Inzwischen hat jedes Bundesland einen eigenen Antisemitismusbeauftragten. Von den meisten weiß man nicht einmal, wie sie heißen. Ganz anders dagegen agiert der Antisemitismusbeauftragte von Baden-Württemberg. Er verpasst keine Gelegenheit, sich selbst ins Rampenlicht zu rücken. Und seine interreligiöse Ehe. Blumes Vorbild: kein Geringerer als Martin Buber.
Man kann dem Antisemitismusbeauftragten des Landes Baden-Württemberg so manches vorwerfen, nur nicht eines: dass er erfolgreich agiert. Wie alle lokalen Medien Anfang März berichteten, habe es im Jahre 2021 in BW „eine Zunahme antisemitisch motivierter Straftaten von 228 (2020) auf 337 Fälle – ein Zuwachs von fast 50 Prozent" gegeben.
Ein Drogenbeauftragter mit einer ähnlich katastrophalen Erfolgsbilanz würde auf der Stelle versetzt werden, in das Grünflächenamt oder das Referat für Sport und Bewegung. Dr. Blume aber, der Antisemitismusbeauftragte des Landes BW, bleibt nicht nur wie angeleimt auf seinem Posten. Je klarer wird, dass er von Antisemitismus kaum eine Ahnung hat, umso lauter tönt er, als wollte er allen beweisen, dass es noch andere Themen gibt, von denen er nichts bis gar nichts versteht.
Vor kurzem hat der Antisemitismus-Beauftragte des Landes Baden-Württemberg auf seinem Twitter-Account seine Follower gefragt, ob sie denn wüssten, „dass im Judentum und in der Republik Israel die üble Nachrede Lashon Hara verboten ist?"
Was in der Republik Israel erlaubt oder verboten ist, liegt eigentlich außerhalb der Zuständigkeit des Antisemitismusbeauftragten des Landes Baden-Württemberg. Freilich, der Boden der Geschichte des Landes Baden-Württemberg reicht bis in das Heilige Land, insofern könnte man schon meinen, der Antisemitismusbeauftragte des Landes Baden-Württemberg müsse auch Israel im Blick behalten.
Seit wann ist Israel kein Königreich?
Wie kommt er aber auf den Ausdruck Republik Israel? Hat er angenommen, Israel wäre ein Königreich, und erst ein Blick in die Liste der Könige Israels habe ihm klargemacht, dass die Zeit der Könige Israels schon lange, sehr lange vorbei ist? Seit seiner Ausrufung am 14. Mai 1948 ist Israel eine Republik, obwohl die Anhänger von Benjamin Netanyahu behaupten, „Bibi" sei der wahre „Melech Israel". Die offizielle Bezeichnung lautet Medinat Israel, der Staat Israel.
Okay, Staat und Republik ist ungefähr das Gleiche, Und wer im Südwesten der Republik lebt, der weiß, dass Baden früher ein Großherzogtum und Württemberg ein Königreich war. Geschenkt. Warum aber lässt der Antisemitismusbeauftragte des Landes Baden-Württemberg seine Follower wissen, „dass im Judentum und in der Republik Israel die üble Nachrede Lashon Hara verboten ist"? Wem bringt diese Information etwas?
Den Begriff „Lashon hara" gibt es wirklich. Er bedeutet so viel wie „abfällige Rede", man könnte „Lashon hara" auch mit "üble Nachrede" oder „Verleumdung" übersetzen. Oder mit „Du sollst nicht falsch Zeugnis ablegen wider Deinen Nächsten".
Ebenso wie in der Republik Deutschland ist auch in Israel „üble Nachrede" bzw. „Verleumdung" strafbar. Nur gelten in Israel andere Maßstäbe als in Deutschland. Man ist großzügiger im Umgang miteinander. Bei Anwendung deutscher Regularien würde das halbe Land im Knast sitzen. Und zwar nicht nur die Angehörigen der ungebildeten Stände, sondern auch Feingeister, die im Goethe-Institut Vorträge über die Geschichte des Bauhauses besuchen.
Ist es das, was uns der Antisemitismusbeauftragte des Landes Baden-Württemberg sagen will? Seid nicht zimperlich! Lasst Dampf ab! Nehmt euch ein Beispiel an den Israelis! Mitnichten.
Wenn einem so viel Gutes widerfährt...
Wie fast immer, wenn er zu irgendwas Stellung bezieht, geht es dem Antisemitismusbeauftragten des Landes Baden-Württemberg um den geistigen Lebensmittelpunkt seiner Existenz: den Antisemitismusbeauftragten des Landes Baden-Württemberg, Dr. Michael Blume. Er fühlt sich immerzu verfolgt, verleumdet und „rassistisch" angegangen. Wegen seiner „Ehe mit einer Muslimin", die er immer wieder thematisiert, wobei er als sein „persönliches Vorbild" die „erfolgreiche Ehe des Habsburger Juden Martin Buber mit der Münchnerin, in einem Nonneninternat erzogenen Paula Winkler" nennt. Wenn einem so viel Gutes widerfährt, das ist schon einen Asbach Uralt wert.
Der Antisemitismusbeauftragte des Landes Baden-Württemberg ist eine Witzfigur, wenn auch nicht ansatzweise so witzig wie der gestiefelte Kater, der Hauptmann von Köpenick oder der Hochstapler Felix Krull. Dafür aber voll im Zeitgeist. „Wenn wir den Antisemitismus global und glaubwürdig bekämpfen (...) wollen", schreibt er in seinem ersten Rechenschaftsbericht, „dann muss dies auch stärkere Anstrengungen für die Wende zu erneuerbaren Energien und die Dekarbonisierung bedeuten", denn: „Die Verfeuerung fossiler Rohstoffe vergiftet nicht nur Umwelt und Klima, sondern verformt auch Gesellschaften, Staaten und religiöse Lehren ins Autoritäre." Soll heißen: Nur in einer klimaneutralen Gesellschaft hat der Antisemitismus keine Chance.
„Das Problem ist", meint dagegen Dieter Bohlen, „mach einem Bekloppten klar, dass er bekloppt ist". Das ist keine Verleumdung und keine üble Nachrede, es ist nur eine „mission impossible". Wer den Antisemitismus durch Dekarbonisierung aus der Welt schaffen will, hat keine Ahnung, wovon er labert. Aber für den Posten eines Antisemitismusbeauftragten in BW ist es allemal genug.

Herr Broder, Sie sagen, dass Republik gleichbedeutend sei mit Staat. Das ist
nicht richtig, was sich selbstredend am berühmten Zitat des 14. Ludwigs -
L’État, c’est moi – erklärt. Staaten können republikanisch oder anders verfasst sein
, aber Republik ist kein anderes Wort für Staat.
Der Sager vom „Staat Israel“ ist meiner Meinung ein Relikt der Gründerzeit, in der Israel von seiner herrschenden Klasse sozialistisch eingerichtet wurde, ohne eine sozialistische Volksrepublik zu werden, welche ja auf einem Rätesystem basiert. In der Hinsicht war Israel aber von Anfang an westlich-demokratisch, auch wenn die Diaspora, die aus historischen Gründen bei keinem anderen Staat soviel Einfluss nimmt über Organisationen, ein einzigartiges Element der politischen Willensbildung darstellt.
Der Sager „Staat Israel“ ist längst antiquiert und hängt dem Land propagantistisch betrachtet an wie ein Klotz am Bein. Dass Israel aber auch keine Republik ist, gleich dem Vereinigten Königreich z.B., sieht man schon daran, dass Avigdor Lieberman Israel in eine verwandeln möchte (wozu er populistisch den orthodoxen Teil der Gesellschaft als Nazis verunglimpft).
Wenn die säkularen Juden glauben, Israel braucht seinen Gott nicht mehr, es verlässt sich ganz und gar auf sich selbst, wie während der Gründerzeit, wird Gott vielleicht endgültig die Schnauze von solchem treulosen Volk voll haben, an dem er in den letzten siebzig Jahren so viele Wunder getan hat, wie zur Zeit Mose.
Inzwischen muss man wohl schon von „Intersektionismus“ reden. Die wackeren, woken Gestalten entblöden sich hinsichtlich nichts und vermischen ohne jede Hemmung alle möglichen Denkmodelle. Aber was für einem Intellekt sollte eine etwaige Hemmung auch schon entspringen. Solche Leute üben Einfluss aus, in Schulen, Theatern und manchen Plattformen mehr. Einfachen Gemütern und noch jungen, ungeformten Menschen kann das durchaus zum Schaden gereichen. Armes Land! Mehr denn je gilt: Sapere aude!
Der Mann gehört empor gehoben: Zum Beispiel in die Regierung von Absurdistan.
Ayjeija, sehr geehrter Herr Broder, da wird Ihnen wohl bald eine Klage in´s Haus wehen. Wir sammeln dann alle, denn wo Sie recht haben, haben Sie recht. Mittels eines JR-Artikels fragte ich aufgrund eines Anlasses, hier in München, schon 2019 nach, was genau die vielen installierten Antisemitismusbeauftragten eigentlich und tatsächlich leisten und für wen? Vor allem, wenn es darauf ankommt! Und damit meinte ich gerade nicht eine ernste Miene beim Kranz niederlegen.
Den jüdischen Lesern wünsche ich a gite schabbes und den anderen ein sehr erholsames Wochenende.
+ + + und „BLUME et al.“ sind doch auch NUR Opfer des unsäglichen „Zeh-Oh-Zwei-SpurenGas- und PflanzenNahrungs-Krisen-K L A M A U Ks“ seitens der EX-Alliierten des WK II in Bezug auf den VERLIERER „B R D“ !!! – der ganze LUFT- und LICHT-Strom-HYPE (hierzulande) diente nur dem END-Ergebnis: > KERN-Kraft aus FRANCE und „Gerd“-GAS aus OST (plus USA-LNG) < – MEHR muss man nicht WISSEN ;-)
Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen. Jemandem, der einer verlogenen Hochstaplerin, Intrigantin und Kriegsdienerin huldigt, steht es nicht gut zu Gesicht, sich an einem – fragwürdigen – Antisemitismusbeauftragten abzuarbeiten. Zwei verschiedene Paar Schuhe!! ? (eine Frage der Perspektive) Können Sie veröffentlichen oder es bleiben lassen.
Als schwarzes Loch tät er sich auch bewähren: nahezu unsichtbar aber voll zerstörerischer Energie, die aus dem Nichts kommt.