Donald Trumps Kabinett ruft in USA sehr gemischte Reaktionen hervor, hierzulande vorwiegend erwartbare Ablehnung. Wie auch immer die Neuen sich im Amt machen werden, es wird gewiss nicht langweilig, auch hierzulande nicht.
Donald Trump ist nicht nur gewählter Präsident, er ist auch oder vor allem ein Entertainer. Immerhin hat er zehn Jahre lang erfolgreich die Fernsehserie The Apprentice als Star geführt. So überzeugend, dass seine Sendung international nachgemacht wurde, in Deutschland als „Die Höhle der Löwen“. Ein Meisterwerk als Entertainer hat er jetzt beim Casting seines künftigen Kabinetts abgeliefert. Es ist eine Mischung aus Profis, Amateuren, Überraschungsgästen und einem Hauch von Komik.
Zu den unbestrittenen Profis gehört Susi Wiles, die ihm den grandiosen Wahlkampf geschmissen hat und kürzlich an dieser Stelle bereits unter dem Titel „Susi und Strolch“ vorgestellt wurde. Als künftige Stabschefin wird sie dem Chef und seinem etwas kunterbunten Kabinett einen festen Halt geben.
Zu den attraktivsten Benennungen gehört – wenn auch ohne Kabinettsrang – die neue Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt. Sie wird mit ihren 27 Jahren die jüngste Amtsinhaberin in der Geschichte des Landes sein. Zwei Dinge zeichnen sie aus: Erwiesene Loyalität zum künftigen Präsidenten und Erfahrung trotz ihrer jungen Jahre: Sie hatte ihm schon – noch jünger – als stellvertretende Sprecherin gedient. Eine Blitzkarriere.
Zu den seltsamsten Karrieren gehört die des künftigen Verteidigungsministers Pete Hegseth, von Beruf Moderator beim TV-Sender Fox. Hegseth und Fox haben sich als mediale Trump-Freunde verdient gemacht, während die meisten anderen Sender sich als Trump-Bekämpfer ebenfalls Verdienste, wenn auch anderer Art, erworben haben. Hegseth ist als zweitoberster Landesverteidiger (nach Trump) ein nahezu reiner Amateur. Immerhin hat er als Soldat im Irak und in Afghanistan gedient. Dem neuen Herrn im Weißen Haus ist er aber wohl vor allem als Fernseh-Kollege aufgefallen.
Loyalität und Leidensfähigkeit
Weniger überraschend ist Marco Rubio als Außenminister. Er hat Trumps skeptische Haltung in Sachen Ukraine konsequent unterstützt. Und er hat seinen Mund gehalten, wenn er im Wahlkampf von seinem künftigen Chef immer wieder aufs heftigste beleidigt wurde. Aber mit dieser Leidensfähigkeit steht der bisherige Senator aus Florida nicht allein. Als Latino steht er für Trumps überraschenden Erfolg bei Hispanics, mit denen er auch nicht gerade zimperlich umgegangen ist. Das Duo Trump und Rubio haben offenbar schon vor Amtsantritt bewirkt, dass der ukrainische Präsident Selenskyj für kommendes Jahr eine diplomatische Lösung des Krieges mit Russland angekündigt hat. Jedenfalls ist nicht anzunehmen, dass dies eine Folge des Gesprächs unseres Noch-Kanzlers Scholz mit Putin ist.
Zu den kurioseren Entscheidungen gehört die Benennung eines ungewöhnlichen Kennedys als Gesundheitsminister. Das kuriose ist nicht, dass Kennedy ein entschiedener Impfgegner ist. Diese Politik teilt er mit seinem baldigen Chef und nicht wenigen Amerikanern. Aber der 70-jährige Robert F. Kennedy junior, ein Neffe des einstigen Präsidenten, kann mit ein paar persönlichen Merkwürdigkeiten aufwarten. Abgesehen davon, dass er zu Verschwörungstheorien neigt und etwa Zusammenhänge zwischen Impfen und Autismus herstellt. Unterhaltsamer ist, dass er den Kopf eines toten Wals als Sammlerstück an sich genommen haben soll und einen toten Bären, den er auf der Straße gefunden hat, im New Yorker Central Park deponiert haben soll. Ein Wurm, der angeblich in seinem Gehirn tätig gewesen sein soll, sei nur am Rande erwähnt. Jedenfalls ist seine Ernennung die mit dem vielleicht höchsten Unterhaltungswert. Als Kritiker des Gesundheitsestablishments hat diese Nominierung bei aller Kuriosität aber einiges Gewicht.
Als Heimatschutz-Ministerin soll Kristi Noem tätig werden, die den amerikanischen Satirikern Stoff geliefert hat, weil sie in ihrer Autobiografie geschildert hat, wie sie ihren ungehorsamen Hund erschossen hat. Ohne dieses etwas unpopuläre Bekenntnis hätte die Gouverneurin von Süd-Dakota und treue Trump-Unterstützerin vielleicht einen wichtigeren Posten erhalten.
Das Umwelt- und Klimakatastrophen-Establishment aufwirbeln
Interessant ist auch der künftige Umweltminister. Lee Zeldin soll vor allem als Deregulierer aktiv werden und damit das Umwelt- und Klimakatastrophen-Establishment aufwirbeln. Ganz nach dem Motto des künftigen Präsidenten, der als Klima-Skeptiker stark auf Kohle und Öl setzt: „Wir werden bohren, bohren, bohren.“ Eine peinliche Ehrlichkeit für Deutschlands Grüne, die ja auch fleißig Kohle fördern lassen, aber eben zähneknirschend, weil sie nicht anders können.
Justizminister soll Matt Gaetz werden. Seine Wahl ist insofern interessant, weil der Kongressabgeordnete damit geprahlt hat, Sex mit einer Minderjährigen gehabt zu haben. Seither läuft im Kongress ein Verfahren gegen ihn. Was daraus wird, und ob da also ein Bock zum Gärtner gemacht wird, zeigt vielleicht das Verfahren. Vielleicht: Es ist in der aktuellen Lage nicht auszuschließen, dass es im Sande verläuft.
Dies ist nicht der Platz für eine komplette Liste. Aber dem superreichen Elon Musk gebührt ein prominenter Platz. Der Tesla-Chef soll das Amt für Regierungs-Effizienz leiten. Als Lohn dafür, dass er Trump im Wahlkampf mit ein paar Millionen ausgeholfen hat. Als globaler Marktwirtschaftler weiß Musk, wie man einen Laden effizient führt. Wie weit er mit seinen Kenntnissen und Vorstellungen Schneisen in den Dschungel der amerikanischen Regierungsbürokratie schlagen kann, wird man sehen. Aber die Idee hat etwas. Vielleicht sollte sich die künftige deutsche Regierung auch einen Effizienz-Fachmann aus dem Silicon Valley nach Berlin holen.
Anfragen nach Auswanderungsmöglichkeiten
Amerika und die Welt warten nun mit Spannung darauf, wie sich die interessante Regierungsmannschaft bemerkbar machen wird. Nicht alle Amerikaner freuen sich auf die nächsten vier Jahre. Die Anfragen nach Auswanderungsmöglichkeiten haben deutlich zugenommen. Besonders beliebt sind Kanada, Mexiko, Neuseeland, und in Europa Portugal.
Wer aber nicht gleich auswandern, sondern sich nur für die nächsten vier Jahre absetzen will, kann sich bei der Kreuzfahrtgesellschaft Villa Vie Residences melden. Sie bietet eine vierjährige Dauerkreuzfahrt für Amerikaner an, die erst wieder nach Hause wollen, wenn sich Donald Trump verabschiedet hat. Es geht zum Preis von 250 000 Dollar um die ganze Welt. Wer vorher zu Hause mal reinschnuppern will, um zu sehen, ob Trump noch im Weißen Haus ist, kann auch kürzere Etappen wählen. Nach dem grandiosen Wahlsieg des künftigen Präsidenten dürfte es sich bei den Kreuzfahrt-Flüchtlingen jedoch um eine winzige, wenn auch exklusive Minderheit handeln.
Rainer Bonhorst, geboren 1942 in Nürnberg, arbeitete als Korrespondent der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) in London und Washington. Von 1994 bis 2009 war er Chefredakteur der Augsburger Allgemeinen-Zeitung.
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@T. Schneegass: „Gerade wird gemeldet, dass Biden der Ukraine grünes Licht gegeben hat, Russland mit US-Langstreckenwaffen anzugreifen. Die wahnsinnige Marionette spielt die letzte Karte ihrer Auftraggeber aus.“
Das dürfte die Ukraine nach geltendem Kriegsrecht schon von Anbeginn des russischen Angriffs, auch ohne die Zustimmung seiner Demenz. Oder halten Sie Krieg für ein Spiel zu Gunsten ihres Favoriten,, bei der nur einer angreifen darf und der der andere hin zu halten hat?
Geben die Amerikaner Europa den Gnadenschuß bevor Trump das Ruder übernimmt und den Krieg beendet? Und die Europäer machen bei ihrem Selbstmord freudig mit? Die Völker Europas haben versäumt, das Pa….. zum Teufel zu jagen.
Bietet AIDA noch keine Fluchtkreuzfahrten vor dem rot/grün/gelb/schwarzen Politbüro an? Die wären vermutlich ausgebucht, aber wohl auch 30 Jahre unterwegs.
Hegseth ist als zweitoberster Landesverteidiger (nach Trump) ein nahezu reiner Amateur. … Immerhin hat er als Soldat im Irak und in Afghanistan gedient. Ach so, ein „Amateur“, der im Irak und in Afghanistan gedient hat. Wo haben eigentlich die Vollprofiteusen v.d.L. Kramp Karrenbauer und Pistorius gedient? Als Ersatzflügel auf der Windmühle?
@ Alexandra Klabuter / Rainer Bonhorst – Zu „Impfen“, „Autismus“ und diversen sonstigen „Zivilisationskrankheiten“ sei darauf hingewiesen, daß es mindestens eine Kontrollgruppe in den USA gibt, die die Spritzerei ziemlich konsequent ablehnt und deren Mitglieder von entsprechenden „Segnungen“ als Begleiterscheinung offenbar verschont bleiben: Die „Amish“, wozu es ua. auch hier vor Monaten mal einen Artikel gab, wenn ich mich nicht irre. Außerdm hat Kennedy versprochen, das ganze Lügengebäude rund um „Corona“ und den „Pieks“ aufzuklären. Mal sehen, wie weit er kommt und ob die ihm bleibende Zeit dafür reicht.
@T. Schneegaß/„Gerade wird gemeldet, dass Biden der Ukraine grünes Licht gegeben hat, Russland mit US-Langstreckenwaffen anzugreifen. Die wahnsinnige Marionette spielt die letzte Karte ihrer Auftraggeber aus.“---Blödsinn! Trump wirkt. Endlich kommt Bewegung in die Sache. Ich habe es unten schon geschrieben, Mike Waltz, Sicherheitsberater von Trump, anhören.
Herr BONHORST, – … ich habe gehört Trump soll irgenwann mal ein Krokodil gegessen haben ! Ob es ein totes oder lebendiges Tier war, ist noch nicht
bekannt , aber Journalisten der „Washington Post“ sind noch am recherchieren ! Ich halte sie auf den Laufenden !