Mit einer skurrilen Einlassung zum Gaza-Krieg bestätigt Michael Blume eine Gerichtsentscheidung, wonach man ihn einen „antisemitischen Antisemitismusbeauftragten“ nennen darf, als eine präzise Beschreibung seiner beamteten Tätigkeit.
Jetzt wird es langsam eng für Bibi Netanjahu. Kaum hatte Karim Khan, der Chefankläger beim Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag, einen Haftbefehl wegen mutmaßlicher Verbrechen gegen die Menschlichkeit gegen Israels amtierenden Ministerpräsidenten beantragt, meldete sich Michael Blume, der Antisemitismusbeauftragte von Baden-Württemberg, zu Wort und legte kräftig nach. Netanjahu erweise mit seinem Verhalten dem Kampf gegen Antisemitismus „einen Bärendienst“, so Blume gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. „Wir merken deutlich, dass der israelbezogene Antisemitismus stark zunimmt, Rechtsextremisten aus Israel, den USA und Europa, aber auch die Regierung Netanjahu benutzen den Antisemitismus-Vorwurf inflationär und instrumentalisieren ihn – das hilft uns überhaupt nicht, wenn wir Antisemitismus ehrlich bekämpfen wollen.“
Der Antisemitismus-Beauftragte von Baden-Württemberg redet gerne im Pluralis Majestatis, wenn er sich meint. „Wir“ bedeutet „ich“, klingt aber besser. Ein „Wir“ am Satzanfang verleiht dem Gesagten Autorität und Glaubwürdigkeit, und wenn es der letzte Unsinn ist.
In Zeiten, da der antisemitisch-moslemische Mob in den Straßen tobt, die Einführung eines weltweiten Kalifats fordert und Israel das Existenzrecht abspricht, grenzt es an geistige Umnachtung, für die Zunahme des „israel-bezogenen Antisemitismus“ Rechtsextremisten aus Israel, den USA und Europa und die Regierung Netanjahu verantwortlich zu erklären. Allerdings ist das auch ein klassisches antisemitisches Narrativ: Am Judenhass sind die Juden schuld, was faktisch nicht ganz falsch ist. Wen sollten die Judenhasser hassen, wenn es keine Juden geben würde?
Allzu erfolgreich war der Beauftragte nicht
Blume wurde im März 2018 zum Beauftragten der Landesregierung gegen Antisemitismus und für jüdisches Leben in BW ernannt. „Er ist Ansprechpartner für die Belange jüdischer Gruppen, aber auch für den Landtag, für Kommunen, Kirchen- und Moscheegemeinden sowie Bildungseinrichtungen.“
Man kann Blume nicht vorwerfen, während seiner inzwischen sechs Jahre währenden Amtszeit allzu erfolgreich gewirkt zu haben. Die Zahl der antisemitischen Vorfälle in seinem Sprengel hat sich vervielfacht. Der Beauftragte der Landesregierung „gegen Antisemitismus“ hat immer noch die gleiche Planstelle, steuert aber einen anderen Kurs – nicht mehr gegen, sondern für einen Antisemitismus, der die Juden als seine Verursacher in die Pflicht nimmt – darunter Rechtsextremisten aus Israel, den USA und Europa und die Regierung Netanjahu, die den Antisemitismus-Vorwurf benutzen und instrumentalisieren.
„Das Verhalten der israelischen Regierung schadet uns in Europa sehr… Die Regierung Netanjahu hat viel dafür getan, dass die Menschen nicht mehr an eine Friedenslösung glauben.“ Mit Skurrilitäten wie diesen bestätigt Blume die Entscheidung eines Hamburger Gerichts, wonach man ihn einen „antisemitischen Antisemitismusbeauftragten“ nennen darf, auf den ersten Blick eine Contradictio in adiecto, auf den zweiten aber eine präzise Beschreibung seiner beamteten Tätigkeit.
Ohne Wenn und Aber zur Republik Israel
Zum Standard-Repertoire eines jeden Antisemiten, egal welcher Couleur, gehört der Verweis auf seine jüdischen – inzwischen israelischen – Freunde, denen er sich verbunden und verpflichtet fühlt. Da macht Blume keine Ausnahme: „Ich stehe ohne Wenn und Aber zur Republik Israel und meinen jüdischen Freundinnen und Freunden dort wie auch in Europa.“
Das wird seine jüdischen Freundinnen und Freunde in der Republik Israel über vieles hinwegtrösten, auch über den Verlust von Freunden und Verwandten am 7. Oktober letzten Jahres. Manche werden sich vielleicht ein wenig wundern, warum ein eher kleiner Beamter aus Baden-Württemberg sich dermaßen weit aus dem Fenster lehnt und den schlimmsten Massenmord an Juden (und Jüdinnen!) seit 1945 zum Anlass nimmt, um über die Verantwortung der Regierung Netanjahu am Nichtzustandekommen einer „Friedenslösung“ zu räsonieren, die – ginge es nach dem Antisemitismus-Beauftragten von BW – längst umgesetzt worden wäre.
Das ist eine Frage, über die „wir“ nachdenken müssen. Möglich, dass es immer noch Deutsche gibt, die sich dafür zuständig fühlen, Juden Manieren beizubringen. Nachkommen von WK-2-Teilnehmern, die eine Ausbildung zu Bewährungshelfern gemacht haben und nun darauf achten, dass die Juden nicht rückfällig werden.
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Henryk M. Broder ist Herausgeber von Achgut.com
Beitragsbild: Bernd Schwabe CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

Ich finde es immer wieder sehr erhellend und unterhaltsam, die Einlassungen von Herrn Broder zu lesen. Ein erheblicher Wermutstropfen besteht für mich darin, daß sich die dargestellten Zustände und Zusammenhänge nicht ändern, mir scheint sogar, mit der Zeit immer schlimmer werden, ganz einfach, weil auf Nebenkriegsplätzen eifrig gekämpft und die wahren Probleme unter den Teppich gekehrt, die Problemverursacher befördert werden. Klartext: Wer sich eine Ferda Ataman und einen Michael Blume leistet, braucht sich nicht zu wundern, wenn die Probleme verschärft werden, unter fleißiger Verbrennung von Steuergeldern.
Ich kann mit dem Begriff „Antisemitismus“ im Zusammenhang mit politischer Kritik nichts anfangen. Was wäre dann Prosemitismus, gibt es da Beispiele? Ich weiss zwar, was damit gemeint wird, aber der Begriff ist in meinen Augen total falsch, weil er ja das krude Bild einer jüdischen Rasse verbreitet, das gab es doch schon einmal. Die Semiten sind resp. waren eine Volksgruppe heimisch an der Levante und landeinwärts. Soweit mein bescheidener historischer Hintergrund. Vor Christus waren die Semiten also Juden, danach Christen und Juden und nach Mohamed kamen noch die Muslime dazu. Ist die IDF jetzt zu allem Übel auch noch antisemitisch unterwegs? Soviel Verwirrung… mein Kopf schmerzt muss noch ein wenig ZDF/ARD/SRG/ORF sniffen.
Der Ungeist, dessen Bekämpfung er verheißt.
Ob Hr. Blume auch der Meinung ist, daß die Allierten damals mit dem rücksichtslosen Kampf gegen die Nazis dem Antisemitismus im grunde nur einen Bärendienst erwiesen haben? – Was einen doch sehr befremdet ist, daß die Berichterstattung in den Medien von Anfang an direkt aus dem Hauptbüro der Hamas zu kommen scheint, es wird fast ausschließlich nur die palästinensiche Perspektive verbreitet. – Wenn das Goebbels gewußt hätte, daß es so einfach ist, die Weltöffentlichkeit gegen die Juden aufzuhetzen! – Natürlich hinken diese Anspielungen auf den Nationalsozialismus immer, und beim jetzigen Antisemitismus spielen wohl eher die psychischen Deformationen linker Gehirne die Hauptrolle. Der westliche Wohlstandslinke, seines Wohlstandes stets überdrüssig und unter unmenschlicher Langeweile leidend, stürzt sich in seiner verzweifelten Suche nach einem Lebensinhalt auf jedes erdenkliche, Grüppchen und Völkchen, an dem er sich in Mitleidshysterie vergehen kann bis zum moralischen Höhepunkt. Seht diese armen Menchen, die Welt ist so schlecht, der Kapitalismus ist ein Teufel, nur der Sozialismus kann uns retten! Und vor diesem Hintergrund ist es ja jedem Linken auch völlig klar, daß jene, die dadurch zu Wohlstand gekommen sind, daß sie die Wüste mit Fleiß und Kapital zu einer fruchbaren Landschaft gemacht haben, das überhaupt nur auf dem Rücken der Ausgebeuteten und Geknechteten erreichen konnten. Das liegt daran, daß der Linke davon überzeugt ist, daß sich Arbeit generell nicht lohnt. Wer trotzdem wohlhabend wird, muß einfach ein Verbrecher sein!
„Karim Khan, der Chefankläger beim Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag“, IGH-Gerichtspräsident Nawaf Salam: nomen est omen. Wenn die Rechtsstaaten dieses Planeten internationale Gerichte anerkennen, in denen Personen mit Herkunft aus den Despotien dieses Planeten mitwirken, haben die Rechtsstaaten die Kontrolle über vernunftrechtliche Prozesse verloren. Diese despotiestämmigen Personen sollten zuerst dafür sorgen, dass ihre Herkunftsstaaten zu Rechtsstaaten werden, bevor sie zu vernunftrechtlichen internationalen Gerichten zugelassen werden. Dazu aber scheint die Menschheit zu doof und zu korrupt zu sein. Wäre Sache der Rechtsstaaten, ihre eigenen vernunftrechtlichen Maßstäben genügenden internationale Gerichte zu gründen, in die dann keiner aus etwa muslimischen oder sonstigen PoC-Despotien käme. Gilt auch für solche Leute: „Sein Vater Saeed Ahmad Khan war Arzt und stammte aus Britisch-Indien (heute Pakistan), seine Mutter Selma Mubaraka war Engländerin und konvertierte zum Islam. (Wikipedia, Artikel “Karim_Ahmad_Khan„) . Zu der Frau schreib ich nichts.
Nachrichten aus Palliwood dominieren die Denke dieses Menschen…
Blume ist ein Vorkämpfer und Tester des „maskierten“ Antisemitismus der woken Eliten.