Immer mehr DDR- Bürger versuchen mit immer verzweifelteren Mitteln das Land zu verlassen. Ein besonders spektakulärer Fluchtversuch scheitert im Laufe des Tages.
Ausreisewillige wollten mit Hilfe eines Tanklastzuges die Grenze am Kontrollpunkt Stolpe/ Heiligensee durchbrechen.
Die „Verzweifelten“ von Budapest dominieren die „Bild“- Schlagzeilen. Die Zeitung initiiert eine „Soforthilfe“. Nachdem sich die Medien und insbesondere „Bild“ für die Vorgänge interessieren, stellt die Botschaft auch wieder Pässe aus. Obwohl, wie man heute weiß, in der Nacht hunderte das Malteser-Flüchtlingslager in Sonderbussen Richtung österreichische Grenze verlassen, obwohl die grenze offiziell noch geschlossen ist, wächst die zahl der Insassen unaufhörlich. Eine humanitäre Katastrophe bahnt sich an. Im „Neuen Deutschland“ dominiert weiter die heile sozialistische Welt. „Auf der bevorstehenden Herbstmesse umfassendes Angebot für flexible Automatisierung.“
Kein Wort über die Vorgänge in Budapest.
Im Iran gehen die Schauprozesse gegen die Opposition in die dritte Runde. Von den nach offiziellen Angaben 4000 bei den Proteseten gegen den Wahlbetrug Verhafteten sitzen noch 110 in den Gefängnissen. Die Opposition schätzt, dass die Zahl der Gefangenen doppelt so hoch ist. Eine Angestellte der französischen diplomatischen Vertretung wurde auf Kaution entlassen. Clotilde Reiss muss nach wie vor im Gefängnis bleiben. Über ihre vorübergehende Freilassung ist noch nicht entschieden worden. In Deutschlands Medien spielt der Iran eine sehr untergeordnete Rolle.
