Zu den vornehmsten Aufgaben der Politik gehört bekanntlich die, unsere Medien und das Publikum bei Laune zu halten. Das kann durch brillante Entscheidungen geschehen, aber auch durch komödiantische Aufführungen. Diese meist unfreiwillige Aufheiterung des Publikums war in letzter Zeit auf der Weltbühne gleich in mehreren Präsentationen zu erleben. Ich möchte drei davon kurz ansprechen: die Brexit-Debatte im Unterhaus, die Vorwahl der Demokraten im US-Bundesstaat Iowa und das Lustspiel im Freistaat Thüringen.
Da ich nicht entscheiden möchte, welche Komödie die kurioseste war, folge ich einfach dem historischen Ablauf. London also, House of Commons, Brexit-Debatte. Über dreieinhalb Jahre hinreißende Monologe, Dialoge und Multiloge, im House selbst und über den Kanal hinweg. Ein Erlebnis von Seltenheitswert. Mit zwei running gags. Speaker Bercow: Oooordeeer! Und Premier Johnson: Let's get Brexit done! Schließlich sorgte Strubbel-Boris mit Hilfe seiner Wortgewalt tatsächlich dafür, dass der Vorhang fiel und, was schon keiner mehr glaubte, die Komödie ein Ende fand.
Eine Komödie ganz anderer Art fand in Des Moines, Iowa statt. Iowa ist ein Flächenstaat, auch in dem Sinne, dass er zur flachen Mitte der Vereinigten Staaten gehört. Also zu jenem Teil des Landes, den die Snobs beider Küsten nur vom Flugzeug aus „kennen“. Wer hätte gedacht, dass dort ein Entertainment inszeniert werden würde, das die ganze Nation tagelang in Bann hielt.
Niemand hätte es gedacht, aber es gelang dank der modernen Technik. Eine nicht funktionierende App, also eine der digitalen Applikationen, wie sie uns zur Zeit überschwemmen, sollte die Vorwahl-Entscheidung der Demokraten zum perfekten Ereignis machen. Man wollte unter allen Umständen eine Florida-Blamage vermeiden. Der Sunshine State wurde berühmt dafür, dass er mit einem innovativen Low-Tech-Wahl-Verfahren die Präsidentschaftswahl zwischen George W. Bush und Al Gore vermasselt hat. Damals gewann, wer sich als erster zum Sieger erklärte. Das war Bush. Gore, das Weichei, in Amerika wimp genannt, traute sich nicht.
Anzeigetafel bis tief in der Nacht überall auf Null
Und siehe da: Iowa übertraf Florida im Blamage-Wettberwerb, allerdings in einem weniger entscheidenden Szenario. Es ging ja nur darum, festzustellen, wer aus dem großen Feld der demokratischen Präsidentschaftskandidaten als schnellster aus den Startlöchern kam. Aber es war schon ein Kunststück, tagelang kein Ergebnis zusammenzubringen. Vor allem am Wahl-Abend taten mir die verzweifelten Fernsehkollegen leid, denen die tollen Analysen im Hals stecken blieben, weil die Anzeigetafel bis tief in der Nacht überall eine Null zeigte.
Dass am Ende ein Mann die Nase vorne hatte, dessen maltesischen Name kein anständiger Amerikaner aussprechen kann, sei nur am Rande erwähnt. Pete Buttigieg musste Piktogramme zu seinem Namen liefern, die seinen Landsleuten beibrachten, wie er gerne gesprochen werden möchte: Boot Edge Edge. Na also, geht doch. Trotzdem: Der Germane Trump macht es seinen Mitamerikanern und sich selbst phonetisch leichter. Aber auch Boot Edge Edge trug zum Unterhaltungswert der Iowa-Show bei.
Wer aber hätte gedacht, dass unser politisch so trockenes Deutschland in dem internationalen Entertainment-Wettbewerb mithalten kann. Tja, man soll eben die Rechnung nicht ohne Thüringen machen. Ein Ministerpräsident, dessen Partei gerade mal fünf Prozent geschafft hat – das würde nicht mal George W. Bush gelingen. Aber so kann es kommen, wenn Laienschauspieler die große Bühne betreten. Womit ich keinen Laienschauspieler beleidigen möchte. Die machen es meistens besser als die schwarz-gelbe Slapstick-Truppe in Erfurt. Die hätten es natürlich allein gar nicht geschafft. AfD? Ja, die hat auch mitgeholfen, und zwar gerne und gemein grinsend. Aber ebenso kräftig hat der mit eisernen Ketten aneinander geschmiedete Block der auf ewig treuen Dreieinigkeit aus Linken, Sozialdemokraten und Grünen zur Farce beigetragen. Mit ihrem sturen njet zu einer Ramelow-Alternative haben die Dreieinigen dem Thüringer Kasperletheater den Weg auf die Bühne frei gemacht.
Also, ich muss sagen: Mir hat die Politik in letzter Zeit viele unterhaltsame Stunden geschenkt. Darum ein herzliches Dankeschön von meiner Seite. Und ein fröhliches: Weiter so.
Der Fasching beziehungsweise der Karneval erreicht in Kürze seinen diesjährigen Höhepunkt. Ob bis dahin dem einen oder anderen von der politischen Zunft noch was Lustiges einfällt? Sagen wir es mit dem Humoristen Franz Beckenbauer: Schau'n mer mal, dann seh’n mer scho.

Würden diese Ereignisse als Bühnenstücke, insbesondere das von Thüringen, im Theater aufgeführt, würde ich mich sicher auch totlachen. Aber das alles läuft real ab. Bis zum Zeitpunkt der Wahl des FDP-Mannes zum Ministerpräsidenten fand ich die "Aufführung" in der Tat lustig und erfrischend. Hatte doch tatsächlich die Demokratie funktioniert, wenn auch etwas spitzbübisch. Bis dahin habe ich auch Applaus gespendet. Aber dann - die Demokratie wurde abrupt zur Diktatur. Umgewandelt mit selbst erteilter Ermächtigung durch Merkel. Das Luststück wurde zur Tragödie. Zur Tragödie für Thüringen und Deutschland. Die Demokratie in Deutschland wurde von Merkel beerdigt. Und keiner hinderte sie daran. Das ist das Allertraurigste. Entertainment der schlimmsten Art. Nicht die AfD sind die Nazis, sondern Merkel und Konsorten.
Für mich hat das keinen Unterhaltungswert, wenn immer mehr bürgerlich orientierte Menschen als Nazis bezeichnet oder in die Nähe der Holocaust-Verursacher gestellt werden, zumal das für deren Existenz sehr ernsthafte Konsequenzen haben kann. Aber der Autor ist ja Herr Bonhorst von Achgut.bütt - stets genial im Danebenliegen.
..ich finde es befremdlich,den wohl aktivsten,kriminellen Eingriff in das Vertrauen an die politische Kaste als lustige Aufführung zu propagieren.Gerade jetzt sollte jeder Mensch,der die Gnade innehat,mit einem blog hier auf der Achse für angebrachte Kritik zu sorgen,den klar erkennbaren Fortschritt des IM Erika Experiments nicht in den Bereich des "letzte Seite Limmeriks" zu justieren.Wie soll man bei gesund denkenden Menschen Motivation zur Kritik erzeugen,wenn alle nurnoch auf den nächsten und vielleicht letzten Komiker auf der Bühne des gesellschaftlichen Stalinismus warten und sich wundern,das gar keine lustige Poénte mehr zum lachen animiert,denn dann wird nicht der Kabarretist ausgetauscht,sondern das nichtlachende Publikum...
Der größte Unterhaltungswert ist wahrscheinlich, dass Trump nicht beratungsresistent ist. Und dafür bin ich fast dankbar. Mögen die Spiele beginnen. Gruß übrigens an alle Zyprioten! Helau und Alaaf! Semper fidelis!
Ja , man kann der Auffassung sein , nur Zuschauer der Politik zu sein, wie in einem Theater oder am Spielfeldrand. Nur leider stimmt das überhaupt nicht. Jeder ist auf dem Feld , auf der Bühne. Das Deprimierende ist, das schlechte Stück, was dauer gespielt wird, betrift alles im eigenen Leben. Das Geld in, die Arbeit, die Mobilität, die Ernährung , die Gesundheit, das Umfeld. Jeder hat mit allem zu tun. Leider. Ganz wenige können sich kraft ihrer enormen Geldmittel raushalten, aber auch die tun es nicht. Sie zeihen die Strippen in Davos und gefallen sich als Weltverbesserer, denn sonst haben sie nichts mehr an Herausforderung. Es ist ein typisch deutscher Irrtum, man könne unpolitisch sein.
Die Achse sollte einen Live-Ticker für den Komödienstadl in Thüringen einrichten ; Mittlerweile ist Herr Kemmerich doch mit sofortiger Wirkung zurückgetreten und der Ost-Beauftragte Hirte , im Range eines Ministers, persönlich von OMG Merkel gefeuert worden. Was kann jetzt noch kommen ? Vielleicht macht AKK Bodo Ramelow noch einen Heiratsantrag und bringt die Linken im Rekordtempo unter 5 %...……….
Nun ja, der "Serienstart" in Iowa, war sicher schon vielversprechend, aber doch eigentlich rein gar nichts gegen den Euro-Blockbuster "Flinten-Uschi wird EU-Chefin, sogar ohne Wahl"! Die Aufführung fand ich sogar noch witziger, als Donalds US-Blockbuster "Impeachment. Trotz der famosen Schlussszene mit der jammernden Nancy! Die Szene war natürlich grandios, weswegen SED-Bodos Chef-Hofschranze, in Thüringen, es der Pelosi mit einem dramatischen Blumenwurf gleichtun wollte. Aber selbst damit konnte sie den "Regie-Oskar" für die AFD nicht mehr verhindern.