives Risikomanagement verlangt globale Maßnahmen. Die Eindämmung von CO2 geht ja nur, wenn die ganze Welt mitmacht, denn das Zeug verteilt sich spontan über den ganzen Erdball, egal, woher es kommt.

Und noch etwas: Unsere passiven Maßnahmen würden auch greifen, falls nicht die Menschheit die Ursache für den Klimawandel wäre, sondern „jemand“ anderes! 

Ein Airbag hilft ja auch, wenn der Andere den Unfall verursacht hat. Die Reduzierung von CO2 aber, auch wenn sie gelänge, wäre ein sinnloses Unterfangen, wenn etwa die Sonne oder die Erdachse schuld am Klimawandel wären. Unsere nagelneuen Reifen helfen auch nicht, wenn an der Ampel jemand auf uns auffährt. Wenn der Andere schuld ist, dann helfen hoffentlich die passiven Maßnahmen: Nackenstütze oder Gurtstrammer.

Her mit den passiven Maßnahmen 

Die Erwärmung wird bei uns dazu führen, dass bislang unbekannte Insekten und Reptilien heimisch werden. Warum also hat man nicht längst dafür gesorgt, dass Babybetten Moskitonetze haben, um die Kleinen vor Malaria zu schützen? Warum hat man Bauernhöfe im Allgäu nicht längst gegen Hyänen und Krokodile abgesichert, die dorthin aus ihrer afrikanischen Heimat einwandern? Wann endlich wird Lübeck evakuiert, bevor es ganz im Meer versinkt? Und wo sind die Haifischnetze vor Sylt, um unsere Urlauber zu schützen?

Sie sehen, solche Maßnahmen würden der Menschheit die Absurdität der ganzen Klimahysterie zu deutlich vor Augen führen.

Vielleicht wenden Sie ein, dass man in Nordfriesland längst an den Deichen baut, um sich gegen Sturmfluten zu schützen – ein Musterbeispiel für passives Risikomanagement. Das ist wahr, und Ihr Wort „längst“ trifft den Nagel auf den Kopf: schon seit Jahrhunderten! Deiche sind und waren permanente Bauprojekte, seit Menschen auf die Idee kamen, sich an flachen Küsten anzusiedeln. Es ist wieder einmal pfiffiges Marketing der Klimajünger, dieses Projekt nun als Schutz vor Gefahren des Klimawandels zu verkaufen. Sturmfluten gab es schon immer, man lese nur die Erzählung „Der Schimmelreiter“ von Theodor Storm aus dem Jahr 1888.

Es wären die neuen, speziell gegen vermeintliche Klimarisiken gerichteten Schutzmaßnahmen, welche das ganze Klima-Narrativ ad absurdum führen würden. Im eingangs geschilderten persönlichen Risikomanagement wäre das so, als trügen Sie auf dem Kopf einen Tropenhelm, über die Schulter ein gekühltes Umhängetäschchen und an den Beinen kräftige Schaftstiefel. So kommen Sie dann morgens ins Büro und die Kollegen fragen: Na, geht’s auf Safari? Und Sie antworten ganz gelassen: Nein, aber man kann nicht vorsichtig genug sein. Der Helm schützt vor den Möwen, die Stiefel gegen Schlangenbisse und in meinem Täschchen hab ich das Serum gegen die häufigsten Reptiliengifte, ach ja, und außerdem eine Million Dollar in bar für die Kidnapper.

Die Bilanz

Das ist also die Situation: Sinnvolle passive Maßnahmen zum Management der Risiken durch den Klimawandel sind derzeit nicht denkbar. Die aktiven Gegenmaßnahmen aber, die ergriffen wurden, sind astronomisch teuer und haben nichts bewirkt. Die Arznei war nutzlos und schädlicher als die Krankheit. Unter dieser Überschrift wird Angela Merkels gesamtes Wirken in die Geschichtsbücher eingehen.

Dieser Beitrag erschien zuerst bei www.think-again.org und im Buch „Grün und Dumm“ 

Foto: Pixabay

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Leserpost

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herbert binder / 28.07.2020

“Wer keine Angst hat, hat keine Phantasie” und “Auch der stärkste Mann schaut einmal unters Bett”. Beide Sprüche stammen von keinem Geringeren als Erich Kästner. Sehr bedenkenswert auch: “Ein Vogel hat niemals Angst davor, daß der Ast unter ihm brechen könnte. Nicht, weil er dem Ast vertraut, sondern seinen eigenen Flügeln”. Die Quelle ist leider unbekannt.      

Frances Johnson / 27.07.2020

Ich hab auch Angst, fürwahr. Vor Politikern. Meine Phobien sind zahlreich. Merkelophobie, Maasohobie, Söderophobie, Habeckophobie.  Auch im Bett beim Einschlafen, stimmt, Sabine Schönf. Neuerdings habe ich ein leichtes Faible für Laschet - an irgendwem muss man sich festhalten. Dann habe ich auf Bergtouren noch Angst vor Gewitter und Nebel, letzteres auch beim Chauffieren, und vor Rinder- oder Pferdeherden. Was noch? Mäuse? Nein. Spinnen? Nur außerhalb Europas. Schlangen ebenso. Monsterwellen, deswegen war mir nie nach einer Kreuzfahrt zu den Pinguinen, sehr umweltfreundlich von den Monsterwellen, zumindest, was mich betrifft. Tsunami und Erdbeben sind nicht ohne. Es gibt so viele konkrete Sachen, vor denen man Respekt haben kann, dass man sich wundert, dass Klima überhaupt zieht. Auch Covid, wieso? Ich finde Krebs bedeutend schlimmer. Und das saumäßige Bohren beim Zahnarzt.  Was der Karl-Ede geflissentlich übersieht, ist die Tatsache, dass unsere AKW besser sind als das in Tschernobyl. Nur in die Eifel sollte man keins stellen. Die kann plötzlich einen epileptischen Anfall kriegen.

Karsten Dörre / 27.07.2020

Führender Psychologe auf dem Forschungsgebiet der Risikowahrnehmung ist Paul Slovic aus den USA. Seine Bücher nur auf englisch. In der Wissenschaft gibt es den Welleneffekt bei Risikowahrnehmung. Wetter und Klima ändern sich, Eis schmilzt, Eisbär stirbt, Katastrophe. Wetter und Klima ändern sich, Eis schmilzt, Grönland wird fruchtbar, neue Perspektiven und Möglichkeiten. Zudem kann die Risikoeinstellung ansteckend sein, z.B. bei jahrelanger Partnerschaft, engen Freundschaften oder parteipolitischen Seilschaften. Bei Covid-19 ist der Furchtappell die erfolgreichste Kommunikation, um Risiken zu bewerten. Ein Virus, dass Seniorenheime per Verwandtschaft überfällt? Schrecklich, die armen, wehrlosen Senioren. Ein tödliches Virus, dass in der Atemluft übertragen werden kann? Schrecklich, keine Chance dem zu entkommen! Zumindest seit 2020. Ich bin gespannt, wieviel Grippekranke es für 2020 geben wird (nicht Grippeinfizierte!, der Unterschied zwischen Infizierung und Erkrankung bei Covid-19 ist entlarvend für all diejenigen, die Corona nicht im Gehirn haben). Wahrscheinlich wenig Grippeinfizierte, weil wir vorbildlich in geschlossenen Räumen eine unhygienische Maske vor Nase und Mund aufsetzen und soziale Kontakte wie die Pest meiden.

Martin Landvoigt / 27.07.2020

@ Karl Eduard Sie schreiben ‘... dennoch müßte die Katastrophe von Tschernobyl noch ein Begriff sein. Damals wurden 6400 qkm Fläche unbewohnbar.’ In der Tat gab es eine Katastrophe, die sich bauartbedingt nicht wiederholen kann. Tatsächlich waren die menschlichen Opfer weit geringer, als es im verbreiteten Narrativ ständig kolportiert wird: Es gab laut dem linkslastigen Wikipedia: ‘Bei 134 Personen, insbesondere bei Kraftwerksbeschäftigten und Feuerwehrleuten, wurde unmittelbar nach dem Ereignis eine Strahlenkrankheit diagnostiziert. 28 von ihnen starben im Jahr 1986 infolge der Strahlenkrankheit, die meisten in den ersten Monaten nach dem Reaktorunfall. In den Jahren 1987 bis 2004 starben 19 weitere von der Strahlenkrankheit betroffene Helfer, einige davon möglicherweise an den Langzeitfolgen der Strahlenkrankheit.’ Klartext: Die meisten der Strahlenerkrankten leben noch heute. ‘Schilddrüsenkrebs bleibt also, trotz der sehr dramatischen Zunahmen von mehreren hundert Prozent in den betroffenen Gebieten, immer noch eine verhältnismäßig seltene Krebserkrankung mit sehr wenigen Todesfällen.’ Hört, hört! ‘Die Zunahme von Leukämie in den signifikant kontaminierten Gebieten um Tschernobyl wird kontrovers diskutiert. ... Eine Metastudie von 2007, veröffentlicht im Fachjournal Health Physics (mit Peer-Review), kam zu dem Ergebnis, das es keinen statistisch signifikanten Anstieg von Leukämie-Fällen gab.’ Zum Thema unbewohnbarkeit. Es gab einige Leute, die weigerten sich, aus den Sperrgebieten wegzuziehen. Sie leben noch heute. Allerdings gabe es bereits wesentlich schwerwigendere Industrieunfälle. Die Union Carbide in Bhopal: ‘Schätzungen der Opferzahlen reichen von 3.800 bis 25.000 Toten durch direkten Kontakt mit der Gaswolke sowie bis zu 500.000 Verletzten, die mitunter bis heute unter den Folgen des Unfalls leiden.’ Wurden darum alle Chemiefabriken stillgelegt? Die Liste von Stauanlagenunfällen ist lang, Die Eintrittswahrschinlichkeit relativ hoch.

Martin Landvoigt / 27.07.2020

@ Thomas Kirst - Sie schreiben: ‘Aber arbeiten wir Konservative nicht auch mit Angstbegriffen: Umvolkung, Zensur, Ökofaschismus, Diktatur. Ich zumindest sehe das so.’  Das ist richtig, aber der Artikel sagt keineswegs, dass Angstbegriffe grundsätzlich schlecht seien, sondern dass man Risiken hinsichtlich der Eintrittswahrscheinlichkeiten und der Schadenhöhe einschätzen muss und nach geeigneten aktiven und passiven Maßnahmen suchen muss. Wie sieht es aus mit der Umvolkung? Sie ereignet sich gerade. Der demographische Wandel schreitet massiv voran.  Über Eintrittswahrscheinlichkeiten brauchen wir uns nicht mehr zu streiten. Wie groß ist der Schaden? Da scheiden sich eher die Geister. Wie sieht es aus mit der Zensur? Wir erleben sie gerade - nicht nur bei Facebook. , Über Eintrittswahrscheinlichkeiten brauchen wir uns nicht mehr zu streiten. Wie groß ist der Schaden?  Ich halte ihn für enorm und bedrückend. Wie sieht es aus mit Ökofaschismus / Diktatur? In D ist es sicher nicht so extrem, wie im Stalinismus oder der Kulturrevolution in China, oder in Hitlerdeutschland oder der DDR. Aber viele haben gute Argumente die zeigen, dass wir uns dorthin bewegen.

Dietmar Becker / 27.07.2020

Ein sehr lesenswerter Artikel, vielen Dank! Ihren Thesen stimme ich überwiegend zu. Allerdings: Die Nutzung von angstmachenden Bildern ist legitim. In EINEM “Unterpunkt” widerspreche ich Ihnen: Merkels Entscheidung zur Atomausstieg ausgerechnet wegen Fukushima hat unter uns Atomkraftgegnern nur Kopfschütteln hervorgerufen, denn Gründe zum Ausstieg gab es genug und lange vor 2011. Uns war klar: Die damaligen Regierungen haben die Bevölkerung systematisch über die gesundheitlichen Gefahren der Atomenergie belogen. Die heutige Regierung steht in guter Tradition dazu: Sie lügt über die furchtbaren sozialen Folgen der Massenmigration und über den Nutzen der EU für Deutschland. Sie lügt, indem sie die Gefahren verschweigt. Die Systempresse unterstützt sie dabei - widerlich! Ganz im Gegensatz zu damals, den 1980er Jahren. Der STERN zitierte aus einer vertraulichen Studie: “Ein schwerer WAA-Unfall kann große Teile Europas für lange Zeit unbewohnbar machen”. Offensichtlich zählen Sie, Herr Hofmann-Reinecke, zu den Befürwortern der Atomenergie. An diesen Personenkreis gerichtet formulieren die Autoren Peter Weish und Eduard Gruber in ihrem Atomenergie-Buch auf der ersten Seite folgendes (zitiert aus dem Gedächtnis): “Gewidmet all jenen Apologeten der Atomindustrie, deren perfide Propaganda für den Atomstrom unser Interesse an der Materie wachgehalten hat.” Fühlen Sie sich angesprochen?

Carsten Bertram / 27.07.2020

@HaJoWolf…und vielleicht andere: Das war Ironie bzw. Sarkasmus mit dem CO² ! Also bitte entspannen. Nächstes Mal schreibe ich das dazu. Wusste ja nicht das hier gleich so abgeht. Bin halt mittlerweile ein sarkastischer alter weißer Sack.  ( Sagt mir meine Frau auch immer) Schönen Abend zusammen ! :)

Maike Citronella / 27.07.2020

Nach allem, was ich hier immer lese, die Beiträge der Autoren, die Kommentare der Leserschaft und die Gespräche, die man mit seinen Mitmenschen führt, glaube ich kaum noch daran, dass die Deutschen irgendwann, besonders die gefühlte Mehrheit der Menschen in diesem Lande jemals erwachsen wird. Sie müssen sich immer an jemanden klammern, der ihnen sagt was zu tuen ist. Und das ist leider seit 15 Jahren eine Art Mutti mit ihren Hofschranzen, sie aus einer anderen Republik und leider nichts für ihre lieben Kinderlein übrig hat. Da mögen sich die untertänigen Deutschen noch so an ihren Hosenanzug klammern, ihr Herz werden sie nicht erreichen, dass hat sie an Menschen aus anderen Nationen, genauso wie das Geld der Deutschen verschenkt. Aber nichts so trotz will der kleine Wahlmichel und die Wahlmicheline nicht von ihr lassen und warten sehnsüchtig auf ein Wohlgesonnen und ein Lächeln von ihr. Da könnt ihr aber lange warten, zumindest so lange wie ihr die von ihr vorgeschriebenen Masken tragen müsst. Ab und zu verschieben sich aber bei Mutti die herabgezogenen Mundwinkel zu einem Lächeln, besonders wenn sie ihren Freund Macron auf sich zukommen sieht und ihm signalisiert, wie sie dieses ihr verhasste Land, welchem sie als Regierungschefin vorsteht, wieder ein Stück näher an den Abgrund gebracht und die länger hier lebenden Einwohner geschädigt hat.  Gute Nacht ihr lieben erwachsenen Kinderlein, schlaft gut, Mutti wacht gut über Euch, über Eure Finanzen und über Euer Wohlergehen, sofern daraus kein Alptraum wird. Aber auch dann werdet ihr nicht wach, denn es ist ja so schön ein Kind zu bleiben und sein Leben in die Hände einer lieben Mutter zu geben und das notwendige Erwachsen werden, immer weiter vor sich her zu schieben!

RMPetersen / 27.07.2020

Zur Klimapolitik: Die Überlegungen zu Anpassung (- hier als “passive Maßnahmen” bezeichnet, obwohl die alles andere als passiv sind) sind vielleicht zu vernünftig, um ernsthaft debattiert zu werden. Das IPCC hat seinen “Adaption”-Arbeitskreis parallel zu “Mitigation” vom Beginn an laufen, aber weder die Presse noch die Medien interessieren sich für deren Empfehlungen. Alle stürzen sich auf die Szenarien über die zukünftigen Bedrohungen, um damit CO2-Ausstieg und andere Minderungsmaßnahmen zu propagieren, dabei ist doch völlig offen, ob CO2 der entscheidende oder auch nur ein wichtiger Faktor für den Klimawandel ist. Ebenso ist doch abzusehen, dass ein CO2-Ausstieg Deutschlands oder auch der gesamten EU angesichts der großen Emissionsanteile Chinas, Indiens und der USA die globale CO2-Situation nur marginal beeinflussen würden. Selbst wenn man alle IPCC-Thesen zu den zukünftigen Klimaveränderungen bzw deren Folgen ernst nehmen würde, wäre das Vernünftigste, den grössten Teil der Finanzmittel in Anpassungsstrategien zu stecken: Erweiterung der Wasserrückhalte-Kapazitäten für mehr Starkregen bes. im Winter, Bewässerungssysteme für die angekündigten trockenen Sommer, baulichen Schutz gegen höhere Sommertemperaturen etc. Das UBA hat unlängst - auf der Basis der IPCC-Annahmen - die Kosten des Klimawandels auf 180 € je emittierter Tonne beziffert. Zum Vergleich: Mit einem Golf-Diesel verbrauche bei jährlich 12.000 km genau 600 Liter und erzeuge 1,56 Tonnen CO2. Ich würde also lt. UBA dadurch einen Schaden von €280,60 anrichten, monatlich €23,40. Mit welcher Autotechnik kann ich diesen Schaden vermeiden? Mal angenommen: Wasserstoffauto. Wirtschaftlich sinnvoll wird das erst, wenn die Mehrkosten nicht höher als monatlich €23,40 sind. Bis dahin fahre ich Diesel und würde gerne €23,40 monatlich dafür zahlen, wenn man mich dabei nicht weiter stört.

Eva-Maria Glatzle / 27.07.2020

Ich möchte mich für den Artikel und die sehr kompetenten Beiträge der Leser bedanken, besonders auch hinsichtlich Kernkraft und Corona.

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