Die Aufgabe von Zentralbanken ist die Bewahrung der Preisstabilität im System des Fiktivgeldes, das selbst als Papiergeld keinen realen Wert hat. Dieser Aufgabe dienen die Zentralbanken schon lange nicht mehr, ab 2008 hat sich die Geldvermehrung massiv beschleunigt und zu einer deutlichen Inflation im Realgüterbereich (Immobilien, Aktien, Edelmetalle, Diamanten, Land gleichenu) geführt.
Doch nun bekommt das Gelddrucken eine neue Quantität, die sich bald auch als Qualität herausstellen dürfte. Denn seit dem Beginn der weltweiten Corona-Illusion explodieren die Bilanzen der wichtigsten Zentralbanken: die der EZB legte seit März 2020 von 4,6 auf 6,3 Tausend Milliarden EUR zu, die der FED von 4,1 auf 6,9 Tausend Milliarden USD, die der Bank of England ging von 587 auf 810 Milliarden GBP hoch; die BoJ in Japan war mit einer Steigerung von 578 auf 648 Tausend Milliarden Yen relativ gesehen am moderatesten, doch war dort schon seit langem eine stetige Steigerung zu sehen – im Übrigen ist Japan ein Spezialfall, weil dort die Bürger eine gigantische direkte Staatsverschuldung von über 230 Prozent des Bruttosozialproduktes (BSP) durch “Investition” in Anleihen des eigenen Staates finanzieren und die Zentralbank relativ gesehen weniger aufkaufen muss.
Seit 2008 haben alle genannten Zentralbanken ihre Aktiva allerdings verfünf- bis versiebenfacht. Die heutigen Summen entsprechen einem Anteil der Aktiva wichtiger westlicher Zentralbanken am Bruttoinlandprodukt (im Jahr 2019) der jeweiligen Wirtschaftsräume von 53% (Eurozone), 30% (USA) und 36% (UK). Diese Quoten werden 2020 noch viel höher sein, da die Wirtschaft schrumpft, während die Bilanzen anwachsen. Was bedeutet das?
Die Zentralbanken drucken vor allem Geld, um Staatsanleihen zu kaufen und dadurch die schuldenfinanzierten Staatsausgaben in der Wirtschaftskrise, in der wir uns derzeit befinden, abzupuffern. Sie drucken nebenbei auch Geld, um Fremdwährungen zu kaufen und dadurch den Wert der eigenen Währung zu drücken – das Angebot an Fremdwährungen wird verknappt, das Angebot an eigener Währung erhöht. Dadurch versuchen sie, dem eigenen Währungsraum Exportvorteile zu verschaffen. Doch derzeit dominiert der Kauf von Staatsanleihen deutlich. Wie sieht die Krise aus? Was sind die Folgen des Gelddruckens?
Unsere Wirtschaftskrise
Im zweiten Quartal 2020 sank das Bruttoinlandprodukt der USA im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal um 9,5%, das entspricht hochgerechnet auf 2020 einem Minus von 33%. In Deutschland waren es im selben Zeit- und Vergleichszeitraum 11,7%, auf das Jahr wären es mindestens 25-30%. Die Arbeitslosenquote lag in den USA im Juni bei ca. 10%, in Deutschland hatten wir 6% Arbeitslose und knapp 15% Kurzarbeiter. In den USA ging die Zahl der Arbeitslosen von April bis Juni zwar zurück, nun steigen sie aber wieder.
Die Zahlen für das dritte Quartal, das am 30. September endet, erhalten wir im Oktober. Sie dürften nicht viel besser sein. Denn wir haben es mit einer kombinierten Angebots- und Nachfragekrise zu tun. Die Unternehmen bekommen nach wie vor nicht alle Zulieferungen, die sie zur Fertigstellung der Produkte benötigen, vor allem aber drosseln viele bewusst die Produktion, weil sie sich auf die sinkende Nachfrage einstellen. Die Nachfrage sinkt aufgrund der wirtschaftlichen Unsicherheit und der schwindenden Einkommen bei (drohender) Arbeitslosigkeit – wer in Kurzarbeit ist und sieht, wie sich die Umsätze des Arbeitgebers entwickeln, für den er arbeitet, der spart. Durch die hohe Privatverschuldung in vielen OECD-Ländern ist die Resistenz der Unternehmen gegenüber Umsatzausfällen und der Privatleute gegen Einkommenseinbußen schlecht.
Insgesamt ist zu lange zu viel Geld in unrentable Projekte wie alternative Energiegewinnung, Elektroautos oder (vor allem in Asien) in Immobilien gesteckt worden. In der durch die Corona-Panikreaktion ausgelösten Krise sind diese Ungleichgewichte manifest geworden, immer mehr private und staatliche Schuldner können ihre Darlehen nicht mehr bedienen.
Eine kollektive Konkursverschleppung
Die OECD-Zentralbanken drucken nun Geld, um die Staaten mit Krediten zu versorgen, das diese erhalten, wenn die Geschäftsbanken die Staatsanleihen mit Zentralbankgeld kaufen oder die Zentralbank direkt Staatsanleihen kauft.
Das Geld verwenden die Staaten, um Unternehmen teilweise zu verstaatlichen, mit Krediten zu versorgen und Sozialhilfe- sowie Konjunkturprogramme zu finanzieren. Was sind die Folgen? Hier die wichtigsten Effekte.
Erstens wird bei einem Rückgang des BSP durch Geldvermehrung der Wert des Geldes gesenkt, weil das Angebot an Waren und Dienstleistungen sinkt, die Geldmenge aber steigt. Dadurch steigen die Preise und das Geld verliert an Wert, für die gleiche Menge Geldes kann man weniger kaufen: Inflation. Bisher fand die Inflation vor allem im Bereich der Realgüter statt, was zu einer automatischen Umverteilung von unten nach oben geführt hat, da die Eigentümer von Realwerten automatisch wohlhabender wurden, während die anderen bestenfalls stagnierten. Der kleine Mann wurde dadurch relativ gesehen enteignet. Nun wird zusätzlich bald auch sein Warenkorb schneller immer teurer werden. Sank seine Kaufkraft bisher nur bei Immobilien, Aktien oder anderen Realgütern rasch, muss in den nächsten 6 bis 9 Monaten auch die Kaufkraft bei Alltagsgütern deutlich nachlassen. Es entsteht dann eine Inflationserwartung, die den Teufelskreislauf der Inflation beschleunigt.
Zweitens stützen fast alle staatliche Subventions- und Verstaatlichungs- und Kreditprogramme wirtschaftliche Angebotsstrukturen, die der heutigen und der zu erwartenden Nachfragestruktur nicht mehr angemessen sind. Das liegt daran, dass die Lobbys der die alten Angebotsstrukturen bildenden Unternehmen und ihrer Mitarbeiter stark sind. Sie erreichen viel politische Aufmerksamkeit und können dadurch Gelder für sich mobilisieren. Der Effekt ist eine kollektive Konkursverschleppung und eine Zementierung des Elends der Fehlallokation von Ressourcen.
Staatsbankrotte ziehen immer üble Krisen nach sich
Drittens führen die monetäre Staatsfinanzierung durch die Zentralbanken auf Dauer zum Staatsbankrott, denn irgendwann wird für jeden Staat offensichtlich, dass er die steigenden Schulden nicht zurückzahlen kann. Staatsbankrotte ziehen immer üble Krisen nach sich, besonders wenn mehrere Staaten einer Region gleichzeitig schlingern oder pleite gehen.
Viertens führt die Geldproduktion zur Zerstörung des Bankensystems. Denn es muss notwendigerweise mit Null- oder Negativzinsen flankiert werden, damit die Konkursverschleppung erfolgreich sein kann – bei risikoadäquaten Zinsen wären zahlreiche Staaten bereits jetzt sofort zahlungsunfähig. Doch sind Zinsen die wichtigste Einkommensquelle auf die Aktiva der Geschäftsbanken. Weil sie diese nicht mehr erhalten, machen immer mehr Banken Verluste und Eigenkapital. Gleichzeitig müssen sie immer mehr Kredite, die nicht zurückgezahlt werden, abschreiben, wenn Unternehmen pleite gehen und Privatleute insolvent werden, weil sie den Arbeitsplatz verlieren. Wenn zunehmend Banken insolvent werden, ist das Zahlungssystem bedroht, der Staat muss dann noch viel mehr Geld als heute drucken, um es durch Verstaatlichung der Banken aufrecht zu erhalten.
Fünftes zerstören die Null- und Negativzinsen die Rentenerwartungen des kleinen Mannes (das sind 85 Prozent der Bevölkerung), da die Kapitalanlage, die Versicherungen und Rentenfonds für ihn übernehmen, kaum noch oder keine Realzinsen (Nominalzins minus Inflationsrate) mehr abwerfen.
Sechstens führen die Maßnahmen zu einer beschleunigten Erosion der Sozialsysteme, indem sie deren Substrat (die Beiträge der Arbeitgeber und -nehmer) und die Stützzahlungen aus dem Staatshaushalt rascher zersetzen als eine Wirtschaftskrise ohne die irrsinnigen Interventionen.
Die Rechnung kommt
Das Gelddrucken der Zentralbanken ist also reines Gift für die Wirtschaft. Warum wird es dann durchgeführt? Es dient dazu, den Status quo zu erhalten. Politisch ist eine Offenlegung des Zustands der Wirtschaft nicht denkbar. Also wird versucht, mit Geldproduktion zu verschleiern, wie es in Wirklichkeit aussieht. Doch kann man durch die Produktion bunter Papierscheine oder deren virtueller Äquivalenten in Form von digitalem Giralgeld die Waren und Dienstleistungen, die weniger produziert und verteilt werden, nicht ersetzen, genauso wenig wie man mit Sprachmanipulation bewirken kann, das die Geschlechter gleich werden oder das Böse im Menschen besiegt wird.
Wie stark die Wirtschaft in 2020 insgesamt sinken wird, wissen wir noch nicht, aber 20 bis 25 Prozent werden es mindestens sein, und mit einem Wachstum im nächsten Jahr rechne ich nicht- wir bekommen keine V-Erholung, dafür haben wir zu tiefe strukturelle Probleme.
Die Rechnung kommt jedenfalls, sie wird in Einheiten des Wohlstandsverlusts ausgewiesen, wie immer wird es die Ärmsten am härtesten treffen – wir werden sie alle bezahlen, die, die schon länger hier leben, und die anderen auch.
Beitragsbild: Creative Commons CC0 Pixabay
Interessant wäre es auch mal zu erfahren wie sich solche Granden wie Klaus Schwab vom Weltwirtschaftsforum die Folgen ihres "The Great Reset" vorstellen. Lassen wir die Auswirkungen auf uns in der Ersten Welt mal außen vor, die massive Wohlstandsverluste bedeuten und das wo auch hier in der Ersten Welt ein Großteil der Bevölkerung von der Hand in den Mund lebt und werfen mal ein Fragen auf, wie diese Hirnlosen sich die Auswirkungen auf die Entwicklungsländer vorstellen: Wie wollen die die Auswirkungen von Dekabonisierung und Nachfragereduktion insbesondere auf die Dritte Welt abschwächen? Da geht es um das nackte Überleben und nicht um solche Überflussthemen wie Klimawandel, Genderdreck, Corona, E-Mobilität etc. Wie wollen die den jährlichen Weltbevölkerungsanstieg der Dritten Welt bei sinkendem Konsum in der Ersten Welt in Arbeit bringen, ihm also eine Lebensperspektive geben? Es wird zu nicht endenden Katastrophen führen. Mikrokonflikte, Makrokonflikte, Verteilungskämpfe lokal, regional, weltweit. In meinen Augen sind das alles Spinner die eigentlich in psychatrische Behandlung gehören.
Wirtschaftlich logisch wäre der sofortige Crash. Durch die Insolvenz-Verschleppung und Geldmengen-Explosion wird das Ganze nur verzögert. "Krone" ist dann eine willkommene Ausrede für das, was bald kommen wird. Und letztlich wird man es dem Volk in die Schuhe schieben. "Ihr habt zuwenig konsumiert, keine Aktien gekauft, keine Gutscheine, keine Elektro-Autos... blablabla."
Das was wir gerade beobachten ist das Ende eines FIAT Geld Zyklus. Geld, welches aus dem Nichts geschöpft wird, ohne jede Wertdeckung ist und nur auf Vertrauen basiert geht immer diesen Weg. Corona hat mit diesem Ablauf ansich nicht viel zu tun, es beschleunigt lediglich das Finale. Und Corona eignet sich in dieser Sache ausgezeichnet als Sündenbock, allein deshalb darf die "Pandemie" nicht zu Ende sein. Politik lebt heute vom Stimmenkauf auf Pump und das geht nur mit FIAT Geld. Auch die beiden Weltkriege waren in diesem Ausmaß und Dauer nur mit FIAT Geld möglich. Unter einem reinen Goldstandart wären solche Krieg absolut nicht finanzierbar. FIAT Geld macht außerdem die Reichen reicher und die Armen ärmer. Deshalb gibt es FIAT Geld und der Ausspruch von J. Ford " (sinngemäß) "Wenn die Menschen wüssten wie Fiatgeld funktioniert, würden die Banker an den Laternen baumeln" ist so wahr wie vor über 100 Jahren, als er ausgesprochen wurde. Mit echtem Werthaltigen Geld gäbe es keine Manipulationsmöglichkeiten, keine Betrugsmöglichkeiten, keine teuren, langen Kriege, keine gekauften Wählerstimmen, keine Umverteilung von Vermögen, keine Inflation........Aber genau das lieben die Politiker und die Banker unddeshalb wird es nie wieder werthaltiges Geld geben, sondern immer nur FIAT Spielgeld. Und das geht nun mal immer nach einem gewissen Zeitraum in die Hose, nicht für die Eliten, aber fürs gemeine Volk. Und das weis gottlob nicht wie Geld funktioniert. Der EURO funktioniert auch nur noch, weil er künstlich beatmet wird, auf Kosten Deutschlands in erster Linie. Die 1 BILLION (1.000.000.000.000,-EUR) TARGET2 Guthaben, die Deutschand im Plus ist, wäre früher Volksvermögen gewesen, die Bundesbank hätte Gold und Deviesen davon kaufen können und den Wohlstand Deutschlands erhöhen. Real ist TARGET 2 nur eine imaginäre Zahl, von diesem Geld kann man keinen CENT ausgeben und Italien oder Spanien wird nie einen CENT glattstellen.
@Katja Bauder: Glauben sie das in den Berufsschulen VWL gelehrt wird ? Wenn ja, dann nur die grüne und rote Version.
Ich denke, daß das finanzpolitische perpetuum mobile, die ESU-Staaten verschulden sich, die EZB kauft die Schuldtitel auf und erweitert lediglich ihre Bilanz, nicht mit einem Boom enden wird, sondern mit dem Wimmern von Menschen, die in den Abfalleimern und Containern nicht mehr ausreichend Lebensmittel finden werden. Die Mehrheit der Wähler hat doch aus dem Realwertverlust ihrer Betriebsrenten, sowohl in der Anspar-, wie in der Auszahlungsphase, seit 2008 keine Folgerungen gezogen, und immer die Parteien wieder gewählt, die ihnen das eingebrockt haben. Die Sparer haben aus dem Realwertverlust ihrer Spargelder auch keine Konsequenzen gezogen. Die teilweise exorbitanten Mietsteigerungen wurden weder mit dem ungezügelten Zuzug von Millionen Sozialstaatszöglingen, noch mit den Grunderwerbs- und Grundsteuererhöhungen durch Länder und Kommunen in Verbindung gebracht, sodaß lediglich der Zorn auf die üblen Kapitalisten übrig blieb. So wie die D. 1923 ihre Unterstützung für den verlorenen Krieg mit der Totalinflation bezahlen mußten, werden die Bewohner des mitteleuropäischen Siedlungsgebiets mit dem Folgeelend für ihre Unterstützung der Verelendungsparteien bezahlen. Es schein sich aber etwas zu ändern. Sehr gute Bekannte von mir, Merkelwähler, haben zum ersten mal private Maßnahmen für die Überbrückung eines blackouts und Verteidigungsmaßnahmen gegen marodierende Banden angesprochen. Ich habe sie beruhigt und sie auf eine zu erwartende 50prozentiger Kürzung ihrer Einkommen und Renten aufmerksam gemacht.
"Wie stark die Wirtschaft in 2020 insgesamt sinken wird, wissen wir noch nicht, aber 20 bis 25 Prozent werden es mindestens sein". Hier sind Sie m.E. nach auf die (dämliche) Ausweisung annualisierter BIP-Werte durch die USA hereingefallen. Solche Werte ergeben sich nur, wenn der Einbruch von Q2 sich mit jedem folgenden Quartal fortsetzen würde. Auch wenn der Einbruch gigantisch ist, so ist ein weiteres Sinken der Wirtschaftsleistung in Q3 gegenüber Q2 um nochmal 10 % und dann nochmal 10 % von Q3 zu Q4 doch eher unrealistisch. Der Einbruch des Gesamtjahrs dürfte geringer sein als während des Lockdown Quartals Q2 (wenn es der einzige Lockdown bleibt). Das die Wirtschaft ohne das Gelddrucken um diese 25-30 % eingebrochen wäre, ist denk ich trotzdem realistisch. Nur werden Staatsausgaben zum BIP dazugezählt, entsprechend erhöht ein hohes Defizit kurzfristig das BIP. Den realen Wirtschaftseinbruch zum Jahresende können wir vlt erahnen, indem wir von der BIP Angabe noch das Staatsdefizit abziehen, weil dieses ja proportional das BIP nach oben schiebt
Letztendlich ist es völlig gleichgültig, wie hoch die absoluten Zahlen in den Zentralbankbilanzen sind. Es ist in dem Fall auch völlig gleichgültig, wie faul die Kredite (Staats-und Unternehmensanleihen) darin sind. Unser gesamtes westliches geldpolitische System hat nichts mehr mit Kapitalismus aka Marktwirtschaft zu tun. Die Steuerung der Geldmenge wird politisch entschieden. Ziel: die Musik (Wohlstands- und Wachstumsillusion) so lange spielen zu lassen, wie es geht. Ein "Zurück" wird es nicht geben. Ende ist erst, wenn die breite Masse das Vetrauen in das Geldsystem verliert. Ob oder wann das eintritt, das steht in den Sternen. Die Politik hat mit den Medien, vor allem dem ÖR gute Verbündete.