Die Tagesschau schwärmte, doch die Realität in Sachen Wasserstoff als energiepolitischer Heilsbringer sieht weiterhin düster aus. Auf Achgut.com ist zu dieser Thematik seit Jahren Ernüchterndes berichtet worden. Ein Dossier anlässlich der Kanada-Reise von Habeck und Scholz.
Die Tagesschau applaudierte Wirtschaftsminister Habeck und Bundeskanzler Scholz zu ihrer Reise nach Kanada: „Endlich einmal Politik mit Weitsicht“. Das dort beschlossene Wasserstoff-Abkommen soll helfen, die Abhängigkeit von russischem Gas zu beenden, und zu „klimaneutraler“ Energiegewinnung beitragen. Wasserstoff ist dabei nicht als Quelle, sondern als Speicher zu verstehen. Unter hohem Energieaufwand wird Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff gespalten, wobei keine Treibhausgase entstehen. „Klimafreundlich“ ist das Ganze jedoch nur dann, wenn dafür Strom aus „Erneuerbaren“ verwendet wird, etwa aus Wind – und den gibt es in den kanadischen Atlantikprovinzen Neufundland, Nova Scotia und New Brunswick zuhauf. Zu den erheblichen Problemen ist auf Achgut.com sehr viel geschrieben worden, zuletzt heute morgen von Hans Hoffmann-Reinke. Und hier eine Sammlung weiterer bereits erschienener Beiträge zum Thema.
Volker Voegele:
Rettung durch die „Grüne Wasserstoffwirtschaft“?
Nachdem die sogenannte Energiewende immer deutlicher an ihre (pysikalischen) Grenzen gerät und dem Land eine der womöglich größten Fehlinvestitionen seiner Geschichte bescheren könnte, geht nun die Formel von der Wende-rettenden Wasserstoff-Wirtschaft um.
Klaus-Dieter Humpich:
Wasserstoff und Kernenergie sollen Windkraft retten
Die neuen Zauberwörter der Schlangenölverkäufer sind „Wasserstoffwirtschaft“ und „Sektorenkopplung“: Man will nicht nur elektrische Energie während der Dunkelflauten aus Wasserstoff herstellen, sondern ihn auch als Kraftstoff, zur Gebäudeheizung und für alle möglichen industriellen Anwendungen einsetzen. Auf solch eine Kopfgeburt kann nur einer kommen, für den Thermodynamik lediglich ein Wort mir 13 Buchstaben ist.
Heinz Horeis:
Wunschtraum Wasserstoff – aber hierzulande nicht machbar
Die Elektrolyse, die Zerlegung von Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff durch Gleichstrom, entdeckte ein deutscher Chemiker schon vor über 200 Jahren; ein paar Jahrzehnte später realisierte ein englischer Forscher die erste Brennstoffzelle. Ob und wie diese Technologien wirtschaftlich funktionieren, haben Ingenieure und Techniker noch nicht herausgefunden. Das ist der Grund, warum Wasserstoff in der technischen Energiewelt kaum eine Rolle spielt, trotz Weiterentwicklung und Verbesserung der Technologie.
Hans Hofmann-Reine:
Wasserstoff – Deutschlands neuer Rollstuhl
Deutschlands Energieversorgung war einmal ein gesunder Athlet mit zwei starken Beinen: Atomkraft und Kohle. Man amputierte das eine Bein und gab ihm zwei Krücken: Wind und Solar. Jetzt, wo man ihm auch das andere Bein abnehmen wird, helfen keine Krücken mehr; der Athlet braucht einen Rollstuhl. Das ist der Wasserstoff.
Energiewende jetzt mit Geisterkraft
Endlich: sauber Autofahren ohne Reue, und auch billig ist es, denn Wind und Wasser kosten bekanntlich nichts. Soweit das offizielle Narrativ. Das ist aber weniger als die halbe Wahrheit, es ist eine Milchmädchenrechnung.
Strom auf Lager: Die böse Realität
Vorsicht, Wasserstoff ist keine Energiequelle – ebenso wenig, wie ein Bankkonto eine Geldquelle ist. Von dem können wir auch nur das abheben, was wir zuvor deponiert haben. Und so müssen wir auch bei Wasserstoff erst Energie einzahlen, bevor wir sie abheben können. Und nicht nur das, wir müssen wesentlich mehr einzahlen, als wir schließlich zurückbekommen. Wasserstoff ist also keine Quelle für Energie, sondern bestenfalls ein Speicher – und noch dazu ein ganz erbärmlicher.
Ich habe keine Zweifel. Das wird der finale Akt im Drama namens Energiewende; einer Tragödie, geprägt von mutwilliger Blindheit gegenüber ökonomischen Realitäten, getrieben von Ideologie und Rechthaberei, frei von Logik und Professionalismus. Und mit diesem letzten Vorhang endet dann auch die Erfolgsgeschichte der deutschen Industrie – „Not with a Bang, but with a Whimper“ – Nicht mit einem Knall, sondern einem Wimmern.
Fritz Vahrenholt:
Die Zerstörung des deutschen Gasnetzes:
Der einzige Weg von fluktuierender Erzeugung zu gesicherter Leistung ist (wenn man auf den einfachen Weg von Backup-Kraftwerken auf Gas- und Kohlebasis verzichten will) die Zwischenspeicherung in Wasserstoff. Das führt aber zu erheblichen Umwandlungsverlusten von 70–75 Prozent.

Fukushima ist übrigens durch eine Wasserstoffexplosion hochgegangen, Herren Scholz und Habeck!
Also, noch vor Kurzem wurden vom amtierenden Wirtschaftsminister per Ukas Wärmepumpen gehypt. Außer wenigen Exoten basieren diese WP auf Strom. Darin konkurieren sie mit Stromlade-Autos, dem erklärten Elektromobilitätswunsch. Aber der Minister erklärt: Es gibt kein Problem mit Strom, sondern mit Gas. Analog zu seinem Verständnis der Pendlerpauschale kommt er kürzlich zu der Erkenntnis: Es gibt kein Problem mit Gas, nur mit seiner Verteilung. Okay, er meint fehlende LGPs. Gleichzeitig aber hat sein Staatssekretär Graichen bereits die Demontage von 500 000 km Gasleitungen im Wert von 200 Mrd Euro anbefohlen! Also LGP irgendwann schön und gut. Und dann dahinter? Und Wasserstoff aus Canada. Und wie den verteilen ohne die auf grünen Führerbefehl jetzt zu zerstörenden Leitungen?
Während Graichen also Wasserstoff bereits als Schwachsinn von der grünen Funktionärswunschliste gestrichen hat, flog sein Minister Habeck nun nach schnell nach Canada, um diesen zu ordern. Und das ohne Maske!
@Christian Freund : „Hat sich denn jemand schon mal Gedanken gemacht, was die Kilowattstunde kanadischer Windstrom bei mir an der Steckdose kosten soll?“ Der kommt an Ihrer Steckdose niemals an.
@Markus Walser: Da träumt immer noch jemand vom „grünen“ Wasserstoff, der mit PV-Strom in Afrika oder mit Windmühlen auf Neu-Fundland gewonnen und dann über die Weltmeere geschippert wird. Wind und Sonne sind ja umsonst, der Wirkungsgrad spielt keine Rolle. Sportlich, sportlich. Ich bin gespannt, wie man den Primärenergiebedarf mit Wasserstoff decken will. Mit rund 30 Tsd. Windrädern und den bisher vorhandenen PV-Anlagen schaffen wir mal gerade so 5% des Bedarfs zu decken. Die Energiewende ist in der bisher von den Grünen und ihren Fans propagierten Form mausetot. Selbst die India.. äh.. Indigenen hatten schon die Erkenntnis: Wenn das Pferd tot ist, steige ab !
Ich habe mal ein Wasserstoff-Auto explodieren gesehen. Kein schöner Anblick. Und jetzt bedenke man, wenn eine wesentliche größere Menge ihre Energie freisetzt, zum Beispiel ein Güterzug. Na dann gute Nacht Stadt… nee, macht mal weiter mit dem „Gedöns“ (Trampolini).
Hat sich denn jemand schon mal Gedanken gemacht, was die Kilowattstunde kanadischer Windstrom bei mir an der Steckdose kosten soll?
Methanol siedet bei 56°C unter Normalbedingungen. Ethanol: 78°C. Methanol macht blind, Ethanol besoffen – wenn man es säuft. Wer Propanol säuft, kriegt Dünnpfiff.