Die DDR schiebt staatlicher Willkür scheinbar einen Riegel vor: DDR-Bürger dürfen ab sofort Entscheidungen nach dem Reisegesetz vor Gericht überprüfen lassen. Hört sich gut an, ist aber reine Formsache, denn die Justiz der DDR ist ja nicht unabhängig. Aber der Westen kann sich beruhigt zurücklehnen und der Ansicht sein, dass sich beim Nachbarn langsam alles zum Besseren wende.
Das „Neue Deutschland“ behauptet, DDR und Sowjetunion trügen gemeinsam zur Stärkung des Sozialismus und zur Sicherung des Friedens bei. Was das Blatt nicht schreibt, ist eben in Moskau veröffentlicht worden: der Angriff auf Afghanistan wurde von der SU gestartet, obwohl es keinen Hilferuf aus dem Land gegeben hat. Der Krieg hat die SU jährlich 15 Milliarden Rubel gekostet und erheblich zur endgültigen Zerrüttung der Staatsfinanzen beigetragen. Aber nicht nur die SU wurde ruiniert, sondern vor allem Afghanistan, wo das gesamte Bewässerungssytem von den Sowjets zerstört worden sein soll. Dieses System war über Jahrhunderte entstanden und kann kaum wieder repariert werden. Das Land ist buchstäblich in die Steinzeit zurück gebombt worden. Kaum noch vorstellbar, dass es Zeiten gab, in denen Familien aus Usbekistan, Kirgistan, Kasachstan ihre Söhne nach Kabul zum Studium geschickt haben, weil es hier die besten Universitäten gab.
Was das „Neue Deutschland“ auch nicht schreibt, ist, dass 600 Millionen Dollar Kredit zu Vorzugszinsen, von den USA der DDR gewährt, über Geldwaschanlagen bei Aufständischen in aller Welt gelandet sind, z.B. in Nicaragua. So viel zu den Beiträgen der beiden Länder zur Sicherung des Friedens.
Keine Nachrichten mehr über die Vorgänge im Iran, wo die Demokratiebewegung gerade mit unglaublicher Brutalität niedergeschlagen wird. Putsch in Honduras und Obama tut alles, um die Putschisten nicht zu verärgern. So wie die Demokratiebewegung in Osteuropa vor zwanzig Jahren kaum von den Medien beachtet wurde, wiederholt es sich jetzt.
