Grußbotschaft der DDR-Regierung an die Franzosen anlässlich des 200. Jahrestages der Französischen Revolution. Das „Neue Deutschland“ widmet den Feierlichkeiten in Paris eine ganze Seite. Da hat sogar die Schlussberichterstattung über die Warschauer-Vertragsstaatenkonferenz das Nachsehen. Wahrscheinlich haben die ND-Redakteure die Phrasen über Frieden und Abrüstung schon genau so satt, wie ihre Leser. Die intensive Berichterstattung über das unerreichbare Paris gibt wenigstens das Gefühl, am Geschehen ein bisschen teilzuhaben. Was nicht im „Neuen Deutschland“ gemeldet wird, steht in „Bild“. Mehrere Super-Sportler sind aus der DDR geflüchtet, darunter ein Olympiasieger, ein Europameister und Fußball-Nationalspieler. In jeden dieser Sportler hat die DDR hunderttausende Mark investiert. Das kleine Land ist auf sportlichem Gebiet ganz groß. Zum Teil hat sich die DDR damit ihre internationale Anerkennung erkämpft. Ganz besonders stolz ist die Staatssicherheit auf die Sportler, weil sie dem Leistungssport eng verbunden ist. Die meisten Hochleistungssportanlagen gehören zur Staatssicherheit. Das hat auch etwas mit der Sportmedizin zu tun, der die DDR teilweise ihre spektakulären Erfolge verdankt. Was da vor sich geht, ist hochgeheim und deshalb streng geschützt. Wenn Sportler flüchten, kommen der DDR Geheimnisträger abhanden. Deshalb ist die Stasi besonders aktiv, um Sportler wieder einzufangen oder unschädlich zu machen. Dabei kommt ein Sportler schon mal ums Leben, wie der Fußballer Lutz Eigendorf. Der ehemalige Spieler von BFC Dynamo, der Lieblingsclub von Stasichef Mielke, starb infolge eines mysteriösen Verkehrsunfalls. Nach der Öffnung der Stasiakten kamen „Maßnahmepläne“ zum Vorschein, die den Verdacht erhärteten, dass die Stasi bei dem Unfall ihre Hand im Spiel hatte. Ebenfalls entdeckt wurde, dass Eigendorfs in Ostberlin verbliebene Frau, der man zu einer Blitzscheidung verholfen hat, bald darauf von einem so genannten „Romeo“ geehelicht wurde. Diese Romeos wurden von der Staatsicherheit eingesetzt, um weibliche Geheimnisträger unter Kontrolle zu haben und abzuschöpfen.
Was in Deutschland der 1. Mai , ist in Frankreich die Nacht zum 14. Juli. Das Anzünden von Autos scheint zum europaweiten linksradikalen Volkssport geworden zu sein. Diesmal gingen mindestens 317 Fahrzeuge in Flammen auf. Das ist ein Anstieg von 7% gegenüber dem Vorjahr. In Frankreich gehört das Abfackeln von PKWs längst zum bitteren Alltag, denn täglich werden an die 80 Fahrzeuge in Brand gesteckt. Das ist Terror. Als Fortschritt könnte gesehen werden, dass sich das moderne Jacobinertum mit Autos begnügt und keine Menschen zu Schaden kommen.
