News-Redaktion / 21.02.2019 / 15:00 / 0 / Seite ausdrucken

DITIB: Homosexualität im Islam „verboten“

Die Ablehnung von Homophobie ist für die türkisch-islamische Religionsbehörde DITIB keine klare Sache. Weil Homosexualität im Islam „verboten“ sei, lehnt DITIB-Vorsitzender Ali Ünlü eine Passage im Kerncurriculum für den Religionsunterricht in den Grundschulen Niedersachsens ab. Sie lautet:

„Der islamische Religionsunterricht ist ein schulisches Fach, das auf den Bildungs- und Erziehungszielen des Niedersächsischen Schulgesetzes basiert und in Übereinstimmung mit den Grundsätzen der islamischen Religionsgemeinschaften erteilt wird. Er trägt dazu bei, den im Gesetz formulierten Bildungsauftrag umzusetzen und thematisiert die Ablehnung diskriminierender oder ausschließender Verhaltensweisen auch im Kontext der Vielfalt sexueller Identitäten.“

In einer Pressemitteilung vom Januar fordert die Behörde noch die Anerkennung von „Unterschiedlichkeit und Diversität als Reichtum“, womit die sexuelle Vielfalt unter Muslimen offenbar nicht gemeint ist.

Mit der Ablehnung von Homosexualität folgt die DITIB den tonangebenden Rechtsschulen im Islam. Entsprechend rangieren laut „Gay Travel Index 2018“ unter den 10 Ländern, in denen Homosexuelle am schlimmsten verfolgt werden, acht muslimische. 

In einem Artikel aus dem Jahr 2009 informiert die Bundeszentrale für politische Bildung: „Im Islam wird die Ehe als verpflichtend angesehen. Abweichende Lebensentwürfe sind nicht vorgesehen, Homosexualität wird geächtet. In Staaten mit überwiegender Scharia-Gesetzgebung wie Jemen, Iran, Saudi-Arabien oder Teile des Sudan und Nigerias steht auf homosexuelle Handlungen die Todesstrafe. Andere islamische Staaten wie Pakistan, Ägypten oder Marokko sehen Haftstrafen vor.“

Das verfassungsrechtlich verbriefte Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit, zu der eine offen schwule oder lesbische Lebensweise ebenso gehört wie die Freiheit im Glauben, ist in muslimischen Communities in Deutschland bislang kaum durchgesetzt. Daran möchte DITIB offenbar nichts ändern.  

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